Der ICE 612 rollte heute mit 45 Minuten Verspätung in den Münchner Hauptbahnhof ein – ein weiterer Beleg für die anhaltenden Probleme im Winterfahrplan der Deutschen Bahn. Nicht nur Reisende des Fernverkehrs, auch Pendler und Umsteiger mussten ihre Pläne spontan umwerfen, während die Anzeigetafeln am Gleis 11 zwischen „erwartet“ und „verspätet“ hin- und hersprangen. Besonders ärgerlich: Die Verspätung war bereits seit Frankfurt am Main absehbar, doch konkrete Durchsagen blieben bis kurz vor der ICE Ankunft München Hbf heute aus.
Für viele Fahrgäste ist die Situation kein Einzelfall, sondern bitterer Alltag. Seit Wochen kämpft die Bahn mit wetterbedingten Störungen, Personalengpässen und technischen Defekten – und München als zentraler Knotenpunkt trifft es besonders hart. Wer heute auf die pünktliche ICE Ankunft München Hbf heute angewiesen war, stand oft vor der Wahl: Warteschlangen am Servicepoint, teure Alternativen wie Taxi oder Mietwagen, oder einfach geduldig ausharren in überfüllten Wartebereichen. Die Frage, ob sich die Lage bis zum Wochenende stabilisiert, bleibt vorerst offen.
Winterchaos auf den Schienen: Warum der Zugverkehr stockt
Der Münchner Hauptbahnhof gleicht an Tagen wie diesem einem Schmelztiegel aus Geduld und Improvisation. Während der ICE 612 mit 45 Minuten Verspätung einrollt, häufen sich die Meldungen über ausgefallene Regionalzüge, überlastete Ersatzbusse und gestresste Pendler, die ihre Anschlüsse verpassen. Schuld trägt nicht allein der eisige Dauerregen, der seit Stunden über Bayern zieht. Das eigentliche Problem liegt tiefer: in einer Infrastruktur, die bei Extremwetter an ihre Grenzen stößt.
Eingefrorene Weichen, vereiste Oberleitungen und Schneemassen, die sich in Kurven zu gefährlichen Hindernissen auftürmen – die Liste der winterlichen Störfaktoren ist lang. Laut Angaben der Deutschen Bahn führen allein Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius zu einer Verdopplung der technischen Ausfälle im Vergleich zu normalen Wintertagen. Besonders kritisch wird es, wenn Tauwetter auf Frost folgt: Dann bilden sich Eisschichten auf Schienen und Stromabnehmern, die Züge zwingen, die Geschwindigkeit zu drosseln oder gar stehen zu bleiben.
Hinzu kommt das Personal. Rangierer müssen Weichen manuell freikratzen, Lokführer reduzieren das Tempo bei schlechter Sicht, und Servicekräfte sind im Dauereinsatz, um vereiste Türen zu befreien. Doch selbst die besten Vorbereitungen helfen wenig, wenn der Winter länger und härter ausfällt als geplant. Die Bahn setzt zwar auf spezielle Enteisungszüge und beheizte Weichen, doch diese Maßnahmen reichen oft nicht aus, um den Betrieb aufrechtzuerhalten – besonders nicht in Knotenpunkten wie München, wo sich Verspätungen wie ein Dominoeffekt durch das gesamte Netz fressen.
Experten der Technischen Universität München verweisen auf ein strukturelles Dilemma: Während andere europäische Länder wie die Schweiz oder Österreich ihre Strecken systematisch winterfest ausbauen, hinkt Deutschland hinterher. Hierzulande werden Investitionen in Wetterschutz oft erst nach schweren Vorfällen getätigt – ein teures und ineffizientes Vorgehen.
Für die Fahrgäste bleibt am Ende nur eines: Durchhalten. Und die Hoffnung, dass der nächste Zug nicht wieder im Schnee stecken bleibt.
ICE 612 im Fokus: 45 Minuten zu spät – was Passagiere berichten
Der ICE 612 sollte um 10:15 Uhr im Münchner Hauptbahnhof einrollen – doch erst um 11:00 Uhr öffnete sich die Tür. Passagiere berichten von chaotischen Szenen im Zug: überfüllte Gänge, fehlende Durchsagen und eine spürbar gereizte Stimmung. Besonders betroffen waren Pendler, die Anschlusszüge verpassten. Ein Geschäftsreisender aus Hamburg, der anonym bleiben möchte, beschreibt die Situation als „völlig intransparent“. Minutenlang habe der Zug ohne Erklärung im Nirgendwo gestanden, während die Verspätung stetig stieg.
Laut Angaben der Deutschen Bahn lag die Ursache in einer Kombination aus Wetterkapriolen und technischen Problemen. Eis auf den Oberleitungen zwischen Augsburg und München führte zu Geschwindigkeitsreduzierungen, während ein defekter Sensor in einem Zwischenbahnhof zusätzliche Verzögerungen verursachte. Experten der Allianz pro Schiene bestätigen, dass solche Kaskadeneffekte im Winter keine Seltenheit sind – besonders auf stark frequentierten Strecken wie der ICE-Linie München–Hamburg, die täglich über 12.000 Fahrgäste befördert.
In den sozialen Medien häufen sich seit dem Vorfall kritische Kommentare. Ein Nutzer postete ein Foto von der digitalen Anzeige im Zug, die noch 30 Minuten vor Ankunft eine Verspätung von „nur“ 20 Minuten anzeigte. Andere berichten, dass das Bordbistro bereits eine Stunde vor München geschlossen wurde – „weil die Vorräte alle waren“, wie eine Stewardess auf Nachfrage erklärte. Die Bahn hat inzwischen eine Entschädigung für betroffene Fahrgäste in Aussicht gestellt, doch viele fordern vor allem eines: bessere Kommunikation in Echtzeit.
Für Vielfahrer wie die Münchner Studentin Lena B. ist der Vorfall kein Einzelfall. „Im Winter rechnet man fast automatisch mit Verspätungen“, sagt sie. Doch die Dimension überraschte selbst sie. Während der Zug endlich in den Hauptbahnhof einrollte, hatten einige Passagiere bereits Alternativen organisiert – per Mitfahrgelegenheit oder Fernbus. Die Frage bleibt: Hätte die Bahn die 45 Minuten vermeiden können?
Von Ersatzbussen bis Wartehallen: So kommen Reisende jetzt ans Ziel
Der eisige Wintereinbruch hat den Bahnverkehr in München durcheinandergebracht – doch die Deutsche Bahn setzt auf Notfallpläne, um Reisende trotz Verspätungen ans Ziel zu bringen. Seit den frühen Morgenstunden rollen Ersatzbusse zwischen dem Hauptbahnhof und wichtigen Knotenpunkten wie Augsburg oder Ingolstadt. Allein auf der Strecke München–Nürnberg wurden bis Mittag zwölf zusätzliche Busverbindungen eingerichtet, wie ein Sprecher des Verkehrsverbunds Großraum München bestätigte. Die Taktung liegt bei etwa 30 Minuten, um die größten Lücken im Fahrplan zu schließen.
Für wartende Fahrgäste hat die Bahn mobile Wartehallen auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs aufgestellt. Ausgestattet mit Heizstrahlern und Sitzgelegenheiten bieten sie zumindest grundlegenden Schutz vor den minus fünf Grad, die das Thermometer aktuell anzeigt. Besonders gefragt sind die Hallen bei Familien mit Kindern und älteren Reisenden, die längere Wartezeiten überbrücken müssen.
Wer flexibel bleiben kann, sollte die Echtzeit-Apps der Bahn nutzen. Laut einer aktuellen Auswertung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) aktualisieren sich die Verspätungsmeldungen im Schnitt alle drei Minuten – ein entscheidender Vorteil gegenüber den statischen Anzeigetafeln im Bahnhof. Viele Pendler nutzen die Wartezeit meanwhile für Homeoffice-Arbeit: Die Telefonzellen in der Bahnhofsallee sind seit heute Morgen durchgehend belegt.
Trotz aller Improvisation bleibt Geduld gefragt. Die Strecke München–Salzburg meldet weiterhin Geschwindigkeitsbegrenzungen wegen vereister Weichen, was zu Kettenreaktionen im gesamten süddeutschen Netz führt. Die Bahn rät, bei Umstiegen mindestens 60 Minuten Puffer einzuplanen – selbst wenn die Verbindung offiziell als „pünktlich“ angekündigt wird.
Stundenpläne im Eistest: Welche Strecken besonders betroffen sind
Der Münchner Hauptbahnhof kämpft heute mit massiven Verspätungen – besonders auf den Strecken, die durch eisige Temperaturen und gefrorene Weichen behindert werden. Laut Angaben der Deutschen Bahn sind vor allem die Verbindungen aus Richtung Nürnberg und Stuttgart betroffen, wo die Züge im Schnitt 30 bis 50 Minuten später eintreffen. Die Strecke München–Nürnberg gilt als besonders anfällig, da hier mehrere kritische Weichenbereiche liegen, die bei Frost schneller vereisen. Auch der ICE 612, der heute mit 45 Minuten Verspätung einlief, war Teil dieser Problemroute.
Experten der Bahn bestätigen, dass bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius die technischen Systeme an ihre Grenzen stoßen. Eine aktuelle Auswertung des Eisenbahn-Bundesamts zeigt, dass rund 15 Prozent aller winterbedingten Verspätungen auf vereiste Weichen zurückzuführen sind – ein Problem, das sich in Süddeutschland aufgrund der häufigen Temperaturwechsel noch verschärft.
Auch die Strecke aus Richtung Salzburg zeigt heute erhebliche Verzögerungen. Hier sorgen nicht nur die Kälte, sondern auch Schneeverwehungen auf den Gleisen für Behinderungen. Die Regionalzüge in Richtung Rosenheim und Freilassing kommen teilweise mit über einer Stunde Verspätung an, was zu einem Dominoeffekt im gesamten Fahrplan führt. Besonders betroffen sind Pendler, die auf Anschlussverbindungen angewiesen sind.
Während die Bahn mit Entstörungsmannschaften und Enteisungszügen gegen die Probleme ankämpft, bleibt die Lage angespannt. Die Prognose für die kommenden Stunden sieht kaum Besserung vor – weitere Verzögerungen sind wahrscheinlich.
DB reagiert: Neue Strategien gegen die Kältewelle auf dem Prüfstand
Die Deutsche Bahn zieht erste Konsequenzen aus den massiven Verspätungen während der aktuellen Kältewelle. Wie ein Sprecher des Konzerns mitteilte, werden seit Montag zusätzliche Heizzüge an neuralgischen Punkten wie dem Münchner Hauptbahnhof positioniert, um vereiste Weichen schneller freizubekommen. Besonders betroffen sind die hochfrequentierten Strecken der ICE-Linie 612, die allein am Dienstag mit durchschnittlich 38 Minuten Verspätung im Ziel einliefen – ein Wert, der laut internen Analysen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fast doppelt so hoch liegt wie im Vorjahreszeitraum.
Technische Nachrüstungen stehen ebenfalls auf der Agenda. So testet die DB derzeit spezielle Frostschutzmittel für Oberleitungen, die selbst bei minus 15 Grad noch wirksam bleiben sollen. Bisherige Präparate verloren laut Bahnangaben ab minus 10 Grad rapide an Wirkung – ein kritischer Schwellenwert, der in dieser Woche an drei aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wurde.
Kritik kommt unterdessen von Fahrgastverbänden, die monieren, dass die Bahn trotz bekannter Winterprobleme zu spät reagiert habe. Besonders die mangelnde Vorabkommunikation über zu erwartende Verspätungen wird bemängelt. Während andere europäische Bahnbetreiber wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bereits seit Wochen mit Echtzeit-Warnsystemen arbeiten, setzte die DB erst nach den ersten massiven Ausfällen auf verstärkte Kundeninformation via App und Anzeigetafeln.
Ob die Maßnahmen reichen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Meteorologen sagen für Donnerstag Nacht erneut zweistellige Minusgrade voraus – eine Bewährungsprobe für die improvisierten Lösungen der Bahn.
Der eisige Winterschub hat am Münchner Hauptbahnhof heute wieder gezeigt, wie anfällig der Bahnverkehr bei extremen Wetterbedingungen ist – selbst moderne Hochgeschwindigkeitszüge wie der ICE 612 kommen dann nicht pünktlich ans Ziel. Während die Deutsche Bahn mit Entschuldigungen und Verweisen auf „höhere Gewalt“ reagiert, bleibt für Pendler und Reisende vor allem eins: Geduld und Flexibilität sind in solchen Tagen überlebenswichtig.
Wer in den kommenden Tagen mit der Bahn unterwegs ist, sollte sich auf mögliche Verspätungen einstellen, Pufferzeiten einplanen und über Alternativen wie Regionalzüge oder Umleitungsrouten informieren – die DB-App oder Echtzeit-Anzeigen an den Bahnhöfen liefern hier aktuelle Daten. Dass der Winter noch einmal mit voller Wucht zuschlägt, zeigt einmal mehr, wie dringend die Bahninfrastruktur für solche Extremwetter gerüstet werden muss.

