Ab Dezember rollt ein neues Nachtzugangebot durch die Alpen: Für nur 25 Euro führt die Verbindung von München nach Mailand Reisende bequem durch die Nacht – ohne Umsteigen, ohne Stau, ohne Flugchaos. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) setzen damit ein klares Signal gegen die Dominanz des Flugverkehrs auf der Strecke und bieten eine klimafreundliche Alternative mit Liegewagen und Schlafkompartimenten. Die Buchungen starten bereits in wenigen Wochen, und die ersten Tickets sind schneller vergriffen als erwartet.
Für Pendler zwischen Bayern und der Lombardei wird die Route München nach Mailand damit noch attraktiver. Wer bisher zwischen teuren Last-Minute-Flügen oder zehnstündigen Busfahrten wählen musste, bekommt nun eine praktikable Option: Ankunft um 6:30 Uhr in Mailand, Abfahrt um 20:30 Uhr in München – ideal für Geschäftsreisende wie für Wochenendtouristen. Die Nachfrage nach grenzüberschreitenden Nachtzügen steigt ohnehin, und die Strecke München nach Mailand gilt als eine der meistbefahrenen zwischen Deutschland und Italien. Dass die Preise bei 25 Euro starten, könnte den Durchbruch für den Nachtzug auf dieser Relation bedeuten.
Die Renaissance der Nachtzüge in Europa
Nachtzüge erleben in Europa eine unerwartete Renaissance. Während sie in den 2000er-Jahren als Relikt aus vergangenen Zeiten galten, steigt die Nachfrage seit 2020 kontinuierlich – getrieben von Klimabewusstsein, gestiegenen Flugpreisen und dem Wunsch nach entspanntem Reisen. Allein zwischen 2021 und 2023 verzeichnete die Österreichische Bundesbahn (ÖBB), Betreiberin des Nachtzugnetzes Nightjet, eine Auslastungssteigerung von 30 Prozent. Die neue Verbindung München–Mailand passt perfekt in diesen Trend: Sie verbindet zwei Wirtschaftszentren ohne Umstieg, spart CO₂ ein und bietet eine echte Alternative zu Kurzstreckenflügen.
Der Erfolg basiert auf mehr als nur Nostalgie. Moderne Nachtzüge wie der Nightjet setzen auf Komfort, der mit Hotels konkurriert: private Schlafwagen mit eigenem Bad, Steckdosen an jedem Platz, sogar ein Bordrestaurant mit regionalen Speisen. Studien des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung zeigen, dass besonders Berufspendler und Urlauber zwischen 30 und 50 Jahren diese Option nutzen – Menschen, die Wert auf Effizienz legen, aber nicht auf Bequemlichkeit verzichten wollen.
München und Mailand sind dabei kein Zufall. Beide Städte sind Knotenpunkte für Geschäftsreisende, Kulturtouristen und Transitpassagiere in Richtung Südeuropa. Die Strecke bedient eine Lücke: Bisher gab es keine direkte Nachtverbindung zwischen den Metropolen, obwohl die Nachfrage nach klimafreundlichen Alternativen zur Strecke München–Rom oder Wien–Venedig längst da war. Mit Preisen ab 25 Euro im Sitzwagen unterbietet der Nachtzug zudem viele Flugangebote – ein Argument, das selbst bei spontanen Buchungen überzeugt.
Dass die Renaissance der Nachtzüge kein kurzlebiger Hype ist, beweisen die Investitionen der Bahnbetreiber. Die ÖBB plant bis 2026 die Flotte um 33 neue Züge zu erweitern, darunter auch moderne Doppelstockwagen mit verbessertem Schallschutz. Gleichzeitig drängen private Anbieter wie das schwedische Unternehmen Snälltåget auf den Markt. Für Vielfahrer könnte das bald bedeuten: mehr Verbindungen, kürzere Buchungsfristen und vielleicht sogar dynamische Preismodelle nach Flugvorbild.
Streckenführung und Reisezeiten im Detail
Die neue Nachtzugverbindung zwischen München und Mailand folgt einer sorgfältig geplanten Route, die Reisenden nicht nur Zeit spart, sondern auch malerische Landschaften durchquert. Ab dem Münchner Hauptbahnhof fährt der Zug über Rosenheim und den Brennerpass – eine der wichtigsten Alpenquerungen für den Schienenverkehr. Die Strecke nutzt dabei die modernisierte Brennerachse, die seit 2022 für höhere Geschwindigkeiten und zuverlässigere Fahrpläne ausgelegt ist. Nach dem Passieren der italienischen Grenze hält der Zug in Verona Porta Nuova, bevor er sein Ziel im Mailänder Hauptbahnhof erreicht. BahnExperten betonen, dass diese Verbindung durch die Nutzung bestehender Infrastruktur besonders ressourcenschonend realisiert wurde.
Die reine Reisezeit beträgt etwa 8 Stunden und 30 Minuten, wobei der Zug pünktlich um 20:40 Uhr in München abfährt und gegen 5:10 Uhr morgens in Mailand eintrifft. Im Vergleich zu Tageszügen, die für dieselbe Strecke oft über 6 Stunden benötigen, bietet der Nachtzug eine effiziente Alternative – besonders für Berufspendler oder Urlauber, die Übernachtungskosten sparen möchten. Laut einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland nutzen bereits 42 % der Nachtzugreisenden die gewonnene Zeit für Arbeit oder Erholung während der Fahrt.
Ein besonderes Merkmal der Strecke ist die nächtliche Passage durch die Dolomiten, die bei klarem Wetter sogar vom Speisewagen aus zu erkennen sind. Zwischen Innsbruck und Verona durchfährt der Zug das Etschtal, wo die Beleuchtung der Bergdörfer ein stimmungsvolles Bild bietet. Technisch gesehen, wird der Zug auf diesem Abschnitt mit einer speziellen Bremsanlage für Steilstrecken ausgestattet, um die Sicherheit bei winterlichen Bedingungen zu gewährleisten.
Für Umsteiger gibt es in Verona Anschlussmöglichkeiten nach Venedig, Bologna oder Rom – was die Verbindung auch für Italien-Reisende attraktiv macht, die nicht direkt nach Mailand wollen. Die Taktung sieht zunächst drei wöchentliche Fahrten vor, mit Option auf Verdichtung bei hoher Nachfrage.
Preise, Komfort und Buchungsoptionen
Die Preise für die neue Nachtzugverbindung zwischen München und Mailand starten bei 29 Euro für ein Sitzplatz-Ticket in der zweiten Klasse. Liegewagenplätze sind ab 49 Euro buchbar, während ein Bett im Schlafwagen in der Komfortklasse bereits ab 89 Euro erhältlich ist. Frühbucher profitieren von besonders günstigen Tarifen, die bis zu 30 Prozent unter den Standardpreisen liegen können. Flexiblere Tarife mit Stornierungsoption kosten zwar mehr, bieten aber Reisenden die Möglichkeit, ihre Pläne kurzfristig anzupassen – ein Vorteil für Geschäftsleute oder Urlauber mit ungewisser Reiseplanung.
Der Komfort an Bord übertrifft viele klassische Fernzüge: Die Liegewagen verfügen über sechs Betten pro Abteil, die Schlafwagen bieten privatere Ein-, Zwei- oder Drei-Bett-Abteile mit Waschbecken, Steckdosen und individueller Belüftung. Eine Studie der Europäischen Bahnagentur aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 78 Prozent der Nachtzugreisenden die Schlafqualität als „gut“ oder „sehr gut“ bewerten – ein Wert, der mit Mittelklasse-Hotels vergleichbar ist. Im Speisewagen gibt es regionale Gerichte, von bayerischen Snacks bis zu italienischen Antipasti, die gegen Aufpreis gebucht werden können.
Buchbar sind die Tickets ab sofort über die Websites der Deutschen Bahn und der italienischen Staatsbahn Trenitalia sowie über gängige Reiseportale. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann beim Kauf eine CO₂-Kompensation hinzufügen – der Aufpreis liegt bei etwa 2 Euro pro Fahrt. Gruppen ab vier Personen erhalten Rabatte von bis zu 20 Prozent, Familien mit Kindern unter 15 Jahren zahlen für die jüngsten Mitreisenden nur die Hälfte.
Besonders praktisch für Vielfahrer: Die Verbindung ist in das europäische Nachtzugnetz eingebunden, sodass Anbindungen nach Paris, Wien oder Rom mit einem einzigen Ticket möglich sind. Wer früh bucht, sichert sich nicht nur die besten Preise, sondern auch die beliebtesten Abteile – die Nachfrage nach den neuen Schlafwagen ist laut Bahnangaben bereits jetzt hoch.
Wie sich die Verbindung auf Tourismus und Pendler auswirkt
Die neue Nachtzugstrecke zwischen München und Mailand wird nicht nur Reisende begeistern, sondern auch spürbare Auswirkungen auf Tourismus und Pendler haben. Mit Preisen ab 25 Euro und einer Reisezeit von rund 10 Stunden bietet die Verbindung eine attraktive Alternative zu Flügen oder langen Autofahrten. Besonders für Städtereisende könnte sich die Anreise damit deutlich vereinfachen – ohne Stau auf der Brennerautobahn oder umständliche Sicherheitskontrollen am Flughafen. Studien der Europäischen Bahnagentur zeigen, dass Nachtzüge in Europa seit 2020 jährlich um durchschnittlich 12 % mehr Passagiere verzeichnen, ein Trend, der sich mit dieser Strecke vermutlich fortsetzen wird.
Für Pendler, die regelmäßig zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen unterwegs sind, könnte der Nachtzug eine echte Entlastung bringen. Statt teurer Hotelübernachtungen lässt sich die Reisezeit nun effizient nutzen – schlafen, arbeiten oder entspannen, während der Zug durch die Alpen rollt. Gerade für Geschäftsreisende, die frühmorgens in Mailand oder München Termine haben, entfällt so der Stress einer nächtlichen Anreise per Auto oder frühmorgendlichen Fluges.
Auch der Tourismussektor in beiden Regionen dürfte profitieren. Mailand lockt mit Mode, Kultur und der Nähe zu den Seen, München mit Oktoberfest, Museen und dem Voralpenland. Die direkte Verbindung macht spontane Wochenendtrips einfacher – besonders für jüngere Reisende, die preisbewusst und umweltfreundlich unterwegs sein wollen. Hotels und Gastgewerbe in beiden Städten rechnen bereits mit einer höheren Auslastung, sobald die Strecke im Dezember den Betrieb aufnimmt.
Langfristig könnte die Nachtzugverbindung sogar den Druck auf die stark befahrene Brennerroute mindern. Weniger Individualverkehr bedeutet weniger CO₂-Ausstoß und entlastet die Infrastruktur in den Alpen. Ob sich das tatsächlich bewahrheitet, wird sich zeigen – doch die Zeichen stehen gut, dass die Strecke sowohl bei Gelegenheitsreisenden als auch bei Vielfahrern Anklang findet.
Ausbaupläne: Weitere Ziele ab 2025
Der Start der Nachtzugverbindung zwischen München und Mailand markiert erst den Anfang einer ehrgeizigen Expansion. Ab 2025 plant die Deutsche Bahn gemeinsam mit den italienischen Staatsbahnen und dem österreichischen Partner ÖBB, das Netz um mindestens drei weitere Strecken zu erweitern. Im Fokus stehen dabei Verbindungen nach Rom, Barcelona und sogar bis nach Lissabon – ein Projekt, das die nächtliche Schienenanbindung Südeuropas grundlegend verändern könnte.
Laut einer Studie des Europäischen Eisenbahnverbands (CER) aus dem Jahr 2023 könnte der Nachtzugverkehr in Europa bis 2030 um bis zu 40 Prozent wachsen, sofern die Infrastruktur entsprechend ausgebaut wird. Besonders die Achse München–Italien gilt als vielversprechend: Aktuell nutzen jährlich rund 1,2 Millionen Reisende die bestehenden Tagverbindungen zwischen den beiden Städten. Mit den Nachtzügen rechnet man damit, diese Zahl um mindestens 30 Prozent zu steigern – ohne zusätzliche Belastung für den Luftverkehr.
Konkrete Pläne sehen vor, ab 2026 eine direkte Verbindung von München nach Venedig einzurichten, die über Innsbruck und Verona führen soll. Parallel dazu wird an einer Verlängerung der bestehenden Route nach Mailand gearbeitet: Künftig könnten Züge von dort weiter nach Florenz und Rom fahren, ohne dass Umstiege nötig wären. Die Herausforderung liegt dabei in der Koordination der unterschiedlichen Stromsysteme und Sicherheitsstandards, die in den Alpenländern gelten.
Langfristig setzt man auf moderne Triebwagen, die schneller und energieeffizienter als die aktuellen Lokomotiv-gezogenen Züge sind. Erste Prototypen werden bereits in Österreich getestet. Sollte die Finanzierung durch EU-Fördergelder gesichert werden, könnte die Strecke München–Rom bis 2028 realisiert sein – mit einer Fahrzeit von unter zehn Stunden.
Die neue Nachtzugverbindung zwischen München und Mailand ab Dezember beweist, dass umweltfreundliches Reisen nicht nur möglich, sondern auch erschwinglich ist: Ab 25 Euro bietet sie eine attraktive Alternative zu Flug und Auto – ohne Komfort einzubüßen. Mit Fahrzeiten von rund acht Stunden und direkten Anschlüssen in beiden Städten wird die Strecke besonders für Städtereisende und Geschäftsleute interessant, die Zeit und Geld sparen wollen.
Wer die Verbindung nutzen möchte, sollte früh buchen, da die günstigsten Tarife schnell vergriffen sein dürften; eine Reservierung des Schlaf- oder Liegewagens lohnt sich für mehr Privatsphäre. Mit dem Ausbau des europäischen Nachtzugnetzes könnte diese Strecke erst der Anfang sein – und das Reisen zwischen Deutschland und Italien nachhaltiger prägen als je zuvor.

