Bis 2025 will die Kreissparkasse München das Ladenetz für Elektroautos in der Region deutlich ausbauen – mit 120 neuen E-Ladestationen. Das Vorhaben unterstreicht nicht nur die wachsende Bedeutung nachhaltiger Mobilität, sondern setzt auch ein klares Signal für die Infrastrukturentwicklung im Großraum München. Die Standorte sollen strategisch gewählt werden, um Pendler, Gewerbetreibende und Privatpersonen gleichermaßen zu erreichen.

Für die Region bedeutet das Projekt mehr als nur zusätzliche Steckdosen: Es zeigt, wie lokale Akteure wie die Kreissparkasse München Klimaziele mit praktischen Lösungen verbinden. Angesichts steigender E-Auto-Zulassungen und förderpolitischer Vorgaben kommt dem Ausbau eine Schlüsselrolle zu. Die Sparkasse positioniert sich damit als Treiber der Energiewende – und als Partner für Kommunen und Unternehmen, die ihre Flotten umstellen wollen.

Regionale Klimaziele treiben Sparkassen-Initiative voran

Die Klimaziele des Landkreises München geben der E-Mobilitätsstrategie der Kreissparkasse (KSK) klaren Rückenwind. Bis 2035 will die Region klimaneutral werden – ein ambitionierter Plan, der ohne den Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht denkbar wäre. Studien des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen: Allein in Bayern fehlen aktuell rund 30.000 öffentliche Ladestationen, um die Nachfrage bis 2030 zu decken. Die KSK reagiert darauf mit konkreten Maßnahmen und setzt gezielt auf Standorte mit hoher Kundenfrequenz.

Besonders im ländlich geprägten Umland Münchens, wo private Wallboxen seltener sind, wird der Bedarf an öffentlichen Ladesäulen immer dringender. Hier knüpft die Sparkassen-Initiative an die kommunalen Klimaschutzkonzepte an. Gemeinden wie Starnberg oder Dachau haben bereits eigene Förderprogramme für E-Mobilität aufgelegt – die KSK ergänzt diese nun mit einer flächendeckenden Lösung.

Dass Banken bei der Energiewende eine Schlüsselrolle spielen, bestätigt auch eine aktuelle Analyse der Deutschen Energie-Agentur (dena). Finanzinstitute, die eigene Ladeinfrastruktur bereitstellen, beschleunigen die Marktdurchdringung von E-Autos um bis zu 20 Prozent. Die KSK nutzt dabei ihre bestehende Filialstruktur als Hebel: Parkplätze vor Geschäftsstellen werden zu Ladehubs umfunktioniert, oft in Kooperation mit lokalen Energieversorgern.

Nicht nur die Zahl der Stationen ist entscheidend, sondern auch ihre intelligente Vernetzung. Die KSK plant, die neuen Säulen in ein regionales Lastmanagement-System einzubinden, um Stromspitzen zu vermeiden. So wird der Ausbau zum Testfall für smarte Energieverteilung – ein Modell, das andere Sparkassen in Bayern bereits aufmerksam beobachten.

120 Ladesäulen: Standorte und technische Ausstattung

Die Kreissparkasse München setzt auf ein dichtes Netz: Die geplanten 120 Ladesäulen verteilen sich strategisch über das gesamte Stadt- und Umlandgebiet, mit Schwerpunkten an stark frequentierten Standorten. Filialen in Schwabing, Neuperlach und Giesing erhalten jeweils mindestens vier Säulen, während ländlichere Gemeinden wie Grünwald oder Unterhaching mit zwei bis drei Stationen bedacht werden. Besonders auffällig ist die Konzentration an Park-and-Ride-Plätzen entlang der S-Bahn-Linien – hier kooperiert die Sparkasse mit den lokalen Verkehrsbetrieben, um Pendler gezielt anzusprechen. Laut einer Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) steigert die Kombination aus ÖPNV-Anbindung und Ladeinfrastruktur die Nutzung um bis zu 40 Prozent.

Technisch orientiert sich die Kreissparkasse an aktuellen Standards: Sämtliche Säulen unterstützen AC-Laden mit bis zu 22 kW sowie DC-Schnellladen mit 50 kW. Ein Drittel der Standorte wird zudem mit bidirektionaler Technologie ausgestattet, die künftig Vehicle-to-Grid-Lösungen ermöglicht. Die Hardware stammt vom Münchner Hersteller ChargeX, dessen Systeme für ihre Robustheit bei Temperaturen zwischen -30°C und +50°C bekannt sind. Jede Säule verfügt über zwei Ladepunkte, wobei einer stets barrierefrei platziert wird.

Die Steuerung erfolgt über eine zentrale Softwareplattform, die Echtzeitdaten zu Auslastung und Wartungsbedarf liefert. Kunden können die Säulen per App reservieren und bezahlen – auch ohne Girokonto bei der Kreissparkasse. Für Gewerbekunden gibt es gesonderte Tarifmodelle mit monatlichen Flatrates.

Erste Pilotstandorte wie die Filiale an der Rosenheimer Straße sind bereits in Betrieb und zeigen: Die durchschnittliche Ladezeit liegt bei 30 Minuten für 80 Prozent Akkukapazität. Bis Ende 2024 sollen 60 Säulen stehen, die zweite Hälfte folgt im Laufe des nächsten Jahres.

Kooperation mit Stadtwerken und lokalen Kommunen

Die Kreissparkasse München setzt bei ihrem Ausbau der Ladeinfrastruktur bewusst auf enge Partnerschaften mit regionalen Akteuren. Ohne die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München, den Landkreisen München und Ebersberg sowie lokalen Gemeinden wäre das ehrgeizige Ziel von 120 neuen E-Ladestationen bis 2025 kaum realisierbar. Besonders die Stadtwerke bringen dabei nicht nur technische Expertise ein, sondern auch jahrelange Erfahrung im Betrieb öffentlicher Ladesäulen – ein entscheidender Faktor für die langfristige Wirtschaftlichkeit der Projekte.

Ein zentraler Baustein der Kooperation ist die gemeinsame Standortplanung. Studien des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen, dass 68 Prozent der E-Auto-Fahrer:innen in Bayern Ladesäulen bevorzugen, die in der Nähe von Einkaufszentren, öffentlichen Einrichtungen oder Park-and-Ride-Plätzen liegen. Genau hier setzen die Partner an: Durch die Kombination von Sparkassen-Filialen als Standorte mit hochfrequentierten kommunalen Flächen entsteht ein Netz, das sowohl für Pendler:innen als auch für Anwohner:innen attraktiv ist.

Finanziell profitieren die Kommunen ebenfalls. Die Kreissparkasse übernimmt zwar die Investitionskosten für Hardware und Installation, doch die Gemeinden erhalten im Gegenzug einen Anteil an den Betriebseinnahmen – ein Modell, das bereits in Pilotprojekten wie in Unterhaching oder Vaterstetten erfolgreich getestet wurde. Zudem entlastet der Ausbau die lokalen Haushalte, da die Sparkasse auch die Wartung und den Strombezug übernimmt.

Nicht zuletzt spielt die bürokratische Entlastung eine Rolle. Während die Kreissparkasse die technischen und kaufmännischen Prozesse steuert, übernehmen die Kommunen die notwendigen Genehmigungen und Flächenbereitstellungen. Diese Arbeitsteilung beschleunigt die Umsetzung deutlich – ein Vorteil, den andere Region in Bayern oft vermissen.

Kosten, Förderung und Nutzerbedingungen im Überblick

Die Nutzung der neuen E-Ladestationen der Kreissparkasse München wird für Kunden deutlich attraktiver als bei vielen privaten Anbietern. Pro Ladevorgang fallen voraussichtlich zwischen 0,39 und 0,49 Euro pro Kilowattstunde an – ein Preis, der unter dem bundesweiten Durchschnitt von 0,55 Euro liegt (Stand: 2023, Vergleichsportal Ladestrompreismonitor). Für Sparkassenkunden könnte es zusätzliche Rabatte geben, sobald das genaue Fördermodell im Herbst 2024 finalisiert wird.

Finanziell unterstützt wird das 12-Millionen-Euro-Projekt durch Mittel aus dem Bundesförderprogramm Ladeinfrastruktur, das bis zu 80 Prozent der Investitionskosten für öffentliche Ladesäulen übernimmt. Die Kreissparkasse steuert den Restbetrag bei und übernimmt zudem die Wartung für mindestens acht Jahre. Laut einer Studie des Verbands kommunaler Unternehmen senken solche langfristigen Partnerschaften die Betriebskosten um bis zu 30 Prozent – ein Vorteil, der sich perspektivisch auf die Nutzerpreise auswirken dürfte.

Die Bedingungen für die Nutzung sind bewusst einfach gehalten. Eine Registrierung über die Sparkassen-App genügt; zusätzliche Verträge oder Grundgebühren entfallen. Gäste ohne Sparkassenkonto können die Säulen per Kreditkarte oder gängiger Lade-Apps wie EnBW Mobility+ freischalten. Die meisten Stationen bieten Ladeleistungen zwischen 22 und 50 kW – ausreichend, um in 30 Minuten etwa 150 Kilometer Reichweite nachzuladen.

Kritisch könnte sich die Standorteinplanung erweisen. Während die Sparkasse Parkplätze an ihren Filialen priorisiert, fehlen bisher konkrete Zusagen für Ladesäulen in Wohngebieten mit hoher E-Auto-Dichte. Hier könnte die Zusammenarbeit mit der Stadt München entscheidend werden, die bereits 2022 in einem Gutachten auf die „unterversorgten Randbezirke“ wie Perlach oder Neuperlach hingewiesen hatte.

Langfristige Pläne: Netzausbau über 2025 hinaus

Die Kreissparkasse München denkt bereits über das Jahr 2025 hinaus – und setzt dabei auf eine Strategie, die Elektromobilität in der Region nachhaltig verankern soll. Laut internen Planungen könnte die Zahl der Ladesäulen bis 2030 auf über 500 steigen, was einer Verdopplung der aktuellen Ausbauziele entspricht. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit mit Kommunen, lokalen Energieversorgern und Automobilclubs, um Standorte zu identifizieren, die sowohl für Pendler als auch für Anwohner attraktiv sind.

Ein zentraler Baustein der langfristigen Planung ist die Integration intelligenter Ladelösungen. Studien des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen, dass bis zu 30 Prozent der Ladevorgänge künftig durch bidirektionales Laden erfolgen könnten – also durch Systeme, die Strom nicht nur beziehen, sondern auch ins Netz zurückspeisen. Die Kreissparkasse prüft bereits Pilotprojekte, bei denen Bankfilialen als Knotenpunkte für solche Technologien dienen.

Besonderes Augenmerk liegt auf ländlichen Gebieten. Während München und das Umland bereits gut erschlossen sind, fehlt es in peripheren Gemeinden oft an Infrastruktur. Hier plant die Sparkasse, gezielt Fördermittel des Freistaats Bayern zu nutzen, um die Wirtschaftlichkeit auch an weniger frequentierten Standorten zu sichern. Ein Modell sieht vor, Ladestationen mit Solar-Carports zu kombinieren, um Betriebskosten zu senken.

Langfristig könnte das Engagement der Kreissparkasse sogar über die reine Ladeinfrastruktur hinausgehen. Im Gespräch sind Kooperationen mit Carsharing-Anbietern und die Einrichtung von Mobilitäts-Hubs, an denen Kunden neben dem Laden auch Leihfahrzeuge oder Fahrräder nutzen können. Solche Konzepte würden die Sparkasse noch stärker als Treiber der Verkehrswende in der Region positionieren.

Die Kreissparkasse München setzt mit dem Ausbau von 120 Ladesäulen bis 2025 ein klares Zeichen für die Verkehrswende in der Region – nicht nur als Finanzinstitut, sondern als aktiver Gestalter der lokalen Infrastruktur. Das Projekt zeigt, wie Banken durch gezielte Investitionen in Nachhaltigkeit ihre Rolle in der Gemeinschaft neu definieren und gleichzeitig die Alltagstauglichkeit von E-Mobilität vorantreiben.

Für Kunden und Kommunen lohnt sich ein genauer Blick auf die Standorte und Fördermöglichkeiten, denn die Kombination aus öffentlicher Ladeinfrastruktur und finanziellen Anreizen könnte den Umstieg auf Elektroautos beschleunigen. Wer jetzt plant, ein E-Fahrzeug anzuschaffen, sollte prüfen, ob die Sparkasse passende Konditionen oder Beratungsangebote bereithält.

Mit jedem neuen Ladepunkt wächst nicht nur das Netz, sondern auch der Druck auf Politik und Wirtschaft, die Rahmenbedingungen für klimaneutrale Mobilität weiter zu verbessern.