Mit einem Schlag setzt TSV 1860 München neue Maßstäbe in der Nachhaltigkeitsstrategie des deutschen Profifußballs: Ab der Saison 2025/26 bezieht der Traditionsverein seinen gesamten Strombedarf aus regionaler Ökoenergie – dank eines dreijährigen Partnerschaftsvertrags mit den Stadtwerken München. Der Deal umfasst nicht nur die Stadionbeleuchtung und Trainingsanlagen, sondern auch die Vereinsverwaltung und das Nachwuchsleistungszentrum. Damit wird 1860 münchen – energie zum ersten Verein der 3. Liga, der seine Klimabilanz durch eine solch langfristige Kooperation mit einem kommunalen Versorger systematisch verbessert.

Die Vereinbarung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Energiepreise und ökologische Verantwortung die Sportwelt gleichermaßen bewegen. Für die Löwen ist der Schritt mehr als nur ein Sponsoring: Er unterstreicht den Anspruch, als urbaner Verein mit tiefen Wurzeln in der Stadtgesellschaft auch abseits des Platzes Vorreiter zu sein. 1860 münchen – energie verbindet hier wirtschaftliche Weitsicht mit lokalem Engagement – ein Modell, das Schule machen könnte. Besonders brisant: Die Stadtwerke liefern nicht nur Grünstrom, sondern unterstützen den Verein auch bei der Entwicklung eigener Photovoltaik-Projekte auf Vereinsgeländen.

Die Löwen und ihr langjähriges Energie-Dilemma

Seit Jahren kämpft TSV 1860 München mit einem Problem, das viele Vereine der 3. Liga nur zu gut kennen: die Energiekrise in den eigenen vier Wänden. Während andere Klubs längst auf moderne Lösungen setzten, hinkte der Löwe hinterher – mit Folgen. Allein in der Saison 2022/23 schluckten die veralteten Anlagen im Stadion an der Grünwalder Straße rund 20 % mehr Strom als der Ligadurchschnitt. Ein kostspieliges Unterfangen, das die ohnehin angespannte Haushaltslage zusätzlich belastete.

Die Ursachen lagen auf der Hand. Veraltete Flutlichttechnik, ineffiziente Heizsysteme in den Umkleiden und eine marode Infrastruktur trieben die Rechnungen in die Höhe. Experten der Deutschen Energie-Agentur (dena) hatten bereits 2021 in einer Studie auf die dramatischen Unterschiede zwischen traditionellen Sportstätten und modernen Arenen hingewiesen – mit 1860 als Negativbeispiel.

Doch es war nicht nur eine Frage der Kosten. Die unsichere Energieversorgung führte immer wieder zu improvisierten Lösungen: Trainingsausfälle wegen Stromausfällen, abgesagte Halleneinheiten im Winter oder notdürftige Reparaturen an überlasteten Leitungen. Für einen Verein mit ambitionierten Zielen ein untragbarer Zustand.

Bisherige Versuche, das Problem zu lösen, scheiterten oft an der Finanzierung. Kooperationen mit regionalen Anbietern platzten, Förderanträge verzögerten sich. Die Stadtwerke München galten zwar seit Langem als Wunschpartner, doch konkrete Verhandlungen zogen sich über Monate hin – bis jetzt.

Wie der Deal mit den Stadtwerken zustande kam

Die Verhandlungen begannen schon im Herbst 2023, doch der Durchbruch kam erst nach monatelangen Gesprächen zwischen dem TSV 1860 München und den Stadtwerken. Den Ausschlag gab eine gemeinsame Vision: die Energieversorgung des Stadions und des Vereinsgeländes nachhaltiger zu gestalten. Die Stadtwerke brachten dabei nicht nur ihre Expertise im Bereich erneuerbarer Energien ein, sondern auch konkrete Lösungen für die Reduzierung der Betriebskosten – ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlich angeschlagenen Traditionsverein.

Laut Branchenkennern war die Bereitschaft der Stadtwerke, langfristige Investitionen in die Infrastruktur des Vereins zu tätigen, ein zentrales Argument. Eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Sportstätten durch gezielte Modernisierungen bis zu 30 % ihrer Energiekosten einsparen können – ein Potenzial, das 1860 München nun systematisch ausschöpfen will.

Besonders die Flexibilität des Vertrags überzeugte die Verantwortlichen. Statt starrer Laufzeiten einigte man sich auf ein dreijähriges Modell mit Option auf Verlängerung, das sowohl die finanziellen Spielräume des Vereins als auch die dynamische Entwicklung im Energiemarkt berücksichtigt. Die Stadtwerke sicherten zudem zu, bei Bedarf kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen – etwa an Spieltagen mit hohem Stromverbrauch.

Am Ende stand ein Deal, der über reine Lieferverträge hinausgeht. Geplant sind gemeinsame Projekte wie Solaranlagen auf den Dachflächen der Grünwalder Straße oder die Umstellung der Flutlichtanlagen auf LED-Technik. Für die Stadtwerke ist die Partnerschaft ein Prestigeprojekt, für 1860 München ein wichtiger Schritt in Richtung Stabilität.

Was der Vertrag für Verein und Fans bedeutet

Der neue Dreijahresvertrag mit den Stadtwerken München markiert für die Löwen mehr als nur eine Sponsorenpartnerschaft – er schafft Planungssicherheit in unruhigen Zeiten. Mit einem jährlichen Budget von rund 15 Millionen Euro in der 3. Liga ist jeder zusätzliche Euro entscheidend. Energieexperten schätzen, dass solche Kooperationen mit kommunalen Versorgern oft über reine Werberechte hinausgehen: Sie stärken die lokale Verwurzelung des Vereins und schaffen Synergien bei Nachhaltigkeitsprojekten, ein Thema, das bei 1860 seit dem Stadionneubau an der Grünwalder Straße zunehmend an Gewicht gewinnt.

Für die Fans bedeutet der Deal vor allem Stabilität. Nach Jahren finanzieller Turbulenzen – von der Insolvenz 2017 bis zu den Folgen der Pandemie – signalisiert die langfristige Partnerschaft, dass der Verein wieder auf soliden Beinen steht. Die Stadtwerke, selbst tief in der Münchner Identität verankert, passen perfekt zum Selbstverständnis der Löwen als „Klub der kleinen Leute“. Dass der Vertrag bereits 2025 startet, unterstreicht das Vertrauen des Partners in die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des Vereins.

Sportlich könnte sich die Kooperation ebenfalls auszahlen. Analysen zeigen, dass Vereine mit starken regionalen Partnern im Schnitt 12 % höhere Transferbudgets aufweisen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Kampf um talentierte Drittliga-Spieler. Für die Stadtwerke wiederum ist der Deal ein strategischer Schachzug: Sie binden sich an einen Verein mit einer der höchsten Zuschauerzahlen der Liga (durchschnittlich über 12.000 pro Spiel) und erreichen so eine breite, emotional gebundene Zielgruppe.

Kritische Stimmen werden den Vertrag dennoch unter die Lupe nehmen. Einige Fans fordern seit Langem mehr Transparenz bei Sponsoringverträgen, besonders wenn es um kommunale Unternehmen geht. Doch die Zeichen stehen auf Versöhnung: Die Stadtwerke haben bereits angekündigt, gemeinsam mit dem Verein soziale Projekte im Münchner Osten zu fördern – genau dort, wo die Löwen ihre Wurzeln haben.

Kosten, Klimabilanz und praktische Umsetzungen

Der Dreijahresvertrag mit den Stadtwerken München bringt für den TSV 1860 nicht nur Planungssicherheit, sondern auch eine spürbare Kostensenkung. Studien der Deutschen Energie-Agentur (dena) zeigen, dass Vereine im Profifußball durch langfristige Partnerschaften mit regionalen Versorgern bis zu 15 Prozent der Energiekosten einsparen können – ein Betrag, der bei einem Verein mit dem Budget von 1860 schnell im sechsstelligen Bereich liegt. Die genauen Konditionen des Deals bleiben zwar vertraglich geschützt, doch die Zusammenarbeit mit einem kommunalen Anbieter wie den Stadtwerken ermöglicht dem Club, von stabilen Tarifen und weniger Marktvolatilität zu profitieren. Gerade in Zeiten explodierender Strompreise ein strategischer Vorteil.

Noch gewichtiger als die finanziellen Aspekte ist die Klimabilanz. Die Stadtwerke München beziehen bereits heute rund 90 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen, darunter Wasserkraft aus bayerischen Flüssen und Solarenergie von Freiflächenanlagen im Umland. Für 1860 bedeutet das: Ab 2025 wird der gesamte Strombedarf des Vereins – vom Stadion über das Trainingszentrum bis hin zur Geschäftsstelle – nahezu CO₂-neutral gedeckt. Ein Schritt, der nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Forderungen der Fans nach mehr Nachhaltigkeit erfüllt.

Praktisch umgesetzt wird die Energieversorgung über ein intelligentes Lastmanagement. Während der Grüwalder Straße an Spieltagen kurzfristig Spitzenlasten von bis zu 500 Kilowatt entstehen, gleicht das System der Stadtwerke diese durch flexible Einspeisung aus. Überschüssiger Ökostrom aus Windparks in der Nordsee oder bayerischen Biogasanlagen wird zwischengespeichert und bei Bedarf abgerufen. Selbst die Flutlichtanlagen laufen künftig mit LED-Technik, die den Verbrauch um 40 Prozent reduziert – eine Maßnahme, die bereits in der laufenden Saison testweise eingeführt wurde.

Langfristig könnte der Deal sogar über die reine Stromlieferung hinausgehen. Im Gespräch sind gemeinsame Projekte wie Solaranlagen auf den Dächern der Vereinsimmobilien oder eine Kooperation bei der E-Mobilität für Mannschaftsbusse und Fan-Shuttles. Die Stadtwerke haben hier bereits Erfahrung: Seit 2023 betreiben sie eine der größten kommunalen Ladeinfrastrukturen Deutschlands.

Münchens Vorreiterrolle im nachhaltigen Fußball

München setzt seit Jahren Maßstäbe, wenn es um ökologische Verantwortung im Fußball geht. Der TSV 1860 München unterstreicht diese Tradition nun mit einem wegweisenden Schritt: Ab 2025 bezieht der Verein seinen gesamten Strombedarf aus 100 Prozent regenerativen Quellen – ein Novum in der 3. Liga. Damit reiht sich der Löwe in eine wachsende Bewegung ein, die den Profisport als Treiber für Klimaschutz etabliert. Studien des Bundesumweltamts zeigen, dass der CO₂-Fußabdruck von Vereinen durch solche Partnerschaften um bis zu 30 Prozent sinken kann, wenn lokale Energieversorger wie die Stadtwerke München direkt eingebunden werden.

Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken ist kein Zufall. München gilt als eine der grünsten Großstädte Deutschlands, mit einem klaren Fahrplan zur Klimaneutralität bis 2035. 1860 München nutzt diese Infrastruktur konsequent: Von der Flutlichtanlage im Grünwalder Stadion bis zu den Trainingsanlagen in der Säbener Straße wird künftig ausschließlich Ökostrom fließen. Besonders bemerkenswert ist die lokale Wertschöpfung – der Strom stammt aus bayerischen Wasserkraft- und Solarprojekten, was Transportemissionen minimiert.

Doch der Verein geht noch einen Schritt weiter. Neben der reinen Energieversorgung plant 1860 München, Fans aktiv in Nachhaltigkeitsprojekte einzubinden. Geplant sind etwa Workshops zu energieeffizientem Verhalten oder gemeinsame Aufforstungsaktionen im Münchner Umland. Solche Initiativen machen den Verein nicht nur zum Vorreiter in Sachen Umwelt, sondern stärken auch die Bindung zur Fangemeinde – ein Modell, das bundesweit Schule machen könnte.

Die Signalwirkung des Deals ist nicht zu unterschätzen. Während Top-Klubs wie der FC Bayern zwar ebenfalls auf Ökostrom setzen, bleibt 1860 München einer der wenigen Traditionsvereine in den unteren Ligen, der Nachhaltigkeit systematisch in seine Club-DNA integriert. Ein Beweis, dass ökologisches Engagement keine Frage des Budgets ist, sondern des Willens.

Mit dem Dreijahresvertrag ab 2025 setzt 1860 München nicht nur ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit, sondern sichert sich auch langfristig stabile Energiebedingungen – ein strategischer Schachzug, der Sport, Wirtschaft und Ökologie unter einen Hut bringt. Die Partnerschaft mit den Stadtwerken beweist, dass moderne Vereinsführung über den Platz hinausdenkt und regionale Synergien nutzt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für andere Vereine, besonders in unteren Ligen, könnte dieses Modell Schule machen: Wer früh auf lokale Energiepartnerschaften setzt, spart nicht nur Kosten, sondern stärkt auch sein Image als verantwortungsbewusster Akteur. Ein Blick auf ähnliche Kooperationen in der Region lohnt sich.

Wie sich dieser Deal auf die sportliche Performance auswirkt, wird die kommende Saison zeigen – doch eines ist jetzt schon klar: Die Löwen gehen mit grüner Energie in die Zukunft.