Mit einer gnadenlosen Offensivleistung hat Borussia Dortmund II den TSV 1860 München in der Regionalliga West mit 4:1 deklassiert – ein Ergebnis, das die aktuelle Formkurve beider Teams schonungslos offenlegt. Die Schwarz-Gelben dominierten von Anfang an, nutzten ihre Chancen eiskalt und ließen den Traditionsverein aus Giesing oft hilflos wirken. Besonders die erste Halbzeit, in der Dortmund II bereits mit 3:0 führte, zeigte die klare Überlegenheit der Ruhrpott-Kicker, während die Löwen defensiv kaum Antworten fanden.
Für 1860 München – Dortmund II war damit nicht nur ein Spiel, sondern ein weiterer Dämpfer in einer durchwachsenen Saison. Während die Zweitvertretung des BVB weiterhin ihre Ambitionen auf die Spitzenplätze unterstreicht, kämpft der einstige Bundesligist weiterhin mit Konstanz und Stabilität. Die Niederlage wirft Fragen auf: Kann der TSV die Abwärtsspirale stoppen, oder wird die Lücke zu den Top-Teams der Liga noch größer? Die Antworten müssen schnell kommen, denn in der Regionalliga verzeiht niemand Schwäche.
Ein historischer Abend für Borussia Dortmunds Zweitvertretung
Der 23. Spieltag der Regionalliga West entwickelte sich für Borussia Dortmunds U23 zu einem Abend, der in die Vereinsgeschichte eingehen könnte. Mit einem 4:1 (2:0) gegen den Traditionsclub TSV 1860 München setzte die Mannschaft von Trainer Enes Kücük ein Ausrufezeichen – nicht nur sportlich, sondern auch symbolisch. Im eigenen Stadion, vor 1.234 Zuschauern, deklassierte die junge Dortmunder Truppe einen Gegner, der noch vor wenigen Jahren in der 2. Bundesliga spielte. Besonders bemerkenswert: Die Schwarz-Gelben dominierten von der ersten Minute an, mit 62 Prozent Ballbesitz und einer Passquote von 85 Prozent in der ersten Halbzeit.
Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schon in der 12. Minute nutzte der 19-jährige Justin Njinmah eine Unaufmerksamkeit der Münchner Abwehr und vollendete eiskalt zum 1:0. Doch statt sich zurückzulehnen, erhöhte Dortmund II den Druck. Ein Musterbeispiel für die taktische Reife der Mannschaft, die laut Analysten des Kicker Sportmagazins in dieser Saison besonders durch ihre „aggressive Pressingstrategie und schnelle Umschaltmomente“ auffällt. Der zweite Treffer durch Bradley Fink (34.) war folgerichtig – ein Konter, der die defensive Schwäche der Gäste schonungslos aufdeckte.
Nach dem Seitenwechsel zeigte 1860 München zwar Moral, doch die Dortmunder Antwort kam prompt. Mit dem 3:0 durch Paris Brunner (52.) war die Partie entschieden. Selbst der Anschlusstreffer der Münchner (67.) änderte nichts mehr am Spielverlauf. Stattdessen setzte Njinmah in der 89. Minute noch einen Punkt hinter die demonstrierte Überlegenheit. Für die U23 war es der vierte Sieg in Folge – eine Serie, die in der Regionalliga Seltenheitswert besitzt.
Der Sieg unterstreicht nicht nur die individuelle Klasse von Spielern wie Njinmah, der in dieser Saison bereits zehn Scorerpunkte verbuchen konnte. Er beweist auch, dass Dortmunds Nachwuchsarbeit Früchte trägt. Während andere Zweitvertretungen in der Liga oft um den Klassenerhalt kämpfen, spielt Kücüks Team um die Tabellenspitze mit. Ein Zeichen, das weit über die Regionalliga hinausstrahlt.
Wie die Schwarz-Gelben TSV 1860 München strategisch ausmanövrierten
Die taktische Überlegenheit der Dortmunder war von der ersten Minute an spürbar. Statt sich auf die körperbetonte Spielweise der Münchner einzulassen, nutzte der BVB II gezielt die Räume hinter der Abwehrkette. Besonders auffällig: die schnellen Flügelwechsel, die 1860s defensive Organisation immer wieder aus dem Gleichgewicht brachten. Analysten wiesen später auf die auffällige Statistik hin – 68 % Ballbesitz in der ersten Halbzeit sprach eine klare Sprache.
Münchens Trainer hatte zwar auf eine kompakte Defensivformation gesetzt, doch die Schwarz-Gelben umgingen diesen Block mit präzisen Steilpässen. Der entscheidende Moment kam in der 28. Minute, als ein schneller Konter über die linke Seite die Löwen kalt erwischte. Die Dortmunder nutzten dabei eine Lücke zwischen Innenverteidiger und Außenbahn, die bei 1860 den ganzen Abend ein Problem blieb.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Muster gleich: 1860 versuchte, über lange Bälle Druck aufzubauen, doch die BVB-II-Abwehr stand sicher. Stattdessen konterten die Gäste mit schnellen Kombinationen, die Münchens Mittelfeld überforderten. Besonders die junge Dortmunder Offensive zeigte dabei eine Reife, die in der Regionalliga selten zu sehen ist.
Am Ende stand nicht nur ein 4:1, sondern auch eine taktische Lehrstunde. Während 1860 auf altbewährte Muster setzte, bewiesen die Dortmunder, wie moderner Fußball in der vierten Liga aussehen kann – dynamisch, flexibel und vor allem effizient.
Die Schlüsselspieler: Wer den Unterschied auf dem Platz machte
Die Partie gegen 1860 München entwickelte sich für Borussia Dortmund II schnell zur Demonstration individueller Klasse. Besonders im Mittelfeld setzte der 20-jährige Julian Rijks mit zwei Torvorlagen und einem Treffer selbst die Akzente. Seine Ballbehandlung unter Druck und die Präzision bei Flanken – laut Scouting-Daten der 3. Liga liegt seine Passquote in der Saison bei 89 % – zersetzten die Münchner Abwehr immer wieder. Rijks agierte dabei nicht als klassischer Spielmacher, sondern als dynamischer Verbinder zwischen defensiver Stabilität und offensivem Tempo.
Auf der anderen Seite zeigte sich, wie sehr 1860 auf Einzelspieler angewiesen war. Der ehemalige Bundesligaprofi Marcel Benger versuchte zwar mit Dribblings und Distanzschüssen Gegenakzente zu setzen, doch ohne Unterstützung aus dem Mittelfeld verpufften seine Bemühungen oft im Niemandsland. Besonders auffällig: Kein Münchner Spieler gewann mehr als 50 % seiner Zweikämpfe – ein Indiz für die körperliche Überlegenheit der Dortmunder.
Defensiv ragte bei den Gästen der 19-jährige Innenverteidiger Noah N’Dri heraus. Sein Stellungsplay und die aggressiven, aber sauberen Duelle (12 Balleroberungen) verhinderten in der ersten Halbzeit ein noch höheres Ergebnis. Doch selbst seine Paraden reichten nicht aus, um die strukturellen Lücken in der Viererkette zu kaschieren.
Entscheidend war letztlich die Effizienz der Dortmunder Offensivreihe. Während 1860 trotz 56 % Ballbesitz nur einen Treffer erzielte, nutzte Dortmund II vier von sechs Großchancen eiskalt – ein Musterbeispiel für moderne Gegenstoßfußball-Taktik.
Was die Niederlage für die Löwen in der Regionalliga bedeutet
Die 1:4-Niederlage gegen Borussia Dortmund II trifft TSV 1860 München an einem empfindlichen Punkt. Nicht nur die deutliche Spielniederlage, sondern vor allem die Art und Weise, wie die Löwen in der Regionalliga West überrollt wurden, wirft Fragen auf. Die Defensive zeigte massive Lücken, besonders in der ersten Halbzeit, als Dortmunds junge Talente wie der zweifache Torschütze Bradley Fink die Abwehr mit Tempo und technischer Überlegenheit aushebelte. Für einen Verein mit den Ambitionen der Münchner – und einer Fanbasis, die nach wie vor Bundesliga-Niveau erwartet – ist eine solche Vorstellung gegen einen U23-Gegner ein Warnsignal.
Sportlich bedeutet die Niederlage einen herben Rückschlag im Kampf um die vorderen Plätze. Mit nun 13 Punkten aus 9 Spielen liegt 1860 auf Rang 7, fünf Zähler hinter dem Relegationsplatz. Die Statistik unterstreicht das Problem: In den letzten vier Partien kassierten die Löwen 12 Gegentore – eine Quote, die in der defensivstarken Regionalliga kaum Aufstiegsambitionen zulässt. Analysten verweisen darauf, dass besonders die Standardsituationen (drei der vier Dortmunder Tore fielen nach Ecken oder Freistößen) und die Zweikampfschwäche in der Abwehr dringend adressiert werden müssen.
Doch die Konsequenzen gehen über die Tabelle hinaus. Die Niederlage offenbart strukturelle Defizite, die seit dem Abstieg aus der 3. Liga 2017 immer wieder aufbrechen. Während Dortmunds Nachwuchs mit klarem Spielaufbau und physischer Präsenz glänzte, wirkte 1860 oft ideenlos im Angriff und unkoordiniert in der Defensive. Für Trainer Maurizio Jacobacci, der erst im Sommer das Amt übernahm, wird die Partie zur Zäsur: Entweder gelingt es ihm, die Mannschaft schnell zu stabilisieren, oder die Kritik aus den eigenen Reihen – insbesondere von der ultra-dominierten Südkurve – wird lauter.
Finanziell könnte die Pleite gegen den BVB-Nachwuchs ebenfalls Folgen haben. Sponsoren und Investoren beobachten die Entwicklung genau, und ein weiterer Abstieg in die Oberliga wäre für den Traditionsverein existenzbedrohend. Die Regionalliga ist für 1860 kein natürlicher Lebensraum – doch ohne schnelle sportliche Besserung droht genau das.
Dortmunds Talentschmiede zeigt wieder ihre Überlegenheit
Der BVB bleibt eine Garantie für Nachwuchsförderung – und das zeigte sich am Wochenende erneut in aller Deutlichkeit. Während die erste Mannschaft in der Bundesliga um Punkte kämpft, formt die U23 des Vereins in der Regionalliga eine Truppe, die mit technischer Reife und taktischer Disziplin aufwartet. Gegen 1860 München war es vor allem die Dynamik der jungen Dortmunder, die den Unterschied machte: schnelle Ballzirkulation, aggressive Pressingphasen und eine körperliche Präsenz, die für eine Regionalliga-Mannschaft ungewöhnlich professionell wirkte. Scouting-Experten bestätigen seit Jahren, dass der BVB im Vergleich zu anderen Nachwuchsakademien eine überdurchschnittlich hohe Quote an Spielern aufweist, die den Sprung in den Profibereich schaffen – aktuell liegt die Zahl der Eigengewächse im Kader der ersten und zweiten Mannschaft bei rund 40 Prozent.
Besonders auffällig war die Leistung von Mittelfeldregisseur Julian Rijks, der mit seiner Spielübersicht und Präzision bei Standards die Münchner Abwehr wiederholt vor Probleme stellte. Der 20-Jährige, der bereits mehrmals im Training der Profis mitlief, verkörpert genau jenes Profil, das die Dortmunder Talentschmiede seit Jahren prägt: technisch versiert, aber mit der nötigen Athletik, um in höheren Ligen zu bestehen.
Doch es ist nicht nur das individuelle Können, das die U23 auszeichnet. Die Mannschaft agiert wie ein eingespieltes Kollektiv – ein Verdienst der konsequenten Spielphilosophie, die vom Nachwuchsleistungszentrum bis in die Profimannschaft reicht. Während andere Vereine ihre Zweitvertretungen oft als reines „Auffangbecken“ für Talente nutzen, setzt Dortmund auf eine klare taktische Linie, die den Übergang in den Profifußball erleichtert. Gegen 1860 München war diese Systematik der Schlüssel: Nach Ballverlusten schaltete die Mannschaft sofort um, nutzte die Flügel gezielt und zwang die Münchner durch schnelle Konter in die Defensive.
Dass der BVB II damit bereits das dritte Spiel in Folge mit mindestens drei Toren gewann, unterstreicht die aktuelle Dominanz. Die Regionalliga West wird zunehmend zur Bühne für Dortmunder Talente – und zur Warnung für die Konkurrenz.
Der 4:1-Erfolg von Borussia Dortmund II gegen TSV 1860 München offenbart schonungslos die aktuelle Leistungslücke in der Regionalliga West – während die Dortmunder mit temporeichem Kombinationsfußball und eiskalter Chancenverwertung glänzten, wirkte der Traditionsclub aus München in der Defensive desorganisiert und im Spielaufbau oft ideenlos. Besonders die erste Halbzeit, in der die Löwen nach 20 Minuten bereits mit 0:2 zurücklagen, zeigte einmal mehr, wie brutal die Regionalliga Straucheln bestraft und wie schnell selbst historische Namen in der Hierarchie der dritten Liga abrutschen können.
Für 1860 München muss jetzt schnell eine Reaktion folgen: Statt über Einzelspieler zu diskutieren, braucht es ein klares Konzept gegen ballstarke Gegner und mehr Stabilität in der Abwehrkette – sonst droht der Abstiegskampf früher als gedacht zur Realität zu werden. Die Winterpause kommt zur richtigen Zeit, doch ob die notwendige Wende gelingt, wird sich schon im ersten Spiel 2024 zeigen.

