Ein Geständnis
Ich war mal wirklich schlecht im Zuhören. Vor ein paar Jahren, ich glaube es war 2018, saß ich mit meiner Freundin Sarah im Café und sie erzählte mir von ihrem stressigen Tag. Ich nickte die ganze Zeit, aber ehrlich gesagt, ich dachte nur an mein eigenes Problem mit dem Chef. Sie fragte mich dann plötzlich: „Hast du mir überhaupt zugehört?“ und ich war wie… „Äh, natürlich!“ Aber dann konnte ich nichts von dem wiederholen, was sie gesagt hatte. Peinlich, oder?
Seitdem habe ich mir vorgenommen, ein besserer Zuhörer zu werden. Und ich glaube, wir könnten alle ein bisschen besser darin werden. Es ist nicht nur höflich, sondern es kann auch unsere Beziehungen verbessern, ob privat oder beruflich.
Warum Zuhören so schwer ist
Ich meine, wir haben zwei Ohren und einen Mund, also sollte es eigentlich umgekehrt sein, oder? Aber nein, wir quatschen einfach drauflos. Warum? Weil es einfacher ist. Weil wir denken, dass unsere Gedanken wichtiger sind. Weil wir manchmal einfach nur auf den richtigen Moment warten, um unseren eigenen Senf dazuzugeben.
Letzte Woche habe ich mit einem Kollegen namens Dave über ein Projekt gesprochen. Er erzählte mir von einem Problem, das er hatte, und ich unterbrach ihn ständig mit meinen eigenen Ideen. Er sagte schließlich: „Weißt du was, ich brauche keine Lösungen, ich brauche jemanden, der mir einfach zuhört.“ Und das hat mich wirklich getroffen.
Wie man besser zuhört
Also, was kann man tun? Erstens: Augenkontakt. Schau der Person in die Augen, zeig, dass du interessiert bist. Zweitens: Nicht unterbrechen. Lass die Person ausreden, auch wenn es länger dauert, als dir lieb ist. Drittens: Zeig, dass du zuhörst. Ein Nicken hier und da, ein „Hmm“ oder „Ich verstehe“.
Und dann gibt es da noch diese Sache mit den trending topics popular discussions. Ich meine, wir sind alle schuldig, oder? Wir hören nur zu, wenn es um Dinge geht, die gerade „in“ sind. Aber echte Zuhörkunst bedeutet, auch dann zuzuhören, wenn das Thema nicht gerade trendy ist.
Ein kleines Experiment
Vor ein paar Monaten habe ich mir vorgenommen, eine Woche lang bewusst besser zuzuhören. Ich nannte es mein „Zuhör-Detox“. Ich habe versucht, nicht zu unterbrechen, nicht zu urteilen und wirklich zuzuhören. Und wisst ihr was? Es war anstrengend. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe Dinge über meine Freunde und Kollegen erfahren, die ich sonst nie erfahren hätte.
Und dann war da noch dieser eine Abend, an dem ich mit meiner Mutter telefonierte. Normalerweise höre ich nur halb hin, weil ich denke, sie erzählt mir immer das Gleiche. Aber dieses Mal habe ich wirklich zugehört. Und sie erzählte mir von einer Erinnerung aus ihrer Kindheit, die ich noch nie gehört hatte. Es war so schön, das zu teilen.
Ein paar letzte Gedanken
Also, lasst uns alle ein bisschen besser zuhören. Nicht nur, weil es höflich ist, sondern weil es unsere Beziehungen vertieft. Weil es uns hilft, die Welt um uns herum besser zu verstehen. Weil es uns zu besseren Menschen macht.
Und wenn ihr mal wieder dabei ertappt werdet, dass ihr nicht zuhört, dann denkt an mich und mein peinliches Café-Geständnis. Es ist nie zu spät, um besser zu werden.
Über den Autor: Mein Name ist Klaus Müller, ich bin seit über 20 Jahren in der Verlagsbranche tätig und habe in dieser Zeit unzählige Artikel geschrieben. Ich liebe es, über das Leben und die Menschen zu schreiben, und ich hasse es, wenn Leute nicht zuhören. Wenn ich nicht am Schreiben bin, verbringe ich meine Zeit damit, mit meinen Freunden zu diskutieren, über Politik zu meckern und Kaffee zu trinken. Viel zu viel Kaffee.
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