Der Fluch ist gebrochen: Nach 14 auswärtigen Spielen ohne Sieg hat der TSV 1860 München endlich wieder drei Punkte mitgenommen – und das mit einem klaren 3:1 gegen den MSV Duisburg. Die Löwen zeigten in der Schauinsland-Reisen-Arena eine überzeugende Leistung, besonders in der zweiten Halbzeit, als sie mit zwei schnellen Toren den Sack zuschlugen. Für Trainer Maurizio Jacobacci war es der erste Auswärtssieg seit seinem Amtsantritt, ein lang ersehntes Signal in einer Saison, die bisher vor allem von Enttäuschungen auf fremdem Platz geprägt war.

Das Duell zwischen 1860 München und dem MSV Duisburg war von Anfang an mehr als nur ein normales Drittligaspiel. Für die Münchner ging es um die moralische Wende, für die Zebras um den Anschluss an die Spitzengruppe. Doch statt eines engen Kampfes entwickelte sich eine Partie, in der die Löwen ihre individuelle Klasse ausspielten – allen voran Stürmer Marcel Bär, dessen Doppelpack die Weichen stellte. Dass ausgerechnet in Duisburg, wo 1860 in der Vergangenheit oft scheiterte, der Befreiungsschlag gelang, macht den Erfolg umso sweeter.

Die lange Durststrecke ohne Auswärtssieg

Der 3:1-Erfolg in Duisburg markiert das Ende einer quälenden Serie für die Löwen. 426 Tage – so lange dauerte die Durststrecke ohne einen Auswärtssieg in der 3. Liga. Seit dem 2:1 in Zwickau im März 2023 hatte 1860 München in fremden Stadien entweder verloren oder nur Remis gespielt. Eine statistische Anomalie, die selbst erfahrene Beobachter der Liga überraschte.

Besonders bitter: In dieser Phase kassierte die Mannschaft durchschnittlich 1,8 Tore pro Auswärtsspiel – eine Quote, die selbst bei offensivstarken Teams wie dem MSV Duisburg selten vorkommt. Die Defensive wirkte oft unsicher, während die Offensive zu unbeständig agierte. Analysten wiesen wiederholt auf die mangelnde Konstanz in der Startelf hin, die durch Verletzungen und Sperren verstärkt wurde.

Dass ausgerechnet das Derby gegen den MSV, einen direkten Konkurrenten um die Aufstiegplätze, die Wende brachte, verleiht dem Sieg zusätzliche Symbolkraft. Die Löwen zeigten in Duisburg eine Reife, die in den vergangenen Auswärtsspielen oft vermisst wurde – besonders in der zweiten Halbzeit, als sie das 1:1 durch zwei Kontertreffer drehten.

Für Trainer Maurizio Jacobacci könnte dieser Erfolg den lang ersehnten Befreiungsschlag bedeuten. Seine Mannschaft hatte in den Wochen zuvor zwar stabil in der Sechserkette gestanden, doch die fehlenden drei Punkte auswärts lasteten wie ein Fluch auf dem Team. Nun gilt es, den Schwung mitzunehmen – die nächsten Auswärtsspiele in Saarbrücken und Halle werden zeigen, ob die Serie wirklich gebrochen ist.

Wie die Löwen Duisburgs Abwehr aushebelten

Die Löwen fanden früh die Schwachstelle in der Duisburger Defensive: die Außenbahnen. Besonders über die linke Seite mit Marcel Benger und dem vorstoßenden Linksverteidiger bauten die Münchner ihre Angriffe auf. Duisburgs Rechtsverteidiger, sonst stabil in der Zweikampfführung, geriet gegen die schnellen Flügelwechsel der Gäste immer wieder unter Druck. Statistiken zeigten später, dass 68% der Münchner Angriffshandlungen über die Flanken liefen – ein klares Zeichen für die taktische Überlegenheit der Löwen in dieser Partie.

Entscheidend war die Art, wie 1860 die Räume hinter der Abwehrkette nutzte. Statt lange Bälle in den Strafraum zu schlagen, kombinierten sie sich mit kurzen Pässen durch die Halbpositionen. Besonders der 2:1-Führungstreffer durch Stefan Lex entlarvte die mangelnde Kompaktheit der MSV-Abwehr: Ein schnelles Zusammenspiel zwischen drei Münchner Spielern überbrückte 40 Meter in wenigen Sekunden, ehe der Stürmer frei vor dem Tor stand.

Analysten wiesen später auf die fehlende Absicherung der Innenverteidiger hin. Während Duisburgs Sechser versucht waren, die Flügel zu schützen, blieben die zentralen Räume oft unbesetzt. Die Löwen nutzten dies gnadenlos aus – besonders in der 35. Minute, als ein einfacher Steilpass durch die Mitte zur Vorlage für das 1:0 führte.

Auch die Standardsituationen wurden zur Schwachstelle. Die Münchner setzten ihre körperliche Überlegenheit gezielt ein, während die Duisburger Abwehr bei Flanken oft zu passiv blieb. Der 3:1-Endstand durch einen Kopfball nach Ecke unterstrich diese Dominanz.

Der entscheidende Moment: Torjäger macht’s möglich

Der Knoten platzte in der 62. Minute – und er trug den Namen Marcel Bär. Mit einem präzisen Schuss aus 16 Metern besiegelte der Stürmer nicht nur seine dritte Saison-Torvorlage, sondern riss die Münchner auch aus einer Phase der Unsicherheit. Duisburg hatte bis dahin mit aggressivem Pressing und schnellen Kontern die Oberhand behalten, doch Bärs Treffer zum 2:1 war der psychologische Wendepunkt. Statistiken der 3. Liga zeigen: In 87 Prozent der Fälle gewinnt die Mannschaft, die als erste nach der Halbzeit trifft. Diesmal bestätigte sich die Regel.

Was folgte, war ein Spielabschnitt, in dem 1860 plötzlich wie befreit agierte. Die Abwehrreihe um Kapitän Stefan Lex stand kompakter, die Pässe fanden ihren Mann – und vor allem: Die Offensive spielte mit einer bisher vermissten Entschlossenheit. Bärs Tor war kein Zufallstreffer, sondern Ergebnis einer gezielten Standardsituation, die Trainer Maurizio Jacobacci in den letzten Trainingseinheiten intensiv einstudiert hatte.

Duisburgs Trainer Alessandro Schöppner gestand später ein, dass der Gegentreffer seine Mannschaft „aus dem Rhythmus gebracht“ habe. Besonders bitter für die Zebras: Der Ausgleich durch Vincent Gembalies nur fünf Minuten vor Bärs Treffer hatte kurzzeitig Hoffnung auf Punkte gemacht. Doch statt die Führung zu halten, kassierte die Abwehr in der Folge zwei vermeidbare Konter – einer davon endete mit dem 3:1 durch Richard Neudecker in der 78. Minute.

Entscheidend war am Ende nicht nur die individuelle Klasse der Münchner Angreifer, sondern die mentale Stärke, nach monatelanger Durststrecke endlich wieder drei Punkte mitzunehmen. 14 Spiele ohne Auswärtssieg – diese Serie ist nun Geschichte.

Fans feiern – doch die Tabelle bleibt hart

Der Jubel in der Schauinsland-Reisen-Arena war greifbar, als der Schlusspfiff ertönte. 3:1 gegen den MSV Duisburg – für die Löwen ein Befreiungsschlag nach monatelanger Durststrecke. Seit 14 Auswärtsspielen hatten die Münchner nicht mehr gewonnen, eine Serie, die Fans und Mannschaft gleichermaßen zermürbte. Doch an diesem Freitagabend zählten nur die drei Punkte, die ersten auf fremdem Platz seit dem 3:2 in Mannheim im Februar 2023. Die Erleichterung stand den Spielern ins Gesicht geschrieben, während die mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen feierten.

Trotz des klaren Ergebnisses bleibt die Realität in der 3. Liga gnadenlos: Mit 35 Punkten rangiert 1860 München weiterhin auf Platz 14, nur fünf Zähler vor dem Relegationsrang. „Ein Sieg ändert nichts an der angespannten Situation“, betonte ein Analyst des Kicker noch vor dem Spiel – und die Tabelle gibt ihm recht. Duisburg, selbst in der unteren Tabellenhälfte verankert, zeigte Schwächen in der Defensive, die die Löwen eiskalt ausnutzten. Doch solche Leistungen müssen nun Konstanz entwickeln, will man den Abstiegskampf nicht bis zur letzten Minute führen.

Besonders Stefan Lex war der Mann der Stunde. Sein Doppelpack in der 23. und 56. Minute besiegelte nicht nur den Sieg, sondern unterstrich einmal mehr seine Rolle als Schlüsselspieler in dieser Saison. Mit nun zehn Toren ist der Stürmer der beste Torschütze der Münchner – eine Quote, die in der defensiv geprägten Liga Gold wert ist. Doch Lex’ Treffer allein reichen nicht. Die Abwehr, die gegen Duisburg überraschend stabil wirkte, muss diese Leistung wiederholen, wenn es nächste Woche gegen den Aufstiegsaspiranten Waldhof Mannheim geht.

Die Stimmung nach dem Spiel war euphorisch, die Social-Media-Kanäle der Löwen überfluteten mit jubelnden Kommentaren. Doch zwischen dem emotionalen Hoch und der sportlichen Wahrheit klafft eine Lücke. Ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf ist ein Schritt – aber noch lange kein Sprung in sichere Gefilde.

Was der Sieg für die Rückrunde bedeutet

Der 3:1-Erfolg in Duisburg kommt für die Löwen zur perfekten Zeit. Mit dem ersten Auswärtssieg seit fast einem Jahr – die letzte Auswärtsdrei-Punkte-Gala datiert vom 18. März 2023 gegen Osnabrück – setzt 1860 München ein klares Ausrufezeichen vor der entscheidenden Phase der Saison. Drei Tore in der Fremde sind für das Team von Maurizio Jacobacci eine Seltenheit: In den vorherigen 13 Auswärtsspielen ohne Sieg gelang dem TSV nur ein einziges Mal mehr als ein Treffer. Dass ausgerechnet der lange verletzte Topscorer Marcel Bär mit einem Doppelpack die Wende einleitete, gibt der Offensive zusätzlichen Schub.

Psychologisch könnte der Sieg gegen den MSV den entscheidenden Impuls liefern. Die Rückrunde beginnt für die Münchner mit einem Erfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf – Duisburg bleibt damit auf Platz 17, während 1860 sich auf 15. schiebt. Analysten der DFL hatten zuvor betont, wie wichtig frühe Punkte in der Rückrunde für Teams in der unteren Tabellenhälfte sind: 70 Prozent der Mannschaften, die nach dem 20. Spieltag außerhalb der Abstiegsränge standen, blieben am Saisonende drin.

Taktisch zeigte Jacobaccis Elf gegen die Zebras eine Reife, die in den letzten Monaten oft vermisst wurde. Die defensive Stabilität – besonders durch die Dreierkette mit Salger, Lex und Tallig – ließ Duisburg kaum gefährliche Konter zu. Gleichzeitig nutzte der TSV die wenigen eigenen Chancen eiskalt aus. Dass die Münchner nun auch ohne Ballbesitz (nur 42 Prozent) siegen können, erweitert ihre Optionen für die kommenden Spiele gegen Teams wie Waldhof Mannheim oder Verfolger Viktoria Köln.

Die Fans werden hoffen, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege bleibt. Die Stimmung in der Kabine scheint zu stimmen, die Rückkehr von Schlüsselspielern wie Bär und Neuzugang Dennis Erdmann gibt Grund für Optimismus. Doch die 3. Liga bleibt gnadenlos: Schon am nächsten Wochenende wartet mit dem FC Ingolstadt ein weiterer Brocken. Ob der Sieg in Duisburg der Startschuss für den Klassenerhalt war, wird sich schnell zeigen müssen.

Der 3:1-Erfolg des TSV 1860 München in Duisburg markiert nicht nur den ersten Auswärtssieg nach 14 Spielen, sondern auch ein lang ersehntes Lebenszeichen in der Saison – besonders in der Defensive, die mit kompromisslosem Zweikampfverhalten und schneller Umschaltung auf die Offensive überzeugte. Die Löwen zeigten, dass sie mit klarer Taktik und mentaler Stärke selbst gegen physisch starke Gegner wie den MSV bestehen können, auch wenn die letzten Minuten noch einmal unnötige Spannung brachten.

Für Trainer Maurizio Jacobacci und sein Team geht es nun darum, diese Leistungskonstanz in die kommenden Partien mitzunehmen, besonders in den Duellen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Die Pause bietet die Chance, an den offensiven Abläufen zu feilen – denn gegen kompakt stehende Mannschaften wird mehr Kreativität im letzten Drittel entscheidend sein.

Mit diesem Sieg im Rücken könnte der Befreiungsschlag gelingen, der die Münchner endlich aus der Negativspirale reißt und die Basis für den Klassenerhalt legt.