Ab Dezember verdichtet Lufthansa ihr Angebot auf der Luftbrücke zwischen den beiden deutschen Wirtschaftszentren – mit bis zu 16 täglichen Verbindungen. Die neue Frequenz macht die Strecke München–Berlin zur am dichtesten bedienten Inlandsverbindung im Netz der Airline, noch vor dem klassischen Pendlerweg Frankfurt–Hamburg. Die zusätzlichen Slots kommen nicht von ungefähr: Allein im vergangenen Jahr nutzten über 1,2 Millionen Passagiere die Direktflüge zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und der Bundeshauptstadt, ein Plus von 18 Prozent gegenüber 2022.

Für Vielflieger und Geschäftsreisende ändert sich damit die Dynamik des München-Berlin-Flugs grundlegend. Wer bisher auf spontane Buchungen oder flexible Umsteigeoptionen angewiesen war, profitiert künftig von fast stündlichen Abflügen ab 6 Uhr morgens. Besonders attraktiv wird das Angebot für die wachsende Zahl der Pendler zwischen den Standorten großer Konzerne wie Siemens, BMW oder der Deutschen Bahn. Doch auch Touristen und Wochenendurlauber dürften die Ausweitung begrüßen: Die Strecke zählt seit Jahren zu den beliebtesten München-Berlin-Flügen für Städtereisende, die die kulturelle Bandbreite zwischen Oktoberfest und Brandenburger Tor nutzen.

Wachsende Nachfrage auf der Luftbrücke zwischen den Metropolen

Wachsende Nachfrage auf der Luftbrücke zwischen den Metropolen

Die Verbindung zwischen München und Berlin hat sich längst von einer klassischen Inlandsstrecke zu einer der meistfrequentierten Luftbrücken Europas entwickelt. Mit über 1,2 Millionen Passagieren im Jahr 2023 – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr – spiegelt die Route nicht nur die wirtschaftliche Dynamik beider Städte wider, sondern auch den wachsenden Bedarf an flexiblen, zeitnahen Verbindungen. Wirtschaftsanalysten verweisen darauf, dass besonders die wöchentlichen Pendler zwischen den beiden Standorten der DAX-Konzerne, Start-ups und Forschungsinstitute für die stetig steigenden Auslastungen sorgen. Die Flugzeit von knapp einer Stunde macht den Luftweg zur attraktiven Alternative zur Bahn, deren Fahrpläne und Kapazitäten seit Jahren an ihre Grenzen stoßen.

Doch es sind nicht nur Geschäftsreisende, die die Nachfrage treiben. Der Tourismus boomt: Berlin lockt mit seinem kulturellen Angebot, München mit dem Mix aus Tradition und Lebensqualität. Allein im ersten Halbjahr 2024 verzeichneten beide Städte zusammen über 10 Millionen Übernachtungen – viele davon durch Kurzreisen, die sich ideal mit einem spontanen Flug verbinden lassen.

Hinzu kommt der Faktor Events. Großveranstaltungen wie die IFA in Berlin oder das Oktoberfest in München ziehen jährlich Hunderttausende Besucher an, die oft nur für wenige Tage bleiben. Die Lufthansa reagiert damit auf ein klares Muster: An Wochenenden mit Messen oder Festen steigt die Buchungsrate um bis zu 40 Prozent, wie Branchenberichte zeigen. Die zusätzlichen täglichen Flüge ab Dezember zielen genau auf diese Spitzenzeiten ab – und auf die Erwartung, dass die Nachfrage weiter wächst.

Auch die Preisentwicklung unterstreicht den Trend. Während Low-Cost-Anbieter die Strecke längst bedienen, bleibt die Lufthansa mit ihrem Premium-Angebot und häufigeren Verbindungen für Vielflieger und Zeitknappe erste Wahl. Die Auslastung der Business-Class auf dieser Relation liegt konsequent über dem Durchschnitt anderer Inlandsstrecken.

Tägliche Zusatzverbindungen ab Dezember im Stundentakt

Tägliche Zusatzverbindungen ab Dezember im Stundentakt

Ab Dezember verdichtet Lufthansa ihr Angebot zwischen München und Berlin auf einen echten Stundentakt – eine Reaktion auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Direktverbindungen zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen. Die zusätzlichen Rotationen bringen die Gesamtzahl der täglichen Flüge auf bis zu 16 Verbindungen pro Richtung, was Reisenden deutlich mehr Flexibilität bietet. Besonders Geschäftsleute profitieren von den neuen Früh- und Spätverbindungen, die nun auch Termine außerhalb der klassischen Bürozeiten ermöglichen.

Die Auslastung der Strecke lag im vergangenen Jahr bereits bei durchschnittlich 82 Prozent, wie aktuelle Marktanalysen zeigen. Mit den Zusatzflügen will die Airline nicht nur die Kapazitäten erhöhen, sondern auch die Attraktivität der Luftbrücke gegenüber der Bahn stärken. Die Flugzeit von etwa einer Stunde bleibt damit deutlich unter der schnellsten ICE-Verbindung.

Neu im Flugplan sind vor allem die frühen Abflüge ab 6:00 Uhr sowie die späten Rückflüge bis 21:30 Uhr. Diese Zeiten decken gezielt die Bedürfnisse von Pendlern und Kurzzeitgeschäftsreisenden ab, die bisher auf Umwege oder längere Wartezeiten angewiesen waren. Die Buchung der neuen Slots ist bereits über alle gängigen Portale möglich.

Lufthansa setzt auf der Strecke weiterhin auf moderne Airbus A320-Familienflugzeuge, die mit ihrer Reichweite und Effizienz optimal für die häufigen Rotationen geeignet sind. Die zusätzlichen Frequenzen sollen laut Unternehmensangaben auch die Anbindung an internationale Umsteigeverbindungen in München verbessern – ein entscheidender Faktor für globale Geschäftsreisende.

Buchungsstart und Tarifoptionen für Frühbucher

Buchungsstart und Tarifoptionen für Frühbucher

Ab sofort können Reisende die neuen täglichen Lufthansa-Verbindungen zwischen München und Berlin buchen. Der Buchungsstart erfolgte zeitgleich mit der offiziellen Ankündigung, um Frühbuchern attraktive Konditionen zu bieten. Besonders für Geschäftsreisende und Vielflieger lohnt sich der frühe Blick auf die Tarife: Analysen der Luftfahrtbranche zeigen, dass Frühbucher auf der Strecke München-Berlin im Schnitt bis zu 25 Prozent gegenüber Last-Minute-Preisen sparen.

Die Tarifstruktur orientiert sich an den bewährten Lufthansa-Modellen. Economy-Light-Tickets starten bei 89 Euro pro Strecke, während Flex-Optionen mit Stornierungsmöglichkeit ab 159 Euro erhältlich sind. Business-Class-Tarife beginnen bei 299 Euro und beinhalten zusätzliche Services wie Lounge-Zugang und Prioritätsboarding.

Für Vielflieger besonders interessant: Die neuen Flüge werden in das Meilenprogramm Miles & More integriert. Damit sammeln Passagiere auf der Strecke nicht nur Prämienmeilen, sondern können auch Statusmeilen für höhere Mitgliedschaftsstufen erwirtschaften – ein entscheidender Vorteil für häufige Pendler zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten.

Die ersten Flüge starten am 1. Dezember, doch die Nachfrage nach den Frühbucher-Tarifen ist bereits jetzt spürbar. Branchenkenner empfehlen, bei konkretem Reisebedarf nicht zu lange zu warten, da die günstigsten Konditionen meist innerhalb der ersten zwei Wochen nach Buchungsfreigabe vergeben sind.

Wie die neuen Flüge den Bahn-Wettbewerb beeinflussen

Die Ankündigung der Lufthansa kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für den Wettbewerb zwischen Luft- und Schienenverkehr auf der Strecke München–Berlin. Seit der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke im Dezember 2017 hat die Deutsche Bahn ihre Reisezeiten auf unter vier Stunden gedrückt – ein Argument, das viele Geschäftsreisende überzeugte. Doch die neuen täglichen Verbindungen der Lufthansa mit bis zu zehn Flügen pro Richtung könnten diese Dynamik verschieben. Branchenanalysten verweisen auf interne Umfragen, wonach 62 Prozent der Vielflieger auf dieser Relation Zeitersparnis als entscheidendes Kriterium nennen, selbst wenn die Bahn preislich konkurrenzfähig bleibt.

Besonders im Premium-Segment dürfte der Druck auf die Bahn steigen. Während die Lufthansa mit flexiblen Tarifen, City-Check-ins und kürzeren Gesamtreisezeiten wirbt, kämpft die Bahn mit Verspätungsstatistiken und dem Image des „unberechenbaren Faktors“. Die Pünktlichkeitsquote auf der Strecke lag 2023 bei durchschnittlich 76,3 Prozent – ein Wert, der für Geschäftsreisende mit engen Terminen kaum akzeptabel ist.

Allerdings reagiert die Bahn nicht tatenlos. Seit diesem Sommer setzt sie auf der Relation vermehrt ICE-4-Züge mit höherer Kapazität und verbessertem Komfort ein. Zudem testet sie dynamische Preismodelle, die kurzfristige Buchungen attraktiver machen sollen. Ob das ausreicht, um die Kundschaft zu halten, wird sich zeigen – besonders, da die Lufthansa ihre Business-Class-Angebote auf der Strecke gezielt ausbaut.

Langfristig könnte der Wettbewerb beide Anbieter zwingen, ihre Services zu optimieren. Für Reisende bedeutet das vorerst mehr Auswahl, aber auch die Notwendigkeit, stärker zwischen Preis, Komfort und Zuverlässigkeit abzuwägen. Die Entwicklung der Buchungszahlen in den kommenden Monaten wird Aufschluss geben, ob die Bahn ihre hart erkämpfte Marktposition halten kann – oder ob die Luftbrücke München–Berlin erneut an Bedeutung gewinnt.

Langfristige Pläne für die Strecke München–Berlin

Die Ankündigung zusätzlicher täglicher Verbindungen zwischen München und Berlin ist nur der erste Schritt in einer langfristigen Strategie. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die Nachfrage auf dieser Strecke bis 2030 um mindestens 25 Prozent steigen wird – getrieben durch die wachsende wirtschaftliche Verflechtung beider Metropolen. Besonders die Tech- und Kreativbranche in Berlin sowie die Industrie- und Dienstleistungszentren in München erfordern flexible, häufige Verbindungen. Die Lufthansa Group plant daher nicht nur eine Verdichtung des Angebots, sondern auch den Einsatz modernerer Flugzeuge mit höherer Kapazität und besserer CO₂-Bilanz.

Parallel dazu laufen Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium über eine mögliche Ausweitung der Slot-Kapazitäten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Aktuell begrenzen die vorhandenen Start- und Landebahnen die mögliche Frequenz, doch mit den geplanten Erweiterungen bis 2027 könnten bis zu acht zusätzliche Daily-Flüge realisiert werden. Experten aus der Luftfahrtbetreiben betonen, dass solche Investitionen entscheidend sind, um Engpässe zu vermeiden – besonders in Spitzenzeiten wie Messeterminen oder während der Oktoberfest-Saison.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Premium-Nachfrage. Business-Reisende machen derzeit rund 40 Prozent der Passagiere auf dieser Relation aus. Um diese Zielgruppe noch stärker anzusprechen, soll das Angebot an First- und Business-Class-Sitzen schrittweise erhöht werden, kombiniert mit exklusiven Lounges in beiden Städten. Gleichzeitig testet die Lufthansa Hybrid-Modelle, die Geschäfts- und Privatreisende durch dynamische Tarifoptionen besser trennen.

Langfristig könnte die Strecke sogar zum Pilotprojekt für nachhaltigere Treibstoffe werden. Im Rahmen der EU-Klimaziele prüft die Airline den schrittweisen Einsatz von E-Kerosin auf der Verbindung München–Berlin, sobald die Produktion in industriellem Maßstab anläuft. Erste Tests mit Beimischungen von bis zu 10 Prozent sind bereits für 2025 avisiert.

Mit der Aufstockung der täglichen Verbindungen zwischen München und Berlin ab Dezember setzt Lufthansa ein klares Signal für die wachsende Nachfrage auf der Strecke – und macht das Pendeln zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen noch flexibler. Wer bisher zwischen Zug und Flugzeug abgewogen hat, findet nun mehr Optionen für spontane Buchungen oder geschäftliche Tagesreisen, besonders zu Stoßzeiten, wenn die Bahn oft ausgebucht ist.

Für Vielflieger lohnt sich ein Vergleich der neuen Flugzeiten mit den bestehenden ICE-Verbindungen, denn je nach Abflugtermin können sich selbst kurzfristig attraktive Preise ergeben, besonders über die Lufthansa-App oder mit Miles & More-Prämien. Langfristig könnte die Ausweitung des Angebots auch andere Airlines motivieren, ihre Kapazitäten auf der Strecke anzupassen – was den Wettbewerb und damit die Auswahl für Passagiere weiter beleben würde.