Ab Oktober wird der Himmel zwischen den Niederlanden und Bayern dünner besiedelt sein. Lufthansa kürzt ihre Verbindungen und streicht drei der bisher zwölf täglichen Direktflüge auf der Strecke Amsterdam–München. Damit reagiert die Airline auf sinkende Nachfrage und steigende Betriebskosten, die seit Monaten die gesamte Branche unter Druck setzen. Die Entscheidung trifft besonders Vielflieger und Geschäftsreisende, für die die Verbindung zwischen dem niederländischen Drehkreuz Schiphol und dem bayerischen Wirtschaftsstandort eine der meistgenutzten Routen im europäischen Netz war.
Für Pendler, Touristen und Unternehmen bedeutet das: weniger Flexibilität beim Flug Amsterdam München, längere Wartezeiten oder Umstiege über Frankfurt. Die Strecke zählt zu den wichtigsten Business-Routen zwischen den Benelux-Ländern und Süddeutschland, mit tausenden Passagieren monatlich. Wer bisher spontan zwischen Meetings in der Münchner Innenstadt und Terminen in den Amsterdamer Grachten wechseln wollte, muss künftig früher buchen oder Alternativen wie die Bahn prüfen. Dass ausgerechnet der Flug Amsterdam München betroffen ist, unterstreicht, wie stark selbst etablierte Strecken unter den aktuellen Marktbedingungen leiden.
Warum Lufthansa die Strecke kürzt
Die Entscheidung der Lufthansa, ab Oktober drei der täglich elf Verbindungen zwischen Amsterdam und München zu streichen, folgt einer klaren betriebswirtschaftlichen Logik. Seit der Pandemie hat sich die Nachfrage auf der Strecke spürbar verändert – besonders im Geschäftsreiseverkehr, der einst das Rückgrat dieser Verbindung bildete. Branchenanalysen zeigen, dass rund 30 Prozent der früheren Business-Passagiere auf dieser Relation noch immer auf Remote-Meetings oder Zugalternativen ausweichen. Ohne diese lukrative Kundengruppe wird die Auslastung der Maschinen zum Problem: Leere Sitze in der Business Class fressen die Margen auf.
Hinzu kommt der Druck durch die gestiegenen Betriebskosten. Kerosinpreise liegen trotz leichter Entspannung weiterhin etwa 20 Prozent über dem Niveau von 2019, während die Flughafengebühren in Amsterdam durch Investitionen in die Infrastruktur deutlich angezogen wurden. Luftfahrtökonomen verweisen darauf, dass Kurzstrecken wie Amsterdam–München besonders anfällig für solche Kostentreiber sind – die Flugzeit von knapp 90 Minuten lässt kaum Spielraum für Effizienzgewinne.
Strategisch setzt die Lufthansa stattdessen auf Umsteigeverbindungen über ihre Dreieck-Hubs Frankfurt und Zürich. Dort lassen sich Passagiere aus Amsterdam gebündelt auf Langstreckenflüge umleiten, was die Sitzauslastung insgesamt verbessert. Die Strecke nach München litt ohnehin unter direkter Konkurrenz: Die niederländische KLM bietet parallel fünf tägliche Flüge an, während die Deutsche Bahn mit ihrem ICE International (Amsterdam–München in unter sechs Stunden) zunehmend Attraktivität gewinnt. Wer nicht zwingend fliegen muss, steigt um.
Dass ausgerechnet die Frühabendverbindungen gestrichen werden, überrascht Insider kaum. Daten der Flugdatenbank Cirium belegen, dass diese Slots seit Monaten die niedrigsten Buchungszahlen aufwiesen – ein klassisches Opfer der veränderten Reisegewohnheiten. Geschäftsleute fliegen seltener für eintägige Termine, Touristen bevorzugen direkte Morgen- oder Mittagsverbindungen.
Drei tägliche Verbindungen fallen ab Oktober weg
Ab Oktober wird das Flugangebot zwischen Amsterdam und München spürbar ausgedünnt. Drei der bisher elf täglichen Verbindungen entfallen komplett, wie die Lufthansa in einer aktuellen Mitteilung bestätigte. Betroffen sind vor allem die frühen Morgen- und späten Abendflüge, die besonders bei Geschäftsreisenden beliebt waren. Die Streichungen reduzieren die Kapazität auf der Strecke um knapp 20 Prozent – ein deutlicher Einschnitt für eine der meistgenutzten Business-Routen innerhalb Europas.
Laut Branchenanalysten ist die Entscheidung Teil einer größeren Umstrukturierung. „Airlines passen ihre Netze an die veränderte Nachfrage an“, erklärt ein Sprecher des Luftfahrtverbands BDL. Seit der Pandemie haben sich die Buchungsmuster verschoben: Weniger kurzfristige Dienstreisen, mehr langfristig geplante Privatflüge. Die gestrichenen Slots werden stattdessen auf Strecken mit höherer Auslastung verlegt, etwa nach London oder Paris.
Für Vielflieger bedeutet das vor allem weniger Flexibilität. Wer bisher spontan einen frühen Termin in München wahrnehmen wollte, muss künftig auf Umwege über Frankfurt oder Zürich ausweichen. Die verbleibenden acht Verbindungen verteilen sich ungleichmäßig über den Tag, mit Lücken in den Stoßzeiten. Besonders betroffen: Pendler, die auf die schnelle Anbindung zwischen den Wirtschaftszentren angewiesen sind.
Kritik kommt von Seiten der Flughafenbetreiber. Amsterdam Schiphol hatte erst im vergangenen Jahr die Terminals für den wachsenden Europa-Verkehr ausgebaut. Nun drohen Leerstände, während andere Strecken überlastet sind. Ob die gestrichenen Flüge zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden, hängt laut Lufthansa von der weiteren Marktentwicklung ab – eine konkrete Zusage gibt es nicht.
Alternativen für Vielflieger und Geschäftsreisende
Für Vielflieger und Geschäftsreisende, die regelmäßig zwischen Amsterdam und München pendeln, bietet der Wegfall von drei täglichen Lufthansa-Verbindungen ab Oktober Anlass, Alternativen zu prüfen. Die Bahn stellt hier eine naheliegende Option dar: Die ICE-Strecke zwischen den beiden Städten verbindet Amsterdam Centraal und München Hbf in etwa sechs Stunden – ohne Umstieg. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus dem Jahr 2023 nutzen bereits 28 % der Geschäftsreisenden auf dieser Relation die Schiene, sobald die Reisezeit unter sieben Stunden liegt. Mit flexiblen Buchungsoptionen und Arbeitsplätzen in der 1. Klasse kann die Bahn für viele eine effiziente Alternative sein.
Wer auf Flugverbindungen nicht verzichten möchte, findet bei anderen Airlines wie KLM oder Eurowings weiterhin tägliche Direktflüge. KLM betreibt die Strecke mit bis zu fünf Verbindungen pro Tag, während Eurowings je nach Saison zwei bis drei Flüge anbietet. Die Preise variieren hier stärker als bei Lufthansa, doch Frühbucher oder Vielflieger mit Status in den jeweiligen Bonusprogrammen können von attraktiven Konditionen profitieren.
Eine weitere Möglichkeit sind Umsteigeverbindungen über Drehkreuze wie Frankfurt oder Zürich. Zwar verlängert sich die Reisezeit um etwa eine bis zwei Stunden, doch bei gut abgestimmten Anschlüssen bleibt der Zeitverlust überschaubar. Besonders für Reisende, die ohnehin in eine dieser Städte weiterfliegen, kann dies sogar eine praktikable Lösung sein.
Für Unternehmen mit hohem Reiseaufkommen lohnt sich zudem der Blick auf Corporate-Deals mit Airlines oder Bahnanbietern. Viele Konzerne verhandeln individuelle Rahmenverträge, die auch bei kurzfristigen Buchungen günstige Tarife sichern. Wer langfristig plant, sollte zudem die Entwicklung der Nachtzugverbindungen im Auge behalten – hier gibt es Bestrebungen, das Angebot zwischen den Benelux-Ländern und Süddeutschland auszubauen.
Wie sich die Preise auf der Reststrecke entwickeln
Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen Amsterdam und München wird voraussichtlich spürbare Auswirkungen auf die Ticketpreise haben. Analysten der Luftfahrtbranche gehen davon aus, dass die verbleibenden Flüge auf dieser stark frequentierten Strecke um bis zu 20 Prozent teurer werden könnten – besonders in der Hauptreisezeit. Der Grund liegt im klassischen Prinzip von Angebot und Nachfrage: Weniger Sitzplätze bei gleichbleibender Auslastung führen fast zwangsläufig zu höheren Preisen.
Betroffen sein dürften vor allem Geschäftsreisende, die oft kurzfristig buchen müssen. Während Vielflieger mit Status bei Lufthansa oder Miles & More noch auf Upgrade-Optionen oder Sonderkonditionen hoffen können, werden Last-Minute-Tickets für Economy-Klasse voraussichtlich stark im Preis steigen. Daten des Buchungsportals Kayak zeigen, dass die Durchschnittspreise auf der Strecke Amsterdam-München bereits in den letzten zwölf Monaten um 15 Prozent gestiegen sind – ein Trend, der sich nun beschleunigen könnte.
Langfristig könnte die Preisentwicklung jedoch auch von der Reaktion der Konkurrenz abhängen. KLM, die ebenfalls die Strecke bedient, hat bisher keine Anpassungen angekündigt. Sollte die niederländische Airline ihre Kapazitäten erhöhen, könnte dies den Preisdruck etwas abfedern. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob sich die Nachfrage nach Alternativen wie Zugverbindungen oder Umstiegsflügen über Frankfurt oder Zürich verstärkt.
Für Sparfüchse lohnt sich ein genauer Blick auf die Buchungszeiträume: Erfahrungsgemäß sind Tickets auf dieser Strecke zwischen Januar und März am günstigsten, während die Preise im Herbst und zur Weihnachtszeit traditionell ihren Höhepunkt erreichen.
Langfristige Pläne: Bleibt München-Amsterdam attraktiv?
Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen Amsterdam und München wirft Fragen nach der langfristigen Attraktivität der Strecke auf. Branchenanalysten sehen die Entscheidung der Lufthansa nicht als endgültigen Trend, sondern als Reaktion auf saisonale Nachfrageschwankungen. Die Route zählt seit Jahren zu den wichtigsten Business-Verbindungen zwischen Deutschland und den Niederlanden – mit über 800.000 Passagieren im Jahr 2023.
Experten verweisen auf strukturelle Vorteile, die die Strecke auch künftig relevant machen: Amsterdam Schiphol bleibt ein zentraler europäischer Drehkreuz, während München als Wirtschaftsstandort mit starker internationaler Nachfrage punktet. Die IATA prognostiziert für den deutsch-niederländischen Luftverkehr bis 2026 ein jährliches Wachstum von 3,2 Prozent.
Kurzfristig könnte die Reduzierung der Frequenzen jedoch zu Umbuchungen auf Zugverbindungen oder Konkurrenzflüge führen. Die Bahn bietet mit ICE International bereits eine attraktive Alternative – die Fahrzeit von etwa sechs Stunden liegt nur knapp über der Flugzeit inklusive Vorlauf. Ob sich dies dauerhaft auf die Auslastung auswirkt, hängt auch von der Preispolitik der Airlines ab.
Lufthansa selbst betont, die Anpassung sei flexibel: Bei steigender Nachfrage könnten Kapazitäten schnell wieder erhöht werden. Die Airline setzt zudem auf modernere Flugzeuge wie den Airbus A320neo, der Treibstoffkosten senkt und die Route wirtschaftlicher macht. Ob dies ausreicht, um die Strecke langfristig zu sichern, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.
Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen Amsterdam und München markiert einen deutlichen Einschnitt für Vielflieger und Geschäftsreisende, die auf diese Strecke angewiesen sind—insbesondere in Stoßzeiten, wenn Ausweichoptionen knapp werden. Während Lufthansa die Anpassung mit Effizienzsteigerungen begründet, zeigt der Schritt einmal mehr, wie fragil das europäische Streckennetz nach der Pandemie bleibt und wie schnell sich Buchungsstrategien anpassen müssen.
Wer regelmäßig auf dieser Relation unterwegs ist, sollte künftig frühzeitig buchen oder alternative Routen über Frankfurt, Zürich oder sogar Bahnverbindungen prüfen, um Flexibilität und Kosten im Griff zu behalten. Langfristig wird sich zeigen, ob die Nachfrage nach Direktflügen zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten stark genug ist, um die Lücken wieder zu schließen—oder ob Reisende sich dauerhaft auf weniger Optionen einstellen müssen.

