Bis Ende 2024 wird die HypoVereinsbank München fünf ihrer Standorte in der bayerischen Landeshauptstadt schließen – eine Entscheidung, die 120 Arbeitsplätze direkt betrifft. Die Bank rechtfertigt den Schritt mit veränderten Kundenbedürfnissen und dem anhaltenden Trend zur Digitalisierung. Besonders betroffen sind Filialen in weniger frequentierten Stadtteilen, wo die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich sanken. Laut internen Angaben sollen die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst innerhalb des Konzerns umgesetzt oder durch Sozialpläne abgefedert werden.
Für Münchens Bankenkunden bedeutet der Rückzug der HypoVereinsbank München aus bestimmten Stadtvierteln eine spürbare Veränderung. Während ältere Kundengruppen oft noch auf persönliche Beratung setzen, nutzen jüngere Zielgruppen längst vorrangig Online-Banking und Mobile-Apps. Die Schließungen spiegeln damit einen Branchenwandel wider, der auch andere Großbanken in Deutschland beschäftigt. Ob die verbleibenden Filialen die wegfallenden Standorte kompensieren können, bleibt abzuwarten – besonders in einer Stadt, in der die Nachfrage nach lokalen Bankdienstleistungen weiterhin hoch ist.
Warum die HypoVereinsbank jetzt Filialen streichen muss
Die HypoVereinsbank steht vor einem radikalen Umbruch – und die Gründe dafür liegen nicht allein in der schwächelnden Konjunktur. Seit Jahren kämpft die Branche mit einem strukturellen Problem: Die Kunden nutzen Filialen immer seltener. Laut einer aktuellen Studie der Bundesbank sank die Zahl der persönlichen Bankbesuche zwischen 2018 und 2023 um fast 40 Prozent. Stattdessen erledigen 78 Prozent der Kunden ihre Bankgeschäfte digital, Tendenz steigend. Für traditionelle Institute wie die HypoVereinsbank bedeutet das einen Zwang zur Anpassung – oder zum Rückzug.
München trifft es besonders hart. Die Mietpreise für Gewerbeimmobilien in der Innenstadt gehören zu den höchsten Deutschlands, während die Frequenz in den Filialen kontinuierlich sinkt. Ein Standortexperte der Immobilienwirtschaft bestätigt: „Bankfilialen in A-Lagen rentieren sich nur noch, wenn sie gleichzeitig als Beratungszentren für komplexe Finanzprodukte fungieren.“ Genau diese Umstellung gelingt jedoch nicht allen Standorten – besonders kleinere Zweige in Wohnvierteln wie Neuhausen oder Schwabing kämpfen mit sinkenden Umsätzen.
Hinzu kommt der Kostendruck durch die Europäische Zentralbank. Seit Jahren belasten negative Zinsen und strengere Regularien die Ertragslage der Großbanken. Die HypoVereinsbank, als Teil der UniCredit-Gruppe, muss ihre Effizienz steigern, um im Wettbewerb mit rein digitalen Anbietern wie N26 oder Trade Republic zu bestehen. Filialschließungen sind da ein schneller Hebel – auch wenn sie schmerzhafte Personalentscheidungen nach sich ziehen.
Dass ausgerechnet München betroffen ist, überrascht Branchenkenner kaum. Die Stadt gilt als Vorreiter für den Wandel im Bankwesen: Hier testet die HypoVereinsbank bereits seit 2022 hybride Beratungsmodelle, bei denen Kunden Termine per Video-Call vereinbaren. Die jetzt bekannten Schließungen sind folgerichtig – und wohl erst der Anfang.
Diese fünf Standorte in München schließen 2024
Die Schließungswelle bei der HypoVereinsbank trifft München besonders hart. Fünf Standorte werden bis Ende 2024 ihre Türen für immer schließen – darunter auch langjährige Filialen in zentraler Lage. Betroffen sind die Niederlassungen in der Maximilianstraße 12, wo seit über 30 Jahren Kunden beraten wurden, sowie der Standort Sendlinger Straße 7, der besonders von Einzelhändlern und Gewerbetreibenden frequentiert wurde. Auch die Filiale in der Landsberger Straße 389 im Westen der Stadt steht auf der Liste, obwohl sie erst 2018 umfangreich modernisiert worden war.
Besonders überraschend kommt die Schließung der Filiale Am Kosttor 1 im Herzen der Altstadt. Laut einer Studie der Bayerischen Bankenvereinigung aus dem Jahr 2023 nutzen noch immer 28 % der Münchner mindestens einmal im Monat eine stationäre Bankfiliale – trotz des Booms digitaler Services. Gerade ältere Kunden und Selbstständige bevorzugen oft die persönliche Beratung, was die Entscheidung für viele schwer nachvollziehbar macht.
Den Abschluss bildet die Filiale in der Dom-Pedro-Straße 15 im Stadtteil Schwabing. Dieser Standort galt lange als wichtiger Knotenpunkt für Studierende und junge Berufstätige, da er in unmittelbarer Nähe zur Ludwig-Maximilians-Universität liegt. Die Bank begründet die Schließungen mit „veränderten Kundenbedürfnissen“ und verweist auf die steigende Nutzung von Online-Banking. Kritiker werfen dem Institut jedoch vor, damit vor allem Personalkosten zu sparen – immerhin sind rund 120 Arbeitsplätze in München direkt betroffen.
Für viele Stammkunden kommt das Aus dünn: Einige der betroffenen Filialen waren seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Stadtbilds. Während die Bank Alternativen wie SB-Terminals oder Partnerfilialen der UniCredit anbietet, bleibt unklar, wie besonders ältere Kunden oder technikferne Nutzer die Umstellung bewältigen sollen.
Wie die Bank betroffene Mitarbeiter unterstützt
Die Schließung von fünf Filialen bis Ende 2024 trifft nicht nur Kunden, sondern vor allem die 120 betroffenen Mitarbeiter. Die HypoVereinsbank hat daher ein umfassendes Unterstützungsprogramm aufgelegt, das über die gesetzlichen Sozialpläne hinausgeht. Laut Angaben des Instituts erhalten alle Beschäftigten individuelle Beratungsgespräche, in denen alternative Einsatzmöglichkeiten innerhalb des Konzerns geprüft werden. Besonders im Fokus stehen dabei Standorte in der Metropolregion München, wo der Bedarf an qualifiziertem Personal in anderen Bereichen wie der digitalen Kundenbetreuung oder im Firmenkundengeschäft weiter steigt.
Für Mitarbeiter, die sich neu orientieren möchten, kooperiert die Bank mit externen Karriereberatern und bietet Qualifizierungsmaßnahmen an. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass rund 60 Prozent der Bankangestellten in ähnlichen Umstrukturierungen durch gezielte Weiterbildung innerhalb von zwölf Monaten eine neue Anstellung finden. Die HypoVereinsbank übernimmt in solchen Fällen bis zu 80 Prozent der Kosten für Zertifikatslehrgänge oder Umschulungen – etwa im Bereich Finanztechnologie oder Vertrieb.
Zusätzlich gibt es finanzielle Absicherungen: Betroffene erhalten neben Abfindungsregelungen auch Unterstützung bei der Existenzgründung, falls sie sich selbstständig machen wollen. Die Bank betont, dass keine Kündigungen ausgesprochen werden, sondern alle Veränderungen im Einvernehmen erfolgen sollen. Ein intern etabliertes Mentoring-Programm verbindet erfahrene Führungskräfte mit den betroffenen Mitarbeitern, um den Übergang zu erleichtern.
Kritische Stimmen aus der Belegschaft monieren zwar, dass die Angebote vor allem jüngeren Mitarbeitern zugutekommen, während ältere Kollegen oft vor größeren Hürden stehen. Die Bank entgegenet diesem Vorwurf mit speziellen Programmen für langjährige Beschäftigte, darunter schrittweise Reduzierungen der Arbeitszeit oder Vorruhestandsmodelle in Absprache mit dem Betriebsrat.
Was Kunden mit Schließungen jetzt beachten sollten
Die Schließung von fünf HypoVereinsbank-Filialen in München trifft nicht nur die betroffenen 120 Mitarbeiter, sondern stellt auch Kunden vor praktische Herausforderungen. Betroffen sind Standorte in Schwabing, Neuhausen und anderen Stadtteilen, wo viele Privat- und Geschäftskunden bisher ihre Bankgeschäfte persönlich erledigt haben. Laut einer Studie der Bundesbank nutzen noch immer rund 30 Prozent der deutschen Bankkunden regelmäßig Filialen – besonders ältere Kunden und Selbstständige, die Bargeschäfte oder komplexe Beratungen bevorzugen.
Wer bisher auf den Filialservice angewiesen war, sollte jetzt prüfen, welche Alternativen die Bank anbietet. Die HypoVereinsbank wirbt mit erweiterten Öffnungszeiten in verbleibenden Standorten wie der Hauptstelle am Marienplatz sowie mit digitalen Lösungen wie Videoberatung. Doch nicht alle Dienstleistungen lassen sich online abbilden: Etwa die Hinterlegung von Schecks oder die Beantragung bestimmter Kredite erfordert oft noch immer einen persönlichen Termin.
Besonders für Gewerbekunden könnte der Wegfall der Filialen in ihren Stadtteilen zu längeren Anfahrtswegen führen. Bankexperten raten dazu, frühzeitig nach nahegelegenen Alternativen zu suchen – sei es bei anderen Banken mit dichterem Filialnetz oder durch den Wechsel zu Direktbanken, die oft günstigere Konditionen bieten. Ein Vergleich der Gebühren lohnt sich, da die HypoVereinsbank für bestimmte Services wie Kontoführung oder Wertpapierorders höhere Preise verlangt als viele Online-Anbieter.
Kunden, die auf Barabhebungen oder -einzahlungen angewiesen sind, müssen sich ebenfalls umorientieren. Während die Bank ihre Automaten an einigen Standorten erhalten will, könnten Gebühren für Fremdnutzer steigen. Wer regelmäßig größere Bargeldbeträge benötigt, sollte klären, ob die Hausbank künftig noch kostenfreie Abhebungen anbietet oder ob ein Wechsel zu einer Bank mit besserer Bargeldinfrastruktur sinnvoll ist.
Digitalisierung statt Schalter: Die Strategie hinter dem Rückzug
Die HypoVereinsbank setzt in München konsequent auf Digitalisierung – und baut ihr Filialnetz weiter ab. Bis Ende 2024 schließen fünf Standorte, darunter die Niederlassung in der Maxvorstadt und die Zweigstelle am Ostbahnhof. Die Entscheidung folgt einer klaren Strategie: Laut einer Studie der Bundesbank nutzen bereits 72 Prozent der deutschen Bankkunden Online-Banking als primären Kanal für Finanztransaktionen. Persönliche Beratung vor Ort verliert damit an Bedeutung, während digitale Lösungen wie Mobile Banking oder Video-Beratung an Fahrt aufnehmen.
Für die Bank ist der Rückzug aus klassischen Filialen kein radikaler Bruch, sondern ein schrittweiser Prozess. Seit 2018 hat die HypoVereinsbank bundesweit über 200 Standorte geschlossen. München bleibt dabei ein zentraler Schwerpunkt – nicht nur wegen der hohen Dichte an Filialen, sondern auch als Testmarkt für digitale Innovationen. Kund:innen sollen künftig komplexe Anfragen wie Kreditverhandlungen oder Anlageberatung über sichere Online-Portale abwickeln, während einfache Transaktionen längst automatisiert ablaufen.
Kritiker verweisen auf die sozialen Folgen: Ältere Kund:innen oder Menschen mit geringer Digitalkompetenz könnten abgehängt werden. Die Bank reagiert darauf mit Schulungsangeboten und einer Hotline für technische Unterstützung. Doch der Fokus liegt klar auf Effizienz. Branchenanalysten schätzen, dass digitale Prozesse die Betriebskosten um bis zu 30 Prozent senken – ein entscheidender Faktor in einem Umfeld sinkender Zinsmargen.
Der Abbau von 120 Stellen in München unterstreicht die Konsequenz des Kurswechsels. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter:innen in den schließenden Filialen, denen interne Umschulungen oder Versetzungen angeboten werden. Langfristig setzt die HypoVereinsbank auf ein hybrides Modell: Weniger, aber hochspezialisierte Standorte sollen bleiben, während der Großteil der Dienstleistungen digital erfolgt.
Die Schließung von fünf HypoVereinsbank-Filialen in München bis Ende 2024 markiert einen weiteren Schritt im Branchennetz-Rückbau der Großbank, der vor allem die Belegschaft trifft: 120 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, während Kunden sich auf weniger persönliche Beratungsmöglichkeiten einstellen müssen. Die Entscheidung spiegelt den anhaltenden Trend zur Digitalisierung wider, der Filialbanking zunehmend in den Hintergrund drängt – doch für viele, besonders ältere Kunden oder Unternehmen mit komplexen Anliegen, bleibt der Verlust vor Ort spürbar.
Wer weiterhin auf persönliche Bankgespräche angewiesen ist, sollte frühzeitig prüfen, welche Alternativen die HypoVereinsbank in benachbarten Standorten oder über digitale Kanäle anbietet, etwa Videoberatung oder erweiterte Servicezeiten in verbleibenden Filialen. Langfristig wird sich zeigen, ob die Bank es schafft, die Lücke zwischen Effizienzsteigerung und Kundenzufriedenheit zu schließen – oder ob der Filialschwund die Bindung zu Stammkunden weiter lockert.

