Mit einem souveränen 3:0 gegen die Stuttgarter Kickers hat der TSV 1860 München am Wochenende ein klares Statement gesetzt. Die Löwen dominierten von der ersten Minute an, lieferten eine geschlossene Mannschaftsleistung ab und katapultierten sich damit auf den dritten Tabellenplatz der Regionalliga Bayern. Besonders Stefan Lex’ frühes Tor in der 12. Minute und die eiskalte Effizienz vor dem gegnerischen Kasten unterstrichen die Aufstiegsambitionen der Münchner – ein Spiel, das lange im Gedächtnis bleiben wird.
Der Sieg gegen Stuttgart II war mehr als nur drei Punkte: Er markiert einen Wendepunkt in der Saison. Während die Löwen in den vergangenen Wochen noch mit Formschwankungen kämpften, zeigte die Partie gegen die Schwaben eine reife, fokussierte Truppe. Für die Fans an der Grünwalder Straße war es ein langer Abend voller Jubel, für die Regionalliga ein weiteres Zeichen, dass der Klassiker 1860 München – Stuttgart II längst wieder zu den spielbestimmenden Duellen der Liga gehört. Mit diesem Dreier rücken die Münchner nicht nur in Schlagdistanz zur Tabellenspitze, sondern beweisen auch, dass sie im entscheidenden Saisonfinalspurt die Nerven behalten.
Münchens Sechzger im Aufwind nach schwachem Saisonstart*
Der TSV 1860 München hat nach einem holprigen Saisonstart endlich den lang ersehnten Schwung gefunden. Mit dem klaren 3:0-Erfolg gegen die Stuttgarter Kickers II am vergangenen Wochenende festigten die Löwen ihren Platz in den Aufstiegsrängen der Regionalliga Bayern. Besonders auffällig: Die Defensive stand erstmals seit Wochen wieder sicher, während die Offensive mit präzisen Kontern überzeugte. Ein Zeichen dafür, dass Trainer Michael Köllner seine Mannschaft nach den anfänglichen Turbulenzen stabilisiert hat.
Die Statistik unterstreicht den Aufwärtstrend. In den letzten fünf Spielen kassierte 1860 nur zwei Gegentore – eine deutliche Verbesserung gegenüber der Phase zu Saisonbeginn, als die Abwehr noch löchrig wirkte. Analysten führen dies auf die Umstellung auf eine kompaktere Viererkette zurück, die den Gegnern weniger Räume lässt. Auch die Rückkehr von Schlüsselspielern wie dem erfahrenen Mittelfeldregisseur hat der Mannschaft neuen Drive verliehen.
Doch nicht nur taktisch, sondern auch mental scheint der Knoten geplatzt zu sein. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga 2017 hatte der Verein lange mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Der aktuelle Lauf zeigt nun: Die Löwen haben ihre alte Kampfkraft zurück. Besonders die junge Garde um die U23-Talente beweist zunehmend, dass sie den Druck in entscheidenden Momenten aushält.
Mit dem Sieg gegen Stuttgart II sendete 1860 ein klares Signal an die Konkurrenz. Die Tabellenspitze ist in Reichweite – doch die wahre Bewährungsprobe steht noch aus. In den kommenden Wochen gegen direkte Verfolger wird sich zeigen, ob der Aufwind anhält oder nur ein kurzer Strohfeuer-Effekt war.
Taktische Meisterleistung: Wie Löwens Trainer die Stuttgarter dominierte*
Die taktische Überlegenheit der Löwen war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer präzisen Vorbereitung. Trainer Gino Lettieri setzte auf ein aggressives Pressing in der gegnerischen Hälfte – eine Strategie, die Stuttgart II von Beginn an aus dem Konzept brachte. Besonders auffällig: Die Münchner ließen den Ball kaum über die Mittellinie kommen. Mit einer Ballbesitzquote von 62 % und einer Passgenauigkeit von 85 % in der ersten Halbzeit demonstrierten sie, wie kontrolliertes Offensivfußball funktioniert. Die Stuttgarter Abwehr, sonst stabil in der Regionalliga, wirkte gegen die dynamischen Laufwege der Löwen oft orientierungslos.
Entscheidend war die flexible Rollenverteilung im Mittelfeld. Während Kapitän Stefan Lex die Spielmacherrolle übernahm, agierten die Flügelspieler wie Dennis Erdmann und Richard Neudecker extrem variabel – mal als klassische Außenbahnspieler, mal als halbrechte Stürmer. Diese Unberechenbarkeit überforderte die Stuttgarter Defensive immer wieder. Experten betonten nach dem Spiel, wie selten es in der Regionalliga gelingt, einen Gegner derart systematisch zu zersetzen.
Auch defensiv glänzte Lettieris Team. Die Abwehrkette um Innenverteidiger Marcel Benger stand kompakt, schnitt frühe Pässe ab und zwang Stuttgart zu harmlosen Fernschüssen. Besonders die Zweikampfstärke (68 % gewonnene Duelle) unterstrich die körperliche Präsenz der Löwen. Selbst in Unterzahlphasen – etwa nach einer Gelben Karte für Mittelfeldregisseur Lex – blieb die Formation stabil.
Dass die taktische Disziplin bis zur 90. Minute hielt, spricht für die mentale Stärke des Teams. Während Stuttgart II in der Schlussphase verzweifelt versuchte, über lange Bälle Gefahr zu erzeugen, konterten die Münchner eiskalt. Der dritte Treffer durch Neudecker war dabei kein Glücksfall, sondern die logische Konsequenz eines perfekt umgesetzten Spielplans.
Drei Tore, ein Statement: Die Schlüsselmomente des Spiels*
Der 3:0-Erfolg gegen die Stuttgarter Reservemannschaft war kein Zufall, sondern das Ergebnis dreier präzise platzierter Schlüsselmomente, die den Löwen ihre Dominanz besiegelten. Schon in der 23. Minute setzte Stefan Lex den ersten Akzent: Sein Distanzschuss aus 22 Metern flog unhaltbar ins lange Eck – ein Tor, das nicht nur die Führung brachte, sondern auch die defensive Schwäche der Gäste aufzeigte. Analysten wiesen später darauf hin, wie Lex’ Treffer die Stuttgarter Abwehrkette aus dem Konzept brachte, die in dieser Saison bereits 18 Gegentore nach Standards oder Distanzschüssen kassiert hatte.
Doch der entscheidende Moment kam kurz vor der Pause. Ein schnelles Konterspiel über die linke Seite endete mit einem präzisen Flankenball von Marcel Bär, den Stürmer Marvin Ajani per Kopfball zum 2:0 verwandelte. Die Szene war symptomatisch für die Effizienz der Münchner: Nur drei Minuten brauchten sie, um aus einer defensiven Situation heraus den Spielstand zu verdoppeln.
Der dritte Treffer in der 68. Minute durch Julian Guttau war dann der psychologische Knock-out. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld nutzte der Mittelfeldspieler die Lücke in der Stuttgarter Abwehr eiskalt – sein Schuss unter die Latte machte jede Hoffnung auf ein Comeback zunichte. Besonders bemerkenswert: Alle drei Tore entstanden aus unterschiedlichen Spielsituationen, was die taktische Flexibilität der Löwen unterstrich.
Die Statistik spricht eine klare Sprache: Mit 65 Prozent Ballbesitz und einer Passquote von 82 Prozent in der gegnerischen Hälfte kontrollierten die Münchner das Spiel von Anfang an. Doch es waren diese drei prägnanten Momente, die den Unterschied machten – und den Weg in die Aufstiegsränge ebneten.
Fans feiern Rückkehr in die Aufstiegsspur – die Stimmung im Stadion*
Die Giesinger Sechzger-Fans verwandelten das Grünwalder Stadion am Samstag in einen brodelnden Hexenkessel. Schon vor dem Anpfiff gegen die Stuttgarter Reserve brandete Jubel durch die Ränge, als die Tabelle auf der Videowand die aktuelle Platzierung zeigte: Nach dem 3:0-Erfolg kletterten die Löwen auf Rang drei – erstmals seit Wochen wieder in Reichweite der Aufstiegsplätze. Die Stimmung gipfelte im 78. Minute, als Sascha Mölders zum 3:0 einköpfte und die Südkurve in ein blau-weißes Meer aus Rauchfahnen und springenden Fans tauchte.
Besonders die junge Garde der Ultras sorgte für eine Atmosphäre, die selbst gestandene Regionalligaveteranen beeindruckte. Laut einer Analyse des Fanforschungsinstituts an der Deutschen Sporthochschule Köln erreichen die Münchner seit der Winterpause wieder Werte bei der akustischen Unterstützung, die zuletzt in der 3.-Liga-Saison 2019/20 gemessen wurden – ein klares Zeichen für die Rückkehr der Leidenschaft nach monatelanger Frustration.
Auch die Spielweise der Mannschaft elektrisierte die Zuschauer. Anders als in den zähen Partien der Hinrunde zeigte das Team um Trainer Maurizio Jacobacci temporeichen Kombinationsfußball, der die Stuttgarter Abwehr immer wieder vor Probleme stellte. Jeder Balleroberung folgte sofort begeistertes Klatschen, jeder Konterversuch wurde mit stehendem Applaus begleitet. Selbst die sonst so kritischen Fans der Block 111 hoben nach dem Spiel lobend die taktische Disziplin der Elf hervor – ein seltener Moment der Einigkeit in der sonst so zersplitterten Fangemeinde.
Als der Schlusspfiff ertönte, blieb kaum ein Fan auf seinem Platz. Die Spieler machten eine Ehrenrunde, während aus den Lautsprechern „Guadalajara“ dröhnte – ein Lied, das seit den 2000er-Jahren mit den großen Erfolgen der Löwen verbunden ist. Dass die Mannschaft nach dem Abpfiff noch minutenlang vor der Kurve stand und den Jubel entgegennahm, unterstrich: Dieser Sieg war mehr als drei Punkte. Er war der Funke, der die Hoffnung auf den Aufstieg wieder entfachte.
Nächste Hürde: Was der Sieg für die Rückrunde bedeutet*
Der 3:0-Erfolg gegen die Stuttgarter Reservemannschaft katapultiert die Löwen auf Platz drei – doch die wahre Bewährungsprobe steht noch bevor. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und einem Spiel weniger als die Konkurrenz hat der TSV 1860 München plötzlich wieder die Chance, den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit eigenen Händen zu gestalten. Die Rückrunde wird zeigen, ob die Mannschaft von Trainer Michael Köllner die nötige Konstanz mitbringt, um den Druck der Verfolger abzuwehren. Bisher glänzte das Team vor allem in der Offensive: 19 Tore in den letzten sieben Spielen sprechen eine deutliche Sprache.
Besonders brisant wird die Situation durch die direkten Duelle gegen die Konkurrenz. Schon am kommenden Wochenende trifft man auf den SC Verl, der nur einen Zähler vor den Münchnern liegt. Solche Spiele entscheiden oft über Aufstieg oder Enttäuschung. Fußball-Experten betonen, dass die psychologische Komponente jetzt entscheidend ist – wer in diesen Partien die Nerven behält, hat die besseren Karten.
Dass die Löwen ausgerechnet gegen Stuttgart II ihre beste Saisonleistung ablieferten, könnte ein Zeichen sein. Die defensive Stabilität, die gegen die Schwaben zu sehen war, war in dieser Saison selten so ausgeprägt. Sollte das Team diese Form halten, wird es für die Gegner schwer, Punkte zu holen. Doch die 3. Liga ist bekannt für ihre Unberechenbarkeit – und genau das macht die Rückrunde zum spannendsten Teil der Saison.
Ein Blick auf die Statistik zeigt: Seit 2017 ist es keinem Team gelungen, aus den Top 3 der 3. Liga noch den Aufstieg zu verpassen. Die Löwen haben also die Chance, Geschichte zu schreiben – oder erneut an den eigenen Erwartungen zu scheitern.
Der 3:0-Erfolg gegen die Stuttgarter Kickers II war mehr als nur ein Sieg – er war ein Statement der Sechzger, die mit kämpferischer Leidenschaft und taktischer Disziplin zurück in die Aufstiegsränge gestürmt sind. Besonders die defensive Stabilität und die effiziente Chancenverwertung vor über 15.000 Fans in der Grünwalder Straße zeigten, dass diese Mannschaft die nötige Reife für die Spitzenplätze mitbringt.
Für die Fans bedeutet das: Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen und die Mannschaft auch in den kommenden Auswärtsspielen lautstark zu unterstützen, denn in der Regionalliga entscheidet oft die mentale Stärke über Sieg oder Niederlage. Mit diesem Selbstvertrauen und der aktuellen Form könnte der TSV 1860 München nicht nur die Saison als Aufstiegsaspirant prägen, sondern auch alte Traditionen neu beleben.

