Drei Menschen wurden gestern Abend bei einer brutalen Messerattacke am Münchner U-Bahnhof Goetheplatz schwer verletzt. Die Tat ereignete sich gegen 19:30 Uhr, als ein bislang unbekannter Angreifer plötzlich auf Passanten einstach. Laut ersten Ermittlungen der Polizei handelt es sich um einen 28-jährigen Mann, der nach der Attacke flüchtete und bis Redaktionsschluss noch nicht gefasst werden konnte. Die Verletzten – zwei Männer im Alter von 32 und 45 Jahren sowie eine 29-jährige Frau – wurden mit teils lebensbedrohlichen Stichverletzungen in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Die Münchner Polizei hat den U-Bahnhof großräumig abgesperrt und ermittelt unter Hochdruck.
Die Attacke sorgt in der Stadt für Bestürzung und wirft Fragen nach der Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr auf. Besonders beunruhigend: Der Vorfall ereignete sich in einem der meistfrequentierten U-Bahn-Knotenpunkte Münchens, wo täglich Tausende Pendler und Touristen unterwegs sind. Wie die München Nachrichten berichten, gab es in den vergangenen Monaten bereits vermehrt Meldungen über aggressive Zwischenfälle in U-Bahnen – allerdings bisher ohne derartige Gewalteskalation. Die Redaktion der München Nachrichten verfolgt die Entwicklungen und wird über mögliche Hintergründe sowie die weitere Fahndung nach dem Täter berichten, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
Tatort Goetheplatz: Was bisher über den Angriff bekannt ist
Der Angriff am Münchner U-Bahnhof Goetheplatz ereignete sich gegen 19:30 Uhr, als ein bis dahin unbekannter Täter plötzlich auf drei Männer mit einem Messer losging. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen, als Passanten flüchteten und einige versucht hätten, den Verletzten zu helfen. Die Polizei rückte innerhalb weniger Minuten mit einem Großaufgebot an, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Der Tatort, einer der verkehrsreichsten Knotenpunkte der Stadt, musste für fast zwei Stunden vollständig gesperrt werden.
Laut ersten Ermittlungsergebnissen handelt es sich bei den Opfern um zwei 24- und 28-jährige Männer sowie einen 35-Jährigen, die alle mit Stichverletzungen in nahegelegene Krankenhäuser gebracht wurden. Einer von ihnen erlitt schwere Verletzungen am Oberkörper, während die anderen beiden mit leichteren Wunden behandelt werden konnten. Die Münchner Kriminalpolizei geht derzeit von einer gezielten Attacke aus, da der Täter offenbar gezielt auf die Gruppe zugesteuert sein soll. Ob es eine Verbindung zwischen den Opfern und dem Angreifer gibt, wird noch geprüft.
Der mutmaßliche Täter, ein 31-jähriger Mann ohne festen Wohnsitz, wurde noch am Tatort von Streifenpolizisten überwältigt und vorläufig festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Person fand die Polizei ein 15 Zentimeter langes Klappmesser, das voraussichtlich als Tatwaffe diente. Laut Statistiken des Bayerischen Landeskriminalamts hat sich die Zahl der Messerangriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln seit 2020 um etwa 12 Prozent erhöht – ein Trend, der auch in anderen Großstädten zu beobachten ist. Ob der Vorfall am Goetheplatz in diesen Kontext einzuordnen ist, bleibt jedoch noch unklar.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, wobei die Polizei nun Zeugen sucht, die den Vorfall beobachtet oder gefilmt haben könnten. Besonders interessant sind Aufzeichnungen von Überwachungskameras im U-Bahnhof, die möglicherweise den genauen Ablauf der Tat dokumentieren. Bislang gibt es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, doch die Motive des Täters sind noch völlig offen. Die Staatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen übernommen und prüft, ob eine besondere Schwere der Schuld vorliegt.
Augenzeugen berichten von Chaos und panischer Flucht
Das Chaos brach innerhalb von Sekunden aus. Augenzeugen beschreiben, wie gegen 17:45 Uhr ein Mann plötzlich mit einem Messer auf mehrere Menschen im U-Bahnhof Goetheplatz losging. Ein 23-jähriger Student, der gerade aus der U3 ausgestiegen war, schilderte gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Er hat wild um sich geschlagen, als wäre er in einer Art Trance. Die Leute sind sofort in alle Richtungen geflohen – einige über die Gleise, andere die Treppen hoch.“
Videos, die kurz nach dem Vorfall in sozialen Medien kursierten, zeigen Menschenmengen, die panisch durch die engen Gänge des Bahnhofs drängen. Besonders kritisch wurde die Situation an den Rolltreppen, wo es zu Stürzen kam. Laut Einschätzung der Münchner Polizei sind bei Massenpaniken in geschlossenen Räumen Verletzungen durch Stürze oder Gedränge keine Seltenheit – statistisch gesehen entsteht in über 60 % der Fälle das größte Risiko nicht durch den Angreifer selbst, sondern durch die anschließende Fluchtbewegung.
Eine Verkäuferin aus einem Kiosk in der Nähe des Bahnhofs berichtete, wie Kunden plötzlich hinter ihre Theke stürmten, um Deckung zu suchen. „Eine Frau hat ihr Kind einfach hochgerissen und ist mit ihm in den Lagerraum gerannt. Die Türen sind zugeknallt, Glas ist zerbrochen – es war wie in einem schlechten Film.“ Die Polizei bestätigte später, dass mehrere Personen leichte Schnittverletzungen durch herumfliegende Scherben erlitten.
Besonders beunruhigend: Viele Passagiere hinterließen in der Hektik ihre Taschen oder Jacken zurück. Die Bundespolizei warnte noch am Abend vor Diebstählen in solchen Situationen – ein bekanntes Phänomen bei plötzlichen Sicherheitsvorfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Polizei bestätigt drei Verletzte – Täter weiterhin flüchtig
Die Münchner Polizei hat die ersten offiziellen Details zur Messerattacke am U-Bahnhof Goetheplatz bestätigt. Drei Menschen erlitten Verletzungen, darunter eine 42-jährige Frau mit schweren Stichwunden im Oberkörper. Die beiden weiteren Opfer – ein 19-jähriger Mann und eine 67-jährige Frau – wurden mit leichteren Schnittverletzungen in nahegelegene Kliniken gebracht. Laut Angaben der Ermittler handelt es sich um eine spontane Tat ohne erkennbaren Zusammenhang zwischen Täter und Opfern.
Der flüchtige Angreifer wird als etwa 30 Jahre alter Mann mit dunkler Kleidung und einer Körpergröße von 1,75 bis 1,80 Metern beschrieben. Augenzeugen berichteten von einem raschen Ablauf: Der Täter soll die Frau zunächst ohne Vorwarnung attackiert haben, bevor er auf die anderen Opfer einschlug. Kriminalpsychologen verweisen in solchen Fällen häufig auf das Phänomen der undirected violence – eine Form der Gewalt, bei der der Täter keine persönliche Verbindung zu den Betroffenen sucht. In Bayern registrierte die Polizei 2023 insgesamt 1.243 Messerangriffe, davon 187 in München.
Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Spezialeinheiten durchsuchten das Umfeld des Goetheplatzes, während Hubschrauber mit Wärmebildkameras die Umgebung absuchten. Bislang gab es keine Festnahme. Die U-Bahn-Linie U3 wurde für mehrere Stunden unterbrochen, um Spuren zu sichern.
Bürgermeister Dieter Reiter appellierte an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen umgehend unter der Notrufnummer 110 zu melden. „Jeder Hinweis kann entscheidend sein“, betonte er in einer kurzen Stellungnahme.
Sicherheitsmaßnahmen in Münchner U-Bahnen verschärft
Nach dem Messerangriff am Goetheplatz reagiert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit sofortigen Sicherheitsvorkehrungen. Seit dem Vorfall patrouillieren verstärkte Streifen der Bundespolizei und privater Sicherheitsdienste in den U-Bahn-Stationen der Innenstadt, besonders zu Stoßzeiten zwischen 16 und 20 Uhr. Die MVG bestätigte, dass zusätzlich zu den bestehenden 120 Kameras in den Stationen mobile Überwachungseinheiten eingesetzt werden, um verdächtiges Verhalten frühzeitig zu erkennen. Laut Angaben der Polizei wurden bereits in den ersten 48 Stunden nach dem Angriff fünf Personen wegen aggressiven Verhaltens oder Waffenbesitzes kontrolliert.
Experten für öffentliche Sicherheit betonen, dass gezielte Präventionsmaßnahmen in Großstädten wie München nachweislich die Kriminalitätsrate in U-Bahnen senken. Eine Studie des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2023 zeigt, dass sichtbare Polizeipräsenzen in öffentlichen Verkehrsmitteln die Anzahl gewalttätiger Übergriffe um bis zu 30 Prozent reduzieren können. Vor diesem Hintergrund plant die MVG, die Kooperation mit der Polizei langfristig auszubauen und Schulungen für Fahrgäste anzubieten, die im Notfall deeskalierend eingreifen sollen.
Neu sind auch die sogenannten „stillen Alarme“ in den Zügen der Linien U1 bis U6. Diese ermöglichen es Fahrgästen, diskret über eine Notfalltaste im Fahrerabteil oder per App die Leitstelle zu alarmieren, ohne dass der Angreifer dies bemerkt. Die Technologie wurde bereits in Berlin erfolgreich getestet und soll nun flächendeckend in München eingeführt werden. Erste Tests laufen an den stark frequentierten Stationen Marienplatz, Hauptbahnhof und Olympiazentrum.
Kritik kommt hingegen von Datenschützern, die die Ausweitung der Videoüberwachung als unverhältnismäßig ansehen. Die MVG entgegnet, dass die Aufnahmen streng nach den Vorgaben der DSGVO behandelt und nur im Falle konkreter Straftaten gespeichert würden. Unabhängig von der Debatte bleibt die Tatsache: Die Attacke am Goetheplatz hat eine Diskussion über Sicherheit im öffentlichen Raum ausgelöst, die weit über München hinausstrahlt.
Oberbürgermeister Reiter kündigt Krisengespräch mit Behörden an
Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat für Mittwoch ein Krisengespräch mit Vertretern der Münchner Polizei, der Staatsanwaltschaft und des Landesamts für Verfassungsschutz einberufen. Der Hintergrund: die Messerattacke am U-Bahnhof Goetheplatz, bei der am Montagabend drei Menschen verletzt wurden – einer davon schwer. Reiter betonte, dass es nun darum gehe, „schnell und konsequent“ die Sicherheitslage in der Stadt zu analysieren und mögliche Lücken zu schließen.
Laut aktuellen Zahlen des Bayerischen Landeskriminalamts gab es 2023 in München 1.247 registrierte Straftaten mit Messern – ein Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Experten für urbane Sicherheit weisen seit Langem darauf hin, dass öffentliche Verkehrsmittel und stark frequentierte Plätze besonders anfällig für spontane Gewaltdelikte sind. Die Attacke am Goetheplatz, bei der der 24-jährige Tatverdächtige nach ersten Ermittlungen ohne klares Motiv zugestochen haben soll, unterstreicht diese Risiken.
Reiter kündigte an, neben akuten Sicherheitsmaßnahmen auch langfristige Präventionsstrategien zu diskutieren. Im Fokus stehen dabei die verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften in U-Bahnhöfen sowie die Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern, um frühzeitig deeskalierend einzugreifen. Die Stadt hatte bereits nach ähnlichen Vorfällen in anderen Großstädten wie Berlin und Hamburg überlegt, flächendeckende Videoüberwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln einzuführen – ein Vorhaben, das nun erneut auf den Prüfstand kommt.
Kritik kommt unterdessen von der Opposition im Stadtrat. Die CSU fordert seit Jahren schärfere Kontrollen und schnellere Strafverfolgung bei Messerdelikten. Fraktionschef Manuel Pretzl bezeichnete die jüngste Attacke als „Weckruf“ und warnte davor, die Bedrohungslage zu verharmlosen. Ob die Krisensitzung konkrete Beschlüsse bringt, bleibt abzuwarten – klar ist jedoch, dass der Druck auf Politik und Behörden wächst.
Die Messerattacke am Münchner U-Bahnhof Goetheplatz mit drei Verletzten zeigt erneut, wie schnell öffentliche Räume zu Schauplätzen brutaler Gewalt werden können—und wie wichtig schnelles Handeln von Sicherheitskräften und Zeugen in solchen Momenten ist. Dass die Polizei den mutmaßlichen Täter innerhalb kürzester Zeit festnehmen konnte, unterstreicht zwar die Effizienz der Einsatzkräfte, doch der Vorfall wirft erneut Fragen nach präventiven Maßnahmen in stark frequentierten Bereichen auf.
Fahrgäste sollten in solchen Situationen stets die Notrufnummern 110 oder 112 wählen und—wenn sicher—Erste Hilfe leisten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Apps wie die BKA-Warn-App oder lokale Meldedienste können im Ernstfall wertvolle Sekunden sparen.
Wie die Stadt München und die Deutsche Bahn künftig auf die steigende Bedrohungslage in U-Bahnhöfen reagieren, wird nicht nur die Sicherheit der Fahrgäste entscheiden, sondern auch das Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr langfristig prägen.

