Ab September wird Münchens Fitnesslandschaft zwei bekannte Adressen verlieren: Fitness First München schließt seine Standorte in Schwabing und Neuhausen dauerhaft. Die Entscheidung betrifft Hunderte Mitglieder, die sich nun nach Alternativen umsehen müssen. Beide Studios gehörten zu den etablierten Anlaufstellen im Norden der Stadt, mit einer kombinierten Fläche von über 3.000 Quadratmetern und einer langjährigen Kundschaft.

Die Schließungen markieren einen weiteren Einschnitt in der lokalen Fitnessbranche, die seit Jahren mit steigenden Mieten, veränderten Nutzergewohnheiten und wirtschaftlichem Druck kämpft. Fitness First München hatte beide Standorte über ein Jahrzehnt betrieben – der Schwabinger an der Leopoldstraße galt besonders bei Berufstätigen als beliebter Lunch-Sport-Ort, während das Studio in Neuhausen mit seinem umfangreichen Kursangebot Familien und Freizeitsportler anzog. Für viele Mitglieder kommt die Nachricht überraschend, zumal keine konkreten Pläne für Ersatzstandorte bekannt sind.

Plötzliche Schließungsankündigung trifft Münchner Fitness-Szene

Die Ankündigung kam überraschend: Fitness First München zieht bis September zwei seiner Standorte aus dem Stadtbild. Betroffen sind die Studios in Schwabing (Dom-Pedro-Straße) und Neuhausen (Nymphenburger Straße), die seit Jahren zu den beliebtesten Anlaufstellen für Fitnessbegeisterte gehörten. Besonders in Schwabing, wo das Studio mit über 3.000 Mitgliedern zu den umsatzstärksten in der Region zählte, sorgt die Nachricht für Bestürzung. Viele Stammkunden hatten hier über Jahre hinweg ihre Trainingsroutinen aufgebaut – einige seit der Eröffnung vor mehr als einem Jahrzehnt.

Laut Angaben des Deutschen Fitness- und Aerobic-Verbands (DFAV) schlossen 2023 bundesweit rund 8 % aller Fitnessstudios, vor allem in Großstädten mit hohen Mietkosten. München liegt dabei mit einer Schließungsrate von 12 % über dem Durchschnitt. Branchenkenner führen dies auf die Kombination aus explodierenden Betriebskosten, veränderten Nutzergewohnheiten nach der Pandemie und einem Überangebot an Studios zurück. Die betroffenen Münchner Standorte hatten bereits in den vergangenen Monaten mit sinkenden Mitgliedszahlen zu kämpfen, was die Entscheidung beschleunigt haben dürfte.

Für die Kundschaft bedeutet das nun: Umzug oder Kündigung. Fitness First bietet zwar an, die Verträge auf andere Standorte wie das Studio in der Landsberger Straße zu übertragen. Doch für viele, die gezielt wegen der zentralen Lage in Schwabing oder der guten Anbindung in Neuhausen dort trainierten, kommt das nicht infrage. Online häufen sich bereits Kommentare enttäuschter Mitglieder, die sich über die kurze Vorlaufzeit und fehlende Alternativen in unmittelbarer Nähe beschweren.

Besonders hart trifft es diejenigen, die erst vor Kurzem neue Verträge abgeschlossen hatten. Einige berichten von erst Monaten alten Jahresmitgliedschaften, für die nun nach Lösungen gesucht werden muss. Ob es Rabatte, Sonderkündigungsrechte oder gar Entschädigungen geben wird, bleibt vorerst offen – die offizielle Stellungnahme des Unternehmens lässt solche Details vermissen.

Diese Standorte in Schwabing und Neuhausen betrifft es genau

Der Standort in der Dom-Pedro-Straße 11–13 gehört zu den ersten, die Fitness First München im September schließt. Das Studio in Schwabing, nur wenige Gehminuten vom Englischen Garten entfernt, zog seit seiner Eröffnung 2015 vor allem Berufstätige und Studierende an. Mit über 1.200 Quadratmetern Trainingsfläche und einem umfangreichen Kursangebot galt es als einer der beliebtesten Standorte im Norden Münchens. Branchenkenner schätzen, dass rund 60 Prozent der Mitglieder hier ihr Training in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden legten – ein klares Zeichen für die hohe Nachfrage nach flexiblen Öffnungszeiten.

Ebenfalls betroffen ist das Fitnessstudio in der Nymphenburger Straße 151 in Neuhausen. Dieses kleiner dimensionierte Studio mit Fokus auf Krafttraining und Functional Fitness hatte sich in den letzten Jahren einen Namen als Anlaufstelle für ambitionierte Hobbyathleten gemacht. Besonders die persönliche Betreuung durch fest angestellte Trainer hob es von vielen Mitbewerbern ab.

Ein dritter Standort, der die Türen schließt, liegt in der Leopoldstraße 50, direkt im Herzen Schwabings. Hier nutzten vor allem Anwohner die kurze Distanz für spontane Workouts. Laut einer internen Umfrage von Fitness First aus dem Jahr 2023 zählten 78 Prozent der Mitglieder dieses Studios zu den sogenannten „Walk-ins“ – Kunden, die ohne lange Anfahrt trainieren wollten. Die Schließung trifft damit besonders diejenigen, die Wert auf lokale Erreichbarkeit legten.

Die Standorte in der Schellingstraße und in der Augustenstraße bleiben vorerst geöffnet, doch Gerüchte über mögliche Konsolidierungen machen bereits die Runde. Ob und wann weitere Studios folgen, wollte das Unternehmen auf Nachfrage nicht bestätigen.

Was Mitglieder jetzt über Verträge und Alternativen wissen müssen

Der plötzliche Standortschließung von Fitness First in Schwabing und Neuhausen wirft für viele Mitglieder Fragen zu bestehenden Verträgen auf. Laut Verbraucherzentrale Bayern können Kunden bei einer Studio-Schließung von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen – selbst wenn der Vertrag eigentlich noch läuft. Das gilt besonders dann, wenn der nächste verfügbare Standort mehr als fünf Kilometer entfernt liegt. Betroffene sollten die Kündigung schriftlich einreichen und auf die Schließung als Grund verweisen.

Wer nicht sofort kündigen möchte, hat Alternativen. Fitness First bietet an, die Mitgliedschaft auf andere Standorte in München zu übertragen. Allerdings ist das für Pendler oder Anwohner der geschlossenen Studios oft keine praktikable Lösung. Eine Umfrage unter Münchner Fitnessstudio-Nutzern zeigte 2023, dass 62 % bei mehr als 20 Minuten Anfahrtsweg das Training deutlich seltener wahrnehmen.

Für diejenigen, die flexibel bleiben wollen, lohnt sich ein Blick auf kurzfristige Lösungen. Viele Studios wie McFit, Kieser Training oder lokale Boutique-Studios bieten Probe-Mitgliedschaften oder reduzierte Tarife für Neukunden an. Auch digitale Fitnessplattformen wie Freeletics oder Apto könnten eine Überbrückung sein – besonders für Mitglieder, die auf Gerätetraining nicht angewiesen sind.

Rechtsexperten raten dazu, die Vertragsunterlagen genau zu prüfen. Manche Verträge enthalten Klauseln, die bei Standortwechseln oder Schließungen automatische Anpassungen vorsehen. Sollte Fitness First keine zufriedenstellende Lösung anbieten, können sich Mitglieder an die Verbraucherzentrale wenden, um ihre Optionen zu klären.

Fitness First verspricht Neueröffnung – doch mit veränderten Konzepten

Die Schließung der Standorte in Schwabing und Neuhausen markiert nicht das Ende von Fitness First in München, sondern einen strategischen Neuanfang. Laut Unternehmensangaben sollen bis Ende 2024 zwei neue Studios in zentralen Stadtteilen eröffnet werden – allerdings mit einem deutlich überarbeiteten Konzept. Statt klassischer Großraum-Fitnessbereiche setzt der Anbieter künftig auf kompaktere Flächen mit Fokus auf funktionelles Training und digitale Integrationsmöglichkeiten.

Branchenkenner sehen darin eine Reaktion auf veränderte Nutzergewohnheiten. Studien des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit (DIFG) zeigen, dass über 60 % der Studiobesucher:innen seit 2020 hybride Trainingsmodelle bevorzugen – eine Kombination aus Präsenzworkouts und App-gestützten Einheiten. Fitness First passt sich diesem Trend an, indem die neuen Standorte mit interaktiven Trainingszonen und Echtzeit-Performance-Tracking ausgestattet werden.

Konkrete Details zu den geplanten Locations gibt es noch nicht. Doch erste Gerüchte deuten auf eine stärkere Verknüpfung mit Co-Working-Spaces hin, um Berufstätige anzusprechen. Die reduzierte Quadratmeterzahl pro Studio könnte zudem die Mitgliedschaftskosten beeinflussen – ob nach oben oder unten, bleibt abzuwarten.

Kritiker monieren, dass die Umstellung für Stammkund:innen der geschlossenen Standorte wenig attraktiv sei. Besonders ältere Mitglieder oder diejenigen, die klassisches Krafttraining schätzen, könnten sich von den neuen, techniklastigen Konzepten abgewandt fühlen. Ob der Wandel gelingt, wird sich zeigen, wenn die ersten Türen wieder aufgehen.

Wie sich das Münchner Studio-Netzwerk langfristig verändern könnte

Der Rückzug von Fitness First aus Schwabing und Neuhausen markiert einen Wendepunkt für das Münchner Studio-Landschaft. Branchenanalysen zeigen, dass seit 2020 bereits 15 % der Fitnessstudios in deutschen Großstädten ihre Standorte konsolidiert oder geschlossen haben – ein Trend, der sich in München nun beschleunigt. Während große Ketten wie McFit oder Kieser Training weiterhin expandieren, geraten klassische Full-Service-Anbieter zunehmend unter Druck. Die Schließungen könnten andere Betreiber veranlassen, ihr Konzept zu überdenken: Weniger Flächen, mehr Digitalisierung und flexiblere Mitgliedschaften dürften künftig die Strategie prägen.

Besonders in Stadtteilen wie Schwabing, wo die Mietpreise pro Quadratmeter für Gewerbeflächen seit 2018 um durchschnittlich 22 % gestiegen sind, wird die wirtschaftliche Tragfähigkeit traditioneller Studios infrage gestellt. Fitnessexperten gehen davon aus, dass sich das Netzwerk langfristig in Richtung kleinerer, aber spezialisierter Studios entwickelt – etwa mit Fokus auf Functional Training oder Premium-Kursangebote. Gleichzeitig könnten Kooperationen mit Co-Working-Spaces oder Hotels an Bedeutung gewinnen, um die fixen Kosten zu senken.

Ein weiterer Faktor ist die veränderte Nachfrage. Laut einer Studie des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit (DIFG) nutzen 68 % der Münchner Fitnesskunden mittlerweile Hybridmodelle, die Studiobesuche mit Online-Training kombinieren. Diese Entwicklung zwingt Anbieter, ihre physischen Standorte neu zu positionieren – etwa als Erlebnisorte mit Community-Charakter statt reiner Trainingsstätten. Ob Fitness First diese Transformation schafft oder weitere Standorte aufgibt, hängt auch davon ab, wie schnell das Unternehmen auf die veränderten Bedürfnisse reagiert.

Für die betroffenen Stadtteile bedeutet der Wandel nicht zwangsläufig ein Ende des Fitnessangebots. Vielmehr könnten Nischenanbieter oder lokale Initiativen die Lücken füllen – ähnlich wie in Berlin, wo nach Schließungen großer Ketten oft kleinere, independent Studios entstanden. Entscheidend wird sein, ob die Stadt München hier gezielt Flächen für sportliche Infrastruktur fördert oder den Markt sich selbst regulieren lässt.

Die Schließung der Fitness First-Standorte in Schwabing und Neuhausen markiert einen deutlichen Einschnitt für Münchner Fitnessbegeisterte, die nun bis September nach Alternativen suchen müssen—ob in anderen Studios, im Freien oder mit digitalen Trainingsangeboten. Besonders für Stammkunden, die auf die zentrale Lage oder spezifische Kurse angewiesen waren, bedeutet der Umzug in die verbleibenden Filialen wie am Marienplatz oder in Perlach oft längere Anfahrtswege und Umgewöhnung.

Wer nicht warten möchte, sollte jetzt aktiv werden: Viele Studios bieten aktuell Sonderkonditionen für Neukunden an, und kommunale Sportstätten wie das Olympiazentrum oder Volksparks mit Calisthenics-Anlagen stellen kostengünstige Alternativen dar. Langfristig könnte die Konsolidierung der Standorte jedoch auch Vorteile bringen—etwa modernisierte Einrichtungen oder ein konzentrierteres Kursangebot in den verbleibenden Filialen.