Der 12. Oktober markiert einen weiteren Tag mit erheblichen Turbulenzen im Flugverkehr zwischen Deutschland und den Kanarischen Inseln. Allein auf der Strecke München–Gran Canaria verzeichneten Reisende Verspätungen von bis zu fünf Stunden oder gar spontane Stornierungen, wie Daten der Flugsicherungsbehörden zeigen. Betroffen sind vor allem die Abendflüge, wo sich technische Probleme, Personalengpässe und wetterbedingte Umleitungen zu einem perfekten Sturm verdichten. Die Lufthansa-Tochter Eurowings und Condor bestätigten gegenüber Medien, dass die Situation „akut angespannt“ bleibe – mit direkten Folgen für Hunderttausende Urlauber und Geschäftsreisende.
Für alle, die in den kommenden Tagen den Flug München Gran Canaria antreten, bedeutet das: Geduld und Vorbereitung sind unerlässlich. Die Route zählt zu den meistfrequentierten Winterziel-Strecken, doch die aktuellen Ausfälle treffen besonders hart, da viele Passagiere bereits vor Wochen ihre Reisen gebucht haben. Während Airlines wie TUI fly zusätzliche Ersatzmaschinen ankündigen, häufen sich Berichte über gestrandete Familien am Terminal 2 des Münchner Flughafens. Wer den Flug München Gran Canaria in den nächsten 48 Stunden geplant hat, sollte dringend die Live-Updates der Fluggesellschaften prüfen – und sich auf längere Wartezeiten einstellen.
Warum die Strecke München–Gran Canaria aktuell unter Druck steht
Die Verbindung zwischen München und Gran Canaria kämpft aktuell mit einer ungewöhnlich hohen Belastung – und die Gründe dafür sind vielfältig. Seit Wochen häufen sich Verspätungen und Ausfälle, wobei die Situation am 12. Oktober einen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Laut Daten der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol verzeichnete der Münchner Flughafen an diesem Tag eine Auslastung von über 95 Prozent der verfügbaren Start- und Landebahnen, was zu einer Kettenreaktion von Verzögerungen führte. Besonders betroffen: Langstreckenflüge in südliche Urlaubsziele, wo die Nachfrage nach Last-Minute-Buchungen um bis zu 30 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt.
Ein zentraler Faktor ist der anhaltende Personalmangel bei Bodenabfertigung und Flugsicherung. Während die Airlines nach der Pandemie schnell ihre Kapazitäten hochfuhren, hinkt die Rekrutierung von Fachkräften hinterher. Experten aus der Luftfahrtbranche weisen darauf hin, dass allein in Deutschland aktuell etwa 2.000 offene Stellen in der Flugsicherung gemeldet sind – eine Lücke, die sich kurzfristig nicht schließen lässt. Die Folge: längere Wartezeiten für Startfreigaben, besonders zu Stoßzeiten wie den frühen Morgenstunden, wenn viele Ferienflieger gleichzeitig abheben.
Hinzu kommt das Wetter. Die Herbststürme über dem Atlantik zwingen Piloten auf der Route nach Gran Canaria häufig zu Umwegen oder zusätzlichen Tankstopps, was die Flugpläne durcheinanderbringt. Allein in der ersten Oktoberwoche mussten laut internen Airline-Berichten 12 Flüge auf dieser Strecke wegen starker Seitenwinde umgeleitet werden. Die Kanarischen Inseln sind zwar ein ganzjähriges Reiseziel, doch die Kombination aus hoher Auslastung und unberechenbaren Wetterbedingungen macht die Planung zur Herausforderung.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Preisdruck. Billigflieger haben die Ticketpreise für die Strecke in den letzten Monaten aggressiv gesenkt, um die Nachfrage anzukurbeln – mit dem Ergebnis, dass mehr Passagiere als üblich unterwegs sind. Gleichzeitig fehlen aber die Puffer in den Flugplänen, um Verspätungen abzufedern. Ein Teufelskreis, der sich an Tagen wie dem 12. Oktober besonders deutlich zeigt.
Stundenlange Wartezeiten und gestrichene Flüge am 12. Oktober
Der 12. Oktober entwickelte sich für Reisende auf der Strecke München–Gran Canaria zum Geduldsspiel: An beiden Flughäfen häuften sich Verspätungen von bis zu sechs Stunden, während mehrere Flüge komplett gestrichen wurden. Besonders betroffen war der Mittags- und Abendverkehr, als technische Probleme an einem Lufthansa-Airbus A320 zu Kettenreaktionen führten. Die Fluggesellschaft bestätigte, dass die notwendigen Reparaturen am Boden zu einer Domino-Wirkung im Flugplan führten – mit Folgen für Hundertschaft Passagiere.
Laut Daten der Flugverfolgungsplattform FlightAware verzeichnete der Flughafen München an diesem Tag eine Pünktlichkeitsquote von nur 62 % für Langstreckenflüge in südliche Richtungen. Ein Wert, der deutlich unter dem Monatsdurchschnitt von 83 % lag. Experten aus der Luftfahrtbranche führen die Störungen auf eine Kombination aus Personalengpässen in der Bodenabfertigung und unerwarteten Wetterfronten über den Pyrenäen zurück, die Umleitungen erzwangen.
Die Situation eskalierte am Abend, als zwei geplante Verbindungen nach Gran Canaria kurzfristig annulliert wurden. Betroffene berichteten von chaotischen Szenen an den Schaltern, wo überlastete Mitarbeiter kaum Auskunft über Ersatzflüge oder Entschädigungen geben konnten. Ein Reisender dokumentierte auf Social Media, wie eine Familie mit Kleinkindern über acht Stunden auf eine alternative Verbindung wartete – ohne Verpflegung oder klare Kommunikation.
Während einige Airlines wie Condor und Eurowings Ersatzmaschinen einsetzten, blieben andere Passagiere auf eigene Kosten in Hotels untergebracht. Die Verbraucherzentrale Bayern warnte in einer Pressemitteilung vor voreiligen Kulanzangeboten der Fluggesellschaften und riet Betroffenen, ihre Ansprüche auf Ausgleichszahlungen gemäß EU-Verordnung 261/2004 geltend zu machen. Die Höhe der Entschädigung kann je nach Flugstrecke bis zu 600 Euro betragen.
Welche Airlines besonders betroffen sind – und wie sie reagieren
Die aktuelle Welle von Verspätungen und Stornierungen auf der Strecke München–Gran Canaria trifft nicht alle Airlines gleich hart. Besonders betroffen ist Lufthansa, die allein am 12. Oktober drei von fünf geplanten Flügen streichen oder um mehr als vier Stunden verzögern musste. Laut Daten des Flugtrackers Flightradar24 lag die Pünktlichkeitsquote der Airline auf dieser Route in der vergangenen Woche bei nur 62 Prozent – ein Wert, der deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 78 Prozent für europäische Mittelstreckenflüge liegt. Die Ursachen sind vielfältig: Personalengpässe am Münchner Flughafen, technische Probleme an Maschinen der A320-Flotte und nachwirkende Auswirkungen des Streiks der Bodencrew vor zwei Wochen.
Condor zeigt sich dagegen stabiler, wenn auch nicht unberührt. Die Ferienfluggesellschaft konnte ihre beiden täglichen Verbindungen nach Gran Canaria zwar aufrechterhalten, jedoch mit Verspätungen von bis zu 90 Minuten. Ein Sprecher verwies auf präventive Maßnahmen wie längere Umsteigezeiten in München und die vorübergehende Verlegung eines Flugzeugs aus dem Frankfurt-Hub. Diese Strategie scheint zu wirken: Condor verzeichnete auf der Strecke eine Auslastung von 94 Prozent – ein Indiz dafür, dass viele Reisende bewusst auf die zuverlässigere Option ausweichen.
Eurowings reagiert mit einer radikalen Lösung. Die Airline strich ihren einzigen Direktflug von München nach Las Palmas am 12. Oktober komplett und bot Passagieren stattdessen Umbuchungen über Düsseldorf oder Stuttgart an. Branchenbeobachter sehen darin ein kalkuliertes Risiko: Statt halbleere Maschinen mit hohen Verspätungskosten zu betreiben, setzt man auf Konsolidierung. Die Kehrseite: Betroffene müssen nun mit bis zu sechs Stunden zusätzlicher Reisezeit rechnen.
Kleinere Carrier wie TUI fly halten sich bisher zurück – nicht aus Stärke, sondern aus Kapazitätsgründen. Mit nur einem wöchentlichen Flug auf der Strecke haben sie weniger Angriffsfläche für große Verzögerungen. Doch auch hier gibt es Warnsignale: Die Buchungszahlen für Oktober sind um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, was auf wachsende Unsicherheit unter Urlaubern hindeutet.
Die Reaktionen der Airlines folgen einem Muster. Während Netzwerkcarrier wie Lufthansa auf kurzfristige Lösungen wie Leihcrews aus dem Ausland setzen, nutzen Ferienfluggesellschaften ihre flexibleren Strukturen für strategische Anpassungen. Ein Branchenanalyst der International Air Transport Association (IATA) warnt jedoch: Solange die grundlegenden Probleme an deutschen Flughäfen – von der Slot-Vergabe bis zur Gepäckabfertigung – nicht gelöst werden, bleiben selbst die besten Notfallpläne nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Rechte der Passagiere bei Verspätungen und Ausfällen
Fluggäste auf der Strecke München–Gran Canaria haben bei Verspätungen oder Ausfällen klare Rechte – doch viele nutzen sie nicht. Laut EU-Verordnung 261/2004 stehen Passagieren bei einer Verspätung von über drei Stunden oder einer Stornierung ohne Vorwarnung Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro zu, abhängig von der Flugdistanz. Bei der Mittelstreckenverbindung nach Gran Canaria (rund 3.300 Kilometer) beträgt die mögliche Erstattung 400 Euro pro Person. Studien der Verbraucherzentrale zeigen, dass nur etwa 30 Prozent der Berechtigten ihre Ansprüche tatsächlich geltend machen – oft aus Unwissenheit oder wegen bürokratischer Hürden.
Die Ansprüche greifen jedoch nicht in jedem Fall. Ausnahmen gelten bei „außergewöhnlichen Umständen“, die die Airline nicht zu verantworten hat. Dazu zählen extreme Wetterlagen wie der Hurrikan über den Kanaren im September 2023 oder Streiks des Bodenpersonals, die nicht von der Fluggesellschaft selbst ausgingen. Liegt die Ursache hingegen im technischen Defekt des Flugzeugs, bei Überbuchung oder Personalmangel der Airline, müssen Passagiere entschädigt werden. Kritisch wird es, wenn Airlines pauschal auf „höhere Gewalt“ verweisen – hier lohnt sich eine Prüfung durch spezialisierte Portale wie Flightright oder AirHelp.
Neben finanziellen Ansprüchen haben Reisende bei langen Wartezeiten Anspruch auf Betreuungsleistungen. Ab zwei Stunden Verspätung müssen Airlines kostenlos Mahlzeiten und Getränke bereitstellen, bei einer Übernachtung sogar Hotelunterkunft und Transfer organisieren. Wer selbst für Verpflegung aufkommt, kann die Belege einreichen – allerdings nur, wenn die Ausgaben angemessen sind. Ein Fall vor dem Amtsgericht Frankfurt 2022 bestätigte, dass Pauschalabrechnungen ohne Belege (etwa 20 Euro pro Mahlzeit) nicht ausreichend sind.
Praktisch wird es schwierig, wenn die Airline die Entschädigung verweigert. Dann bleibt oft nur der Weg über Beschwerdeportale oder kleine Claims vor Gericht. Die Durchsetzungsquote liegt hier bei etwa 70 Prozent, so eine Auswertung des Europäischen Verbraucherzentrums. Wer den Aufwand scheut, kann seine Forderung an Inkassodienstleister abtreten – diese behalten jedoch bis zu 30 Prozent der Summe als Provision.
Wann sich die Lage voraussichtlich wieder normalisiert
Die aktuelle Situation auf der Strecke München–Gran Canaria bleibt angespannt, doch erste Anzeichen deuten auf eine schrittweise Entspannung hin. Laut Auskunft der Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDL) rechnen Experten damit, dass sich die Lage bis Ende Oktober stabilisiert. Grund ist die bevorstehende Reduzierung der Passagierzahlen nach der Hochsaison im Oktober, was die Auslastung der Flugzeuge verringert und Puffer für Verspätungen schafft.
Ein entscheidender Faktor ist die Wetterlage. Die starken Winde und lokalen Stürme über den Kanarischen Inseln, die in den letzten Tagen zu zahlreichen Ausweichlandungen und Stornierungen führten, sollen laut Europäischem Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) ab der dritten Oktoberwoche nachlassen. Statistisch gesehen sinkt die Wahrscheinlichkeit für extreme Wetterereignisse in der Region um diese Jahreszeit um etwa 40 %, was die Planbarkeit der Flüge deutlich verbessert.
Auch die personelle Situation bei den Airlines zeigt leichte Besserung. Nach den Streiks und Krankheitswellen im September haben mehrere Fluggesellschaften, darunter Lufthansa und Condor, kurzfristig zusätzliche Crews aus anderen Drehkreuzen wie Frankfurt oder Düsseldorf nach München verlegt. Diese Maßnahmen wirken sich bereits jetzt aus: Die Quote der pünktlichen Abflüge stieg am 11. Oktober erstmals seit einer Woche wieder auf 68 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 45 % zu Beginn der Krise.
Langfristig könnte die Einführung eines neuen Slot-Managements am Münchner Flughafen ab November für weitere Entlastung sorgen. Die Flugsicherung plant, Start- und Landebahnen in den Stoßzeiten effizienter zu koordinieren, um Staus in der Luft zu vermeiden. Bis dahin bleibt Passagieren jedoch nur, die tagesaktuellen Meldungen der Fluggesellschaften zu prüfen und bei Buchungen auf flexible Tarife zu achten.
Die Verbindung München–Gran Canaria bleibt am 12. Oktober eine Herausforderung: Während technische Probleme und Personalengpässe bei einigen Airlines zu massiven Verspätungen oder kurzfristigen Stornierungen führen, zeigen andere Fluggesellschaften, dass pünktliche Abflüge mit guter Planung möglich sind. Reisende sollten sich nicht auf die allgemeine Lage verlassen, sondern gezielt die Performance ihrer Airline prüfen – die Unterschiede sind eklatant.
Wer in den nächsten Tagen fliegt, tut gut daran, den Flugstatus minütlich über die Airline-App zu verfolgen, früh am Flughafen zu sein und bei längeren Verzögerungen sofort die EU-Entschädigungsansprüche geltend zu machen, die bei Verspätungen ab drei Stunden greifen. Die aktuellen Turbulenzen deuten darauf hin, dass sich die Situation erst stabilisiert, wenn die Airlines ihre operativen Abläufe nachhaltig an die gestiegene Nachfrage anpassen.

