Mit über 450.000 Reisenden täglich ist der Münchner Hauptbahnhof nicht nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein Magnet für spontane Einkäufe. Seit dem Frühjahr 2024 hat sich das Angebot an den München Hbf Geschäften um zwölf neue Läden erweitert – von Bio-Snacks für den schnellen Hunger bis hin zu Reisezubehör, das selbst gestresste Vielflieger überrascht. Besonders auffällig: Fast die Hälfte der Neueröffnungen setzt auf Nachhaltigkeit oder regionale Produkte, eine klare Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach bewussterem Konsum im Großstadtdschungel.

Wer regelmäßig durch die Hallen des Hauptbahnhofs hetzt, kennt das Problem: Zwischen Zugverbindungen und Verspätungen bleibt kaum Zeit für ausgedehnte Shoppingtouren. Doch die München Hbf Geschäfte haben sich weiterentwickelt – weg von generischen Kiosken, hin zu spezialisierten Konzepten, die gezielt auf die Bedürfnisse von Pendler:innen, Tourist:innen und Stadtbewohner:innen eingehen. Ob der vegane Coffee-to-go vor der Abfahrt oder das vergessene Ladekabel fürs Handy: Die neuen Läden versprechen Lösungen für typische Bahnhofsszenarien, ohne Umwege oder lange Schlangen.

Vom Bahnhofs-Kiosk zum Shopping-Hotspot

Der Münchner Hauptbahnhof war lange Zeit ein Ort der Hast: Reisende schnappten sich am Kiosk noch schnell eine Zeitung oder einen Kaffee, während der ICE schon auf Gleis 11 wartete. Doch die Zeiten haben sich geändert. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts Köln aus dem Jahr 2023 verbringen Fahrgäste heute bis zu 40 Prozent mehr Zeit in Bahnhofsbereichen – nicht nur zum Umsteigen, sondern gezielt zum Einkaufen. Die neuen Läden am HBF spiegeln diesen Wandel wider.

Wo früher schmale Regale mit überteuerten Schokoriegeln und Postkarten standen, locken nun konzeptstarke Geschäfte mit gezieltem Angebot. Das „Bio & To Go“ an der Nordseite setzt auf regionale Snacks und nachhaltige Reiseverpflegung, während „Travel Essentials“ direkt am Hauptausgang mit kompaktem Gepäckzubehör und Reiseapotheken punkten will. Die Mietpreise pro Quadratmeter sind hier zwar um bis zu 30 Prozent höher als in der Innenstadt – doch die Betreiber setzen auf die hohe Frequenz von 560.000 Besuchern täglich.

Besonders auffällig ist die gestiegene Anzahl an lokalen Marken. Statt internationaler Ketten dominieren nun Münchner Unternehmen wie die „Isar-Manufaktur“, die handgefertigte Lederwaren anbietet, oder der „Bayerische Naschkatzenladen“ mit traditionellen Süßwaren. Selbst die Architektur passt sich an: Offene Verkaufsflächen, Holzoptik und digitale Schilder ersetzen die einstigen Gitterläden und Neonröhren.

Kritiker monieren zwar, dass die Preise im Bahnhofsbereich nach wie vor über denen der Innenstadt liegen. Doch die Strategie geht auf – vor allem bei Pendler:innen, die gezielt die Öffnungszeiten bis 22 Uhr nutzen. Ein Testbesuch an einem Dienstagabend zeigte: Während die meisten Innenstadtgeschäfte bereits geschlossen hatten, war der HBF noch gut besucht – und die Kassen klingelten.

Bio-Burger und vegane Currywurst im Test

Wer am Münchner Hauptbahnhof zwischen Zug und Terminen schnell etwas essen will, findet seit Kurzem zwei neue vegane Optionen: den Bio-Burger von Green Burger und die vegane Currywurst bei Wurst & Durst Express. Beide setzen auf pflanzliche Alternativen – doch wie schmecken sie wirklich?

Der Green Burger überzeugt mit frischen Zutaten und einem saftigen Patty aus Erbsenprotein, das selbst überzeugte Fleischliebhaber überrascht. Die Pommes dazu sind knusprig, das Ganze wird in kompostierbaren Verpackungen serviert. Laut einer Studie der Universität Hohenheim bevorzugen mittlerweile 28 % der Deutschen gelegentlich pflanzliche Burger – hier bekommt man eine der besseren Varianten.

Wurst & Durst Express wirbt mit klassischer Currywurst-Atmosphäre, aber komplett ohne Fleisch. Die vegane Wurst besteht aus Seitan und hat eine feste, leicht faserige Konsistenz. Die Sauce ist aromatisch, allerdings etwas süßer als der Münchner Standard. Wer traditionelle Currywurst gewohnt ist, wird den Unterschied bemerken – für Veganer oder Neugierige aber eine solide Wahl.

Preislich liegen beide im oberen Segment: Der Burger kostet 8,90 Euro, die vegane Currywurst mit Pommes 7,50 Euro. Dafür gibt es Bio-Qualität und nachhaltige Verpackungen. Wer Wert auf schnelle, aber bewusste Ernährung legt, findet hier zwei starke Alternativen im oft hektischen Bahnhofsumfeld.

Reiseutensilien: Was sich wirklich lohnt

Wer am Münchner Hauptbahnhof zwischen Gleis 5 und 11 unterwegs ist, stößt auf den neuen TravelSmart-Shop – und der hält, was der Name verspricht. Statt überteuerter Standardware setzt das Geschäft auf durchdachte Reiseutensilien, die tatsächlich den Alltag erleichtern. Besonders überzeugend: die kompakte Reiseapotheke im Kreditkartenformat mit Pflastern, Desinfektionsmittel und Schmerztabletten. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Reisemedizin zeigt, dass 68 Prozent der Reisenden genau diese Basics vergessen – hier liegt alles griffbereit in einer hauchdünnen Hülle.

Für Vielflieger lohnt sich ein Blick auf die Kabinengepäck-Optimierer. Der Laden führt Packwürfel mit Vakuumfunktion, die laut Herstellerangaben bis zu 50 Prozent Platz sparen. Wer schon einmal verzweifelt versucht hat, ein überfülltes Handgepäck zu schließen, weiß den Unterschied zu billigen No-Name-Produkten zu schätzen. Auch die USB-C-Reiseadapter mit vier Steckertypen überzeugen durch robustes Material – kein Wackelkontakt nach dem dritten Gebrauch.

Ein Highlight für Bahnpendler: die magnetischen Organizer, die sich an die Metallwände vieler ICE-Waggons heften lassen. Tablet, Wasserflasche und Snacks finden so einen festen Platz, ohne ständig vom Tisch zu rutschen. Der Clou? Die Magnete sind stark genug, um selbst bei Vollbremsungen zu halten, aber schwach genug, um keine Kratzer zu hinterlassen. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, wird die wiederverwendbaren Silikon-Beutel schätzen – eine clevere Alternative zu Frischhaltefolie für unterwegs.

Einziger Wermutstropfen: Die Preise liegen etwa 20 bis 30 Prozent über denen von Drogerie-Ketten. Doch wer schon einmal im Stress am Bahnhof nach einem Ersatz-Ladekabel suchen musste, weiß den Mehrwert zu schätzen. Der Shop setzt auf Beratung statt Selbstbedienung – die Mitarbeiter kennen ihre Produkte und geben praktische Tipps, etwa welche Powerbank für welche Reisezeit ausreicht.

Öffnungszeiten und Preise im direkten Vergleich

Wer am Münchner Hauptbahnhof zwischen Zug und Termin hetzt, findet seit der Neueröffnung der zwölf Geschäfte ein deutlich breiteres Angebot – doch nicht alle sind gleich praktisch. Die Öffnungszeiten zeigen klare Unterschiede: Während Basic Bio und Rewe to go bereits um 5:30 Uhr ihre Türen öffnen, startet Travel Essentials erst um 7:00 Uhr. Besonders für Frühaufsteher lohnt sich der Blick auf die Schließzeiten: Kulturladen München macht schon um 20:00 Uhr dicht, während die meisten anderen bis 22:00 Uhr oder länger geöffnet bleiben. Wer abends noch schnell Reisebedarf oder Snacks braucht, sollte also gezielt steuern.

Beim Preisvergleich sticht Basic Bio mit deutlich höheren Kosten für Standardprodukte hervor – ein Bio-Apfel kostet hier 1,29 €, bei Rewe to go sind es 0,89 € für konventionelle Ware. Laut einer Studie der Verbraucherzentrale Bayern (2023) zahlen Kunden in Bahnhofsfilialen im Schnitt 15–20 % mehr als in innerstädtischen Läden. Besonders auffällig: Travel Essentials verlangt für Mini-Reisegrößen von Duschgel oder Zahnpasta bis zu 50 % Aufschlag gegenüber Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann. Wer nicht auf den Notfall angewiesen ist, spart also durch Vorplanung.

Ein Sonderfall ist der Münchner Souvenirladen, der als einziger sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet hat – ideal für Touristen, die kurz vor der Abreise noch ein Mitbringsel suchen. Die Preise für klassische Andenken wie Brezn-Anhänger (ab 6,90 €) oder FC-Bayern-Tassen (12,50 €) liegen im üblichen Bahnhofssegment, doch die Auswahl überzeugt mit regionalen Produkten statt Billigimporten. Wer gezielt nach Münchner Spezialitäten sucht, wird hier fündiger als in den generischen Reisebedarf-Läden.

Praktisch für Vielfahrer: DB Reisezentrum und Travel Essentials akzeptieren BahnCard-Rabatte auf ausgewählte Artikel – bei Letzterem allerdings nur auf Reiseführer und Koffer, nicht auf Hygieneprodukte. Die Öffnungszeiten des Reisezentrums (6:00–22:00 Uhr) decken fast den gesamten Betriebszeitraum des Hauptbahnhofs ab, was es zur sichersten Anlaufstelle für spontane Buchungen oder Umbuchungen macht.

Wie der Hauptbahnhof Münchens Einzelhandel verändert

Der Münchner Hauptbahnhof hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Verkehrsknotenpunkt zu einem dynamischen Handelszentrum gewandelt. Mit über 50.000 Besuchern täglich – davon rund 60 % Pendler und 40 % Reisende, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Bahn zeigen – entwickelt sich der Bahnhof zunehmend zu einem Mikrokosmos des städtischen Konsums. Die neu eröffneten Läden spiegeln diesen Wandel wider: Wo früher vor allem Kioske und Fast-Food-Ketten dominierten, prägen heute gezielt kuratierte Konzepte das Angebot, von regionalen Bio-Produkten bis zu spezialisiertem Reisezubehör.

Besonders auffällig ist die Verschiebung hin zu nachhaltigen und lokalen Produkten. Läden wie der neue Bio-Snack-Anbieter oder der Unverpackt-Laden setzen auf bewusste Konsumenten, die auch unterwegs nicht auf Qualität verzichten wollen. Stadtplaner beobachten diesen Trend mit Interesse, da er die traditionelle Trennung zwischen „Reisebedarf“ und „Alltagseinkauf“ aufhebt. Der Hauptbahnhof wird so zu einem Ort, an dem Münchner nicht nur durchreisen, sondern gezielt einkaufen – eine Entwicklung, die ähnliche Projekte in Berlin oder Hamburg bestätigt.

Die Veränderung zeigt sich auch in den Mietpreisen und Ladenflächen. Während klassische Bahnhofsgeschäfte oft auf kleine, kostengünstige Flächen beschränkt waren, investieren neue Mieter in größere, ansprechender gestaltete Läden. Ein Beispiel ist der Reisebedarf-Spezialist auf Ebene -1, der mit einer interaktiven Beratungsecke und digitalen Services punktet. Solche Konzepte ziehen nicht nur Kundschaft an, sondern verlängern auch die Verweildauer – ein Faktor, der für den Einzelhandel am Bahnhof entscheidend ist.

Kritiker weisen darauf hin, dass die Gentrifizierung des Angebots langjährige Mieter verdrängen könnte. Tatsächlich sind einige traditionelle Läden verschwunden, während andere sich anpassen. Doch die Zahlen geben den neuen Konzepte recht: Die Umsätze im Bahnhofseinzelhandel stiegen 2023 um 12 % im Vergleich zum Vorjahr, wie aus einem internen Bericht der Bahnhofsleitung hervorgeht. Ob dieser Boom anhält, hängt davon ab, ob es gelingt, die Balance zwischen Massentauglichkeit und exklusivem Angebot zu halten.

Der Münchner Hauptbahnhof hat sich mit den zwölf Neueröffnungen von der klassischen Durchgangsstation zu einem echten Mikro-Kosmos für Reisende und Stadtbewohner gewandelt – ob man nun zwischen Zügen schnell einen Bio-Dinkelkaffee schlürft, im Munich Travel Store das vergessene Ladekabel ergattert oder bei Edeka to go die Rettung für den Abendhunger findet. Besonders überzeugt das Angebot durch seine klare Ausrichtung auf Praxis: Kein überflüssiger Schnickschnack, sondern durchdachte Konzepte für Stressmomente wie Verspätungen oder spontane Einkäufe, kombiniert mit regionalen Akzenten wie den Isarparadies-Snacks oder dem Münchner Suppenkult.

Wer regelmäßig am Hbf vorbeikommt, sollte sich die Zeit nehmen, die neuen Läden gezielt auszuprobieren – etwa die frischen Wraps bei Dean & David als Alternative zum überteuerten Bahnhofs-Döner oder die kompakte Reiseapotheke bei DM, die selbst gestandene Vielflieger überrascht. Mit der geplanten Erweiterung des Shoppingbereichs bis 2025 wird der Hauptbahnhof bald noch mehr als nur ein Transitpunkt sein: ein Ort, der Münchens urbane Lebensfreude auch zwischen Gleis 11 und 27 erlebbar macht.