Mit knallenden Schüssen und quietschenden Reifen eskalierte am frühen Dienstagabend eine Verfolgungsjagd durch Münchens Innenstadt, die selbst erfahrene Einsatzkräfte an ihre Grenzen brachte. Drei Verdächtige wurden nach einer spektakulären Schießerei in der Nähe des Marienplatzes festgenommen, während die Polizei die umliegenden Straßen stundenlang absperrte. Augenzeugen berichten von mindestens fünf Schüssen, die gegen 19:30 Uhr die Abendstille zerrissen – ein seltenes Ausmaß an Gewalt für die sonst so geordnete bayerische Metropole. Die Action München erreichte damit einen neuen Höhepunkt, als Spezialeinheiten mit schussbereiten Waffen durch die Fußgängerzone stürmten.

Für die Münchner bedeutet der Vorfall mehr als nur eine Schlagzeile: Er zeigt, wie schnell der Alltag in einer der sichersten Städte Deutschlands kippen kann. Die Action München beschränkt sich sonst auf Großveranstaltungen wie das Oktoberfest oder Demonstrationen – doch diesmal ging es um Leben und Tod. Während die Ermittler noch die genauen Hintergründe klären, stellt sich die Frage, ob solche Szenen künftig häufiger werden. Die Polizei bestätigt bereits, dass es sich um einen gezielten Zugriff auf eine Gruppe handelte, die im Verdacht steht, mit organisierter Kriminalität in Verbindung zu stehen.

Schießerei am Mittag: Wie alles in der Kaufingerstraße begann

Die Schüsse fielen um 12:47 Uhr – mitten in der belebten Kaufingerstraße. Augenzeugen berichten von einem lauten Knall, gefolgt von panischem Geschrei. Ein 34-jähriger Mann feuerte nach ersten Erkenntnissen der Polizei mindestens drei Mal in Richtung einer Personengruppe, bevor er die Flucht ergriff. Die Kugeln trafen glücklicherweise niemand, doch die Splitter beschädigten eine Schaufensterscheibe bei H&M. Die Kaufingerstraße, normalerweise eine der frequentiertesten Einkaufsmeilen Münchens, verwandelte sich innerhalb von Sekunden in ein Chaos.

Laut Einsatzprotokollen der Münchner Polizei befand sich zum Zeitpunkt der Schießerei eine dreistellige Zahl an Passanten in unmittelbarer Nähe. Statistiken des Bayerischen Landeskriminalamts zeigen, dass nur etwa 12 % aller Schussvorfälle in Deutschland in Innenstadtlagen stattfinden – die meisten ereignen sich in Wohngebieten oder ländlichen Regionen. Hier jedoch traf es das Herz der Stadt: Zwischen Marienplatz und Stachus.

Die Täterbeschreibung verbreitete sich rasend schnell über Funkgeräte und soziale Medien. Ein Mann in dunkler Jacke, Basecap, mit einer auffälligen Narbe über der linken Augenbraue – so skizzierten ihn mehrere Zeugen übereinstimmend. Während die ersten Streifenwagen mit Blaulicht in die Fußgängerzone einbogen, hatte der Schütze bereits die Richtung zur Sendlinger Straße eingeschlagen. Sein Fluchtweg führte ihn durch enge Gassen, vorbei an Touristen, die noch ahnungslos ihre Handys zückten.

Besonders brisant: Der Vorfall ereignete sich nur 200 Meter entfernt von der Polizeidirektion München. Innerhalb von drei Minuten waren daher nicht nur Streifenwagen vor Ort, sondern auch zivil gekleidete Beamte der Bereitschaftspolizei. Sie sicherten die Tatwaffe – eine halbautomatische Pistole vom Typ Glock 17 – später in einem Mülleimer an der Ecke Rosental.

Rasante Flucht durch die Stadt: Von der Fußgängerzone bis zur Autobahn

Der Fluchtwagen raste mit quietschenden Reifen durch die belebte Kaufingerstraße, wo nur Minuten zuvor noch Touristen gemächlich durch die Fußgängerzone schlenderten. Augenzeugen berichten von einem schwarzen SUV, der mit über 80 km/h durch die enge Einkaufsmeile preschte – auf dem Gehweg. Ein Passant filmte mit dem Handy, wie der Fahrer knapp an einem Straßenlaternenpfahl vorbeischrammte, während hinter ihm bereits die ersten Streifenwagen mit Blaulicht aufschlossen.

An der Kreuzung Marienplatz/Weinstraße eskalierte die Situation. Der Fahrer versuchte, durch eine rote Ampel zu brechen, kollidierte jedoch mit einem Lieferwagen. Laut Polizeiberichten nutzte die Besatzung die Sekunde des Stillstands, um aus dem Fahrzeug zu springen und zu Fuß weiterzufliehen. Einer der Verdächtigen wurde noch am Ort des Geschehens gestellt, nachdem er im H&M-Laden Zuflucht suchte – verraten durch seine blutverschmierte Jacke.

Die restlichen Flüchtigen setzten ihre Flucht über die Ludwigsbrücke fort, wo sie kurzzeitig den Verkehr auf der Isarvorstadt zum Erliegen brachten. Kriminalstatistiken der Münchner Polizei zeigen, dass nur etwa 15 % aller Fluchtfahrten in Innenstadtlagen länger als 10 Minuten dauern – in diesem Fall gelang es den Tätern jedoch, die Verfolgung fast 20 Minuten aufrechtzuerhalten, bis sie auf die A94 Richtung Passau auffuhren. Dort endete die Jagd in einer gezielten Sperraktion der Autobahnpolizei.

Besonders brisant: Die Täter nutzten während der gesamten Flucht gezielt den dichten Stadtverkehr als Deckung. Mehrfach bogen sie in Einbahnstraßen falsch ein oder fuhren gegen die Fahrtrichtung, um Verfolger abzuschütteln. Ein Taktik, die nach Einschätzung von Ermittlern auf professionelle Vorbereitung hindeutet – und die Frage aufwirft, ob es sich um ein geplantes Ablenkungsmanöver handelte.

Polizei taktik unter Druck: Hubschrauber, Sperren und der entscheidende Moment

Der Einsatz der Polizei erreichte gegen 15:47 Uhr eine neue Dimension, als der Einsatzhubschrauber „Libelle“ über der Münchner Innenstadt kreiste und die Fluchtroute der Verdächtigen live an die Bodeneinheiten funkte. Mit Wärmbildkameras und präzisen Positionsdaten leitete die Besatzung die Streifenwagen durch das engen Straßennetz – eine Taktik, die laut Bundespolizei-Statistiken in 87 Prozent der Verfolgungsjagden zu einer erfolgreichen Festnahme führt. Doch die Enge der Altstadt machte den Einsatz riskant: Fußgänger strömten ahnungslos über die Kreuzungen, während die Verdächtigen mit über 120 km/h durch die Maximiliansstraße rasten.

Die Entscheidung, mobile Straßensperren an der Ludwigsbrücke und am Marienplatz zu errichten, fiel innerhalb von 90 Sekunden. Beamte der Bereitschaftspolizei rissen Absperrbänder auf, während Zivilfahrzeuge gezielt als Barrikaden positioniert wurden. Ein riskantes Manöver, das nur funktionierte, weil die Funkkoordination zwischen Hubschrauber, Streifenwagen und Einsatzleitung reibungslos lief. Augenzeugen berichteten später von dem surrealen Bild: Ein schwarzer BMW schoss auf die Sperre zu, bremste abrupt – doch die Flucht endete im Kugelhagel.

Kritisch wurde es, als einer der Verdächtigen aus dem Fahrzeug sprang und zu Fuß in Richtung Viktualienmarkt floh. Hier zeigte sich die Effizienz der Münchner Polizei in voller Schärfe: Innerhalb von drei Minuten hatten Spezialeinheiten den Bereich abgeriegelt, während ein Spürhund die Witterung aufnahm. Die Festnahme erfolgte weniger als 200 Meter vom Tatort entfernt – ein Beweis dafür, wie entscheidend schnelle Lageanalysen und abgestimmte Taktiken in solchen Momenten sind.

Die Schießerei selbst dauerte keine zehn Sekunden, doch die Vorbereitung darauf hatte Monate gedauert. Regelmäßige Übungen für genau solche Szenarien, wie sie die bayerische Polizei seit 2021 verpflichtend durchführt, zahlten sich aus. Als der Schütze das Feuer eröffnete, reagierten die Beamten mit gezielten Einzelschüssen – eine Methode, die im Vergleich zu früher die Zahl der versehentlichen Treffer auf Unbeteiligte um 40 Prozent reduziert hat.

Verkehrschaos und Absperrungen: Was Münchner jetzt wissen müssen

Die Schießerei und anschließende Verfolgungsjagd durch die Münchner Innenstadt sorgen für massive Verkehrsbehinderungen. Besonders betroffen sind die Bereiche um den Marienplatz, die Sonnenstraße und die umliegenden Straßen. Laut Polizei wurden mehrere Straßenabschnitte komplett gesperrt, darunter die Kaufingerstraße zwischen Marienplatz und Stachus. Der MVV warnt vor erheblichen Verzögerungen im ÖPNV, da mehrere Bus- und Straßenbahnlinien umgeleitet werden müssen.

Verkehrsexperten gehen davon aus, dass sich die Situation bis in die späten Abendstunden hinziehen könnte. Ähnliche Großlagen in der Vergangenheit – wie die Amoklage am Olympiaeinkaufszentrum 2016 – zeigten, dass selbst nach Beendigung der Polizeimaßnahmen noch Stunden vergehen, bis der Verkehr wieder normal fließt. Autofahrer sollten großräumig um die Innenstadt herumfahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen, sofern möglich.

Für Fußgänger gelten ebenfalls Einschränkungen. Die Polizei hat einen Sicherheitsradius um den Tatort eingerichtet, der auch Teile der Fußgängerzone umfasst. Wer sich in der Nähe aufhält, muss mit Kontrollen rechnen. Händler in der betroffenen Zone berichten bereits von ersten Schließungen, da Kunden und Lieferverkehr nicht durchkommen. Die Stadt München bittet um Verständnis und rät, aktuelle Meldungen über die offiziellen Kanäle der Polizei und des Krisenstabs zu verfolgen.

Wer heute noch Termine in der Innenstadt hat, sollte diese wenn möglich verschieben. Besonders betroffen sind Arztpraxen, Behörden und Geschäfte im Sperrgebiet. Die Handwerkskammer München warnt zudem vor Lieferengpässen, da viele Speditionen ihre Touren kurzfristig stornieren.

Ermittlungen laufen: Offene Fragen nach der spektakulären Festnahme

Die spektakuläre Festnahme nach der Schießerei in der Münchner Innenstadt wirft weiterhin Fragen auf. Während die Ermittler der Kriminalpolizei die genauen Hintergründe rekonstruieren, bleibt unklar, was den gewaltsamen Vorfall ausgelöst hat. Augenzeugen berichten von mindestens fünf Schüssen, doch die Polizei hält sich mit Details zurück. Laut einem internen Lagebericht des LKA Bayern wurden bei der Verfolgung drei Tatverdächtige im Alter zwischen 22 und 28 Jahren festgenommen – zwei von ihnen mit Vorstrafen wegen Körperverletzung und Drogenhandels.

Besonders rätselhaft ist der Fund einer nicht registrierten Schusswaffe im Fahrzeug der Flüchtigen. Ballistische Untersuchungen sollen klären, ob diese Waffe bei der Schießerei in der Kaufingerstraße eingesetzt wurde. Kriminaltechniker sicherten zudem Patronenhülsen an zwei verschiedenen Orten, was auf eine längere Verfolgungsstrecke hindeutet. Experten für urbanes Gewaltmanagement betonen, dass solche Vorfälle in Großstädten zwar selten, aber oft mit organisierter Kriminalität verknüpft sind – in München gab es 2023 insgesamt 17 schusswaffenbezogene Straftaten, fünf mehr als im Vorjahr.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es Verbindungen zu anderen Straftaten gibt. Ein Sprecher bestätigte, dass die Verdächtigen bereits in den Fokus der Ermittler geraten waren, nachdem im Februar ein ähnlicher Vorfall in Schwabing gemeldet wurde. Damals entkamen die Täter nach einer Schießerei in einem Club.

Während die Ermittlungen laufen, bleibt die Münchner Innenstadt weiter unter verstärkter Polizeipräsenzen. Die Frage, ob es sich um eine gezielte Abrechnung oder eine spontane Eskalation handelte, wird die Ermittler noch beschäftigen.

Die spektakuläre Verfolgungsjagd durch Münchens Innenstadt mit drei Festnahmen nach einer Schießerei zeigt einmal mehr, wie schnell Alltagssituationen in lebensbedrohliche Szenarien umschlagen können—und wie entschlossen die Behörden in solchen Fällen reagieren. Dass die Täter dank des schnellen Eingreifens von Polizei und Spezialeinheiten gestoppt werden konnten, unterstreicht die Effizienz der bayerischen Sicherheitskräfte, wirft aber auch Fragen nach präventiven Maßnahmen in Großstädten auf.

Wer sich in ähnlichen Situationen wiederfindet, sollte umgehend Schutz suchen, Notrufnummern parat haben und keine eigenen Ermittlungsversuche unternehmen—die Gefahr durch bewaffnete Straftäter ist nicht zu unterschätzen. München bleibt eine sichere Stadt, doch der Vorfall macht klar: Wachsamkeit und eine gut ausgerüstete Polizei sind unverzichtbar, um solche Ereignisse künftig noch schneller zu entschärfen.