Ab Dezember 2025 rollt er wieder – täglich, mit 800 Plätzen und einer Strecke, die Reisende seit Jahren vermissen: Der Nachtzug zwischen Hamburg und München kehrt zurück. Die Deutsche Bahn setzt damit ein klares Signal für die Renaissance der Schienenromantik, kombiniert mit moderner Effizienz. Nicht nur Schlafwagen, sondern auch Liegewagen und Sitzplätze sollen das Angebot abrunden, das vor allem Pendler, Urlauber und alle, die nachhaltig unterwegs sein wollen, ansprechen wird. Die Buchungen starten bereits ein Jahr im Voraus, ein Beleg für die erwartete Nachfrage.

Besonders für Autofahrer wird die Verbindung interessant, denn parallel zum Nachtzug plant die Bahn die Wiederbelebung des Autozugs Hamburg München. Wer sein Fahrzeug mitnehmen möchte, könnte künftig beides verbinden: entspannt im Schlafwagen ankommen und das eigene Auto am Zielort nutzen. Die Strecke war einst eine der meistgenutzten für Autoreisende – jetzt soll sie mit verbessertem Service und kürzeren Reisezeiten zurückkehren. Für Vielfahrer und Familien könnte das die perfekte Lösung sein, um Staus auf der A7 zu umgehen und gleichzeitig bequem zu reisen.

Die Renaissance der Nachtzüge in Europa

Lange galt der Nachtzug als Relikt vergangener Zeiten – doch seit einigen Jahren erlebt er in Europa ein überraschendes Comeback. Während Billigflieger und Hochgeschwindigkeitszüge den Markt dominierten, wuchs parallel das Bewusstsein für klimafreundliche Alternativen. Studien des Europäischen Umweltbundesamts zeigen, dass eine Nachtzugfahrt im Vergleich zum Inlandsflug bis zu 90 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursacht. Diese Zahl hat nicht nur Umweltaktivisten aufhorchen lassen, sondern auch politische Entscheidungsträger und Bahnunternehmen zum Umdenken bewegt.

Österreichs ÖBB setzte mit ihren Nightjet-Verbindungen Maßstäbe, Frankreich startete 2023 erste Nachtzugstrecken nach Jahren der Pause. Selbst in Deutschland, wo die Nachtzugkultur fast vollständig verschwand, keimt neues Interesse. Die Nachfrage nach Schlafwagenplätzen stieg 2022 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein klares Signal, dass Reisende Komfort und Nachhaltigkeit zunehmend verbinden wollen.

Besonders für Strecken wie Hamburg–München, wo die Fahrtzeit mit dem Auto bei gut sieben Stunden liegt, bieten Nachtzüge eine echte Alternative. Statt Staus auf der A7 oder überfüllten Regionalzügen können Passagiere abends einsteigen und morgens ausgeruht am Ziel ankommen. Die geplante tägliche Verbindung ab 2025 mit 800 Plätzen pro Fahrt unterstreicht das wachsende Vertrauen der Bahn in dieses Konzept. Kritiker monieren zwar noch die höheren Ticketpreise im Vergleich zu Tageszügen, doch Befürworter verweisen auf den Zeitgewinn und die entspanntere Reiseerfahrung.

Auch technisch hat sich viel getan. Moderne Nachtzüge wie der geplante Autozug zwischen Hamburg und München setzen auf lärmarme Wagen, verbesserte Schlafsysteme und digitale Buchungstools, die Flexibilität erhöhen. Die Renaissance des Nachtzugs ist damit mehr als Nostalgie – sie ist ein konkretes Angebot für alle, die Reisen und Umweltschutz nicht als Gegensätze sehen.

800 Plätze und ein neuer Fahrplan ab 2025

Ab Dezember 2025 rollt der Nachtzug zwischen Hamburg und München nicht nur häufiger, sondern auch mit deutlich mehr Kapazität. Statt bisher 500 stehen dann 800 Plätze pro Fahrt zur Verfügung – eine Steigerung um 60 Prozent. Möglich wird dies durch den Einsatz modernisierter Doppelstockwagen, die speziell für den Nachtverkehr konzipiert wurden. Die Deutsche Bahn reagiert damit auf die stark gestiegene Nachfrage: Allein 2023 verzeichnete der Autoreisezug eine Auslastung von durchschnittlich 92 Prozent an Wochenenden und in der Hochsaison.

Der neue Fahrplan sieht täglich eine Verbindung in beide Richtungen vor. Bisher fuhren die Züge nur an vier Tagen pro Woche. Die Abfahrtszeiten bleiben mit 20:00 Uhr in Hamburg und 20:30 Uhr in München nahezu unverändert, doch die Reisezeit verkürzt sich um etwa 30 Minuten auf rund 10 Stunden. Verkehrsexperten betonen, dass diese Verdichtung nicht nur Touristen, sondern vor allem Pendler und Geschäftsreisende entlastet, die regelmäßig zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten unterwegs sind.

Besonders für Autoreisende ändert sich die Logistik: Die Transportkapazität für Fahrzeuge steigt von 120 auf 180 Autos pro Zug. Reservierungen für die neuen Plätze sind ab Herbst 2024 möglich, wobei Frühbucherrabatte für die ersten drei Monate gelten. Die Preise bleiben stabil, allerdings führt die Bahn ein dynamisches Tarifsystem ein, das je nach Auslastung und Buchungszeitpunkt variiert.

Komfort, Preise und Buchungsoptionen im Vergleich

Der geplante Nachtzug zwischen Hamburg und München ab 2025 setzt neue Maßstäbe – nicht nur bei der Kapazität, sondern auch beim Komfort. Mit 800 Plätzen pro Fahrt bietet er fast doppelt so viele Sitz- und Liegeoptionen wie die bisherigen Autoreisezug-Verbindungen, die meist auf 400 bis 500 Plätze begrenzt waren. Reisende können zwischen klassischen Sitzplätzen, Liegewagen mit vier bis sechs Betten und privateren Schlafwagen mit eigenem Waschbecken wählen. Besonders Familien und Gruppen profitieren von den günstigeren Liegewagen, während Geschäftsreisende oder Paare die abgetrennten Abteile bevorzugen dürften. Die Deutsche Bahn plant zudem moderne Sanitäranlagen und Steckdosen an jedem Platz – ein Upgrade, das bei Umfragen unter Nachtzugnutzern seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste stand.

Bei den Preisen orientiert sich die Bahn an den aktuellen Nachtzugtarifen in Europa, bleibt aber unter den Kosten für eine vergleichbare Übernachtung im Mittelklassehotel. Ein Sitzplatz soll ab 29 Euro buchbar sein, ein Bett im Liegewagen ab 59 Euro und ein Einzelabteil im Schlafwagen ab 129 Euro. Studien des Verkehrsclubs Deutschland zeigen, dass Nachtzüge ab einem Preisunterschied von 30 Prozent zur Tagverbindung deutlich mehr gebucht werden – hier könnte der neue Zug also punkten. Frühbucherrabatte und Flex-Tarife für spontane Reisende sind ebenfalls geplant.

Die Buchung läuft zentral über die Website der Deutschen Bahn, doch Kooperationen mit Reiseportalen wie Omio oder Trainline sind in Vorbereitung. Anders als bei den bisherigen Autozügen, die oft monatelang ausgebucht waren, soll es dynamische Kontingente geben. Wer sein Auto mitnehmen möchte, zahlt einen Aufpreis von voraussichtlich 89 Euro pro Strecke – ein fairer Kompromiss, wenn man bedenkt, dass die Alternative, ein Mietwagen am Zielort, schnell 150 Euro und mehr kostet.

Für Vielfahrer lohnt sich ein Vergleich mit den Nachtzügen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die auf der Strecke Wien–Hamburg bereits seit Jahren erfolgreich unterwegs sind. Dort liegen die Preise für Schlafwagen etwas höher, doch die ÖBB bietet inklusive Frühstück und Zeitungservice. Ob die Deutsche Bahn hier nachzieht, bleibt abzuwarten.

Automitnahme: So funktioniert der Transport auf der Schiene

Wer mit dem Nachtzug von Hamburg nach München reist, kann seit Jahren nicht nur sich selbst, sondern auch das Auto mitnehmen. Die Deutsche Bahn bietet diesen Service als Teil des Autozug-Konzepts an – eine praktische Lösung für Urlauber, die am Zielort mobil bleiben möchten. Die Beladung erfolgt systematisch: Fahrzeuge werden auf speziellen Waggons mit zwei Ebenen transportiert, die Platz für bis zu 20 Autos pro Einheit bieten. Dank hydraulischer Rampen dauert das Verladen eines Pkw im Schnitt nur fünf bis sieben Minuten.

Der Transport selbst unterliegt strengen Sicherheitsvorschriften. Jedes Fahrzeug wird vor der Fahrt fixiert, um Bewegungen während der Reise zu verhindern. Laut Angaben der Bahn kommen dabei moderne Zurrsysteme zum Einsatz, die selbst bei hohen Geschwindigkeiten oder plötzlichen Bremsmanövern für Stabilität sorgen. Experten aus der Logistikbranche bestätigen, dass die Schadensquote bei Autozügen mit unter 0,1 Prozent extrem niedrig liegt – ein Wert, der sogar unter dem von herkömmlichen Autotransportern auf der Straße liegt.

Für Reisende bedeutet das: Kein Stress mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln am Zielort. Stattdessen steht das eigene Fahrzeug direkt am Münchner Bahnhof bereit, sobald der Zug eintrifft. Besonders Familien oder Gruppen schätzen diesen Komfort, da Gepäck und Ausrüstung direkt im Auto verstaut bleiben können. Die Buchung des Autotransports erfolgt zusammen mit der Zugreservierung, wobei die Preise je nach Saison und Fahrzeuggröße variieren.

Einziger Haken ist die begrenzte Kapazität. Pro Fahrt stehen zwar bis zu 80 Stellplätze zur Verfügung, doch in Stoßzeiten wie den Sommerferien sind diese oft schnell ausgebucht. Wer sichergehen will, sollte den Autotransport daher frühzeitig reservieren – idealerweise gleichzeitig mit der Zugbuchung.

Langfristige Pläne: Weitere Strecken und klimafreundliche Ziele

Der Nachtzug zwischen Hamburg und München ist erst der Anfang. Die Deutsche Bahn plant bis 2030, das Netz der Autoreisezüge deutlich auszubauen – mit neuen Verbindungen nach Österreich, in die Schweiz und sogar bis nach Südtirol. Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass eine Verdopplung des Nachtzugangebots bis 2035 den CO₂-Ausstoß im Personenverkehr um bis zu 12 Prozent senken könnte, wenn Reisende vom Flugzeug oder Individualverkehr umsteigen. Besonders im Fokus stehen Strecken mit hohem Urlaubsverkehr, wo die Kombination aus Auto- und Personentransport die Attraktivität steigert.

Konkrete Projekte sind bereits in der Pipeline. So prüft die Bahn eine Verlängerung der Hamburg-München-Strecke bis Verona, um italienische Reiseziele anzubinden. Parallel laufen Gespräche mit österreichischen Partnern über eine Nachtverbindung von Berlin nach Innsbruck, die ab 2027 realisiert werden soll. Die Herausforderung liegt in der Koordination der Fahrpläne und der Bereitstellung ausreichender Kapazitäten in den Bahnhöfen – besonders für die Be- und Entladung der Autos.

Klimaziele spielen eine zentrale Rolle. Bis 2040 will die Bahn ihren gesamten Fernverkehr klimaneutral betreiben, und die Nachtzüge sollen hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Geplant ist der schrittweise Umstieg auf Ökostrom sowie die Nutzung leichterer Wagen, um den Energieverbrauch zu senken. Experten aus der Verkehrsplanung betonen, dass Nachtzüge besonders effizient sind: Ein Zug ersetzt bis zu 50 Lkw-Transporte für Autos und spart so pro Fahrt mehrere Tonnen CO₂ ein.

Langfristig könnte das Netz sogar über Europa hinauswachsen. Diskutiert werden Kooperationen mit skandinavischen Bahngesellschaften, um Verbindungen nach Dänemark und Schweden zu schaffen. Für Reisende würde das bedeuten: Einmal umsteigen in Hamburg, dann mit dem eigenen Auto im Zug bis nach Kopenhagen oder Stockholm.

Der tägliche Nachtzug zwischen Hamburg und München ab 2025 markiert einen echten Wendepunkt für nachhaltiges Reisen in Deutschland—mit 800 Plätzen pro Fahrt wird er nicht nur zur klimafreundlichen Alternative, sondern auch zur praktikablen Lösung für Pendler, Urlauber und Geschäftsreisende, die Zeit und Geld sparen wollen. Besonders für Autofahrer lohnt sich der Umstieg, denn der integrierte Autotransport entfällt künftig den Stress der Langstrecke, während man selbst entspannt im Liegewagen ankommt.

Wer die Route regelmäßig nutzt, sollte früh buchen, denn die Nachfrage nach den bequemen Schlafplätzen und den begrenzten Auto-Stellplätzen wird voraussichtlich hoch sein—vor allem in den Stoßzeiten. Mit der schrittweisen Ausweitung des Nachtzugnetzes könnte diese Verbindung bald nur der Anfang einer neuen Ära des Bahnreisens sein.