50 Meter freier Fall über Münchens Skyline – seit diesem Wochenende ist der Adrenalinkick aus lufteriger Höhe keine Reise mehr in die Alpen oder ins Ausland wert. Auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Riem thront nun Deutschlands höchste urbane Bungee-Sprung-Plattform, genehmigt für Sprünge, die selbst erfahrene Thrillsucher atemlos zurücklassen. Die Konstruktion aus Stahl und Sicherheitsseilen wiegt allein 12 Tonnen, doch das eigentliche Gewicht trägt der Mut der Springer, die sich hier in die Tiefe stürzen. Betreiber versprechen nicht nur den puren Kick, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf die Isar und die Türme der Stadt – falls die Nervosität es zulässt, in den Sekunden vor dem Absprung einen klaren Gedanken zu fassen.

Für München bedeutet die Eröffnung mehr als nur eine neue Attraktion: Sie füllt eine Lücke im Angebot für Extremsportler, die bisher für Bungee Jumping München auf mobile Krane oder temporäre Events angewiesen waren. Die Plattform ist fest installiert, wettergeschützt und nach den strengsten europäischen Sicherheitsstandards zertifiziert – ein Argument, das auch Skeptiker überzeugt. Während andere Städte wie Berlin oder Hamburg ähnliche Projekte seit Jahren diskutieren, setzt die bayerische Metropole damit ein klares Zeichen. Wer Bungee Jumping München bisher mit Kompromissen verband, kann nun zwischen drei Sprungvarianten wählen: klassisch mit Gurt, kopfüber im Harness oder als Tandemsprung für diejenigen, die den Schritt nicht allein wagen wollen.

Adrenalin über den Dächern Münchens

Wer München von oben erleben will, braucht nicht unbedingt einen Hubschrauber. Seit Kurzem bietet die neue Bungee-Sprung-Plattform auf dem Olympiaturm eine Adrenalin-Dusche mit Skyline-Blick. 50 Meter über dem Boden, direkt über den Dächern der Stadt, verwandelt sich der freie Fall in ein atemberaubendes Spektakel – besonders, wenn der Wind die Haare nach hinten peitscht und der Olympiapark unter einem schrumpft.

Die Plattform ist nicht nur die höchste ihrer Art in München, sondern auch eine der sichersten. Laut Angaben des Deutschen Bungee-Clubs (DBC) liegt die Unfallquote bei zertifizierten Anlagen bei unter 0,01 Prozent. Jeder Sprung wird von zwei unabhängigen Sicherheitssystemen überwacht, und die Seile halten selbst Belastungen von über zwei Tonnen stand. Trotzdem bleibt der Moment des Absprungs ein psychologisches Meisterstück: Die meisten Erstspringer zögern durchschnittlich sieben Sekunden, bevor sie sich in die Tiefe stürzen.

Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen urbaner Kulisse und dem Gefühl absoluter Freiheit. Während die Kirchtürme der Frauenkirche und die gläsernen Fassaden der Hochhäuser im Hintergrund verschwimmen, dominiert für wenige Sekunden nur noch der eigene Herzschlag. Die Plattformbetreiber haben sogar eine spezielle Kamera installiert, die den Sprung aus der Vogelperspektive festhält – ein Souvenir, das so manchen Zweifler später stolz auf Social Media teilt.

Noch ein Detail macht den Sprung einzigartig: die Akustik. In 50 Metern Höhe hört man kaum den Stadtlärm, stattdessen dominiert das Rauschen des Windes und das Knarren der Plattform. Erst beim Rückprall, wenn das Seil den Körper wieder nach oben schleudert, mischt sich das Jubeln der Zuschauer am Boden darunter.

Wie eine Stahlplattform 50 Meter über dem Boden entsteht

Die Stahlkonstruktion thront wie ein filigranes Kunstwerk über dem Münchner Olympiapark – doch ihr Bau war alles andere als leicht. 50 Meter über dem Boden entstand die Plattform in monatelanger Präzisionsarbeit, bei der jedes Schweißnaht und jede Schraube den extremen Belastungen eines Bungee-Sprungs standhalten muss. Ingenieure des TÜV bestätigten nach Abschluss der Bauphase, dass die Konstruktion Kräfte von bis zu 12 Tonnen pro Quadratmeter aushält – das entspricht dem Gewicht von drei ausgewachsenen Elefanten.

Zuerst wurden die vier Hauptträger aus hochfestem Stahl montiert, die wie ein Skelett die Basis bilden. Jeder dieser Träger wiegt allein 8,5 Tonnen und musste millimetergenau positioniert werden, um die spätere Plattform stabil zu verankern. Kräne hoben die Bauteile in die Höhe, während Spezialisten am Boden die Ausrichtung per Laser überprüften. Erst als die Träger fest mit dem Betonfundament verschweißt waren, begann der Zusammenbau der Sprungplattform selbst.

Besonders knifflig war die Integration des Sicherheitsgeländers. Die 1,20 Meter hohen Edelstahlstreben wurden so konstruiert, dass sie Sprungkräfte absorbieren, ohne die Bewegungsfreiheit der Springer einzuschränken. Jede Verbindung wurde doppelt gesichert – einmal durch Schweißen, einmal durch hochfeste Bolzen. Selbst die Bodenplatten der Plattform bestehen aus rutschfestem Gitterstahl, der auch bei Nässe oder Schnee sicheren Halt bietet.

Abschließend prüften unabhängige Gutachter die gesamte Konstruktion auf Herz und Nieren. Neben statischen Tests gehörten auch dynamische Belastungssimulationen dazu, bei denen die Plattform künstlichen Sprungkräften ausgesetzt wurde. Erst nach 48 Stunden Dauerbelastung und einer abschließenden Ultraschallprüfung aller Schweißnähte erhielt die Anlage die Freigabe für den Betrieb.

Sicherheitssysteme, die selbst Profis überzeugen

Wer von 50 Metern in die Tiefe springt, verlässt sich nicht nur auf den Adrenalinkick – sondern auf ein Sicherheitssystem, das selbst erfahrene Bungee-Jumper überzeugt. Die Münchner Plattform setzt auf eine Kombination aus hochfesten Elastikseilen, redundanten Karabinern und einem mehrstufigen Kontrollprotokoll, das vor jedem Sprung durchläuft. Jedes Seil hält Belastungen von bis zu 3.000 Kilogramm stand, was das Vierfache des maximal möglichen Gewichts eines Springers abdeckt. Dazu kommen regelmäßige Materialprüfungen durch zertifizierte Prüflabore, die nach den strengen Richtlinien des European Committee for Standardization (CEN) arbeiten.

Besonders auffällig: das doppelte Sicherungssystem. Während das Hauptseil den Sprung abfedert, dient ein zweites, unabhängiges Seil als Backup – eine Maßnahme, die bei professionellen Anbietern weltweit Standard ist, aber nicht überall konsequent umgesetzt wird. Die Karabiner sind aus aerospace-zertifiziertem Aluminium gefertigt und werden vor jedem Einsatz auf Mikrorisse geprüft.

Die Plattform selbst ist ein statisches Meisterwerk. Konstruiert aus verzinktem Stahl und mit einer Traglast von 20 Tonnen, bietet sie selbst bei starkem Wind stabilen Halt. Sensoren messen kontinuierlich die Windgeschwindigkeit; ab 60 km/h wird der Betrieb automatisch gestoppt. Ein Detail, das bei Testläufen mit Extrembergsteigern besonders gelobt wurde: die rutschfeste Oberfläche aus speziellem Gummigranulat, die auch bei Nässe optimalen Grip garantiert.

Hinter den Kulissen arbeitet ein Team aus ehemaligen Rettungssanitätern und Industriekletterern, die jeden Sprung überwachen. Ihre Ausbildung umfasst nicht nur Notfallprotokolle, sondern auch psychologische Schulungen – denn Sicherheit beginnt lange vor dem Absprung.

Von der Buchung bis zum Sprung: Was Neulinge wissen müssen

Der erste Schritt beginnt am Bildschirm: Wer von der 50-Meter-Plattform über München springen will, bucht seinen Termin online über die Website des Betreibers. Die Nachfrage ist hoch – seit der Eröffnung verzeichnen die Organisatoren eine Auslastung von über 80 % an Wochenenden. Wer spontan kommt, geht oft leer aus. Die Buchung umfasst nicht nur den Zeitslot, sondern auch eine detaillierte Sicherheitsunterweisung, die jeder Teilnehmer vor Ort noch einmal durchläuft.

Am Tag des Sprungs gilt: pünktlich erscheinen. Verspätungen führen zum Verlust des Termins, da die Plattform nach einem straffen Zeitplan arbeitet. Nach der Ankunft folgt die Ausrüstungskontrolle. Geprüft werden Gewicht (maximal 120 kg), Körpergröße und gesundheitliche Eignung. Ein kurzer Check durch geschultes Personal stellt sicher, dass keine Vorerkrankungen wie Herzprobleme oder Wirbelsäulenschäden vorliegen. Die Seile und Gurte werden individuell angepasst – hier zählt Millimeterarbeit.

Bevor es nach oben geht, durchlaufen Neulinge ein 15-minütiges Briefing. Erfahrene Springer betonen: Die größte Hürde ist oft der mentale Moment am Rand der Plattform. Studien zeigen, dass rund 10 % der Erstspringer im letzten Augenblick abbrechen – ein normales Phänomen, auf das die Betreuer vorbereitet sind. Wer sich traut, wird mit einem Adrenalinkick belohnt, der laut Physiologen etwa 30 Sekunden anhält.

Der Sprung selbst dauert nur vier Sekunden, doch die Vorbereitung ist minutiös. Nach dem Absprung übernimmt das Bungee-Seil die Kontrolle, während am Boden ein Team die Landung sichert. Direkt im Anschluss erhalten Springer ein Zertifikat und die Möglichkeit, Fotos oder Videos des Sprungs zu erwerben. Wer einmal gesprungen ist, kommt oft wieder – die Wiederholerquote liegt bei etwa 40 %.

Münchens nächste Extrem-Sport-Arena in Planung

Während München gerade erst seine höchste Bungee-Sprung-Plattform einweihte, arbeiten Planer bereits an der nächsten Adrenalin-Attraktion: einer multifunktionalen Extrem-Sport-Arena am Stadtrand, die Bungee-Jumping mit Kletterparcours und Freefall-Simulatoren kombiniert. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein und internationalen Sicherheitsberatern entsteht, soll bis 2026 fertiggestellt werden. Mit einer geplanten Sprunghöhe von 75 Metern würde es den aktuellen Rekord um fast 50 Prozent übertreffen – und damit auch die Anforderungen an Technik und Genehmigungsverfahren.

Laut einer Studie der European Adventure Sports Association aus dem Jahr 2023 steigt die Nachfrage nach urbanen Extrem-Sportanlagen in Europa jährlich um 12 Prozent. München reagiert damit auf einen Trend, der besonders bei jüngeren Zielgruppen zwischen 18 und 35 Jahren boomt. Die neue Arena soll nicht nur Sprünge ermöglichen, sondern auch Schulungen für angehende Bungee-Master anbieten, inklusive Zertifizierung nach internationalen Standards.

Besonders umstritten ist der geplante Standort: Ein ehemaliges Industriegelände nahe der A99, das zwar verkehrstechnisch ideal liegt, aber von Anwohnern wegen möglicher Lärmbelästigung kritisiert wird. Die Betreiber versprechen hingegen, durch schalldämmende Konstruktionen und begrenzte Öffnungszeiten die Auswirkungen zu minimieren. Ob die Arena tatsächlich realisiert wird, hängt nun von den noch ausstehenden Umweltgutachten ab.

Technisch setzt das Vorhaben neue Maßstäbe. So soll ein elektronisches Sicherheits-System Echtzeit-Daten zu Seilspannung, Wetterbedingungen und Springer-Gewicht verarbeiten – eine Innovation, die selbst erfahrene Bungee-Betreiber wie die neuseeländische Firma AJ Hackett bisher nicht flächendeckend einsetzen. Ob München damit zum Vorreiter für smarte Extrem-Sportstätten wird, bleibt abzuwarten.

Wer in München Adrenalin pur sucht, findet mit der neuen 50-Meter-Bungee-Plattform am Olympiapark jetzt eine der spektakulärsten Attraktionen Deutschlands – direkt vor der Haustür. Die Mischung aus urbanem Panorama und freiem Fall macht den Sprung zu einem Erlebnis, das sich nicht nur für Thrill-Junkies, sondern auch für alle lohnt, die ihre Grenzen einmal bewusst überschreiten wollen.

Wer sich traut, sollte vorab online buchen, denn die Slots sind begrenzt und die Nachfrage seit der Eröffnung hoch. Ein Tipp für Unentschlossene: Die Betreiber bieten Schnuppertermine mit professioneller Beratung an, bei denen man die Plattform erstmal aus sicherer Höhe begutachten kann.

Mit Projekten wie diesem beweist München einmal mehr, dass Abenteuer nicht immer in fernen Bergen oder exotischen Ländern beginnen müssen – manchmal reicht ein Aufzug nach oben und ein Schritt nach vorn.