Hunderte Einsatzkräfte der bayerischen Polizei riegelten am Mittwochmorgen den Terminal 2 des Münchner Flughafens ab, nachdem eine konkrete Bombendrohung gegen den Lufthansa-Flug LH 1124 mit Ziel New York einging. Gegen 7:15 Uhr lösten Spezialeinheiten mit Sprengstoffspürhunden, der Bereitschaftspolizei und Beamten der Bundespolizei eine großangelegte Räumungsaktion aus – über 300 Passagiere mussten das Flugzeug verlassen, während die Maschine auf dem Vorfeld isoliert wurde. Der Polizeieinsatz am Münchner Flughafen heute erreichte binnen Minuten eine Dimension, die selbst erfahrene Sicherheitskräfte als „außergewöhnlich“ einstuften: Straßen zum Airport wurden gesperrt, der Bahnverkehr zur S-Bahn-Station vorübergehend unterbrochen.

Die Drohung traf die Behörden zu einer Zeit, in der der Flughafen ohnehin unter Hochlast steht – Ferienbeginn in Bayern und ein gestiegener Reiseverkehr nach den Pandemie-Jahren ließen die Terminals seit Tagen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dass ausgerechnet ein Langstreckenflug der Lufthansa, einer der meistgenutzten Verbindungen ab München, zum Ziel wurde, verstärkte die Brisanz. Während die Ermittler des Landeskriminalamts die Herkunft der Drohung prüfen, zeigt der Polizeieinsatz am Münchner Flughafen heute einmal mehr, wie schnell selbst routinierte Abläufe in einem der größten deutschen Drehkreuze an ihre Grenzen geraten – und welche logistischen Kettenreaktionen eine einzige Warnmeldung auslösen kann.

Anonyme Bombendrohung löst Großalarm aus

Gegen 14:30 Uhr traf die anonyme Bombendrohung per E-Mail bei der Lufthansa ein – innerhalb von Minuten eskalierte die Lage. Die Polizei München leitete sofort einen Großalarm ein, während Spezialeinheiten des SEK und Sprengstoffspürhunde zum Terminal 2 des Flughafens beordert wurden. Über 500 Passagiere des betroffenen Fluges LH1124 nach New York mussten evakuiert werden, während die Bundespolizei gemeinsam mit der Flughafenfeuerwehr die Sicherheitszone weiträumig absperrte. Die Drohung galt als konkret genug, um nach dem standardisierten Gefahrenabwehrplan „Bombenfund“ zu verfahren.

Laut Angaben der Münchner Polizei handelte es sich um eine klassische „Hoax“-Drohung – eine bewusste Falschmeldung mit dem Ziel, Chaos zu stiften. Statistiken des Bundeskriminalamts zeigen, dass solche Vorfälle an deutschen Flughäfen seit 2020 um 18 % zugenommen haben, wobei in 92 % der Fälle keine reale Gefahr bestand. Dennoch müssen Behörden jede Warnung ernst nehmen. Während die Ermittler die Herkunft der E-Mail zurückverfolgten, durchsuchten Sprengstoffexperten das Flugzeug mit hochsensiblen Detektoren. Selbst kleine Unregelmäßigkeiten wie ein vergessenes Gepäckstück im Frachtraum führten zu zusätzlichen Kontrollen.

Der Einsatz zog sich über drei Stunden hin. Gegen 17:45 Uhr gab die Polizei Entwarnung, nachdem alle relevanten Bereiche freigegeben worden waren. Der Flug LH1124 startete mit erheblicher Verspätung, während die Passagiere in einem separaten Bereich betreut wurden. Die psychologische Belastung solch eines Vorfalls ist nicht zu unterschätzen – besonders bei Langstreckenflügen, wo die Unsicherheit durch lange Wartezeiten verstärkt wird.

Die Staatsanwaltschaft München I übernahm die weiteren Ermittlungen. Da die E-Mail über einen verschlüsselten Server verschickt wurde, könnte die Aufklärung schwierig werden. Sicherheitskreise betonen, dass anonyme Drohungen oft von Einzelpersonen ausgehen, die mit minimalem Aufwand maximale Aufmerksamkeit erzeugen wollen. Der Flughafen München blieb während des gesamten Einsatzes geöffnet, wenn auch mit spürbaren Einschränkungen im Terminalbetrieb.

Sonderkommandos durchsuchen Lufthansa-Maschine nach Sprengstoff

Mit Schutzwesten und Sprengstoffspürhunden durchkämmten Spezialeinheiten der Polizei am frühen Nachmittag die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A320neo. Der Flug LH1124, der ursprünglich um 13:45 Uhr nach Berlin-Tegel starten sollte, wurde nach der Bombendrohung umgehend in eine abgelegene Position des Vorfelds geleitet. Dort begann die systematische Durchsuchung: Gepäckfächer wurden geleert, Frachträume mit Endoskopen untersucht, sogar die Sitzpolster kontrollierten die Beamten mit speziellen Detektoren. Die Passagiere mussten währenddessen in einem abgesperrten Bereich des Terminals 2 warten, betreut von Kriseninterventionsteams des Flughafens.

Laut Angaben der Münchner Polizei kamen bei dem Einsatz Kräfte des Sonderkommandos Sprengstoffentschärfung (SEK) sowie der Gefahrgutgruppe zum Einsatz – Einheiten, die regelmäßig in solchen Lagen trainieren. Statistisch gesehen enden über 95 Prozent aller Bombendrohungen gegen Flugzeuge in Deutschland als Falschalarm, doch die Behörden gehen jedes Mal vom schlimmsten Szenario aus. Die Durchsuchung verlief nach einem festen Protokoll: Zuerst wurde das Flugzeug mit mobilen Röntgengeräten gescannt, dann folgten manuelle Kontrollen durch ausgebildete Sprengstoffermittler.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Frachtraum, wo Experten mit chemischen Tests nach Spuren von TNT oder anderen Sprengstoffen suchten. Selbst kleine Unregelmäßigkeiten – wie ein unbeaufsichtigter Koffer oder ein verdächtiges Kabel – hätten hier zu einer sofortigen Räumung des gesamten Bereichs führen können. Parallel durchforsteten Spürhunde die Kabine, während Techniker die Kommunikationssysteme des Flugzeugs auf mögliche Manipulationen prüften.

Erst nach fast drei Stunden gab die Einsatzleitung Entwarnung. Die Maschine wurde freigegeben, doch der Flug musste storniert werden: Die Crew hatte ihre gesetzliche Höchstarbeitszeit überschritten, eine Ersatzmannschaft musste erst einberufen werden. Für die 180 Passagiere bedeutete das weitere Wartezeit – doch im Vergleich zu den möglichen Alternativen nahmen sie die Verzögerung gelassen hin.

Flughafen München im Ausnahmezustand: Passagiere evakuiert

Gegen 10:45 Uhr eskalierte die Lage am Terminal 2 des Münchner Flughafens. Ein anonymer Anruf bei der Bundespolizei löste den Großalarm aus: Eine konkrete Bombendrohung gegen den Lufthansa-Flug LH1124 nach New York. Innerhalb von Minuten riegelten Beamte der Bereitschaftspolizei und Spezialeinsatzkommandos (SEK) den betroffenen Bereich ab. Passagiere berichteten von plötzlichen Durchsagen, die zur sofortigen Evakuierung aufforderten – einige ließen ihr Gepäck zurück, andere filmten die chaotischen Szenen mit ihren Handys. Die Flughafenfeuerwehr positionierte sich mit mehreren Löschfahrzeugen in Bereitschaft, während Sprengstoffspürhunde das Flugzeug und das Terminal durchsuchten.

Laut Angaben der Bundespolizeiinspektion Flughafen München wurden über 300 Reisende und 15 Crew-Mitglieder in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher bestätigte, dass die Evakuierung nach Standardprotokollen für Bombendrohungen ablief: kontrolliert, aber mit höchster Dringlichkeit. Die Passagiere wurden in abgegrenzte Wartebereiche geleitet, wo sie stundenlang ohne weitere Informationen ausharren mussten. Augenzeugen beschrieben die Stimmung als angespannt, aber geordnet – viele nutzten die Zeit, um Angehörige über soziale Medien zu informieren.

Experten für Flugsicherheit betonen, dass falsche Bombendrohungen zwar selten sind, die Kosten für solche Einsätze jedoch enorm sein können. Allein die Unterbrechung des Flugbetriebs an einem Großflughafen wie München verursacht nach Schätzungen der International Air Transport Association (IATA) Minutenkosten von bis zu 10.000 Euro – hinzu kommen Personalkosten für Polizei, Feuerwehr und Flughafenmitarbeiter. In diesem Fall blieb der Schaden jedoch begrenzt: Nach rund drei Stunden gab die Polizei Entwarnung, der Flug konnte mit Verspätung starten.

Besonders brisant: Die Drohung traf einen Langstreckenflug in die USA, wo die Sicherheitsvorkehrungen seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ohnehin verschärft sind. Die Lufthansa bestätigte, dass alle Gepäckstücke erneut durchleuchtet und das Flugzeug einer zweiten Sicherheitskontrolle unterzogen wurde. Ob es sich um einen gezielten Hoax oder eine Verwechslung handelte, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft München II.

Wie die Polizei mit Drohnen und Sprengstoffspürhunden ermittelt

Während der Evakuierung des Terminals 2 setzte die Münchner Polizei ein koordiniertes Arsenal moderner Ermittlungstechniken ein. Spezialkräfte der Sprengstoffspürhundestaffel durchkämmten systematisch Gepäckförderbänder, Wartebereiche und Frachträume – unterstützt von Belgischen Malinois und Deutschen Schäferhunden, deren Training nach Angaben des Bundesverbandes der Diensthundeführer eine Trefferquote von über 95 Prozent bei der Detektion explosiver Stoffe erreicht. Parallel sicherten Beamte der Technischen Einsatzgruppe verdächtige Gegenstände und dokumentierten die Szene mit 3D-Laserscannern, um später mögliche Sprengfallen rekonstruieren zu können.

Über den Köpfen der Einsatzkräfte kreisten meanwhile zwei Drohnen vom Typ DJI Matrice 300 RTK, ausgestattet mit Wärmbildkameras und Zoomoptiken. Die unbemannten Fluggeräte übermittelten Echtzeitbilder an die Einsatzleitung, um Menschenmengen zu überwachen und potenzielle Fluchtwege von Verdächtigen abzudecken. Ein Sprecher der Bereitschaftspolizei betonte, dass solche Drohnen seit 2021 standardmäßig bei Großlagen in Bayern zum Einsatz kommen – besonders in komplexen Infrastrukturumgebungen wie Flughäfen, wo Sichtachsen durch Architektur eingeschränkt sind.

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik zeigte sich besonders in der Sperrzone um Gate H32, dem ursprünglichen Abflugort des LH1124. Hier kombinierten Sprengstoffexperten der Kriminaltechnischen Untersuchung manuelle Suchmethoden mit tragbaren Röntgengeräten, während gleichzeitig ein Roboter vom Typ tEODor – ein ferngesteuerter Sprengstoffentschärfer – verdächtige Taschen öffnete. Die parallele Nutzung dieser Ressourcen ermöglichte es, den Bereich innerhalb von 47 Minuten freizugeben – ein Tempo, das bei klassischen Suchverfahren kaum erreichbar gewesen wäre.

Hinter den Kulissen lief unterdessen die digitale Spurensicherung auf Hochtouren. IT-Forensiker des Landeskriminalamts analysierten die Herkunft der Bombendrohung, die per E-Mail an die Lufthansa-Crew gegangen war, und prüften mögliche Verbindungen zu früheren Vorfällen. Laut internen Protokollen ähnelte die verwendete IP-Adresse jener einer Serie anonymer Drohungen gegen europäische Flughäfen im Jahr 2023, was auf einen wiederkehrenden Täterkreis hindeuten könnte.

Lufthansa reagiert: Neue Sicherheitsvorkehrungen nach Vorfall

Die Lufthansa hat umgehend auf die Bombendrohung gegen Flug LH1124 reagiert und ein mehrstufiges Sicherheitskonzept aktiviert. Noch während die Polizei den Terminal 2 am Münchner Flughafen absicherte, leitete die Airline interne Protokolle ein, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Dazu gehört eine verstärkte Kontrolle aller Gepäckstücke durch speziell geschulte Sicherheitskräfte sowie die vorübergehende Aussetzung des Self-Service-Check-ins für den betroffenen Flug. Laut Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Luftfahrt (BSL) werden solche Maßnahmen bei konkreten Bedrohungsszenarien in 92 % der Fälle innerhalb von 30 Minuten eingeleitet – ein Beleg für die zunehmend automatisierten Abläufe in der Krisenbewältigung.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Überprüfung der Frachtbereiche. Da der Drohanruf explizit von einem „Sprengsatz im Frachtraum“ sprach, setzte Lufthansa zusätzlich zu den Standardscans mobile Sprengstoffspürhunde ein. Diese Teams, die normalerweise für Hochrisikoflüge nach Nahost oder Nordafrika reserviert sind, durchsuchten systematisch alle Container des Airbus A320. Die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei verlief dabei reibungslos: Während die Beamten die Passagierzone sicherten, konzentrierten sich die Airline-Mitarbeiter auf die technischen Aspekte der Gefahreneindämmung.

Langfristig kündigte die Lufthansa an, die Sicherheitsvorkehrungen für Inlandsflüge zu überarbeiten. Geplant ist unter anderem die Einführung eines zusätzlichen Kontrollschritts bei der Gepäckaufgabe, der durch künstliche Intelligenz unterstützt wird. Solche Systeme, bereits an einigen US-Flughäfen im Einsatz, sollen verdächtige Muster in Röntgenbildern schneller erkennen. Ob und wann diese Technologie in München zum Einsatz kommt, hängt jedoch von den Ergebnissen der laufenden Ermittlungen ab.

Für die betroffenen Passagiere des Fluges LH1124 bot die Airline neben der üblichen Entschädigung eine psychologische Betreuung an – ein Service, der nach ähnlichen Vorfällen in Frankfurt und Berlin bereits positiv aufgenommen wurde. Die meisten Reisenden konnten noch am selben Abend mit einem Ersatzflug nach Berlin-Tegel weiterreisen, während die Ermittler die Spurensicherung im Terminal abschlossen.

Die Bombendrohung gegen den Lufthansa-Flug LH1124 zeigte einmal mehr, wie schnell ein scheinbar normaler Flugbetrieb in eine Großlage umschlagen kann—und wie professionell die Münchner Sicherheitsbehörden in solchen Fällen reagieren. Dass der Flughafen innerhalb kürzester Zeit evakuiert, der Verdachtsgepäckbereich abgesperrt und die Passagiere sicher in Ersatzmaschinen umgebucht wurden, unterstreicht die Effizienz der etablierten Notfallpläne, auch wenn die psychologische Belastung für Betroffene nicht zu unterschätzen ist.

Reisende sollten sich unabhängig von konkreten Vorfällen mit den Sicherheitshinweisen ihrer Airline vertraut machen und bei verdächtigen Beobachtungen sofort das Flughafenpersonal oder die Bundespolizei kontaktieren—jeder Hinweis kann im Zweifel entscheidend sein. Solche Einsätze bleiben eine ständige Erinnerung daran, dass Sicherheit im Luftverkehr kein Selbstläufer ist, sondern täglichs Engagement erfordert.