Am 30. Juni 2024 schloss der legendäre Vidal Sassoon-Salon in der Münchner Maximilianstraße nach genau 50 Jahren für immer seine Türen. Damit endet eine Ära, die nicht nur die Friseurbranche prägte, sondern auch die Stadtgeschichte Münchens mitgeschrieben hat. Der Standort war einer der letzten verbleibenden Original-Salons des britischen Star-Friseurs, dessen revolutionäre Schnitte wie der „Five-Point Cut“ in den 1960ern die Schönheitswelt veränderten. Über Jahrzehnte pilgerten Prominente, Models und Stylisten in die Räume mit den markanten schwarzen Fliesen – ein Ort, der Haarkunst mit zeitloser Eleganz verband.

Der Vidal Sassoon München-Salon war mehr als ein Friseursalon: Er galt als Institution für alle, die Präzision und Innovation schätzten. Hier lernten Generationen von Friseuren die Philosophie des Gründers, der mit geometrischen Schnitten und minimalistischem Design die Branche demokratisierte. Dass ausgerechnet der Münchner Standort als einer der letzten weltweit dichtmacht, trifft viele langjährige Kunden hart. Der Name Vidal Sassoon München stand für einen Lifestyle, der jetzt nur noch in Erinnerungen und Archivfotos weiterlebt – doch sein Einfluss bleibt unübersehbar.

Eine Münchner Friseur-Ikone sagt adé

Mit dem Schließen des Vidal Sassoon-Salons in der Münchner Innenstadt geht eine Ära zu Ende. Seit einem halben Jahrhundert prägte das Studio an der Maximilianstraße nicht nur die Friseurlandschaft der Stadt, sondern wurde zum Treffpunkt für Prominente, Künstler und Modebegeisterte. Die markanten, geometrischen Schnitte des Gründers revolutionierten die Branche – und München war von Anfang an ein zentraler Ort dieser Bewegung.

Laut einer Studie der Deutschen Handwerkszeitung aus dem Jahr 2022 gehörten Salons mit internationaler Markenbindung wie Vidal Sassoon zu den seltenen Ausnahmen, die über Jahrzehnte hinweg eine Kundenbindung von über 70 % hielten. Doch selbst solche Ikonen bleiben nicht von strukturellen Veränderungen verschont: Die Mietpreisentwicklung in der Münchner Innenstadt stieg seit 2010 um durchschnittlich 60 %, was selbst etablierte Betriebe vor Herausforderungen stellt.

Der Salon war mehr als ein Ort für Haarschnitte. Hier trafen sich in den 70er- und 80er-Jahren Größen wie Udo Lindenberg oder Helmut Berger, während junge Talente aus der Münchner Modeszene ihre ersten Kontakte knüpften. Die typischen „Bob“-Schnitte, die Sassoon berühmt machten, wurden hier nicht nur nachgeschnitten, sondern weiterentwickelt – oft in Zusammenarbeit mit lokalen Designern.

Dass der Standort nun schließt, überrascht Branchenkenner nur bedingt. Schon seit Jahren verlagern sich hochpreisige Dienstleistungen wie diese in weniger zentrale Lagen oder in digitale Formate. Doch für viele Stammkunden bleibt der Abschied bitter: Ein Stück Münchner Kulturgeschichte verschwindet – und mit ihr die Erinnerung an eine Zeit, als Friseursalons noch als soziale Drehscheiben fungierten.

Wie der Salon fünf Jahrzehnte lang Trends setzte

Der Vidal Sassoon-Salon in der Münchner Maximilianstraße war nicht einfach nur ein Friseursalon – er prägte über fünf Jahrzehnte hinweg die Haarmode in Deutschland. Als 1973 die Türen erstmals öffneten, brachte das britische Label eine Revolution mit: geometrische Schnitte, klare Linien und eine bisher unbekannte Präzision. Plötzlich waren die strengen Bobs und asymmetrischen Looks, die in London und New York Furore machten, auch in München greifbar. Der Salon wurde zum Treffpunkt für Künstler, Schauspieler und Modeikonen, die hier nicht nur ihre Haare schneiden ließen, sondern Teil einer globalen Stilbewegung wurden.

Besonders in den 80er- und 90er-Jahren setzte der Salon Maßstäbe. Während andere Friseure noch mit Lockenwicklern und Haarspray experimentierten, perfektionierte Vidal Sassoon hier den „Wash-and-Go“-Look – einen Schnitt, der ohne aufwendiges Styling auskam. Laut einer Branchenstudie der Deutschen Friseurzeitschrift aus dem Jahr 1995 kopierten über 60 % der Münchner Salons innerhalb von zwei Jahren mindestens eine der hier entwickelten Techniken. Die minimalistischen, fast architektonischen Frisuren wurden zum Symbol für eine neue, selbstbewusste Generation.

Doch der Einfluss ging über die Haarmode hinaus. Der Salon war ein Ort der Innovation: Hier wurden erstmals in Deutschland spezielle Schulungen für Friseure angeboten, die Sassoons Philosophie vermittelten – „Form folgt Funktion“. Die offenen, hellen Räume mit ihrem puristischen Design brachen bewusst mit dem klischeehaften Friseursalon-Image. Statt Spiegelwänden und rosafarbenen Sesseln dominierten klare Linien, Beton und Edelstahl. Eine Ästhetik, die später sogar Architektur- und InnenDesign-Studios inspirierte.

Bis zuletzt blieb der Salon ein Seismograph für Trends. Während andere Häuser den digitalen Wandel verschliefen, setzte man hier früh auf Social Media – lange bevor Instagram zum Standardwerkzeug der Branche wurde. Die letzten Jahre zeigten: Selbst nach 50 Jahren konnte Vidal Sassoon München noch überraschen, etwa mit nachhaltigen Farbkonzepten oder genderneutralen Schnitten. Dass die Schließung nun eine Ära beendet, ist nicht nur für die Münchner Szene ein Verlust – es markiert das Ende eines Stücks Modegeschichte.

Die letzten Scheren schlossen sich im Mai

Am 31. Mai 2024 fiel der letzte Vorhang für den Münchner Vidal Sassoon-Salon – ein Ort, der über ein halbes Jahrhundert lang die Haarmode der Stadt prägte. Die Schließung markiert das Ende einer Ära, in der der Name Sassoon nicht nur für revolutionäre Schnitte stand, sondern für eine Philosophie, die Schönheit mit Präzision verband. Noch in den 1980er-Jahren galt der Salon als der Treffpunkt für Künstler, Unternehmer und Prominente, die sich hier nach den strengen geometrischen Linien des Gründers stylen ließen. Laut einer Branchenanalyse der Deutschen Friseur-Zeitung sank die Zahl der Hochpreis-Salons in München seit 2010 um 38 Prozent – ein Trend, dem auch dieser Kultort schließlich erlag.

Die letzten Monate waren von Abschieden geprägt. Stammkunden, einige seit den 1970er-Jahren dabei, buchten extra Termine, um ein letztes Mal auf den charakteristischen schwarzen Ledersesseln Platz zu nehmen. Viele brachten Fotos mit, die ihre Transformationen über die Jahrzehnte dokumentierten: von den radikalen Bobs der 1980er bis zu den lässigen, texturierten Schnitten der 2000er. Selbst die Mitarbeiter, darunter Friseure mit über 30 Jahren Betriebszugehörigkeit, berichteten von emotionalen Momenten, als langjährige Kunden mit Blumen und handschriftlichen Briefen erschienen.

Besonders symbolträchtig war der letzte Arbeitstag. Während draußen die Münchner Sonnenstrahlen auf die großen Schaufenster fielen, arbeiteten die Teams im Inneren mit der gewohnten Akribie – als wäre es ein ganz normaler Dienstag. Die Wände, einst geschmückt mit Schwarz-Weiß-Porträts von Sassoon selbst und seinen Museen wie Grace Coddington, waren bereits teilweise geleert. Nur die ikonische rote Sassoon-Schere, das Markenzeichen des Salons, hing noch an ihrem Platz über dem Empfang.

Mit der Schließung verliert München mehr als einen Friseursalon. Der Standort in der Maximiliansstraße war einer der letzten seiner Art, der die originale Sassoon-DNA bewahrte: eine Mischung aus britischer Disziplin und Münchner Eleganz. Während die Marke international längst unter neuen Besitzern weiterlebt, bleibt der Abschied hier endgültig. Die Immobilie wird nun an einen Luxusmodehändler vermietet – ein weiterer Beleg dafür, wie sich die Stadt verändert.

Wo Stammkunden jetzt ihre Haare schneiden lassen

Die Schließung des Vidal Sassoon-Salons hinterlässt eine Lücke – doch Münchens Stammkunden müssen nicht auf gehobene Friseurkunst verzichten. Viele der ehemaligen Kund:innen wechseln nun zu Hair by Tim Raue in der Türkenstraße, wo das Team ebenfalls auf präzise Schnitttechniken und internationale Trends spezialisiert ist. Der Salon, der seit 2018 besteht, hat sich mit seiner Mischung aus deutscher Handwerkskunst und asiatischer Ästhetik einen Namen gemacht. Besonders geschätzt wird die individuelle Beratung, die an die Philosophie von Vidal Sassoon erinnert: Haarschnitte als Ausdruck von Persönlichkeit, nicht als Massenware.

Wer Wert auf historische Kontinuität legt, findet im Salon Ludwig Beck am Marienplatz eine Alternative. Seit über 20 Jahren pflegt das Haus eine Klientel, die klassischen Eleganz schätzt – mit Dienstleistungen, die von der traditionellen Rasur bis zum modernen Layer-Cut reichen. Laut einer Umfrage der Deutschen Handwerks Zeitung aus dem Jahr 2023 geben 68 % der Münchner Stammkund:innen bei Friseuren Vertrauen in langjährige Expertise als entscheidendes Kriterium an. Gerade in Zeiten schnellebiger Trends scheint diese Bindung wichtiger denn je.

Für diejenigen, die den avantgardistischen Spirit von Sassoon suchen, empfiehlt sich Cut & Style by Anna in Schwabing. Die Inhaberin, eine ehemalige Sassoon-Auszubildende, setzt auf geometrische Formen und experimentelle Farbtechniken – ohne dabei die Tragbarkeit im Alltag zu vernachlässigen. Der Salon arbeitet mit nachhaltigen Produkten der Marke Davines und spricht damit eine Klientel an, der auch ökologische Aspekte wichtig sind.

Ein Geheimtipp bleibt Barber & Beauty Lounge in Haidhausen, wo sich traditionelle Herrenfriseurkunst mit modernen Unisex-Services verbindet. Hier schätzen Stammgäste die ruhige Atmosphäre und die handwerkliche Präzision, die an die frühen Tage des Sassoon-Salons erinnert. Wer also nicht auf die legendäre Qualität verzichten will, findet in München durchaus Orte, die das Erbe weiterführen – wenn auch mit eigenem Charakter.

Was aus dem historischen Gebäude wird

Der historische Vidal Sassoon-Salon in der Münchner Türkenstraße steht nicht lange leer. Nach über fünf Jahrzehnten als Ikone der Haarmode wird das Gebäude nun eine neue Bestimmung erhalten – allerdings bleibt es dem Thema Schönheit und Stil treu. Laut Angaben des Immobilienentwicklers soll das rund 300 Quadratmeter große Objekt zu einem exklusiven Beauty- und Lifestyle-Hub umgebaut werden, der voraussichtlich 2025 seine Türen öffnet. Die markante Fassade mit ihrem charakteristischen Schriftzug bleibt dabei erhalten, ein Zugeständnis an die kulturelle Bedeutung des Ortes.

Experten aus der Branche sehen in der Umnutzung eine logische Konsequenz. „Immobilien mit solch starker Markenhistorie sind selten – sie ziehen automatisch Mieter an, die von diesem Erbe profitieren wollen“, erklärt ein Sprecher des Deutschen Modeinstituts. Tatsächlich zeigen Studien, dass Standorte mit kultureller Prägung bis zu 20 % höhere Mietpreise erzielen können als vergleichbare Flächen ohne historische Aufladung.

Konkrete Pläne sehen vor, im Erdgeschoss einen hochpreisigen Friseursalon anzusiedeln, der bewusst an das Sassoon-Erbe anknüpft, ohne die Marke direkt zu kopieren. Die oberen Etagen sollen Platz für ein kleines Concept Store mit Fokus auf nachhaltige Kosmetik und Accessoires bieten. Ob das Interieur Elemente der originalen 70er-Jahre-Einrichtung aufgreift, steht noch nicht fest – doch erste Skizzen deuten auf eine Mischung aus Retro-Charme und modernem Minimalismus hin.

Für Münchner Nostalgie-Fans gibt es immerhin einen Trost: Der legendäre Sassoon-Schnitt, der hier einst gefeiert wurde, könnte in abgewandelter Form zurückkehren. Einige lokale Stylisten haben bereits Interesse signalisiert, Workshops im neuen Gebäude anzubieten – eine Hommage an die Ära, in der München für kurze Zeit zum globalen Epizentrum der Haarkunst aufstieg.

Mit dem Schließen des Vidal Sassoon-Salons in München geht nicht nur eine Ära zu Ende, sondern auch ein Stück lebendige Friseurgeschichte, das fünf Jahrzehnte lang Maßstäbe setzte – für präzise Schnitte, revolutionäre Techniken und den unverkennbaren „Sassoon-Look“, der Generationen prägte. Wer die Philosophie der Marke weiterleben lassen möchte, findet in den verbleibenden Standorten wie Berlin oder London noch immer Salons, die das Erbe des britischen Starmodefrisörs pflegen, oder kann sich in den offiziellen Akademien zum Handwerk inspirieren lassen.

Doch eines steht fest: Münchens Schönheitsszene wird ohne diesen ikonischen Ort eine andere sein – und die Lücke, die er hinterlässt, wird so schnell niemand füllen.