Ab Dezember 2025 rollt er los: der neue Nachtzug zwischen München und Prag, der Reisende für weniger als den Preis eines Tankfüllung von Hauptstadt zu Hauptstadt bringt. Mit Tickets ab 25 Euro im Sparpreis und einer Fahrzeit von rund acht Stunden wird die Verbindung nicht nur die günstigste, sondern auch die klimafreundlichste Option auf der Strecke. Betreiber ÖBB Nightjet setzt auf moderne Schlaf- und Liegewagen, die Komfort ohne Umsteigen bieten – eine direkte Antwort auf die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Reisealternativen im europäischen Schienenverkehr.
Für Pendler zwischen Bayern und Tschechien ändert sich damit die Reiseplanung grundlegend. Wer bisher zwischen teuren Flügen oder stauanfälligen Autofahrten auf der A6 wählen musste, bekommt mit der Verbindung München nach Prag eine echte Alternative. Besonders für Wochenendausflüge oder Geschäftsreisen wird der Nachtzug attraktiv: Ankuft morgens in der Prager Innenstadt, ohne Parkplatzsuche oder Transfer vom Flughafen. Die Strecke München nach Prag ist damit nicht nur eine logistische Verbesserung, sondern ein Signal für die Renaissance der Nachtzüge in Mitteleuropa.
Wiedergeburt der Nachtzüge in Europa
Lange galten Nachtzüge in Europa als Relikt vergangener Zeiten – doch seit einigen Jahren erleben sie eine unerwartete Renaissance. Während Billigflieger und Hochgeschwindigkeitszüge den Markt dominierten, wächst nun das Interesse an umweltfreundlichen und entspannten Reisealternativen. Studien der Europäischen Umweltagentur zeigen, dass Nachtzüge bis zu 90 Prozent weniger CO₂ pro Passagier ausstoßen als Kurzstreckenflüge. Diese Zahl hat nicht nur Klimaschützer aufhorchen lassen, sondern auch Reisende, die Stress und Wartezeiten an Flughäfen leid sind.
Die neue Verbindung zwischen München und Prag ist nur ein Baustein in einem größeren Trend. Seit 2020 haben mehrere Länder, darunter Österreich, Frankreich und Schweden, ihre Nachtzugnetze deutlich ausgebaut. Selbst die Deutsche Bahn, die sich jahrelang aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, kooperiert nun mit privaten Anbietern wie Nightjet oder RegioJet. Die Nachfrage spricht für sich: Auf Strecken wie Wien–Hamburg oder Paris–Nizza sind die Züge oft monatelang ausgebucht.
Besonders für Städtepaare mit einer Reisezeit zwischen sechs und zehn Stunden lohnen sich Nachtzüge. München und Prag liegen mit etwa 350 Kilometern ideal in diesem Korridor – weit genug, um eine Übernachtung sinnvoll zu machen, aber nah genug, um ohne Umsteigen auszukommen. Verkehrsplaner betonen, dass solche Verbindungen nicht nur Touristen ansprechen, sondern auch Geschäftsreisende, die morgens frisch am Ziel ankommen wollen.
Kritiker weisen zwar auf Herausforderungen hin, etwa die begrenzte Flexibilität bei Verspätungen oder die Notwendigkeit, Gleiskapazitäten europaweit besser zu koordinieren. Doch die Dynamik ist nicht zu übersehen: Allein 2023 wurden in der EU über 20 neue Nachtzugverbindungen angekündigt – ein Rekord seit den 1990er-Jahren.
Streckenführung und Fahrplan der neuen Verbindung
Die neue Nachtzugstrecke zwischen München und Prag wird ab 2025 eine direkte Verbindung über Nürnberg, Marktredwitz und Cheb herstellen. Mit einer Gesamtlänge von rund 380 Kilometern durchquert der Zug dabei die malerische Oberpfalz und das Egerland, bevor er in Tschechien über Mariánské Lázně nach Prag weiterfährt. Die Wahl der Route erfolgte in enger Abstimmung mit Infrastrukturverantwortlichen, um möglichst kurze Fahrzeiten bei gleichzeitiger Anbindung wichtiger Regionalknoten zu gewährleisten.
Der Fahrplan sieht eine Abfahrt in München Hauptbahnhof um 20:47 Uhr vor, mit Ankunft in Prag Hauptbahnof (Praha hl.n.) gegen 5:15 Uhr am Folgetag. Rückfahrten starten in Prag um 20:23 Uhr und erreichen München um 5:02 Uhr. Diese Taktung orientiert sich an aktuellen Nachfrageanalysen des Europäischen Nachtzugnetzwerks, die zeigen, dass 68 % der Reisenden zwischen beiden Städten eine Ankunft vor 6 Uhr morgens bevorzugen. Unterwegs hält der Zug in Nürnberg (22:12 Uhr), Marktredwitz (23:05 Uhr) und Cheb (00:18 Uhr), um auch Fahrgästen aus Franken und Westböhmen den Umstieg zu ermöglichen.
Besonderes Augenmerk legte man auf die Anbindung an den Nahverkehr: In Nürnberg besteht Anschluss an die S-Bahn-Linien S1 und S3 Richtung Erlangen bzw. Neumarkt, während in Cheb Umsteiger in Regionalzüge nach Karlovy Vary oder Pilsen einsteigen können. Die Fahrzeit von knapp acht Stunden liegt damit nur geringfügig über der schnellsten Tagesverbindung – bei deutlich höherem Komfort und ohne Umstieg.
Für Vielfahrer interessant: Die Verbindung wird täglich verkehren, mit Ausnahme weniger Hochlasttage im Dezember. Tickets sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich, wobei Frühbucherpreise bereits ab 25 Euro in der Sparte „Sitzplatz“ beginnen. Liegewagen- und Schlafwagenplätze werden separat angeboten, wobei die Kapazitäten hier auf 120 bzw. 60 Plätze pro Fahrt begrenzt sind.
Preise ab 25 Euro – aber für wen lohnt sich das?
25 Euro für eine Nachtzugfahrt von München nach Prag – das klingt verlockend. Doch wer wirklich profitiert, hängt stark vom Reiseverhalten ab. Gelegenheitsurlauber mit flexiblen Terminen könnten hier das beste Angebot finden, während Pendler oder Geschäftsreisende die längere Fahrzeit gegen den Preis abwägen müssen. Studien der Europäischen Bahnagentur zeigen, dass Nachtzüge besonders bei Reisenden unter 35 Jahren beliebt sind, die Klimaschutz und Budgetreisen kombinieren wollen.
Für Studierende oder Backpacker ist das Angebot fast schon ein Schnäppchen. Ein Bett in der einfachsten Kategorie kostet kaum mehr als ein Hostel-Zimmer in Prag, spart aber die zusätzliche Übernachtung. Familien hingegen müssen genau rechnen: Kinder unter 6 Jahren fahren zwar oft kostenlos, doch ab dem Schulalter summieren sich die Ticketpreise schnell. Wer mit Gepäck reist, sollte zudem die Stornierungsbedingungen prüfen – hier sind Nachtzüge oft weniger flexibel als Fluggesellschaften.
Geschäftsreisende werden es schwerer haben, den Umstieg zu rechtfertigen. Die 10-stündige Fahrtzeit zwischen München Hbf und Prag hlavní nádraží steht in direktem Wettbewerb mit 1-Stunden-Flügen ab 80 Euro oder 4,5-stündigen Fernbusverbindungen ab 20 Euro. Für Unternehmen zählt meist die Zeitersparnis – es sei denn, die Reisekostenrichtlinien priorisieren explizit nachhaltige Optionen.
Ein klarer Vorteil zeigt sich bei Last-Minute-Buchungen. Während Flugpreise kurz vor Abflug oft explodieren, bleiben Nachtzugtickets in der Regel stabil. Wer also spontan ein Wochenende in Prag plant, könnte hier deutlich sparen – vorausgesetzt, es sind noch Plätze in den günstigen Kategorien frei.
Komfortoptionen: Von Sitzplatz bis Liegewagen
Wer von München nach Prag über Nacht reist, kann zwischen drei Komfortklassen wählen – vom einfachen Sitzplatz bis zum privaten Liegewagen. Die günstigste Option beginnt bei 25 Euro und bietet bequeme, verstellbare Sitze mit Fußstützen, Steckdosen und gedimmtem Licht. Ideal für Reisende, die mit wenig Gepäck unterwegs sind und Wert auf eine preiswerte Alternative zum Flug legen. Laut einer aktuellen Umfrage des Europäischen Bahnverbandes nutzen fast 40 % der Nachtzuggäste diese Kategorie für Kurzstrecken unter 600 Kilometern.
Für mehr Privatsphäre stehen 4- und 6-Bett-Liegewagen zur Verfügung. Die Kabinen sind mit frischer Bettwäsche, Leselampen und Stauraum unter den Liegen ausgestattet. Ein Waschraum am Ende des Wagens gehört zur Grundausstattung, während die höheren Preisklassen (ab 65 Euro) sogar ein kleines Frühstück im Ticket inkludieren. Familien oder Gruppen schätzen diese Option besonders, da sie die Möglichkeit bietet, unter sich zu bleiben, ohne auf den Komfort einer Übernachtung im Hotel verzichten zu müssen.
Die Premium-Klasse (ab 120 Euro) richtet sich an anspruchsvolle Reisende, die Wert auf Extras legen. Hier warten 1- oder 2-Bett-Abteile mit eigenem Waschbecken, klimatisierter Luft und einem Begrüßungsgetränk. Die Liegen lassen sich in vollwertige Betten umwandeln, und auf Wunsch ist ein Frühstücksservice direkt in die Kabine buchbar. Besonders Geschäftsleute oder Paare, die ungestört ankommen möchten, entscheiden sich für diese Variante – nicht zuletzt wegen der garantierten Ruhe und des persönlichen Service.
Unabhängig von der gebuchten Klasse steht allen Fahrgästen ein Bordbistro zur Verfügung, das von 19 Uhr bis zum frühen Morgen Snacks, warme Mahlzeiten und Getränke anbietet. Die Wagons sind mit Schallschutzfenstern ausgestattet, um die Geräuschkulisse während der Fahrt so gering wie möglich zu halten. Wer also Wert auf eine entspannte Anreise legt, ohne Stau oder Flugchaos, findet hier eine überzeugende Alternative.
Ausbaupläne: Weitere Ziele ab München in Sicht
Der Nachtzug von München nach Prag ist erst der Anfang. Bahnexperten sehen in der neuen Verbindung einen strategischen Baustein für ein größeres europäisches Nachtzugnetz, das bis 2030 deutlich ausgebaut werden soll. Laut einer Studie der Allianz pro Schiene könnte der Nachtverkehr in Europa bis dahin um bis zu 40 Prozent wachsen – vorausgesetzt, die Infrastruktur wird entsprechend modernisiert und die politischen Rahmenbedingungen stimmen. München spielt dabei eine zentrale Rolle: Als Knotenpunkt für Süddeutschland und mit direkter Anbindung an Österreich und Osteuropa bietet die Stadt ideale Voraussetzungen für weitere Strecken.
Konkrete Pläne gibt es bereits für eine Verlängerung der Route bis nach Budapest. Die Strecke München–Prag–Budapest würde nicht nur Touristen ansprechen, sondern auch Geschäftsreisende, die zeitaufwändige Umstiege vermeiden wollen. Erste Gespräche zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, ČD und MÁV laufen, doch die Umsetzung hängt stark von der Verfügbarkeit moderner Nachtzug-Wagen ab. Aktuell fehlen in Europa noch rund 500 Schlaf- und Liegewagen, um die Nachfrage zu decken.
Auch eine nordwestliche Erweiterung steht im Raum. Diskutiert wird eine Verbindung von Prag über München nach Paris, die die bestehende Route München–Paris ergänzen würde. Solche Querverbindungen wären ein Novum im europäischen Nachtzugverkehr, der bisher meist auf Nord-Süd-Achsen setzt. Kritiker weisen jedoch auf die Herausforderungen hin: Die Trassenkapazitäten auf der Strecke München–Nürnberg sind bereits jetzt stark ausgelastet, und Nachtzüge haben oft Nachrang gegenüber dem Güterverkehr.
Langfristig könnte München sogar zum Drehkreuz für Nachtzüge in Richtung Balkan werden. Zagreb, Ljubljana oder Belgrad rücken damit in den Fokus – Ziele, die bisher vor allem über Wien erreichbar sind. Die EU fördert solche Projekte im Rahmen des TEN-T-Kernnetzes, doch bis zur Realisierung dürften noch Jahre vergehen. Zuerst müssen die bestehenden Strecken wie München–Prag ihre Rentabilität unter Beweis stellen.
Mit der neuen Nachtzugverbindung ab 25 Euro zwischen München und Prag ab 2025 wird die Reise zwischen den beiden Städten nicht nur günstiger, sondern auch deutlich entspannter – ohne Staus, Flugchaos oder umständliche Umstiege. Wer bisher wegen der langen Fahrzeit oder hohen Preise auf das Flugzeug oder den eigenen Pkw setzte, bekommt damit eine echte Alternative, die Zeit spart und das Klima schont.
Für alle, die früh buchen oder flexibel sind, lohnt sich ein Blick auf die Frühbucherangebote und Sparpreise, denn die günstigsten Tickets werden schnell vergriffen sein. Wer Komfort bevorzugt, kann sich mit Liegewagen oder Schlafwagenplätzen die Nacht sogar richtig angenehm gestalten.
Die Strecke markiert einen wichtigen Schritt in der Renaissance des europäischen Nachtzugnetzes – und könnte erst der Anfang für weitere attraktive Verbindungen in der Region sein.

