Ab Juni rollt die Buslinie 54 in München auf neuen Gleisen – zumindest was den Fahrplan angeht. Mit dem Start mehrerer Großbaustellen im Stadtgebiet, darunter die Sanierung der Landsberger Straße und die Erweiterung der U-Bahn-Haltestelle Westendstraße, müssen Fahrgäste sich auf deutliche Änderungen einstellen. Betroffen sind nicht nur die Taktungen, sondern auch die Routenführung: Drei bestehende Halte entfallen komplett, während vier neue Stationen hinzukommen. Die MVG hat die Umstellungen bereits in die digitale Fahrplanauskunft eingepflegt, doch für Vielfahrer bedeutet das vorerst: Gewohnheiten überdenken.

Besonders Pendler, die täglich auf die Buslinie 54 angewiesen sind, sollten sich jetzt informieren. Die Änderungen betreffen vor allem die Streckenabschnitte zwischen Laim und der Innenstadt, wo Bauarbeiten den Verkehr monatelang einschränken werden. Wer bisher an der Haltestelle Agnes-Bernauer-Straße ein- oder ausgestiegen ist, muss ab Juni zur Ersatzstation an der Plinganserstraße ausweichen. Die MVG verspricht zwar kürzere Wartezeiten an den neuen Halten, doch ob das die Umstände für Berufstätige, Schüler oder Senioren ausgleicht, bleibt abzuwarten. Ein Blick in die aktualisierte Liniennetzkarte lohnt sich – spätestens, wenn die ersten Bagger anrücken.

Wegen Bauarbeiten: Warum Bus 54 umgeleitet wird

Die Umleitung der Buslinie 54 ab Juni hat einen konkreten Grund: Bauarbeiten an der Landsberger Straße zwischen Nymphenburger Straße und Donnersbergerbrücke. Dort saniert die Stadt München auf einer Strecke von rund 800 Metern die Fahrbahn, Gehwege und die Straßenbeleuchtung. Laut Angaben des Tiefbauamts dauern die Arbeiten voraussichtlich bis Ende September – eine Verlängerung auf bis zu fünf Monate gilt bei ungünstiger Witterung als möglich.

Betroffen ist vor allem der Abschnitt, in dem die Linie 54 bisher durchgehend fuhr. Stattdessen weicht der Bus nun über die Drygalski-Allee und die Arnulfstraße aus. Diese Umleitung verlängert die Fahrzeit um etwa fünf bis sieben Minuten pro Richtung, wie erste Testfahrten der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zeigten. Besonders zur Hauptverkehrszeit könnte sich die Verspätungsanfälligkeit erhöhen, da die Ausweichrouten stärker befahren sind.

Verkehrsplaner hatten die Alternative geprüft, die Linie während der Bauphase komplett einzustellen. Doch eine Analyse des Fahrgastaufkommens – rund 12.000 Nutzer täglich – sprach dagegen. Stattdessen passte die MVG den Takt an: In Stoßzeiten verdichten sich die Abstände auf alle acht statt zehn Minuten, um die längeren Fahrzeiten auszugleichen.

Für Fahrgäste ändert sich nicht nur die Route, sondern auch die Haltestellen. Die Stationen „Landsberger Straße“ und „Hackerbrücke“ entfallen ersatzlos, während zwei neue Bedarfshalte an der Drygalski-Allee eingerichtet werden. Die MVG empfiehlt, sich über die Echtzeit-App oder die digitalen Anzeigen an den Haltestellen zu informieren, da sich kurzfristige Anpassungen ergeben können.

Diese Haltestellen fallen ab Juni ersatzlos weg

Mit der Umstellung des Fahrplans im Juni verschwindet eine Reihe von Haltestellen komplett aus dem Netz der Linie 54. Betroffen sind vor allem weniger frequentierte Halte in den Randbereichen der Strecke, die laut einer aktuellen MVG-Analyse im Durchschnitt nur von 12 bis 18 Fahrgästen pro Tag genutzt wurden. Die Entscheidung fällt im Rahmen der generellen Optimierung des Verkehrsflusses, nachdem Bauarbeiten an mehreren Abschnitten der Route ohnehin temporäre Änderungen erzwingen.

Zu den gestrichenen Haltestellen gehören unter anderem Am Knie in Neuhausen sowie Hirschgartenallee nahe der Nymphenburger Straße. Beide wurden in der Vergangenheit häufig als überflüssig kritisiert, da sie nur etwa 200 Meter von den nächsten, besser angebundenen Halten entfernt liegen. Verkehrsexperten verweisen darauf, dass solche kurzen Abstände die Reisezeit unnötig verlängern – ein Problem, das sich durch die aktuellen Baustellen noch verschärft.

Auch die Haltestelle Landsberger Straße/Ostbahnhof entfällt ersatzlos, obwohl sie bisher als Umsteigepunkt für Pendler aus dem Westen diente. Hier argumentiert die MVG mit der Nähe zur S-Bahn-Haltestelle Hirschgarten, die künftig als zentraler Knotenpunkt für diese Route ausgebaut wird. Kritiker bemängeln jedoch, dass insbesondere ältere Fahrgäste durch die längeren Fußwege benachteiligt werden.

Die Änderungen betreffen zudem die Haltestelle Dom-Pedro-Platz im Olympiapark, die bisher vor allem bei Veranstaltungen stark nachgefragt war. Da die Linie 54 während Großveranstaltungen ohnehin oft durch Sonderbusse ersetzt wird, sieht die MVG hier keinen Bedarf für eine dauerhafte Bedienung. Ob die Streichung langfristig Bestand hat, hängt auch davon ab, wie sich die Fahrgastzahlen nach Abschluss der Bauarbeiten entwickeln.

Neue Routenführung durch Schwabing und Maxvorstadt

Ab Juni nimmt die Buslinie 54 eine komplett überarbeitete Strecke durch Schwabing und die Maxvorstadt. Die Umleitung reagiert auf die anstehenden Großbaustellen an der Leopoldstraße und am Schellingplatz, die voraussichtlich bis Ende 2025 andauern. Statt wie bisher über die Hohenzollernstraße zu fahren, schwenkt die Linie nun früher in die Dom-Pedro-Straße ein und bedient anschließend die Augustenstraße als neue Hauptachse. Verkehrsexperten der MVG hatten diese Variante in Simulationen getestet – mit dem Ergebnis, dass sich die Fahrzeit trotz Umweg um durchschnittlich nur drei Minuten verlängert.

Besonders betroffen sind die Haltestellen rund um die Ludwig-Maximilians-Universität. Die bisherige Station „Akademiestraße“ entfällt ersatzlos, während als Ausgleich zwei neue Halte eingerichtet werden: „Augustenstraße/Luisenstraße“ direkt vor dem Hauptgebäude der Uni und „Türkenstraße“ in Höhe des Kulturzentrums Einstein. Letztere soll vor allem Studierenden den Zugang zum Campus erleichtern, da sie nur 200 Meter vom Audimax entfernt liegt.

In Schwabing ändert sich die Führung ab der Haltestelle „Nordbad“. Der Bus fährt künftig über die Belgradstraße statt über die Münchner Freiheit und bindet so das Viertel besser an die U-Bahn-Linie U6 an. Die MVG rechnet hier mit einer Entlastung der stark frequentierten Station „Münchner Freiheit“, da Umsteiger nun bereits am Nordbad in die U-Bahn wechseln können. Kritisch könnte es jedoch in den Stoßzeiten werden: An der neuen Haltestelle „Belgradstraße/Ecke Feilitzschplatz“ gibt es nur eine schmalere Bushaltestellenbucht, was zu Verzögerungen führen könnte.

Für Fahrgäste, die bisher an der Leopoldstraße ein- oder ausgestiegen sind, bedeutet die Umstellung längere Fußwege. Als Alternative empfiehlt die MVG die Umsteigemöglichkeiten an der Haltestelle „Josephsplatz“, wo künftig alle 5-7 Minuten eine Verbindung zur Tramlinie 12 besteht. Die genauen Takte der Linie 54 bleiben mit einem 10-Minuten-Intervall in der Hauptverkehrszeit unverändert.

Fahrgäste müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen

Die Umstellung des Fahrplans auf der Buslinie 54 wird voraussichtlich zu spürbaren Verzögerungen führen. Verkehrsexperten schätzen, dass sich die durchschnittliche Fahrtdauer zwischen den Hauptknotenpunkten um bis zu 15 Minuten verlängern könnte – besonders während der Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr sowie am späten Nachmittag. Grund dafür sind nicht nur die neuen Halte, sondern auch die Baustellen an der Landsberger Straße, die bereits jetzt zu Staus führen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat zwar zusätzliche Pufferzeiten eingeplant, doch ob diese ausreichen, wird sich erst im Juni zeigen.

Besonders betroffen sind Pendler, die auf die Anbindung an die U-Bahn-Linien U1 und U3 angewiesen sind. Bisher benötigte der Bus von der Endhaltestelle Moosach bis zum Rotkreuzplatz rund 25 Minuten. Mit den neuen Halten an der Agnes-Bernauer-Straße und am Westbad könnte sich diese Strecke auf 35 bis 40 Minuten ausdehnen. Die MVG rät Fahrgästen, frühere Verbindungen zu wählen oder auf alternative Linien wie die 53 oder die Tram 20 auszuweichen.

Laut einer aktuellen Erhebung des ADAC führen bereits jetzt 60 Prozent aller Verspätungen im Münchner Nahverkehr auf Baustellen zurück. Die Situation auf der Linie 54 könnte sich verschärfen, da parallel zu den Fahrplanänderungen auch die Sanierung der Brücken über die Gleise am Hauptbahnhof beginnt. Ob die MVG hier mit zusätzlichen Bussen gegensteuert, steht noch nicht fest.

Fahrgäste sollten sich auf unvorhersehbare Wartezeiten einstellen – besonders in den ersten Wochen nach der Umstellung. Die MVG kündigte an, die Taktung während der Hauptverkehrszeiten von 10 auf 7,5 Minuten zu erhöhen, doch ob dies die Verzögerungen ausgleicht, bleibt abzuwarten. Wer es eilig hat, tut gut daran, die Echtzeit-App der MVG zu nutzen oder auf das Fahrrad umzusteigen.

Langfristige Pläne: Wann Normalbetrieb wieder startet

Die Rückkehr zum regulären Fahrplan der Buslinie 54 hängt maßgeblich vom Fortschritt der Bauarbeiten an der Landsberger Straße ab. Aktuell rechnet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit einer mindestens 18-monatigen Bauphase, die voraussichtlich bis Ende 2025 andauert. Verkehrsexperten der Stadt bestätigen, dass solche Großprojekte in der Regel um 10–15 % länger dauern als ursprünglich geplant – besonders in dicht bebauten Gebieten wie Neuhausen.

Erste Teilabschnitte könnten jedoch schon früher freigegeben werden. So soll die Umleitung über die Nymphenburger Straße spätestens im Frühjahr 2025 entfallen, sobald die neuen Gleise für die Straßenbahn verlegt sind. Bis dahin bleiben die Ersatzhalte wie „Romanplatz (Nord)“ und „Rotkreuzplatz (Süd)“ bestehen.

Für Fahrgäste bedeutet das: Geduld ist gefragt. Die MVG hat angekündigt, alle Änderungen mindestens drei Monate im Voraus zu kommunizieren – über Aushänge, die MVG-App und lokale Medien. Wer auf die Linie 54 angewiesen ist, sollte sich auf weiterhin verlängerte Fahrzeiten einstellen, besonders während der Hauptverkehrszeiten zwischen 7 und 9 Uhr.

Langfristig verspricht die Umstellung aber Vorteile. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Linie 54 nicht nur barrierefreie Halte erhalten, sondern auch eine Taktverdichtung auf alle 7–8 Minuten in der Rushhour. Das entspricht den Empfehlungen des Verkehrsverbunds München für stark frequentierte Strecken.

Die Umstellung der Buslinie 54 zeigt einmal mehr, wie dynamisch Münchens Nahverkehr auf Baustellen und wachsende Stadtteile reagieren muss – für Fahrgäste bedeutet das ab Juni nicht nur neue Halte, sondern auch die Chance, schneller ans Ziel zu kommen, wenn man die Änderungen kennt. Wer bisher gewohnte Routen fuhr, sollte sich rechtzeitig mit dem aktualisierten Fahrplan vertraut machen, besonders an den neuen Haltestellen wie Am Knie oder der verlegten Endhaltestelle in Neubiberg, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden.

Ein Blick in die MVG-App oder auf die Aushänge an den Haltestellen lohnt sich jetzt, denn wer die Änderungen ignoriert, riskiert nicht nur Verspätungen, sondern verpasst vielleicht auch die optimierten Taktungen an Werktagen. Mit den Anpassungen will die MVG langfristig die Attraktivität der Linie steigern – ob das gelingt, wird sich zeigen, sobald die ersten Bauabschnitte abgeschlossen sind und der neue Rhythmus sich im Alltag bewährt.