Ab Oktober wird die Verbindung zwischen Bayern und Sachsen dünner: Lufthansa streicht drei der bisher elf täglichen Flüge München–Dresden aus dem Plan. Damit reduziert sich das Angebot auf der Strecke um fast 30 Prozent – ein deutlicher Einschnitt für Pendler, Geschäftsreisende und Touristen, die auf die direkte Luftbrücke zwischen den beiden Städten angewiesen sind. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der viele Innenstadtverbindungen in Deutschland ohnehin unter Druck geraten, sei es durch steigende Kosten, Klimadebatten oder veränderte Reisegewohnheiten nach der Pandemie.

Für Vielflieger und gelegentliche Passagiere gleichermaßen bedeutet das: Wer künftig einen Flug München–Dresden buchen will, muss mit weniger Flexibilität und möglicherweise höheren Preisen rechnen. Besonders betroffen sind Zeitknappe, die auf spontane Termine angewiesen sind – etwa Unternehmensberater, die regelmäßig zwischen den Wirtschaftsstandorten pendeln, oder Kulturinteressierte, die Dresdens Museen und Münchens Opernhäuser verbinden wollen. Die Strecke zählt zu den meistgenutzten Inlandsrouten außerhalb der Hauptdrehkreuze, was die Streichungen umso spürbarer macht.

Warum die Strecke München–Dresden unter Druck steht

Die Verbindung zwischen München und Dresden gehört zu den am stärksten umkämpften Inlandsstrecken Deutschlands – nicht nur in der Luft, sondern auch auf der Schiene. Seit der ICE-Sprinter 2021 die Fahrzeit zwischen den beiden Städten auf unter vier Stunden verkürzte, sank die Auslastung der Flüge spürbar. Branchenanalysen zeigen, dass rund 30 Prozent der Passagiere auf dieser Route mittlerweile den Zug bevorzugen, besonders Geschäftsreisende, die Wert auf Flexibilität und Arbeitsmöglichkeiten während der Fahrt legen.

Doch der Druck kommt nicht nur von der Bahn. Dresden hat sich in den letzten Jahren als wirtschaftliches Zentrum Ostdeutschlands etabliert, mit wachsenden Ansprüchen an die Anbindung. Gleichzeitig konkurriert die Strecke mit indirekten Flugverbindungen über Frankfurt oder Berlin, die oft günstiger sind und bessere Anschlüsse bieten. Für Vielflieger wird die Entscheidung damit zunehmend zur Kostenfrage – ein Problem, das Lufthansa mit der Streichung von drei täglichen Verbindungen nun direkt adressiert.

Experten der Luftfahrtbranche weisen darauf hin, dass die Strecke München–Dresden seit Jahren an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit operiert. Während die Nachfrage in Stoßzeiten wie Messen oder Feiertagen stabil bleibt, reichen die Passagierzahlen an Werktagen oft nicht aus, um die Betriebskosten zu decken. Die jüngsten Kürzungen sind daher weniger eine Überraschung als vielmehr die logische Folge einer Entwicklung, die sich seit der Pandemie beschleunigt hat: Weniger Dienstreisen, mehr Preissensibilität, stärkere Konkurrenz.

Hinzu kommt der politische Faktor. Die Debatte um die CO₂-Bepreisung und die Förderung klimafreundlicher Alternativen setzt Fluggesellschaften unter Zugzwang. Während die Bahn ihre Kapazitäten auf der Relation ausbaut, muss die Luftfahrt beweisen, dass sie auch auf kurzen Strecken noch eine Daseinsberechtigung hat – oder sich auf Nischen wie Premium-Kunden und Zeitkritische beschränken.

Drei tägliche Verbindungen fallen ab Oktober weg

Ab Oktober wird das Angebot auf der Strecke München–Dresden spürbar ausgedünnt. Drei der bisher elf täglichen Verbindungen entfallen, wie die Lufthansa bestätigte. Betroffen sind vor allem die frühen Morgen- und späten Abendflüge, die besonders von Geschäftsreisenden genutzt wurden. Die Airline begründet die Streichungen mit einer „Anpassung an die aktuelle Nachfrageentwicklung“ – ein klares Signal, dass die Passagierzahlen seit der Pandemie nicht mehr an die früheren Werte heranreichen.

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Auslastung auf der Innerdeutschland-Strecke im ersten Halbjahr 2024 bei durchschnittlich 68 Prozent. Ein Wert, der für viele Airlines die Rentabilitätsgrenze markiert. Branchenkenner weisen darauf hin, dass vor allem die Konkurrenz durch die Bahn – mit Direktverbindungen unter vier Stunden – den Luftverkehr auf dieser Relation zunehmend unter Druck setzt.

Die verbleibenden acht Verbindungen verteilen sich ungleichmäßig über den Tag. Während die Mittagsstunden weiterhin gut abgedeckt sind, klaffen nun Lücken in den Randzeiten. Besonders betroffen sind Pendler, die auf flexible An- und Abreise angewiesen sind. Ob die Lufthansa hier nachjustiert, bleibt abzuwarten – erste Reaktionen von Vielfliegern fallen jedenfalls ernüchternd aus.

Die Streichungen passen in eine größere Strategie der Lufthansa Group, die seit 2023 ihr Inlandsnetz strafft. Bereits im vergangenen Jahr wurden Frequenzen auf Strecken wie Frankfurt–Berlin oder Hamburg–Stuttgart reduziert. Dresden bleibt zwar als Ziel erhalten, doch die reduzierte Taktung könnte langfristig auch die Attraktivität des Standorts für internationale Umsteiger schwächen.

Betroffene Passagiere: Umbuchungen und Alternativen

Für Reisende, die zwischen München und Dresden pendeln, bedeutet die Streichung von drei täglichen Lufthansa-Verbindungen ab Oktober eine direkte Auswirkung auf ihre Pläne. Betroffen sind vor allem Geschäftsreisende, die auf flexible Verbindungen angewiesen sind, sowie Touristen, die die beiden Städte verbinden wollten. Laut Daten des Deutschen Reiseverbands (DRV) nutzen rund 60 Prozent der Inlandsflugreisenden solche Strecken für kurzfristige Buchungen – eine Gruppe, die nun nach Alternativen suchen muss.

Die Airline bietet betroffenen Passagieren kostenlose Umbuchungen auf andere Lufthansa-Flüge an, sofern noch Kapazitäten verfügbar sind. Allerdings sind die verbleibenden Verbindungen oft ausgebucht, besonders zu Stoßzeiten wie Montagmorgen oder Freitagabend. Wer keine passende Option findet, kann sich den Ticketpreis erstatten lassen oder Gutscheine für zukünftige Flüge erhalten. Die Bearbeitung solcher Anfragen kann jedoch mehrere Werktage in Anspruch nehmen.

Als praktikable Alternative empfehlen Reiseexperten die Bahn: Die ICE-Verbindung zwischen München und Dresden benötigt etwa vier Stunden und fährt mehrmals täglich. Mit Vorab-Buchung sind Sparpreise ab 29,90 Euro erhältlich – ein Preis, der für viele attraktiver ist als die oft teureren Last-Minute-Flüge. Zudem entfällt das zeitaufwendige Check-in-Verfahren am Flughafen.

Für Vielflieger, die auf ihre Meilen angewiesen sind, bleibt die Umbuchung auf andere Lufthansa-Routen über Drehkreuze wie Frankfurt oder Berlin die naheliegendste Lösung. Allerdings müssen sie dabei längere Reisezeiten und mögliche Zusatzkosten für Gepäck oder Sitzplatzreservierungen einkalkulieren. Branchenkenner raten, solche Änderungen frühzeitig vorzunehmen, um die besten Plätze zu sichern.

Wie sich die Preise und Reisezeiten jetzt ändern

Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen München und Dresden wird spürbare Auswirkungen auf Preise und Reisezeiten haben. Aktuell liegen die Ticketkosten für die 550-Kilometer-Strecke bei durchschnittlich 120 bis 250 Euro in der Economy Class – je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung. Mit dem reduzierten Angebot könnte sich dieser Durchschnitt nach Einschätzung von Branchenanalysten um bis zu 30 Prozent erhöhen, insbesondere in Stoßzeiten wie Wochenenden oder vor Feiertagen. Die verbleibenden Flüge werden voraussichtlich schneller ausgebucht sein, was Dynamikpreise weiter in die Höhe treibt.

Reisende müssen sich zudem auf längere Umsteigezeiten einstellen. Bisher bot die Lufthansa direkte Verbindungen mit einer Flugdauer von etwa einer Stunde. Künftig werden viele Passagiere auf Alternativen über Frankfurt oder andere Drehkreuze ausweichen müssen – was die Gesamtreisezeit auf drei bis vier Stunden verlängert. Besonders betroffen sind Geschäftsreisende, die bisher Tagesreisen zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten planten.

Laut Daten des Statistischen Bundesamts nutzten 2023 rund 320.000 Passagiere die Strecke München–Dresden. Die Nachfrage war damit um 12 Prozent höher als vor der Pandemie. Ob dieser Trend trotz der Einschränkungen anhält, hängt auch davon ab, wie stark die Bahn als Alternative gestärkt wird. Derzeit benötigt der schnellste ICE für die Verbindung etwa vier Stunden – bei häufigen Verspätungen.

Für Vielflieger könnte sich die Situation etwas entschärfen, sofern sie Flexibilität bei Buchungen zeigen. Wer bereit ist, früh zu buchen oder auf weniger gefragte Abflugzeiten auszuweichen, findet möglicherweise noch günstigere Tarife. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Lufthansa Sonderangebote einführt, um die Auslastung der verbleibenden Flüge zu sichern.

Langfristige Pläne: Droht Dresden der Verlust weiterer Verbindungen?

Die Streichung der drei täglichen Verbindungen zwischen München und Dresden ab Oktober wirft Fragen nach der langfristigen Zukunft des Luftverkehrsstandorts auf. Dresden gehört zu den deutschen Flughäfen, die seit Jahren mit rückläufigen Passagierzahlen kämpfen – 2023 wurden nur noch rund 1,3 Millionen Fluggäste gezählt, ein Minus von 30 Prozent im Vergleich zu 2019. Branchenkenner sehen darin ein strukturelles Problem: Ohne ausreichende Auslastung und wirtschaftliche Attraktivität für Airlines droht ein Dominoeffekt, der weitere Strecken gefährdet.

Besonders kritisch könnte es für die Business-Route nach Frankfurt werden. Die Verbindung gilt als Rückgrat für Geschäftsreisende und Umsteiger, doch ohne ausreichende Nachfrage könnte sie zum nächsten Kandidaten für Einsparungen werden. Fluggesellschaften priorisieren zunehmend profitable Strecken – und Dresden konkurriert hier mit besser angebundenen Regionalflughäfen wie Leipzig/Halle.

Ein Lichtblick bleibt der Tourismus. Die sächsische Landeshauptstadt verzeichnete 2023 über 5 Millionen Übernachtungen, ein Rekordwert. Doch ob das allein ausreicht, um den Flughafen zu stabilisieren, ist fraglich. Experten der Deutschen Flughafenverbandes betonen, dass ohne gezielte Förderung des Wirtschaftsverkehrs und attraktiver Tarifmodelle selbst starke Tourismuszahlen die Lücken nicht schließen können.

Die Politik steht vor einer Entscheidung: Subventionen für den Erhalt von Strecken oder Akzeptanz eines schrumpfenden Angebots. Während andere Städte wie Nürnberg oder Stuttgart ihre Flughäfen als Wirtschaftsmotoren ausbauen, muss Dresden klären, ob es langfristig als Luftverkehrsdrehkreuz bestehen will – oder sich auf alternative Verkehrsanbindungen konzentriert.

Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen München und Dresden markiert einen deutlichen Einschnitt für Pendler und Geschäftsreisende, die auf die direkte Anbindung angewiesen waren—insbesondere in Stoßzeiten, wenn Alternativen wie die Bahn kaum Flexibilität bieten. Wer bisher auf die gestrichenen Früh- und Spätverbindungen setzte, muss nun umplanen, was vor allem für Tagesreisen oder kurze Aufenthalte in Dresden zu längeren Wartezeiten oder Umwegen über Frankfurt führt.

Betroffene sollten frühzeitig prüfen, ob die verbliebenen Lufthansa-Flüge oder Angebote der Bahn—etwa mit dem ICE über Leipzig—ihre Termine abdecken, oder gegebenenfalls auf Mietwagen und Mitfahrgelegenheiten ausweichen. Langfristig bleibt abzuwarten, ob die Nachfrage nach der Strecke wieder steigt oder ob andere Airlines die Lücke schließen—denn ohne wettbewerbsfähige Alternativen droht München-Dresden zum Sorgenkind im deutschen Inlandsflugnetz zu werden.