Ab sofort herrscht auf den Bahnsteigen München Hbf Gleise 5–10 monatelanges Chaos: Die Deutsche Bahn hat die Gleise wegen umfangreicher Bauarbeiten bis voraussichtlich Dezember komplett gesperrt. Betroffen sind täglich Zehntausende Pendler, Fernreisende und Touristen, die sich nun auf Umleitungen, Verspätungen und überfüllte Ersatzbahnsteige einstellen müssen. Die Maßnahme trifft einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands zu einer Zeit, in der die Auslastung ohnehin an den Grenzen liegt – besonders in der Ferien- und Weihnachtsreisezeit.
Die Sperrung der Bahnsteige München Hbf Gleise 5–10 ist Teil des Millionenprojekts „München 21“, das die Infrastruktur des Hauptbahnhofs modernisieren soll. Doch während Langfristplaner auf verbesserte Kapazitäten hoffen, bedeutet die Baustelle für Vielfahrer jetzt vor allem eines: Stress. Regionalzüge fallen aus oder enden in Pasing, ICE-Züge werden umgeleitet, und die verbleibenden Bahnsteige drohen zum Flaschenhals zu werden. Wer regelmäßig über den Münchner Hauptbahnhof fährt, sollte sich ab sofort auf längere Wege, spontane Gleisänderungen und gedrängelte Wartebereiche vorbereiten.
Monate des Umbaus: Warum die Gleise jetzt dran sind
Der Münchner Hauptbahnhof steht einmal mehr Kopf – doch diesmal ist es kein spontaner Ausfall, sondern ein langer geplanter Kraftakt. Seit Anfang September sind die Gleise 5 bis 10 für fast vier Monate komplett gesperrt. Der Grund: ein radikaler Umbau, der seit Jahren überfällig war. Die Bahnsteige stammen teilweise noch aus den 1950er-Jahren, die Technik ist veraltet, die Kapazitäten längst an ihre Grenzen gestoßen. Während Pendler jetzt Umwege in Kauf nehmen müssen, läuft im Hintergrund ein Projekt, das den Knotenpunkt für die nächsten Jahrzehnte fit machen soll.
Besonders kritisch wird es in den Stoßzeiten. Nach Angaben der Deutschen Bahn nutzen täglich rund 450.000 Fahrgäste den Hauptbahnhof – viele von ihnen sind jetzt gezwungen, auf Ersatzgleise auszuweichen oder längere Fußwege zu den S-Bahnen in Kauf zu nehmen. Eisenbahn-Experten betonen, dass solche Großbaustellen nur in Phasen geringerer Auslastung möglich sind. Der Herbst bietet sich an: Weniger Urlaubsverkehr, dafür mehr Planbarkeit als im winterlichen Chaos.
Doch warum ausgerechnet diese Gleise? Die Antwort liegt im maroden Untergrund. Die alten Stahlträger unter den Bahnsteigen sind korrodiert, die Elektrik entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards für Hochgeschwindigkeitszüge. Zudem sollen die neuen Gleise später einmal den Taktverkehr der zweiten Stammstrecke aufnehmen – ein Projekt, das den gesamten Nahverkehr in der Region umkrempeln wird. Bis Dezember muss alles stehen: von der Oberleitung bis zur letzten Schraube.
Für Vielfahrer ist die Geduldsprobe groß, doch die Bahn setzt auf Transparenz. Tägliche Updates auf den Digitaltafeln, extra geschultes Personal für Fragen und ein Notfallplan für unvorhergesehene Verzögerungen sollen das Schlimmste abfedern. Ob das reicht, wird sich zeigen – fest steht nur: Wer jetzt durch den Hauptbahnhof hetzt, sollte besser Puffer einplanen.
Betroffene Verbindungen: Welche Züge wo anders starten
Die Sperrung der Gleise 5 bis 10 am Münchner Hauptbahnhof zwingt die Deutsche Bahn zu massiven Umplanungen. Besonders betroffen sind Regional- und Fernverkehrsverbindungen, die normalerweise von diesen zentralen Bahnsteigen abfahren. Laut Angaben des Bayerischen Verkehrsministeriums müssen rund 40 Prozent der üblichen Abfahrten auf andere Gleise verlegt werden – eine logistische Herausforderung, die Pendler und Reisende gleichermaßen vor Probleme stellt.
Fernzüge wie ICE- und IC-Verbindungen starten nun vermehrt von den Gleisen 11 bis 26 im östlichen Teil des Bahnhofs. Die Deutsche Bahn hat hier zusätzliche Personal eingesetzt, um die Umorientierung der Fahrgäste zu erleichtern. Besonders kritisch: Die Umstellung betrifft auch internationale Verbindungen, etwa die Nachtzüge nach Wien oder Zürich, die bisher von Gleis 8 abfuhren.
Im Regionalverkehr kommt es zu noch größeren Verschiebungen. S-Bahnen der Linien S1 bis S8, die sonst die Gleise 5 und 6 nutzten, verkehren nun von den Gleisen 1 bis 4 oder – bei Stoßzeiten – sogar von den unterirdischen Gleisen 27 und 28. Experten der Bahn warnen vor längeren Umsteigezeiten, da viele Reisende die neuen Abfahrtsorte erst finden müssen.
Für Fahrgäste, die gewohnt sind, ihre Züge von den mittleren Gleisen zu erreichen, bedeutet das oft längere Wege. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Reisende mit Gepäck, da die Umleitung über Treppen oder Aufzüge zusätzliche Zeit kostet. Die Bahn empfiehlt, mindestens 20 Minuten früher am Bahnhof einzutreffen, um Verspätungen zu vermeiden.
Ein Lichtblick: Die Gleise 31 bis 36 im westlichen Bahnhofsteil bleiben von den Bauarbeiten unberührt und dienen als Ausweichmöglichkeit für einige Regionalexpress-Züge. Dennoch bleibt die Situation bis Dezember angespannt – und die Bahn rechnet mit punktuellen Verspätungen, bis sich Fahrgäste und Personal an die neuen Abläufe gewöhnt haben.
Alternativen für Pendler: Umleitungen und Ersatzbusse
Die Sperrung der Gleise 5 bis 10 am Münchner Hauptbahnhof zwingt Tausende Pendler zum Umdenken. Besonders betroffen sind Reisende der S-Bahn-Linien S1 bis S8, die normalerweise über diese Bahnsteige verkehren. Laut Angaben der Deutschen Bahn müssen täglich rund 450.000 Fahrgäste mit Einschränkungen rechnen – eine Zahl, die zeigt, wie massiv die Auswirkungen auf den Berufsverkehr sind. Ersatzbusse und Umleitungen sollen die größten Lücken schließen, doch Experten warnen vor längeren Fahrzeiten, besonders in den Stoßzeiten zwischen 6 und 9 Uhr sowie am späten Nachmittag.
Für Fahrgäste der Regionalzüge gibt es temporäre Bahnsteigverlagerungen: Die Linien RB 88 (München–Rosenheim) und RB 53 (München–Mühldorf) starten und enden bis auf Weiteres an Gleis 36 im westlichen Teil des Hauptbahnhofs. Wer bisher gewohnheitsmäßig über die gesperrten Gleise ein- oder ausgestiegen ist, sollte die digitalen Anzeigen nutzen – oder sich vorab in der DB Navigator-App über die aktuellen Abfahrtsorte informieren. Die Umstellung erfordert Geduld, doch die Bahn verspricht, zusätzliche Mitarbeiter für die Fahrgastinformation einzusetzen.
Wer auf die S-Bahn angewiesen ist, muss mit Ersatzbussen zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof rechnen. Die Linien S1 (Freising–Airport) und S8 (Herrsching) werden dabei über den Donnersbergerbrücke-Umfahrungsweg geleitet, was zu Verzögerungen von bis zu 15 Minuten führen kann. Verkehrsexperten raten, frühzeitig alternative Routen zu prüfen – etwa die U-Bahn-Linien U1 oder U2 als Zubringer zum Ostbahnhof, falls die Busse überfüllt sind.
Langfristig könnte die Situation auch Vorteile bringen: Die Bauarbeiten dienen der Modernisierung der Infrastruktur, darunter die Erneuerung von Weichen und Signaltechnik. Bis Dezember sollen die Gleise damit für den künftigen Betrieb mit mehr Zügen pro Stunde gerüstet sein. Bis dahin bleibt Pendlern nur, sich auf improvisierte Lösungen einzustellen – und gegebenenfalls Homeoffice-Tage einzulegen, wo möglich.
Barrierefreiheit im Chaos: Wie Rollstuhlfahrer umsteigen
Die Sperrung der Gleise 5–10 am Münchner Hauptbahnhof trifft besonders Rollstuhlfahrer hart. Während andere Reisende notfalls auf Treppen ausweichen oder sich durch Menschenmengen kämpfen können, wird für sie der Umstieg oft zum Hindernisparcours. Laut dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter sind nur 60 % der deutschen Bahnhöfe barrierefrei – und selbst dort funktioniert die Infrastruktur im Baustellen-Chaos häufig nicht wie vorgesehen.
Am Münchner Hauptbahnhof müssen Rollstuhlnutzer jetzt längere Wege in Kauf nehmen. Die Ausweichgleise liegen oft in weniger zentralen Bereichen, wo Aufzüge fehlen oder defekt sind. Ein Betroffener berichtete, er habe 20 Minuten auf Hilfe warten müssen, weil der einzige funktionierende Aufzug an Gleis 12 überlastet war.
Besonders problematisch: Die dynamischen Gleisänderungen. Wer im Rollstuhl sitzt, kann nicht einfach spontan umdisponieren, wenn sein Zug plötzlich an einem anderen Bahnsteig hält. Die Deutsche Bahn empfiehlt zwar, sich vorab über die DB Navigator-App zu informieren – doch selbst dort sind die Angaben während Bauarbeiten oft unvollständig.
Barrierefreiheit bleibt im Bahn-Chaos eine nachrangige Priorität. Zwar gibt es an größeren Bahnhöfen wie München Personal, das bei Umstiegen hilft. Doch im Stress der Rushhour oder bei kurzfristigen Gleiswechseln ist diese Unterstützung nicht immer verfügbar.
Fahrplan für Dezember: Wann die Gleise wieder frei werden
Die Bauarbeiten am Münchner Hauptbahnhof ziehen sich noch bis in den Dezember – doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Laut aktuellem Fahrplan der Deutschen Bahn sollen die Gleise 5 bis 10 ab dem 15. Dezember 2024 schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Die Freigabe erfolgt jedoch nicht auf einen Schlag: Zuerst werden die Gleise 5 und 6 für den Regionalverkehr freigegeben, gefolgt von den Fernverkehrsgleisen 7 bis 10 bis zum Jahresende. Bahnreisende müssen sich also noch einige Wochen gedulden, bevor der Normalbetrieb vollständig wiederhergestellt ist.
Experten der Bahn bestätigen, dass die Verzögerungen auf unvorhergesehene statische Herausforderungen bei der Sanierung der Brückenkonstruktionen zurückzuführen sind. Über 40 Prozent der geplanten Arbeiten betreffen die Stabilisierung der Gleisunterbauten, die durch jahrzehntelange Belastung marode geworden waren. Ohne diese grundlegenden Maßnahmen wäre ein sicherer Betrieb auf Dauer nicht möglich gewesen.
Für Pendler und Fernreisende bedeutet das: Bis zur vollständigen Freigabe bleiben Umleitungen über die Gleise 1–4 und 11–26 bestehen. Besonders betroffen sind ICE-Verbindungen in Richtung Stuttgart und Nürnberg, die weiterhin über alternative Bahnsteige abgefertigt werden. Die Bahn rät, sich kurzfristig über die DB Navigator-App zu informieren, da sich die Gleisbelegungen tageweise ändern können.
Ein kleiner Trost für Vielfahrer: Mit der Inbetriebnahme der neuen Gleise wird auch die digitale Zugabfertigung eingeführt, die künftig Verspätungen reduzieren soll. Die Technik ermöglicht eine präzisere Steuerung der Ein- und Ausfahrten – ein Fortschritt, der langfristig die Pünktlichkeit am Münchner Knoten verbessern könnte.
Die monatelange Sperrung der Gleise 5 bis 10 am Münchner Hauptbahnhof trifft Pendler und Reisende hart – doch sie ist kein Grund zur Panik, sondern zur Vorbereitung. Wer die Baustellenphase ohne Stress überstehen will, sollte sich jetzt mit Alternativrouten vertraut machen, von Umsteigebahnhöfen wie Pasing oder Ostbahnhof bis hin zu Ersatzbussen, und Pufferzeiten einplanen, denn Verspätungen werden zur neuen Normalität.
Nutzer der DB-App oder regionaler Verkehrsportale wie MVG oder MVV erhalten Echtzeit-Updates zu Ausfällen und Umleitungen, die den Unterschied zwischen Chaos und reibungsloser Fahrt ausmachen können. Ab Dezember könnte der Hauptbahnhof dann nicht nur mit neuen Gleisen, sondern auch mit weniger Engpässen in die Zukunft starten – vorausgesetzt, die Bauarbeiten halten sich an den Zeitplan.

