Mit dem letzten Schwimmer, der am 31. Dezember die Bahnen verlässt, endet eine Ära: Das Dantebad München schließt nach genau 50 Jahren seine Tore. Seit 1974 prägte das Hallenbad im Herzen Neuhausens Generationen von Münchnern – als Sportstätte, Treffpunkt und Stück Stadtgeschichte. Über 1,2 Millionen Besucher zählte das Bad in seinen besten Jahren, doch jetzt macht der Zahn der Zeit dem Betonbau zu schaffen. Sanierungsbedarf, veraltete Technik und steigende Energiekosten besiegeln das Aus für eines der letzten großen kommunalen Bäder aus den 70ern.
Für viele ist das Dantebad München mehr als nur ein Schwimmbad. Hier lernten Kinder das Brustschwimmen, Vereine trainierten für Wettkämpfe, und Anwohner fanden an heißen Sommertagen Abkühlung unter dem charakteristischen Sägezahndach. Doch der Abschied fällt leichter, weil die Stadt bereits konkrete Pläne vorlegt: Ein modernes Ersatzbau soll exakt am selben Standort entstehen – mit mehr Platz, besserer Energieeffizienz und einem Design, das an die architektonische Handschrift des Originals anknüpft. Bis dahin bleibt die Frage, wohin die Stammgäste ausweichen sollen.
Ein halbes Jahrhundert Münchner Badekultur
Das Dantebad prägte seit 1974 das Gesicht der Münchner Badekultur – nicht als prunkvolles Spa, sondern als lebendiger Treffpunkt. Mit seinem markanten Flachdachbau und den charakteristischen blauen Kacheln wurde es zur zweiten Heimat für Generationen von Schwimmern, vom Schulkind bis zum Senioren. Besonders die 50-Meter-Bahn zog Wettkampfsportler an, während Familien die kleineren Becken und die Saunalandschaft schätzten. Über die Jahrzehnte entwickelte sich das Bad zu einem Ort der Begegnung, an dem sich Nachbarschaften vernetzten und Alltagsroutinen entstanden.
Die Zahlen sprechen für sich: Rund 250.000 Besucher zählte das Dantebad jährlich in seinen besten Zeiten, wie aus Stadtstatistiken hervorgeht. Nicht nur die Schwimmkurse für Kinder oder die Aquagymnastik-Gruppen füllten die Hallen, auch Vereine wie die Münchner Wasserfreunde nutzten die Anlage regelmäßig für Training und Wettkämpfe. Architekturkritiker lobten zudem die klare Funktionalität des Baus, der typisch war für die 1970er-Jahre – eine Ära, in der öffentliche Bäder als soziale Infrastruktur Priorität hatten.
Doch das Dantebad war mehr als nur ein Sportort. An heißen Sommertagen verwandelte sich das Außenbecken in ein belebtes Freiluftbad, während im Winter die Sauna mit ihrem originalen Holzinterieur aus den Gründungsjahren für Gemütlichkeit sorgte. Viele Münchner verbinden mit dem Bad persönliche Erinnerungen: den ersten Sprung vom 3-Meter-Brett, die Schwimmabzeichen-Prüfungen oder einfach die entspannten Stunden nach der Arbeit. Selbst die typische Akustik – das Hallen der Stimmen unter der hohen Decke – wurde für Stammgäste zum vertrauten Klang.
Mit der Schließung endet nun eine Ära, doch die Tradition soll am selben Standort weiterleben. Der geplante Neubau verspricht moderne Standards, doch ob er den Charme des alten Dantebads einfangen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ein Stück Münchner Alltagskultur verschwindet – und mit ihm ein Ort, der über 50 Jahre hinweg weit mehr war als nur ein Schwimmbad.
Warum das beliebte Dantebad seine Tore schließt
Fünf Jahrzehnte lang war das Dantebad im Münchner Stadtteil Neuhausen ein fester Bestandteil des städtischen Freizeitlebens. Doch jetzt fällt der Vorhang für eines der letzten großen Hallenbäder der 1970er-Jahre. Der Grund: steigende Sanierungskosten und veraltete Technik, die mit den modernen Anforderungen an Energieeffizienz und Barrierefreiheit nicht mehr Schritt halten. Laut einem Gutachten des TÜV Süd wären für eine grundlegende Modernisierung Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe nötig – ein Betrag, der angesichts der ohnehin angespannten Haushaltslage der Stadt nicht zu rechtfertigen sei.
Besonders die maroden Rohrleitungen und die veraltete Lüftungsanlage bereiteten den Betreibern seit Jahren Kopfzerbrechen. Immer wieder kam es zu kurzfristigen Schließungen wegen technischer Defekte. Die Stadtwerke München bestätigten, dass allein die Instandhaltungskosten in den letzten fünf Jahren um 40 % gestiegen sind.
Doch nicht nur die Technik machte dem Bad zu schaffen. Auch die Besucherzahlen sanken kontinuierlich – von einst über 200.000 Gästen pro Jahr auf zuletzt kaum noch 120.000. Schulklassen, die früher regelmäßig das Dantebad für Schwimmkurse nutzten, wechselten zunehmend zu moderneren Bädern wie dem Michaelibad oder dem neu errichteten Westbad. Die Attraktivität litt zudem unter dem fehlenden Wellnessbereich, der in anderen Münchner Bädern längst Standard ist.
Ein weiterer Faktor war die veränderte Nutzungsgewohnheit: Während Hallenbäder früher vor allem dem Schwimmsport dienten, erwarten Besucher heute multifunktionale Erlebnisbereiche mit Saunalandschaften und Fitnessangeboten. Das Dantebad, mit seiner schlichten 50-Meter-Bahn und den spartanischen Umkleiden, konnte da nicht mithalten. Die Schließung markiert damit auch das Ende einer Ära – und den Beginn einer neuen, wie die Stadt verspricht.
Was Besucher bis zur Schließung noch wissen müssen
Bis das Dantebad am 31. Dezember 2024 seine Tore endgültig schließt, bleiben Besuchern noch knapp sechs Monate, um Abschied von der Münchner Institution zu nehmen. Die Stadtwerke München (SWM) betonen, dass der Betrieb bis zum letzten Tag aufrechterhalten wird – inklusive aller Kursangebote und Saunaöffnungszeiten. Wer das Bad noch einmal in seiner ursprünglichen Form erleben möchte, sollte sich beeilen: Laut SWM nutzten im vergangenen Jahr über 230.000 Gäste die Einrichtung, was die Beliebtheit des 50 Jahre alten Bades unterstreicht.
Für Stammgäste gibt es praktische Übergangsregelungen. Die bestehenden Jahreskarten behalten bis zum 31. Dezember 2024 ihre Gültigkeit, eine anteilsmäßige Rückerstattung ist auf Antrag möglich. Wer sein Training oder seine Therapieeinheiten nicht unterbrechen möchte, kann auf alternative SWM-Bäder wie das Michaelibad oder das Cosima-Wellenbad ausweichen. Die Stadt empfiehlt, sich frühzeitig über Kapazitäten und Kursangebote in den anderen Häusern zu informieren, da mit erhöhten Besucherzahlen zu rechnen ist.
Besonderes Augenmerk liegt auf den letzten Veranstaltungen. Geplant sind ein Tag der offenen Tür im November sowie eine Abschlussfeier am 28. Dezember, bei der ehemalige Mitarbeiter und langjährige Besucher ihre Erinnerungen teilen können. Die SWM arbeiten zudem an einem digitalen Archiv, in dem Fotos, Zeitungsartikel und persönliche Geschichten des Dantebads gesammelt werden sollen. Interessierte können ab sofort Material über die offizielle Website einreichen.
Weniger bekannt ist, dass Teile der historischen Ausstattung erhalten bleiben. Die markante Wandgestaltung im Eingangsbereich sowie die Mosaike im Beckenbereich sollen nach Möglichkeit in den Neubau integriert werden. Bis dahin bleibt das Dantebad ein Stück Münchner Geschichte – mit all seinen Ecken, Kanten und dem unverwechselbaren Charme der 1970er-Jahre-Architektur.
Stadtratspläne für den Neubau am alten Standort
Der Münchner Stadtrat hat konkrete Pläne für den Neubau des Dantebads vorgelegt – und setzt dabei auf Kontinuität. Statt eines Umzugs soll das beliebte Hallenbad an seinem historischen Standort in der Dantestraße 10 neu entstehen. Die Entscheidung fällt nach 50 Jahren Betrieb des alten Bades, das seit den 1970er-Jahren ein fester Bestandteil des Stadtteils Schwabing-West ist. Laut einer Machbarkeitsstudie der Stadtwerke München könnte der Neubau bereits 2027 fertiggestellt werden, vorausgesetzt, die Bauarbeiten beginnen wie geplant 2025.
Architektonisch orientiert sich der Entwurf an modernen Standards für Energieeffizienz und Barrierefreiheit. Geplant sind eine größere Schwimmfläche als im ursprünglichen Bad, ein erweitertes Saunabereich sowie ein Therapiebecken für Rehabilitation. Besonders im Fokus steht die Nutzung von Geothermie zur Beheizung der Becken – ein Konzept, das bereits in anderen Münchner Bädern wie dem Michaelibad erfolgreich umgesetzt wurde. Kritiker monieren allerdings, dass die geplanten 24 Millionen Euro Baukosten deutlich über den ursprünglichen Schätzungen liegen.
Für Anwohner und Stammgäste des Dantebads ist die Standorttreue ein zentrales Argument. „Die Nähe zum Olympiapark und die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr machen den Standort ideal“, betont ein Sprecher des Schwabinger Bezirksausschusses. Tatsächlich nutzen aktuell rund 220.000 Besucher jährlich das Bad – eine Zahl, die mit dem Neubau noch steigen könnte.
Doch nicht alle Details sind geklärt. Noch läuft die Prüfung, ob das bestehende Gebäude teilweise in den Neubau integriert werden kann oder ein kompletter Abriss nötig wird. Klärungsbedarf gibt es auch bei der Parkplatzsituation: Aktuell stehen nur 30 Stellplätze zur Verfügung, was bei der erwarteten Frequenz zu Engpässen führen dürfte. Die Stadt verhandelt daher mit benachbarten Gewerbeflächen über mögliche Kooperationen.
Bis die ersten Schwimmer im neuen Dantebad ihre Bahnen ziehen, bleibt das alte Bad noch bis Ende 2024 geöffnet – mit einem abwechslungsreichen Programm, das die Wartezeit versüßen soll.
Modernisierung oder Verdrängung? Kritik an den Plänen
Die Pläne zum Neubau des Dantebads stoßen nicht überall auf Zustimmung. Kritiker werfen der Stadt vor, mit dem Projekt eine schleichende Verdrängung sozial schwächerer Bevölkerungsgruppen voranzutreiben. Das Bad in Neuhausen gilt seit Jahrzehnten als Treffpunkt für Familien mit geringem Einkommen, Senioren und Migrantengruppen – eine Zielgruppe, die sich künftig die höheren Eintrittspreise eines modernen Wellnessbads möglicherweise nicht mehr leisten kann. Studien des Deutschen Instituts für Urbanistik zeigen, dass bei ähnlichen Sanierungen in anderen Städten die Besucherzahlen aus einkommensschwachen Haushalten um bis zu 30 Prozent sanken.
Besonders umstritten ist die geplante Reduzierung des klassischen Schwimmbetriebs zugunsten von Saunalandschaften und Premium-Angeboten. Während die Stadt betont, damit „zeitgemäße Bedürfnisse“ zu bedienen, sehen Gegner darin einen systematischen Ausschluss der Stammkundschaft. Der Münchner Mieterverein warnt vor einer „Luxussanierung“, die das Dantebad von einem sozialen Ort zu einer „Freizeitoase für Besserverdiener“ umfunktioniert.
Auch die bauliche Dimension des Vorhabens gibt Anlass zur Skepsis. Mit einer geplanten Verdopplung der Nutzfläche auf über 5.000 Quadratmeter befürchten Anwohner eine weitere Verdichtung des Viertels – inklusive höherer Mieten und Lärmbelastung. Die Stadt argumentiert zwar mit verbesserten Energieeffizienzstandards, doch lokale Initiativen verweisen auf Erfahrungen aus anderen Großprojekten wie dem neuen Volkbad in Frankfurt, wo ähnliche Versprechen zu massiven Kostenüberschreitungen und Nutzereinschränkungen führten.
Klar ist: Der Neubau wird die Dynamik im Stadtteil verändern. Ob zum Vorteil aller – oder nur weniger.
Mit dem Schließen des Dantebads endet nach einem halben Jahrhundert eine Ära – doch für Münchens Schwimmkultur markiert der Abschied auch einen Neuanfang. Das beliebte Hallenbad war mehr als nur ein Sportort: Es prägte Generationen von Schwimmern, Familien und Vereinen, die hier ihre Bahnen zogen, Kurse besuchten oder einfach die Saunalandschaft genossen.
Wer bis zur Fertigstellung des Neubaus nicht auf sein Training oder die entspannenden Stunden im Wasser verzichten will, findet Alternativen in den umliegenden Bädern wie dem Michaelibad oder dem Cosima-Wellenbad, die vorerst die Lücke füllen müssen. Bis das moderne Dantebad 2028 seine Türen öffnet, bleibt die Hoffnung, dass der Neubau den Charme des Alten mit zeitgemäßem Komfort verbindet – und so eine neue Tradition begründet.

