Mit einem Schlag fällt eines der bekanntesten Freizeitjuwelen Münchens für Jahre weg: Das Dante-Bad schließt seine Tore bis voraussichtlich 2025. 15 Millionen Euro fließen in die grundlegende Sanierung des historischen Schwimmbads, das seit 1923 Generationen von Münchnern prägt. Die Stadtverwaltung spricht von dringendem Handlungsbedarf – marode Technik, veraltete Sicherheitsstandards und energetische Mängel machen den Umbau unvermeidbar.

Für Stammgäste und Gelegenheitsbesucher des Dante-Bads bedeutet das eine längere Durststrecke. Das Bad an der Dante-Straße ist nicht nur ein Ort zum Schwimmen, sondern ein sozialer Treffpunkt mit Charme: die markante Jugendstil-Architektur, das 50-Meter-Becken unter freiem Himmel, die sommerlichen Liegewiesen. Während die Bauarbeiten laufen, müssen Münchner auf Alternativen wie das Michaelibad oder das Cosima-Wellenbad ausweichen – doch der Verlust des Dante-Bads hinterlässt eine spürbare Lücke im städtischen Freizeitangebot.

Münchens historisches Dante-Bad: Ein Stück Stadtgeschichte

Das Dante-Bad im Münchner Stadtteil Schwabing-West ist mehr als nur ein Schwimmbad – es ist ein lebendiges Denkmal der Stadtgeschichte. Erbaut zwischen 1929 und 1931 nach Plänen des Architekten Hans Grässel, verkörpert der Bau den für die damlige Zeit typischen Neuen Baustil, der Sachlichkeit mit monumentaler Wirkung verband. Besonders auffällig: die markante Kuppel über dem Schwimmerbecken, die dem Bad von außen den Anschein eines antiken Thermenkomplexes verleiht. Ursprünglich als Volksbad konzipiert, sollte es der Arbeiterbevölkerung Zugang zu Hygiene und Erholung bieten – ein sozialer Auftrag, der bis heute nachwirkt.

Architektonisch gilt das Dante-Bad als eines der letzten großen Projekte der Weimarer Republik in München. Die Fassade aus Muschelkalk, die symmetrische Anlage der Becken und die original erhaltenen Fliesenmosaike im Innenbereich spiegeln den Zeitgeist der 1920er-Jahre wider. Laut Denkmalschutzberichten des Bayerischen Landesamts zählt das Bad zu den „bedeutendsten Zeugnissen der Bäderarchitektur Süddeutschlands“ – ein Status, der die aktuelle Sanierung umso dringlicher macht.

Doch nicht nur die Architektur macht das Bad einzigartig. Über Jahrzehnte war es ein sozialer Treffpunkt: Von den Trümmerfrauen, die hier nach dem Krieg eine der wenigen intakten Erholungsstätten fanden, bis zu den Schwimmvereinen, die das 50-Meter-Becken für Wettkämpfe nutzten. Selbst die Namensgebung verweist auf Geschichte – „Dante“ bezieht sich auf den italienischen Dichter, dessen Göttliche Komödie im nahegelegenen Dante-Gymnasium gelehrt wurde. Eine Verbindung von Kultur und Alltag, die München prägt.

Mit der nun anstehenden Sanierung steht das Bad vor der größten Veränderung seit seiner Eröffnung. Die 15 Millionen Euro fließen nicht nur in technische Modernisierungen, sondern auch in den Erhalt der denkmalgeschützten Substanz. Ein Balanceakt: Wie lässt sich historischer Charme mit modernen Ansprüchen an Barrierefreiheit und Energieeffizienz vereinen? Die Antwort wird zeigen, ob München dieses Stück Stadtgeschichte für kommende Generationen bewahren kann.

15 Millionen Euro für die Rettung eines Juwels

Mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro startet München eines der aufwendigsten Sanierungsprojekte der letzten Jahre: die Rettung des Dante-Bads. Das 1932 eröffnete Jugendstil-Juwel an der Dantestraße gilt als architektonisches Kleinod, doch jahrzehntelange Nutzung und veraltete Technik haben ihre Spuren hinterlassen. Besonders die historische Fassade, die prächtigen Mosaike im Innenbereich und die maroden Leitungen erfordern eine Grundsanierung, die denkmalschutzrechtliche Auflagen mit modernen Sicherheitsstandards vereint. Stadtbaurätin Elisabeth Merk betonte in einer Pressekonferenz, dass solche Projekte „nicht nur die Bausubstanz erhalten, sondern auch die Identität der Stadt bewahren“ – ein Argument, das bei Denkmalschützern auf breite Zustimmung stößt.

Die Kostenexplosion überrascht auf den ersten Blick. Doch wer die Zahlen genauer betrachtet, versteht den Aufwand: Allein die Restaurierung der originalen Fliesenarbeiten, die in Handarbeit angefertigt wurden, verschlingt rund 2,8 Millionen Euro. Hinzu kommen die Sanierung der Schwimmbecken, die Erneuerung der Haustechnik und die barrierefreie Umgestaltung der Umkleiden. Experten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege warnen seit Jahren vor den Folgen von Feuchtigkeitsschäden in historischen Bädern – ein Problem, das ohne Eingriff zu irreparablen Verlusten führen würde.

Kritiker monieren zwar die lange Schließzeit bis 2025, doch die Priorität liegt auf Nachhaltigkeit. Statt schneller Lösungen setzt die Stadt auf langlebige Materialien und energetische Optimierung, die den Betrieb zukünftig kostengünstiger machen sollen. So werden etwa die alten Heizungsanlagen durch Wärmepumpen ersetzt, was den CO₂-Ausstoß des Bads um voraussichtlich 40 Prozent senken wird. Ein Kompromiss, der zeigt: Bei diesem Projekt geht es um mehr als nur um ein Schwimmbad – es geht um ein Stück Münchner Geschichte, das für kommende Generationen gerettet werden soll.

Was Besucher während der Sanierung wissen müssen

Die zweijährige Schließung des Dante-Bads bringt für Stammgäste und Gelegenheitsbesucher einige Veränderungen mit sich. Wer auf das historische Hallenbad nicht verzichten möchte, findet im <a href="https://www.muenchen.de/" target="blank“ rel=“noopener“>Müller’schen Volksbad eine Alternative – das älteste noch betriebene Hallenbad Deutschlands bietet ähnlichen Charme und liegt nur wenige Stationen entfernt. Die Stadt München empfiehlt zudem das <a href="https://www.swm.de/" target="blank“ rel=“noopener“>Cosima-Wellenbad in Schwabing, das mit moderner Ausstattung und einem Wellnessbereich punktet. Für Familien lohnt sich ein Blick auf die Öffnungszeiten der kleineren Stadtteilbäder wie das Dante-Gymnasium-Bad, das während der Sanierung verlängert geöffnet bleibt.

Laut Angaben der Stadtwerke München werden rund 60 % der Besucher des Dante-Bads aus dem umliegenden Glockenbachviertel stammen – für sie bedeutet die Sanierung vor allem längere Wege. Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, sollte einplanen, dass die U-Bahn-Linie U1 (Haltestelle Fraunhoferstraße) sowie die Tram 18 die nächstgelegenen Anbindungen zu den Ausweichbädern bieten. Radfahrer profitieren von der Nähe zum Isar-Radweg, der direkt am Müller’schen Volksbad vorbeiführt.

Für Dauerkarteninhaber gibt es eine automatische Kostenrückerstattung, die ab dem 1. Juni 2024 über das Kundenportal der SWM beantragt werden kann. Wer seine Mitgliedschaft ruhen lassen möchte, muss dies schriftlich beim Kundenservice beantragen – eine telefonische Stornierung ist nicht möglich. Besonders für Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen könnte die Umstellung schwierig werden, da nicht alle Alternativbäder barrierefrei ausgebaut sind. Hier lohnt sich ein vorheriger Anruf bei den jeweiligen Bädern, um die Zugänglichkeit zu klären.

Ein kleiner Trost für alle, die das Dante-Bad vermissen werden: Die Sanierung umfasst nicht nur technische Modernisierungen, sondern auch die Restaurierung der denkmalgeschützten Jugendstil-Elemente. Laut Fachleuten für Badehausarchitektur gehört das Dante-Bad zu den letzten vollständig erhaltenen Beispielen dieser Epoche in Süddeutschland – die Investition von 15 Millionen Euro soll sicherstellen, dass der historische Glanz nach der Wiedereröffnung 2025 noch strahlender erlebt werden kann.

Alternative Schwimmbäder in der Nähe

Während das Dante-Bad für die aufwendige Sanierung dichtbleibt, müssen Schwimmbegeisterte nicht auf Alternativen verzichten. München bietet eine Reihe gut erreichbarer Bäder mit ähnlichem Angebot. Besonders das <a href="https://www.muenchen.de/baeder/michaelibad" target="blank“>Michaelibad in Berg am Laim punktet mit einem 50-Meter-Becken, Sprungturm und einer großzügigen Saunalandschaft – ideal für Sportschwimmer und Erholungssuchende. Auch das <a href="https://www.muenchen.de/baeder/cosima-wellenbad" target="blank“>Cosima-Wellenbad im Olympiapark zieht mit Wellenbecken, Rutschen und einem separaten Sportbecken Familien und Freizeitschwimmer an.

Wer es etwas ruhiger mag, findet im <a href="https://www.muenchen.de/baeder/dugladze-bad" target="blank“>Dugladze-Bad in Thalkirchen ein kleineres, aber feines Hallenbad mit 25-Meter-Becken und einem Außenbereich. Laut einer Umfrage der Stadtwerke München nutzen über 60 % der Münchner regelmäßig mindestens eines der 20 öffentlichen Bäder – ein Zeichen für die hohe Nachfrage nach Schwimmgelegenheiten. Für Thermenfans lohnt sich das <a href="https://www.therme-erding.de" target="blank“>Therme Erding, nur 30 Autominuten entfernt, mit über 30 Becken und einer der größten Saunalandschaften Europas.

Ein Geheimtipp ist das <a href="https://www.muenchen.de/baeder/antebad" target="blank“>Antebad in Schwabing: Weniger überlaufen als die großen Bäder, aber mit moderner Ausstattung und einem separaten Kinderbereich. Wer lieber unter freiem Himmel schwimmt, kann auf das <a href="https://www.muenchen.de/baeder/riemer-bad" target="blank“>Riemer Bad ausweichen – eines der wenigen beheizten Freibäder der Stadt, das ganzjährig geöffnet hat.

Für Wettkampftraining empfiehlt sich das <a href="https://www.muenchen.de/baeder/georg-freundorfer-schwimmhalle" target="blank“>Georg-Freundorfer-Schwimmhalle in Moosach, wo auch Vereine trainieren. Die Stadt hat zudem temporäre Lösungen wie das <a href="https://www.muenchen.de/baeder/sommerbad-olympiapark" target="blank“>Sommerbad im Olympiapark ausgebaut, das in den warmen Monaten zusätzliche Kapazitäten bietet.

Wann das Dante-Bad wieder seine Türen öffnet

Die Türen des Dante-Bads bleiben vorerst verschlossen – doch der Countdown für die Wiedereröffnung läuft. Laut aktueller Planung der Stadt München soll das denkmalgeschützte Hallenbad im Frühjahr 2025 seine Besucher wieder empfangen. Die Sanierung des 1923 erbauten Jugendstil-Juwels erfordert nicht nur handwerkliche Präzision, sondern auch Geduld: Allein die Restaurierung der historischen Fassaden und Mosaike beansprucht nach Angaben von Denkmalschutz-Experten rund 40 Prozent der Gesamtbauzeit.

Wer auf die charakteristische Atmosphäre des Dante-Bads nicht zwei volle Jahre verzichten möchte, findet in den benachbarten Stadtteilen Alternativen. Das Müller’sche Volksbad, Münchens ältestes öffentlich zugängliches Hallenbad, übernimmt während der Schließungsphase einen Teil der Schwimmkurse – allerdings mit begrenzten Kapazitäten. Statistiken der Stadtwerke zeigen, dass seit Bekanntgabe der Sanierung die Auslastung umliegender Bäder um bis zu 25 Prozent gestiegen ist.

Die Wiedereröffnung wird nicht nur für Schwimmbegeisterte ein Highlight. Geplant ist, das Bad mit moderner Technik auszustatten, ohne den historischen Charme zu beeinträchtigen. So sollen energieeffiziente Heizsysteme und barrierefreie Zugänge das Dante-Bad fit für die nächsten Jahrzehnte machen. Ob die Arbeiten wie vorgesehen im Plan bleiben, hängt jedoch auch von unvorhergesehenen Herausforderungen ab – etwa bei der Beschaffung passender, denkmalgerechter Materialien.

Bis dahin bleibt den Stammgästen nur die Erinnerung an die markante Kuppel, das warme Licht der Glasbausteine und das Echo der Schwimmer unter der hohen Decke. Wer mag, kann die Zeit nutzen, um die Geschichte des Bads zu erkunden: Die Stadtbibliothek München bietet während der Sanierung eine digitale Ausstellung mit historischen Plänen und Fotos an.

Die dreijährige Schließung des Dante-Bads markiert einen tiefen Einschnitt für Münchens Bäderlandschaft – doch die 15-Millionen-Investition verspricht eine grundlegende Modernisierung, die das historische Juwel für kommende Generationen sichern soll. Wer auf Schwimmbahnen oder Sauna nicht verzichten will, findet in den benachbarten Thermen wie der Müller’schen Volksbad oder dem Cosima-Wellenbad vorübergehend Alternativen, auch wenn der Charme des denkmalgeschützten Jugendstilbads schwer zu ersetzen ist.

Bis zur Wiedereröffnung 2025 bleibt abzuwarten, ob die Sanierung gelingt, ohne den einzigartigen Charakter des Bads zu verwässern – ein Balanceakt zwischen Denkmalschutz und modernen Ansprüchen, der Münchens Bäderkultur nachhaltig prägen wird.