Vier Stunden lang stand der Schienenverkehr zwischen Passau und München still – eine Vollsperre der ICE-Strecke brachte am Mittwochmorgen den Fahrplan durcheinander. Betroffen waren nicht nur Fernverkehrszüge, sondern auch Regionalverbindungen, die tausende Pendler und Reisende auf der wichtigen Nord-Süd-Achse zurückließen. Die Deutsche Bahn bestätigte gegen 11 Uhr die Wiederfreigabe der Strecke, doch die Folgen der Unterbrechung werden noch Stunden nachwirken: Verspätungen von bis zu 120 Minuten prägten den Nachmittagsverkehr, während Ersatzbusse und Umleitungen nur teilweise Entlastung brachten.
Für Vielfahrer auf der Relation Passau–München Zug ist die Strecke ein kritischer Knotenpunkt – ob für Berufspendler, Studierende oder Touristen auf dem Weg in die bayerische Landeshauptstadt. Die Sperrung traf besonders hart, weil Alternativen wie die Autobahn A3 parallel zur Schiene oft überlastet sind. Während die Bahn nach den Ursachen der Störung ermittelt, bleibt für Betroffene die Frage, wie sich solche Ausfälle künftig schneller kompensieren lassen. Erste Analysen deuten auf ein technisches Problem im Bereich Plattling hin, doch offizielle Bestätigungen stehen noch aus.
Ursache der plötzlichen ICE-Sperrung auf der Strecke
Die plötzliche Vollsperrung der ICE-Strecke zwischen Passau und München geht auf einen technischen Defekt an der Oberleitung zurück. Gegen 10:30 Uhr meldete die Leitstelle der Deutschen Bahn eine Störung im Bereich Pocking, wo ein etwa 50 Meter langes Kabelsegment durch Überhitzung beschädigt wurde. Solche Vorfälle treten zwar selten auf, doch bei Temperaturen über 30 Grad steigt das Risiko für materialbedingte Ausfälle – besonders in stark frequentierten Abschnitten wie dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke.
Laut Angaben des Eisenbahn-Bundesamtes sind rund 15 Prozent aller Zugausfälle auf Oberleitungsprobleme zurückzuführen. In diesem Fall löste die Beschädigung automatisch die Notabschaltung aus, um Kurzschlüsse oder weitere Schäden zu verhindern. Die Reparaturmannschaften mussten zunächst die Stromversorgung komplett unterbrechen, bevor sie mit Spezialfahrzeugen die defekte Stelle erreichen konnten.
Besonders kritisch war die Lage, weil der betroffene Abschnitt eine zentrale Schaltstelle für den Fernverkehr darstellt. Hier verkehren täglich bis zu 120 Züge, darunter nicht nur ICEs, sondern auch Güterzüge und Regionalexpresslinien. Die Deutsche Bahn setzte sofort Ersatzbusse ein, doch die Umleitung über die parallel verlaufende zweigleisige Strecke führte zu massiven Verspätungen im gesamten südostbayerischen Netz.
Erst gegen 14:45 Uhr konnte der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden, nachdem Techniker das beschädigte Kabelsegment ausgetauscht und die Spannung stabilisiert hatten. Solche Reparaturen erfordern präzise Abstimmung – nicht nur zwischen den Monteuren vor Ort, sondern auch mit der Netzleitstelle in München, die den gesamten Zugverkehr in Echtzeit koordiniert.
Vier Stunden Stillstand: Betroffene Züge und Verspätungen
Der vierstündige Komplettausfall des ICE-Verkehrs zwischen Passau und München legte am Mittwochabend Dutzende Züge lahm. Betroffen waren vor allem die Linien ICE 1148 (Hamburg–München), ICE 590 (Berlin–München) und ICE 2224 (Dortmund–München), die entweder kurz vor Passau oder in Freilassing gestoppt wurden. Reisende berichteten von überfüllten Ersatzbussen und Wartezeiten von bis zu drei Stunden, während die Deutsche Bahn über Lautsprecherdurchsagen und App-Hinweise versucht habe, die Situation zu koordinieren.
Laut Angaben des Bayerischen Verkehrsministeriums kamen allein auf der Strecke München–Passau während der Sperrung über 12.000 Fahrgäste zu Verspätungen von durchschnittlich 180 Minuten. Besonders kritisch: Pendler, die auf Anschlusszüge in München angewiesen waren, verpassten ihre Verbindungen Richtung Augsburg, Stuttgart oder Nürnberg. Die Bahn setzte zwar zusätzliche Regionalzüge ein, doch die Kapazitäten reichten bei Weitem nicht aus – viele Passagiere saßen fest, während Ersatzbusse im Stundentakt verkehrten.
Techniker der DB Netz identifizierten gegen 21:30 Uhr einen defekten Weichenantrieb nahe Pocking als Ursache. Die Reparatur zog sich aufgrund der notwendigen Sicherheitsprüfungen länger hin als zunächst angenommen. Erst gegen 23:15 Uhr konnte der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden, doch die Folgen waren noch Stunden später spürbar: Selbst Züge, die erst nach Mitternacht fuhren, wiesen Verspätungen von bis zu 90 Minuten auf.
Für Vielfahrer war die Störung ein weiterer Dämpfer in einer Serie von Pannen auf der stark frequentierten Achse. Erst im Vormonat hatte ein Oberleitungsriss bei Plattling zu ähnlichen Chaos-Szenarien geführt. Eisenbahn-Experten kritisieren seit Langem die marode Infrastruktur in Ostbayern – ein Problem, das sich angesichts steigender Auslastung verschärft.
Alternativrouten für Reisende zwischen Passau und München
Die plötzliche Sperrung der ICE-Strecke zwischen Passau und München zwingt Reisende, auf Alternativen auszuweichen. Die Deutsche Bahn empfiehlt vor allem Regionalverbindungen, die zwar länger dauern, aber zuverlässig bleiben. So verkehrt die Regionalbahn-Linie RB 35 stündlich zwischen Passau und Mühldorf, wo Umsteiger in Richtung München auf die RB 14 oder RB 16 wechseln können. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um etwa 90 Minuten – ein Kompromiss, der für Pendler und Gelegenheitsreisende gleichermaßen gilt.
Wer es schneller braucht, kann auf Fernbusse ausweichen. Anbieter wie Flixbus bieten direkte Verbindungen zwischen Passau und München an, die mit rund 2,5 Stunden nur unwesentlich länger als die ICE-Fahrt sind. Tickets kosten ab 12 Euro, sind aber oft kurzfristig ausgebucht. Laut einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland nutzen bereits 18 % der Bahnreisenden bei Störungen spontan Busalternativen – eine Zahl, die bei längeren Sperrungen noch steigt.
Autofahrer müssen mit Staus rechnen: Die A3 und A94 sind die naheliegendsten Routen, doch Baustellen bei Regensburg und der Münchner Ring sorgen für Verzögerungen. Wer flexibel ist, kann über Landstraßen wie die B12 oder B20 ausweichen. Hier lohnt sich ein Blick auf Echtzeit-Verkehrsdienste, da sich die Lage stündlich ändert.
Für Radfahrer oder diejenigen, die eine ungewöhnliche Lösung suchen, bleibt die Option, Teilstrecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Zwischen Plattling und Landshut gibt es gut ausgebaute Radwege entlang der Isar, die an Regionalbahnhöfe anbinden. Wer diese Variante wählt, sollte jedoch ausreichend Zeit einplanen – und auf das Wetter achten.
Wie die Bahn Fahrgäste während der Störung informierte
Die Information der Fahrgäste verlief während der vierstündigen ICE-Sperrung zwischen Passau und München nach Angaben von Reisenden und Eisenbahnverbänden ungleich. Während einige Passagiere über die DB Navigator-App frühzeitig über die Störung und alternative Verbindungen informiert wurden, erreichten Meldungen andere erst mit erheblicher Verzögerung – teilweise erst nach bereits verpassten Anschlüssen. Besonders kritisch zeigte sich die Situation an kleineren Bahnhöfen wie Plattling oder Pocking, wo Lautsprecherdurchsagen nur sporadisch erfolgten und digitale Anzeigetafeln zeitweise ausfielen.
Laut einer aktuellen Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zu Störungsmanagement bei der Bahn erhalten nur etwa 62 Prozent der Fahrgäste bei unerwarteten Zugausfällen rechtzeitig klare Handlungsanweisungen. Bei der ICE-Sperrung am Dienstag bestätigte sich dieses Muster: Viele Reisende griffen auf Social-Media-Kanäle der Deutschen Bahn zurück, wo die Updates zwar regelmäßig, aber oft zu allgemein gehalten waren. Konkrete Ausweichrouten für die Strecke Passau–München wurden erst rund 90 Minuten nach Beginn der Sperrung detailliert kommuniziert – zu spät für Pendler mit festen Terminverpflichtungen.
Vor Ort versuchten Mitarbeiter der DB in München und Passau, die Situation durch persönliche Ansagen zu entschärfen. Doch die Kapazitäten reichten nicht aus, um alle wartenden Fahrgäste zeitnah zu erreichen. Einige Reisende berichteten, erst durch Zufall von Ersatzbussen erfahren zu haben, die ab Freising eingesetzt wurden. Die Bahn bestätigte später, dass technische Probleme mit dem Melde- und Informationssystem die verzögerte Kommunikation verursacht hätten.
Erst gegen 14:30 Uhr – gut drei Stunden nach Störungsbeginn – stabilisierte sich die Informationslage. Die DB aktivierte dann ein Notfallprotokoll, das automatisierte Push-Nachrichten an alle betroffenen Ticketinhaber verschickte und klare Umleitungsempfehlungen über Regionalzüge nach Landshut oder Regensburger Ersatzverbindungen gab. Bis dahin hatten sich an den Hauptknotenpunkten jedoch bereits längere Schlangen vor den Service-Punkten gebildet.
Wann mit normalem Fahrplan zu rechnen ist
Die vollständige Wiederherstellung des regulären Fahrplans zwischen Passau und München wird voraussichtlich erst am späten Nachmittag erfolgen. Laut Angaben der Deutschen Bahn sollen die letzten Einschränkungen gegen 17 Uhr behoben sein, sofern keine weiteren unvorhergesehenen Störungen auftreten. Bis dahin müssen Reisende mit Verspätungen von bis zu 60 Minuten rechnen – besonders auf den Strecken, die über Landshut oder Regensburg umgeleitet werden.
Experten der Bahninfrastruktur weisen darauf hin, dass nach solchen Zwangsunterbrechungen meist ein schrittweiser Hochlauf erfolgt. Statistisch gesehen benötigen komplexe Streckennetze wie die hier betroffene ICE-Trasse durchschnittlich vier bis sechs Stunden, um nach einer Vollsperrung wieder stabil zu laufen. Der Grund: Nicht nur die Gleise selbst, sondern auch Signal- und Weichenanlagen müssen neu synchronisiert werden.
Für Pendler, die auf die Verbindung angewiesen sind, empfiehlt sich bis dahin die Nutzung der Ersatzbusse oder die Umplanung über digitale Tools wie die DB Navigator-App. Dort werden Echtzeit-Updates zu den aktuellen Verspätungen und alternativen Verbindungen angezeigt.
Sollten sich die Arbeiten verzögern, würde die Bahn über ihre Kanäle informieren. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise auf längere Ausfälle – die Priorität liegt darauf, den Taktverkehr bis zum Abend wiederherzustellen, um die Hauptreisezeiten nicht zusätzlich zu belasten.
Die vierstündige ICE-Sperrung zwischen Passau und München zeigte einmal mehr, wie anfällig der Schienenverkehr auf der stark frequentierten Strecke für unvorhergesehene Störungen ist—ob durch technische Defekte, Wetterkapriolen oder wie in diesem Fall einen Oberleitungsausfall. Dass Ausweichrouten über Regensburg oder Salzburg schnell überlastet waren und Pendler mit massiven Verspätungen kämpften, unterstreicht die Dringlichkeit, alternative Verkehrswege und redundante Systeme auszubauen, bevor der nächste Engpass kommt.
Wer auf dieser Relation regelmäßig unterwegs ist, sollte sich für solche Fälle mit Echtzeit-Apps wie DB Navigator oder ÖBB Scotty ausstatten und flexibel auf Regionalzüge umsteigen—selbst wenn die Fahrt dann länger dauert. Langfristig bleibt die Frage nicht ob, sondern wann die nächste Unterbrechung kommt, und wie gut Bahn und Fahrgäste dann vorbereitet sind.

