München verwandelt sich im Mai 2024 in ein pulsierendes Zentrum der Kunst – mit über 50 laufenden Schauen, die von klassischen Meisterwerken bis zu experimentellen Digitalinstallationen reichen. Allein die großen Häuser wie die Pinakotheken, das Lenbachhaus und das Museum Brandhorst präsentieren in diesem Monat zwölf Highlights, die internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Besonders die seltene Leihgabe von Gustav Klimts Judith I im Museum Villa Stuck sorgt für Gesprächsstoff, während gleichzeitig im NRW Forum die immersive Ausstellung Digital Dreams zeigt, wie KI-generierte Kunst traditionelle Grenzen sprengt.
Wer die ausstellungen münchen aktuell erkundet, stößt auf ein Programm, das bewusst Kontraste setzt: Zwischen historischer Tiefe und futuristischer Ästhetik, zwischen intimen Galerieräumen und großformatigen Museumsprojekten. Die Vielfalt spiegelt Münchens Rolle als eine der dynamischsten Kunstmetropolen Europas wider – und macht den Mai zum idealen Monat für Entdeckungen. Ob Kunstliebhaber, die nach selten gezeigten Werken suchen, oder Neugierige, die digitale Avantgarde erleben wollen: Die ausstellungen münchen aktuell bieten für jeden Geschmack das passende Erlebnis, oft nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.
Münchens Kunstszene im Mai: Warum jetzt der perfekte Zeitpunkt ist
Mai ist in München nicht nur die Zeit der ersten Biergartenabende – die Kunstszene erwacht mit einer Energie, die selbst Kenner überrascht. Über 40 Ausstellungen öffnen in diesem Monat ihre Türen, von großen Retrospektiven bis zu experimentellen Pop-ups. Besonders auffällig: Die Kombination aus etablierten Namen wie Klimt in der Pinakothek der Moderne und aufstrebenden digitalen Künstlern in kleineren Galerien. Diese Mischung zieht nicht nur Touristen an, sondern auch Sammler aus dem In- und Ausland. Laut dem aktuellen Kulturbericht der Landeshauptstadt verzeichnete München 2023 einen Besucherrekord in Museen – mit einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognose für 2024 deutet auf einen ähnlichen Trend hin.
Wer jetzt durch die Ausstellungsräume schlendert, spürt den Puls der Stadt. Die Lange Nacht der Museen am 11. Mai wird dieses Jahr mit einem erweiterten Programm aufwarten, das erstmals auch virtuelle Kunstinstallationen in historischen Gebäuden zeigt. Besonders lohnend: Der Dialog zwischen Alt und Neu, wenn klassische Gemälde plötzlich neben interaktiven LED-Wänden hängen. Kuratoren betonen, wie selten solche Kontraste so zugänglich präsentiert werden.
Ein weiterer Grund für den perfekten Timing: Das Wetter. Die milden Temperaturen laden zu spontanen Galeriehopping-Touren ein, bei denen man zwischen den Stationen durch die grünen Höfe der Kunstareale flanieren kann. Die Münchner Museumsmeile verwandelt sich so in eine open-air Ausstellung – mit dem Vorteil, dass viele Häuser im Mai verlängerte Öffnungszeiten anbieten.
Und dann ist da noch der finanzielle Aspekt. Viele Ausstellungen setzen im Mai auf ermäßigte Eintrittspreise oder Sonderaktionen wie Kombi-Tickets. Wer etwa die Klimt-Schau mit einer digitalen Ausstellung im Museum Brandhorst verbindet, spart bis zu 30 Prozent. Ein Argument, das besonders bei Kunstinteressierten mit begrenztem Budget überzeugt.
Von Klimts Goldglanz bis zu KI-Kreationen: Diese Highlights rocken die Stadt
Münchens Ausstellungsszene glänzt im Mai mit einem Programm, das von opulentem Jugendstil bis zu futuristischer KI-Kunst reicht. Den Auftakt macht die Schau „Klimt – Die Sammlung“ in der Hypo-Kulturstiftung, wo über 30 Werke des Wiener Meisters erstmals gemeinsam zu sehen sind. Darunter der berühmte „Judith I“ (1901), dessen goldschimmernde Oberfläche Besucher seit Jahrzehnten fasziniert. Kuratoren betonen, wie selten solche Leihgaben aus internationalen Sammlungen zusammengeführt werden – ein Coup für die Stadt.
Wer Zeitgenössisches sucht, findet im Museum Brandhorst mit „Digital Horizons“ einen Kontrast. Die Ausstellung zeigt, wie Künstler wie Refik Anadol oder TeamLab Algorithmen und Big Data in immersive Erlebnisse verwandeln. Ein Highlight: eine 8 Meter hohe LED-Wand, die in Echtzeit auf Bewegungen der Besucher reagiert. Laut einer Studie der Kulturstiftung des Bundes steigt das Interesse an digitaler Kunst in Deutschland seit 2020 um jährlich 18 Prozent – München setzt diesen Trend nun mit technischer Raffinesse um.
Für Fotografie-Enthusiasten lohnt sich ein Abstecher in die Kunsthalle München. „Augenblicke der Moderne“ präsentiert 150 ikonische Aufnahmen von Helmut Newton, Robert Mapplethorpe und anderen. Besonders sehenswert: Newtons „Sie kommen“ (1981), eine provokante Studie über Macht und Erotik. Die Schau beweist, wie Fotografie gesellschaftliche Debatten prägen kann – ohne ein einziges Wort.
Kleiner, aber nicht weniger packend: das Kunstlabor 2 zeigt „Unsichtbare Städte“ von jungen Münchner Künstlern. Hier werden urbane Räume durch Soundinstallationen und Lichtprojektionen neu interpretiert. Ein Geheimtipp für alle, die abseits der Blockbuster-Ausstellungen Neues entdecken wollen.
Wo klassische Meister auf virtuelle Welten treffen – und warum das funktioniert
Wer durch Münchens aktuelle Ausstellungsszene streift, stößt auf ein überraschendes Phänomen: Klassische Meister wie Klimt oder Degas teilen plötzlich den Raum mit pixeligen Avataren und generativer KI-Kunst. Das Pinakothek der Moderne zeigt in „Analog/Digital – Dialoge der Moderne“ bis Ende Juni, wie Gustav Klimts goldschimmernde Ornamente neben interaktiven Lichtinstallationen von TeamLab nicht nur koexistieren, sondern sich gegenseitig neu interpretieren. Die Kurator:innen setzen dabei auf einen mutigen Mix – und liegen damit voll im Trend. Laut dem aktuellen Kulturbarometer Deutschland interessieren sich 68% der Museumsbesucher:innen unter 40 explizit für Ausstellungen, die traditionelle und digitale Kunstformen verbinden.
Der Reiz liegt im Kontrast. Während Klimts „Judith“ mit ihrer sinnlichen Pinselarbeit die Wand dominiert, reagiert daneben eine Echtzeit-Projektion auf die Bewegungen der Betrachter:innen – die mal die Goldtöne der Malerei aufnimmt, mal in knalligem Neon gegen sie rebelliert. Solche Gegenüberstellungen zwingen zum genauen Hinsehen. Die Münchner Digitalkuratorin einer großen Staatsgalerie erklärt das so: „Digitale Kunst entfaltet ihre Wirkung oft erst im Dialog mit dem Analogen. Sie stellt Fragen, die ein Gemälte aus dem 19. Jahrhundert plötzlich ganz neu beantworten lässt.“
Besonders gelungen ist dieser Brückenschlag im Museum Brandhorst, wo Edgar Degas’ berühmte Tänzerinnen auf 3D-animierte Choreografien treffen. Die Ausstellung „Bewegung kodiert“ nutzt Motion-Capture-Technologie, um Degas’ skizzenhafte Posen in fließende digitale Tanzsequenzen zu übersetzen – und umgekehrt. Die Besucher:innen erleben so nicht nur Kunstgeschichte, sondern werden Teil eines Experiments, das zeigt: Selbst die scheinbar statischen Meisterwerke der Moderne stecken voller ungenutztem Bewegungspotenzial.
Dass dieser Ansatz funktioniert, beweist auch die hohe Verweildauer. Während klassische Ausstellungen oft nach 20 Minuten wieder verlassen werden, bleiben die Besucher:innen hier im Schnitt 45 Minuten – und das, obwohl die digitalen Elemente bewusst nicht als Spektakel, sondern als gleichberechtigte Kunstform inszeniert sind.
Tipps für Ausstellungsbesuche: Tickets, Führungen und versteckte Perlen
Wer Münchens Ausstellungen ohne Stress erleben möchte, plant am besten vorab. Bei Blockbustern wie der Klimt-Schau im Museum Villa Stuck sind Tickets oft wochenlang ausverkauft – laut einer Umfrage des Deutschen Museumsbundes reservieren über 60 Prozent der Besucher populäre Sonderausstellungen online. Die meisten Häuser bieten zeitgestaffelte Einlassfenster an, die Wartezeiten deutlich verkürzen. Besonders beliebt sind die frühen Vormittagsslots unter der Woche, wenn die Säle noch leer sind und man ungestört vor den Werken verweilen kann.
Führungen lohnen sich nicht nur für Kunstneulinge. Die Münchner Museen setzen zunehmend auf thematische Rundgänge, die über klassische Überblicksvorträge hinausgehen. Im Lenbachhaus etwa gibt es spezielle Touren zu Gabrieles Münters Farbtheorien, während die Pinakotheken digitale Audioguides mit Kurator:innen-Interviews anbieten. Wer tiefer einsteigen will, sollte nach den oft kostenlosen „Kurzen Führungen“ zur Mittagszeit Ausschau halten – kompakt, präzise und ohne langes Palaver.
Die wahren Schätze verstecken sich manchmal abseits der Hauptrouten. Im Museum Brandhorst etwa liegt im Untergeschoss ein kleiner Raum mit Werken von Joseph Beuys, den viele Besucher übersehen. Ähnlich unterschätzt: die Studiengalerie der Alten Pinakothek, wo selten gezeigte Zeichnungen und Skizzen großer Meister lagern. Ein Tipp für Digital-Kunst-Fans: Im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke experimentiert man aktuell mit AR-Stationen, die antike Skulpturen zum Leben erwecken – einfach nach den unscheinbaren Tablet-Ständern Ausschau halten.
Wer mehrere Ausstellungen an einem Tag besucht, spart mit Kombi-Tickets. Die „Museumslandschaft München“-Karte (29 Euro) gilt für 48 Stunden in über 40 Häusern und rechnet sich schon ab drei Besuchen. Noch günstiger wird es mit der „München Card“, die zusätzlich den ÖPNV abdeckt. Ein Geheimtipp für Sparfüchse: Viele Museen haben an einem Wochentag ermäßigten Eintritt – im Stadtmuseum ist es der Sonntag, im Jüdischen Museum der Donnerstagabend.
Ein Blick voraus: Was München nach dem Mai noch plant
München bleibt auch über den Mai hinaus ein Magnet für Kunstliebhaber. Allein im Sommer 2024 kündigen die großen Häuser über 40 Neu- und Sonderausstellungen an – eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aktuelle Zahlen des Kulturreferats zeigen. Den Auftakt macht das Lenbachhaus mit einer umfassenden Retrospektive zu Lovis Corinth, die ab 14. Juni mehr als 120 Werke des Expressionisten versammelt. Besonders sehenswert: selten gezeigte Porträts aus Privatbesitz, die Corinths radikalen Pinselstrich in den Fokus rücken. Parallel dazu bereitet das Haus eine Überraschung vor – eine interaktive Installation im Garten, die Malerei und digitale Projektionen verbindet.
Im Museum Brandhorst steht der Herbst ganz im Zeichen zeitgenössischer Fotografie. Die Schau „Light & Shadow“ (ab 20. September) präsentiert Arbeiten von 18 internationalen Künstlern, darunter Großformate von Wolfgang Tillmans und experimentelle Serien der aufstrebenden Südkoreanerin Jungjin Lee. Kuratorische Leitfrage: Wie verändern neue Technologien die Wahrnehmung von Realität? Ein Begleitprogramm mit Künstlergesprächen und Workshops vertieft das Thema.
Wer moderne Architektur schätzt, sollte den Pinakotheken im Oktober einen Besuch abstatten. „Bauen für die Kunst“ wirft einen Blick auf ikonische Museumsgebäude des 20. und 21. Jahrhunderts – von Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon bis zu David Chipperfields Neugestaltung des Kunsthaus Zürich. Modelle, Pläne und Virtual-Reality-Stationen machen die Entwicklung greifbar. Ein Highlight für alle, die sich fragen, wie Räume Kunst erst richtig zur Geltung bringen.
Klein, aber fein: Die Galerie der Künstler im Glockenbachviertel setzt auf junge Positionen. Ab Juli zeigt sie unter dem Titel „Unsere Stadt“ Werke von Münchner Kunststudierenden, die sich kritisch mit Gentrifizierung und urbanem Wandel auseinandersetzen. Die Ausstellungsmacher kooperieren dafür mit der AdbK – ein Beweis für die lebendige Vernetzung der lokalen Szene.
München beweist im Mai 2024 einmal mehr, dass es nicht nur Biergärten und Oktoberfest kann – die Stadt verwandelt sich in ein lebendiges Atelier, in dem Gustav Klimts goldene Pracht auf virtuelle Realitäten trifft und historische Schätze neben experimentellen Installationen glänzen. Wer glaubt, Kunst sei staubtrockene Vergangenheit, wird hier eines Besseren belehrt: Ob im Lenbachhaus, im Museum Brandhorst oder in den unerwarteten Ecken der Kunstlabor 2, die aktuellen Ausstellungen zeigen, wie lebendig, provokant und zugänglich zeitgenössische wie klassische Kunst sein kann.
Am besten plant man gleich zwei, drei Termine, denn zwischen Klimts sinnlichen Porträts, den digitalen Traumwelten im NRW Forum und den politischen Statements im Haus der Kunst lohnt es sich, zwischendurch durchzuatmen – und vielleicht sogar ein Skizzenbuch einzupacken, denn manche Werke fordern geradezu dazu auf, selbst kreativ zu werden. Und wer jetzt denkt, das war’s bis zum Herbst, irrt: Der Juni kündigt sich mit weiteren Highlights an, darunter eine große Retrospektive im Pinakothek der Moderne, die schon jetzt Neugier weckt.

