Ab November wird der Himmel zwischen Bayern und Hessen dünner besiedelt: Lufthansa kappt drei der täglich 16 Verbindungen auf der Strecke München–Frankfurt Flug, einer der meistbeflogenen Inlandsrouten Europas. Mit über 1,8 Millionen Passagieren im Vorjahr zählt die Verbindung zu den absoluten Rückgraten des deutschen Luftverkehrs – doch jetzt setzt der Kranich-Konzern die Axt an. Betroffen sind vor allem die frühen Morgen- und späten Abendflüge, die besonders bei Geschäftsreisenden beliebt waren.

Die Entscheidung trifft nicht nur Vielflieger, sondern wirft Fragen über die Zukunft kurzer Inlandsstrecken auf. Während die Bahn auf der 300-Kilometer-Strecke zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen theoretisch eine Alternative bietet, bleibt der München–Frankfurt Flug für viele Pendler und internationale Umsteiger unverzichtbar. Ob es sich um einen Kostenspar-Kurs oder eine strategische Neuausrichtung handelt, wird sich zeigen – fest steht: Wer künftig spontan zwischen den beiden Städten jetten will, muss umdenken oder länger planen.

Warum die Strecke München–Frankfurt so wichtig ist

Die Verbindung zwischen München und Frankfurt zählt zu den meistgenutzten Inlandsstrecken Deutschlands – und das aus gutem Grund. Beide Städte sind nicht nur wirtschaftliche Schwergewichte, sondern auch zentrale Knotenpunkte für den internationalen Luftverkehr. Frankfurt beherbergt mit über 70 Millionen Passagieren jährlich den größten deutschen Flughafen, während München als zweitwichtigster Standort und Drehkreuz für Süddeutschland, Österreich und Teile Osteuropas fungiert. Die Strecke verbindet damit nicht nur zwei Metropolen, sondern zwei globale Torwächter des deutschen Luftraums.

Für Geschäftsreisende ist die Route seit Jahrzehnten unverzichtbar. Laut einer Studie der Bundesvereinigung der Deutschen Luftverkehrswirtschaft nutzen rund 60 Prozent der Passagiere auf dieser Strecke die Verbindung für berufliche Termine – ein Spitzenwert im europäischen Vergleich. Die kurze Flugzeit von etwa einer Stunde macht sie zur effizientesten Alternative zur Bahn, besonders für Zeitknappe mit Anschlussflügen in Frankfurt oder München.

Doch die Bedeutung geht über Wirtschaft hinaus. Die Strecke sichert auch die Anbindung Bayerns an den internationalen Flugverkehr, insbesondere für Umsteiger aus Regionen ohne Direktverbindungen. Streicht Lufthansa hier Kapazitäten, trifft das nicht nur Vielflieger, sondern ganze Wirtschaftsregionen. Kritiker warnen bereits vor Dominoeffekten: Weniger Frequenzen könnten München als Standort für internationale Unternehmen weniger attraktiv machen – ein Risiko, das in Zeiten globaler Konkurrenz um Investitionen nicht zu unterschätzen ist.

Hinzu kommt der Faktor Tourismus. Frankfurt mag als Business-Drehkreuz gelten, doch München zieht jährlich Millionen Besucher an – viele davon über die Luftbrücke aus der Mainmetropole. Hotellerie und Messen in beiden Städten profitieren direkt von der schnellen Verbindung.

Drei tägliche Verbindungen fallen ab November weg

Ab November wird die Verbindung zwischen München und Frankfurt spürbar dünner. Die Lufthansa streicht drei der bisher 20 täglichen Flüge auf dieser Strecke – eine Reduzierung um 15 Prozent. Besonders betroffen sind Geschäftsreisende, die auf flexible Verbindungen angewiesen sind. Die gestrichenen Slots verteilen sich über den Tag, was zu längeren Wartezeiten und weniger Spontanität bei Buchungen führt.

Laut Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) nutzten 2023 rund 2,4 Millionen Passagiere die Strecke München–Frankfurt. Damit gehört sie zu den meistbeflogenen Inlandsrouten Europas. Die Streichungen kommen zu einer Zeit, in der viele Unternehmen ihre Dienstreiserichtlinien überarbeiten und auf Nachhaltigkeit achten. Doch für Vielflieger bleibt die Strecke oft unverzichtbar – nicht zuletzt wegen der Anbindung an internationale Drehkreuze.

Die Lufthansa begründet die Anpassung mit einer „Optimierung des Streckennetzes“. Intern wird jedoch spekuliert, dass die hohen Betriebskosten am Flughafen Frankfurt und die sinkende Auslastung bei Kurzstreckenflügen eine Rolle spielen. Während die Bahn mit dem ICE eine Alternative bietet, bleibt der Flug für viele aufgrund der Zeitersparnis attraktiv.

Betroffen sind vor allem die frühen Morgen- und späten Abendverbindungen, die häufig von Pendler:innen genutzt werden. Wer bisher um 6:30 Uhr in München starten konnte, muss künftig auf den nächsten Flug um 7:45 Uhr ausweichen. Ähnlich sieht es am Abend aus: Der letzte Flug fällt nun bereits um 20:15 Uhr statt wie bisher um 21:00 Uhr.

Ob die Streichungen dauerhaft bleiben oder nur eine saisonale Anpassung darstellen, ist noch unklar. Branchenkenner erwarten jedoch, dass weitere Inlandsstrecken unter Druck geraten könnten – besonders, wenn die Nachfrage nach Geschäftsreisen nicht wie erhofft anzieht.

Welche Alternativen Passagiere jetzt haben

Der Wegfall von drei täglichen Lufthansa-Verbindungen zwischen München und Frankfurt zwingt Reisende zum Umdenken – doch die Alternativen sind vielfältiger als gedacht. Die Deutsche Bahn rückt als erste Option in den Fokus: Mit bis zu 23 ICE-Zügen täglich und einer Fahrzeit von rund drei Stunden bleibt der Schienenersatz attraktiv. Laut dem Bundesverkehrsministerium nutzen bereits 60 Prozent der Geschäftsreisenden auf dieser Strecke die Bahn, wenn Flugpreise über 150 Euro liegen. Pünktlichkeitsquoten von über 80 Prozent im Fernverkehr (Stand 2023) untermauern die Zuverlässigkeit – zumindest außerhalb der Hauptreisezeiten.

Wer nicht auf das Flugzeug verzichten will, findet bei der Konkurrenz Lösungen. Austrian Airlines bietet Umsteigeverbindungen über Wien an, oft mit nur minimalen Zeitverlusten. Auch Swiss mit Stopovers in Zürich oder Eurowings über Düsseldorf stellen praktikable Routen dar. Preisvergleiche lohnen sich: Bei Buchungen zwei Wochen im Voraus lagen die Tarife dieser Alternativen im Schnitt 12 Prozent unter den ehemaligen Lufthansa-Direktflügen, wie eine Auswertung des Flugpreisportals Kayak für die Strecke zeigte.

Für Zeitknappe wird der Hubschraubershuttle zum Geheimtipp. Unternehmen wie HeliService oder ADAC Luftrettung verbinden die beiden Städte in unter 90 Minuten – allerdings zu Preisen ab 1.200 Euro pro Person. Eine Nische, die vor allem für Notfälle oder Top-Manager interessant bleibt.

Langfristig könnte sich der Trend zum Homeoffice sogar als größte „Alternative“ entpuppen. Studien der Hans-Böckler-Stiftung belegen, dass 40 Prozent der häufigen Pendler zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen ihre Reisetage seit 2020 um mindestens 30 Prozent reduziert haben. Virtuelle Meetings ersetzen zunehmend die physische Präsenz – eine Entwicklung, die selbst Flugstreichungen relativiert.

Wie sich die Preise für Zug und Flug verändern

Die Streichung von drei täglichen Lufthansa-Verbindungen zwischen München und Frankfurt wird voraussichtlich spürbare Auswirkungen auf die Preisdynamik haben. Aktuell liegen die Preise für die 300-Kilometer-Strecke oft zwischen 80 und 250 Euro in der Economy Class – je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung. Doch mit weniger Angeboten könnte sich das ändern. Branchenanalysten erwarten einen Preisanstieg von bis zu 20 Prozent auf der Strecke, sobald die Kapazitäten sinken. Besonders betroffen wären Last-Minute-Bucher, die bisher oft von günstigen Restplätzen profitierten.

Im Vergleich dazu bleibt die Bahn eine stabile, wenn auch nicht immer günstigere Alternative. Ein Flexpreis für die ICE-Verbindung zwischen den beiden Städten kostet aktuell bis zu 140 Euro, während Sparpreise ab 19,90 Euro zu haben sind – allerdings nur bei frühzeitiger Buchung und begrenzter Verfügbarkeit. Die Deutsche Bahn könnte die Situation nutzen, um ihre Preise anzupassen, falls die Nachfrage nach Zugtickets steigt.

Laut einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft nutzen rund 60 Prozent der Reisenden auf der Strecke München–Frankfurt das Flugzeug vor allem aus Zeitgründen. Die Flugzeit beträgt etwa 55 Minuten, während die schnellste ICE-Verbindung rund 2 Stunden und 45 Minuten benötigt. Sollten die Ticketpreise für Flüge deutlich steigen, könnte dies mehr Pendler und Geschäftsreisende zum Umstieg auf die Schiene bewegen – vor allem, wenn die Bahn ihre Taktung beibehält oder sogar ausbaut.

Langfristig hängt die Preisentwicklung auch von der Reaktion der Konkurrenz ab. Andere Airlines wie Eurowings oder Ryanair fliegen die Strecke zwar nicht direkt an, könnten aber indirekt über Drehkreuze wie Berlin oder Köln profitieren, falls Reisende nach Alternativen suchen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob Lufthansa die gestrichenen Kapazitäten durch größere Maschinen oder Umleitungen über andere Drehkreuze kompensiert – was die Preise wieder stabilisieren würde.

Langfristige Pläne: Wird die Strecke ganz gestrichen?

Die Kürzung der Flugverbindungen zwischen München und Frankfurt wirft Fragen über die langfristige Zukunft der Strecke auf. Branchenkenner sehen darin mehr als nur eine temporäre Anpassung. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus dem Jahr 2023 nutzen bereits 60 Prozent der Reisenden auf dieser Relation Alternativen wie die Bahn – ein Trend, der sich seit der Pandemie beschleunigt hat. Die Lufthansa selbst betont zwar, dass es sich um eine „kapazitätsbedingte Optimierung“ handle, doch die Reduzierung auf nur noch fünf tägliche Verbindungen lässt Raum für Spekulationen.

Experten verweisen auf das wachsende Umweltbewusstsein und die Konkurrenz durch Hochgeschwindigkeitszüge. Die ICE-Verbindung zwischen den beiden Städten braucht kaum drei Stunden, ist oft günstiger und stößt auf deutlich weniger CO₂. Für Geschäftsreisende, die früher die Flexibilität des Fluges schätzten, wird die Bahn zunehmend zur ersten Wahl. Die Lufthansa steht damit vor einem Dilemma: Entweder die Strecke weiter ausdünnen oder ganz aufgeben – oder sie durch innovative Konzepte wie Hybrid-Tickets (Flug + Bahn) attraktiver gestalten.

Ein Blick auf ähnliche Strecken in Europa zeigt, wie schnell sich die Nachfrage verschieben kann. In Frankreich wurde die Flugverbindung Paris–Lyon nach der Einführung des TGV schrittweise reduziert, bis sie schließlich ganz eingestellt wurde. Ob München–Frankfurt ein ähnliches Schicksal droht, hängt auch von politischen Weichenstellungen ab. Sollte die Luftverkehrssteuer weiter steigen oder die Bahnsubventionen ausgedehnt werden, könnte der Druck auf die Airlines wachsen.

Klar ist: Die Lufthansa wird die Entwicklung genau beobachten. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die verbleibenden Flüge ausreichend ausgebucht sind – oder ob die Strecke langfristig zum Sanierungsfall wird.

Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen München und Frankfurt markiert einen deutlichen Einschlag für Vielflieger und Geschäftsreisende, die auf die schnelle Luftbrücke zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen angewiesen sind. Mit nur noch 15 statt 18 Direktflügen pro Tag wird die Flexibilität spürbar eingeschränkt – besonders für spontane Buchungen oder enge Terminpläne, wo jede Stunde zählt und Alternativen wie die Bahn oft keine echte Option darstellen.

Wer regelmäßig auf der Strecke unterwegs ist, sollte künftig frühzeitig buchen oder auf die verbleibenden Früh- und Spätverbindungen ausweichen, die meist weniger ausgelastet sind. Die Umstellung der Flugpläne könnte zudem die Preise in Stoßzeiten weiter in die Höhe treiben, besonders an Wochentagen mit hohem Geschäftsreisenden-Aufkommen.

Langfristig könnte die Entscheidung der Lufthansa andere Airlines ermutigen, ihre Kapazitäten auf der Strecke zu überprüfen – oder sogar neue Anbieter auf den Plan rufen, die die Lücke nutzen wollen.