Fast jeder dritte Pkw besteht die Hauptuntersuchung (HU) in Bayern nicht beim ersten Versuch. 2023 scheiterten 31,7 Prozent der Fahrzeuge an vermeidbaren Mängeln – ein Rekordwert seit Jahren. Besonders ärgerlich: Viele Defekte wären mit minimalem Aufwand oder regelmäßiger Wartung zu verhindern gewesen. Rost an Bremsleitungen, defekte Beleuchtung oder abgenutzte Reifen zählen zu den häufigsten Durchfallgründen, doch die Liste der typischen Schwachstellen wird länger.

Der ADAC München hat für 2024 zwölfe besonders kritische Mängel identifiziert, die Autofahrern teure Nachprüfungen oder sogar Stilllegungen bescheren. Die Experten des Clubs warnen: Wer die Hauptuntersuchung auf die leichte Schulter nimmt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern gefährdet im schlimmsten Fall die Verkehrssicherheit. Der ADAC München rät daher zu einer gründlichen Vorabkontrolle – besonders bei älteren Fahrzeugen oder Modellen mit hoher Laufleistung. Denn viele Mängel lassen sich mit gezieltem Blick und wenig Aufwand beheben, bevor es zum bösen Erwachen in der Werkstatt kommt.

HU-Prüfungen 2024: Warum die Durchfallquote in München steigt

München verzeichnet 2024 einen besorgniserregenden Trend: Die Durchfallquote bei Hauptuntersuchungen (HU) klettert auf 22,3 Prozent – ein Anstieg von 4,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig ist die Häufung von Mängeln bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind. Laut aktueller Auswertung des ADAC München scheitern hier fast jedes dritte Fahrzeug an der Prüfung.

Hauptgrund für die steigenden Zahlen sind verschärfte Prüfkriterien, die seit 2023 schrittweise eingeführt wurden. Während früher kleinere Roststellen oder minimales Spiel in der Lenkung oft noch toleriert wurden, führen solche Mängel heute direkt zum Durchfallen. Hinzu kommt, dass viele Halter:innen Wartungsintervalle verlängern – eine Folge der gestiegenen Reparaturkosten und Lieferengpässe bei Ersatzteilen.

Experten der Kfz-Innung Bayern bestätigen den Zusammenhang: „Bei über 60 Prozent der durchgefallenen Fahrzeuge wären die Mängel mit rechtzeitiger Inspektion vermeidbar gewesen.“ Besonders häufig fallen Fahrzeuge durch defekte Beleuchtung, übermäßigen Abgasausstoß oder abgenutzte Bremsbeläge auf – allesamt Punkte, die bei regelmäßiger Kontrolle früh erkannt werden könnten.

Ein weiteres Problem ist die wachsende Zahl an Importfahrzeugen mit unklarer Historie. Viele dieser Fahrzeuge weisen manipulierte Kilometerstände oder nicht fachgerecht durchgeführte Reparaturen auf, was bei der HU oft erst spät auffällt. Der ADAC rät daher dringend zu einer freiwilligen Vorabprüfung in einer Vertragswerkstatt, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Diese 12 Mängel lassen Autos in Bayern durchfallen

Defekte Beleuchtung führt die Liste der häufigsten Mängel an – und das mit Abstand. Laut ADAC München scheitern fast 30 Prozent aller Fahrzeuge bei der Hauptuntersuchung an mangelhafter Lichttechnik. Ob defekte Glühbirnen, falsch eingestellte Scheinwerfer oder trübe Rückstrahler: Schon kleine Fehler können hier zum Durchfallen führen. Besonders tückisch: Viele Autofahrer bemerken die Mängel erst, wenn es zu spät ist.

Bremsenprobleme folgen dicht dahinter. Verschlissene Bremsbeläge, undichte Bremsleitungen oder ungleichmäßige Bremswirkung zählen zu den Klassikern. Fachleute betonen, dass regelmäßige Kontrollen hier lebenswichtig sind – nicht nur für die HU, sondern für die Sicherheit im Straßenverkehr.

Reifenmängel sind ein weiterer Stolperstein. Zu geringe Profiltiefe, Risse in der Seitenwand oder falscher Reifendruck führen oft zum Durchfallen. Der ADAC warnt besonders vor abgenutzten Reifen, die bei Nässe die Bremswege deutlich verlängern. Ein Check vor der Hauptuntersuchung spart Zeit und Ärger.

Auch Rost an tragenden Teilen oder undichte Abgasanlagen gehören zu den Top-Mängeln. Während oberflächliche Korrosion oft noch toleriert wird, führen durchgerostete Querlenker oder Auspufflöcher direkt zur Nichtbestehen. Experten raten, besonders bei älteren Fahrzeugen auf versteckte Roststellen zu achten.

Von Bremsen bis Beleuchtung: Wo Werkstätten oft schlampten

Bremsen, die kaum noch greifen, oder Beleuchtung, die im entscheidenden Moment versagt – bei der Hauptuntersuchung (HU) 2024 häufen sich laut ADAC München erneut Mängel, die eigentlich mit minimalem Aufwand zu vermeiden wären. Besonders ärgerlich: Viele dieser Defekte entstehen durch schlampige Arbeit in Werkstätten, wo scheinbar grundlegende Checks übersehen werden. So zeigte eine aktuelle Auswertung des Clubs, dass fast 18 Prozent aller Beanstandungen auf unzureichend gewartete Bremsanlagen zurückgehen – ein Wert, der seit Jahren auf ähnlichem Niveau stagniert.

Bei den Bremsen handelt es sich oft um abgenutzte Beläge oder undichte Leitungen, die selbst Laien bei einer Sichtprüfung auffallen müssten. Doch statt rechtzeitig zu warnen, werden Kunden nicht selten mit der Aussage vertröstet, „das hält noch“. Erst bei der HU fliegt der Mangel auf – mit teuren Folgen, wenn Nachbesserungen unter Zeitdruck nötig werden.

Ein weiteres Sorgenkind: die Beleuchtung. Defekte Glühbirnen, falsch eingestellte Scheinwerfer oder korrodierte Kontakte zählen zu den häufigsten Durchfallgründen. Hier zeigt sich, dass viele Werkstätten die gesetzlich vorgeschriebenen Licht-Checks nur oberflächlich durchführen. Dabei wäre eine systematische Kontrolle mit Prüfliste in wenigen Minuten erledigt – doch offenkundig fehlt es an Sorgfalt oder schlicht am Willen, kleine Fehler gleich zu beheben.

Auch die Reifen geraten immer wieder in den Fokus: Zu niedriger Luftdruck, ungleichmäßige Abnutzung oder beschädigte Seitenwände werden oft erst bei der HU moniert, obwohl sie bei jeder Inspektion hätten auffallen müssen. Fachleute des ADAC kritisieren, dass selbst digitale Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) in modernen Fahrzeugen häufig ignoriert werden – dabei warnen sie frühzeitig vor Problemen, die sich später als teure Mängel entpuppen.

So bereiten sich Münchner Autofahrer richtig auf die Hauptuntersuchung vor

Die Hauptuntersuchung (HU) ist für Münchner Autofahrer kein Grund zur Panik – mit der richtigen Vorbereitung lassen sich die häufigsten Mängel vermeiden. Laut ADAC München scheitern rund 15 Prozent der Fahrzeuge beim ersten Versuch an vermeidbaren Defekten wie defekten Bremslichtern oder abgenutzten Reifen. Wer vier bis sechs Wochen vor dem Termin beginnt, spart sich Stress und Nachbesserungen.

Den Anfang macht eine gründliche Sichtprüfung: Scheinwerfer, Blinker und Rückleuchten müssen einwandfrei funktionieren. Besonders tückisch sind oft die kleinen Leuchten wie Nebelschlussleuchte oder Kennzeichenbeleuchtung, die im Alltag selten auffallen. Ein kurzer Check der Scheibenwischer – rissige Gummilippen oder verschlissene Wischerblätter führen häufig zu Beanstandungen. Auch die Hupe sollte laut und klar ertönen, denn stille oder quietschende Hupen zählen zu den überraschend häufigen Durchfallgründen.

Technische Komponenten wie Bremsen und Stoßdämpfer erfordern etwas mehr Aufwand. Wer unsicher ist, kann vorab eine Werkstatt aufsuchen – viele bieten spezielle HU-Vorbereitungspakete an. Besonders kritisch sind die Reifen: Die Profiltiefe muss mindestens 1,6 Millimeter betragen, besser mehr. ADAC-Experten raten zudem, die Reifendruckwerte gemäß Herstellerangaben zu prüfen, da falscher Druck nicht nur die Sicherheit beeinträchtigt, sondern auch den Spritverbrauch erhöht.

Nicht vergessen: die Dokumentation. Fahrzeugpapiere, Versicherungsnachweis und ggf. Nachweise über durchgeführte Reparaturen sollten griffbereit sein. Wer in den letzten zwei Jahren Änderungen am Fahrzeug vorgenommen hat – etwa eine neue Anbauteile oder Umrüstungen –, muss diese in den Papieren eingetragen haben. Ein sauberes, aufgeräumtes Auto hinterlässt zudem einen positiven Eindruck und erleichtert dem Prüfer die Arbeit.

Neue ADAC-Forderungen: Was sich an der Prüfpraxis ändern muss

Der ADAC München fordert grundlegende Reformen bei der Hauptuntersuchung (HU), nachdem aktuelle Auswertungen zeigen, dass rund 28 Prozent aller Fahrzeuge beim ersten Prüfversuch durchfallen – ein Anstieg von 4 Prozentpunkten im Vergleich zu 2022. Besonders kritisch sieht der Club die uneinheitliche Bewertungspraxis zwischen verschiedenen Prüfstellen. Während manche Werkstätten kleine Roststellen noch als „geringen Mangel“ einstufen, führen andere dieselben Schäden direkt zum Durchfallen. Eine standardisierte Schulung der Prüfer und klarere Richtlinien könnten hier für mehr Transparenz sorgen.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Digitalisierung der Prüfprozesse. Noch immer arbeiten viele Prüfstellen mit veralteter Software, die keine Echtzeit-Abfrage der Fahrzeugdaten ermöglicht. Der ADAC schlägt vor, die HU an moderne Diagnosesysteme anzubinden, um Manipulationen an Kilometerständen oder Abgaswerten schneller zu erkennen. Fachleute aus der Kfz-Branche bestätigen, dass digitale Prüfprotokolle nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Fehlerquote um bis zu 15 Prozent reduzieren könnten.

Zusätzlich pocht der ADAC auf strengere Kontrollen bei Sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Bremsen und Beleuchtung. Aktuell werden diese Komponenten zwar geprüft, doch die Toleranzgrenzen seien zu großzügig bemessen. So passieren Fahrzeuge die HU oft trotz abgenutzter Bremsbeläge, die laut Herstellerangaben längst hätten ausgetauscht werden müssen. Eine Anpassung der Prüfkriterien an die technischen Vorgaben der Fahrzeughersteller wäre hier ein logischer Schritt.

Nicht zuletzt fordert der Club eine bessere Verbraucheraufklärung. Viele Autofahrer wissen nicht, dass sie vor der HU selbst einfache Checks durchführen können – etwa die Funktion der Warnleuchten oder den Zustand der Reifen. Der ADAC München plant daher, in Zusammenarbeit mit lokalen Werkstätten kostenlose Vorab-Checks anzubieten, um die Durchfallquote zu senken.

Die Zahlen des ADAC München zeigen ein klares Muster: Viele Durchfälle bei der Hauptuntersuchung 2024 wären vermeidbar gewesen, hätte man die typischen Schwachstellen wie defekte Bremsanlagen, abgenutzte Reifen oder mangelhafte Beleuchtung rechtzeitig behoben. Besonders ärgerlich ist, dass es oft nur Kleinigkeiten sind, die über Bestehen oder Durchfallen entscheiden – und damit über unnötige Kosten und Zeitverlust.

Wer die nächsten beiden Jahre ohne böse Überraschungen durch die TÜV-Prüfung kommen will, sollte die 12 häufigsten Mängel als Checkliste nutzen und das Fahrzeug regelmäßig selbst kontrollieren oder in der Werkstatt durchsehen lassen. Ein kurzer Blick auf Bremsen, Licht und Reifenzustand vor der Anmeldung spart nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

Mit der nächsten Verschärfung der Prüfkriterien ab 2025 wird die HU noch strenger – wer jetzt schon vorbaut, ist auf der sicheren Seite.