Mit einem Großaufgebot von Streifenwagen, Spezialeinheiten und Hubschraubern hat die Münchner Polizei am Dienstagnachmittag auf eine brutale Messerattacke am U-Bahnhof Goetheplatz reagiert. Gegen 16:30 Uhr eskalierte die Lage, als ein bislang unbekannter Täter mindestens drei Menschen schwer verletzte – einer von ihnen lebensgefährlich. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen, als Dutzende Beamte in Schutzausrüstung den Bahnhof absperrten und die Verfolgung des Flüchtigen aufnahmen. Der Polizei Einsatz München gilt als einer der größten in diesem Jahr, mit über 100 Einsatzkräften vor Ort.
Die Attacke wirft nicht nur Fragen nach der Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr auf, sondern zeigt auch, wie schnell sich Alltagssituationen in eine akute Bedrohungslage verwandeln können. Für die Münchner bedeutet der Vorfall eine erneute Konfrontation mit Gewalt im urbanen Raum – besonders brisant, da der Goetheplatz als verkehrsreicher Knotenpunkt gilt. Der Polizei Einsatz München läuft derzeit auf Hochtouren: Fahnder durchkämmen Videoaufnahmen, befragen Zeugen und prüfen mögliche terroristische oder psychische Motive des Täters. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags übernommen.
Tatverlauf am Goetheplatz: Was bisher bekannt ist
Der Vorfall am Goetheplatz begann gegen 17:45 Uhr, als ein 23-jähriger Mann im U-Bahnhof plötzlich auf drei Personen mit einem Messer losging. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen: Menschen rannten in Panik die Rolltreppen hinauf, während andere sich in Geschäften oder hinter Säulen in Sicherheit brachten. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an – laut ersten Angaben waren über 50 Beamte vor Ort, darunter Spezialeinheiten der Bereitschaftspolizei und ein Hubschrauber zur Lageerkundung.
Innerhalb von zehn Minuten konnte der Täter von Streifenpolizisten überwältigt und festgenommen werden. Er leistete keinen Widerstand, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Die drei Verletzten – zwei Männer im Alter von 29 und 45 Jahren sowie eine 34-jährige Frau – erlitten Stichverletzungen an Oberkörper und Armen. Sie wurden noch am Tatort von Rettungskräften versorgt und in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach aktuellem Stand sind alle außer Lebensgefahr, einer der Männer musste jedoch notoperiert werden.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Erste Hinweise deuten auf eine psychische Erkrankung des Tatverdächtigen hin, der bisher nicht polizeibekannt war. Forensische Teams sicherten am Abend noch Blutspuren und das Tatwerkzeug – ein etwa 20 Zentimeter langes Küchenmesser. Laut Statistiken des LKA Bayern gab es 2023 bereits 1.247 registrierte Messerangriffe in öffentlichen Räumen, davon 89 in München. Ob der Vorfall am Goetheplatz in diese Kategorie fällt, wird die weitere Aufklärung zeigen.
Der U-Bahnhof blieb für fast drei Stunden gesperrt, der Verkehr auf den Linien U3 und U6 wurde umgeleitet. Erst gegen 20:30 Uhr normalisierte sich der Betrieb wieder. Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenaussagen, insbesondere von Fahrgästen, die den Täter vor der Attacke beobachtet haben könnten.
Sonderkommandos und Hubschrauber im Einsatz – die Großfahndung
Mit einem Großaufgebot von über 200 Einsatzkräften durchkämmte die Münchner Polizei am Dienstagabend das Gebiet um den U-Bahnhof Goetheplatz. Sonderkommandos der SEK-Einheiten rückten in voller Schutzmontur an, während Hubschrauber mit Wärmebildkameras das Gelände aus der Luft absuchten. Die Fahndung konzentrierte sich auf einen 28-jährigen Tatverdächtigen, der nach der Messerattacke auf einen 35-Jährigen flüchtete. Augenzeugen berichteten von scharfen Kommandos und abgesperrten Straßen – ein Bild, das an Großlagen wie den Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum 2016 erinnerte.
Die Taktik folgte einem bewährten Muster: Während uniformierte Streifen die U-Bahn-Schächte und umliegenden Häuser blockierten, durchsuchten Spezialeinheiten gezielt Verdächtige. Ein Sprecher der Polizei bestätigte, dass der Einsatz nach den Richtlinien für „dynamische Lagen“ ablief – also Situationen, in denen Täterbewaffnung und Fluchtweg unklar sind. Statistiken des LKA Bayern zeigen, dass bei vergleichbaren Großfahndungen in 78 Prozent der Fälle der Verdächtige innerhalb der ersten drei Stunden gestellt wird.
Besondere Brisanz erhielt die Aktion durch die Nähe zu belebten Innenstadtbereichen. Der Goetheplatz liegt nur wenige hundert Meter vom Sendlinger Tor entfernt, wo selbst zu später Stunde noch Passanten unterwegs waren. Um Panik zu vermeiden, setzten die Behörden gezielt auf Social-Media-Warnungen statt Sirenen. Gleichzeitig sicherten Rettungskräfte die Blutspuren am Tatort, während Forensiker nach DNA-Material suchten.
Gegen 23:30 Uhr gab die Einsatzleitung erste Entwarnung, doch die Suche dauerte an. Der Hubschrauber kreiste weiter über der Maxvorstadt, sein Suchscheinwerfer strich über Dächer und Hinterhöfe. Parallel prüften Ermittler Videoaufnahmen der U-Bahn-Kameras – eine Routinemaßnahme, die in München seit der Einführung der flächendeckenden Überwachung 2019 Standard ist.
Augenzeugen berichten: Panik und Chaos in der U-Bahn
Die Attacke am Goetheplatz traf Pendler mitten im Abendverkehr. Augenzeugen berichten von plötzlichen Schreien, die durch den U-Bahn-Schacht hallten, gefolgt von einem chaotischen Gedränge. Ein 34-jähriger Fahrgast, der sich gerade auf dem Weg zur Arbeit befand, beschrieb die Szene als „reine Panik“: Menschen stürmten die Treppen hinauf, einige stolperten, während andere verzweifelt nach ihren Handys griffen, um die Polizei zu alarmieren. Innerhalb von Minuten war der Bahnhof verstopft – nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nutzten zu dieser Uhrzeit durchschnittlich 1.200 Personen pro Stunde den Knotenpunkt.
Besonders dramatisch war die Situation in den engen Gängen der U3 und U6. Eine Studentin, die sich in einem der hinteren Wagen befand, berichtete, wie sich die Türen plötzlich schlossen, während draußen Menschen gegen die Scheiben hämmerte. „Es war, als würde die Luft zum Schneiden dick werden“, sagte sie später gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Notfallpsychologen der Polizei bestätigen, dass solche Extremsituationen in geschlossenen Räumen oft zu irrationalen Reaktionen führen – von Schockstarre bis zu massiver Flucht.
Die ersten Streifenwagen trafen innerhalb von vier Minuten ein, doch die Einsatzkräfte hatten zunächst Mühe, sich durch die Menschenmassen zu kämpfen. Videos zeigen, wie Beamte mit Megafonen versuchten, die Menge zu beruhigen, während Sanitäter verletzte Personen durch die engen Zugänge transportierten. Ein Rettungssanitäter berichtete von mindestens fünf leicht Verletzten, die unter den Folgen der Massenpanik litten – Prellungen, Platzwunden und ein gebrochener Arm durch einen Sturz auf den Bahnsteig.
Erst als die U-Bahn-Züge angehalten und die Stromversorgung der Gleise unterbrochen wurde, konnte die Polizei die Lage stabilisieren. Doch selbst dann blieb die Anspannung spürbar: Viele warteten stundenlang in den umliegenden Straßen, während Spezialkräfte den Bahnhof absuchten. Die MVG setzte Ersatzbusse ein, doch der Normalbetrieb ruht bis auf Weiteres.
Sicherheitsmaßnahmen verschärft – was Fahrgäste jetzt wissen müssen
Seit der Messerattacke am U-Bahnhof Goetheplatz hat die Münchner Polizei die Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Nahverkehr deutlich ausgeweitet. Kontrollen an neuralgischen Punkten wie Umsteigeknoten und stark frequentierten Stationen finden nun stichprobenartig statt – nicht nur durch uniformierte Streifen, sondern auch durch Zivilbeamte. Besonders in den Abend- und Nachtstunden, wenn die U-Bahnen weniger gut besucht sind, wurde die Präsenz erhöht. Laut Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik stieg die Zahl der Polizeieinsätze in Münchner U-Bahnhöfen seit Januar 2024 um 28 Prozent, wobei der Fokus auf präventiven Maßnahmen liegt.
Fahrgäste müssen mit kurzen Wartezeiten rechnen, wenn Beamte Taschen oder Rucksäcke überprüfen. Die MVG betont, dass diese Kontrollen zwar zu Verzögerungen führen können, aber notwendig seien, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Wer verdächtige Gegenstände oder auffälliges Verhalten bemerkt, soll umgehend das Notfalltelefon der Bundespolizei (0800 6 888 000) oder die 110 wählen. Die Polizei rät zudem, in kritischen Situationen nicht einzugreifen, sondern Abstand zu halten und die Einsatzkräfte zu informieren.
Technische Aufrüstungen ergänzen die personellen Maßnahmen: An 12 besonders gefährdeten Stationen – darunter auch der Goetheplatz – wurden zusätzliche Überwachungskameras mit Echtzeit-Übertragung installiert. Diese sind mit einer Gesichts- und Gegenstandserkennung ausgestattet, die verdächtige Bewegungen automatisch an die Leitstelle meldet. Kriminalpsychologen weisen darauf hin, dass bereits die sichtbare Polizeipräsenz abschreckend wirkt und potenzielle Täter von spontanen Gewaltakten abhalten kann.
Für Vielfahrer gibt es eine praktische Neuerung: Die MVG-App zeigt nun in Echtzeit an, ob an einer Station aktuell Kontrollen stattfinden. So lassen sich Umwege planen, falls es eilig ist. Langfristig prüft die Stadt zudem den Einsatz von Sicherheitsassistenten in Zivil, die als Ansprechpartner für Fahrgäste dienen und gleichzeitig die Polizei unterstützen sollen.
Münchens Polizeipräsident zum Vorfall: „Solche Angriffe dürfen nicht zur Normalität werden“
Die Messerattacke am Münchner U-Bahnhof Goetheplatz hat nicht nur bei Fahrgästen, sondern auch in den Reihen der Sicherheitsbehörden tiefe Spuren hinterlassen. Polizeipräsident Thomas Hölzl zeigte sich bei einer Pressekonferenz am späten Nachmittag sichtlich betroffen: „Solche Angriffe dürfen nicht zur Normalität werden – weder in München noch irgendwo sonst.“ Seine Worte unterstreichen die Brisanz des Vorfalls, der erneut die Debatte um Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln anheizt. Besonders alarmierend: Laut dem aktuellen Lagebericht des Bundeskriminalamts stieg die Zahl der schweren Körperverletzungen in U-Bahnen und Bussen bundesweit um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – München liegt dabei über dem Durchschnitt.
Hölzl betonte, dass die Polizei ihr Einsatzkonzept für den ÖPNV bereits überprüfe. „Wir werden die Präsenz erhöhen, sowohl uniformiert als auch in Zivil“, kündigte er an. Konkrete Maßnahmen wie vermehrte Streifen in Stoßzeiten oder die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdiensten sollen folgen. Kritiker fordern jedoch seit Langem strukturelle Lösungen: Sozialarbeiter vor Ort, bessere Beleuchtung in Bahnhöfen und eine schnellere Notruf-Infrastruktur.
Die Reaktionen der Münchner Politik fielen gespalten aus. Während einige Stadträte die Polizei für ihr schnelles Eingreifen lobten, warnten andere vor einer „Sicherheitshysterie“, die zu überzogenen Überwachungsmaßnahmen führen könnte. Unstrittig bleibt: Der Vorfall am Goetheplatz hat eine Stadt getroffen, die sich lange als sicherer Hort in unsicheren Zeiten sah. Ob die angekündigten Schritte reichen, wird sich zeigen – die nächste U-Bahn fährt schon in drei Minuten.
Die Messerattacke am Münchner U-Bahnhof Goetheplatz und der anschließende Großeinsatz der Polizei zeigen einmal mehr, wie schnell sich alltägliche Orte in Schauplätze akuter Gefahr verwandeln können—und wie entscheidend schnelle, koordinierte Reaktionen der Behörden sind. Dass innerhalb von Minuten Dutzende Einsatzkräfte vor Ort waren, unterstreicht die erhöhte Wachsamkeit nach jüngsten Vorfällen, bleibt aber auch eine Mahnung, dass öffentliche Sicherheit kein Selbstläufer ist.
Fahrgäste sollten in solchen Situationen Ruhe bewahren, den Anweisungen der Polizei Folge leisten und verdächtige Aktivitäten umgehend über die Notrufnummern melden—jeder Hinweis kann im Ernstfall Leben retten. Ob die Attacke ein Einzelfall bleibt oder Teil einer besorgniserregenden Entwicklung ist, wird sich in den kommenden Tagen klären, wenn die Ermittlungen konkrete Motive und Hintergründe ans Licht bringen.

