Ab Oktober wird die Verbindung zwischen Bayerns Landeshauptstadt und dem Finanzzentrum am Main spürbar dünner: Die Lufthansa streicht drei der bisher 15 täglichen Flüge München–Frankfurt, wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte. Damit reduziert sich das Angebot auf der beliebten Inlandsstrecke um ein Fünftel – eine Entscheidung, die vor allem Geschäftsreisende und Vielflieger treffen wird. Die betroffenen Slots fallen weg, obwohl die Auslastung auf der Route in den vergangenen Quartalen stabil bei über 70 Prozent lag.
Die Kürzungen markieren einen Einschnitt für Pendler, die auf die schnelle Luftbrücke zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen angewiesen sind. Der Flug München–Frankfurt zählt zu den meistgenutzten Innenverkehrsstrecken Deutschlands, mit einer Flugzeit von knapp einer Stunde und oft stündlichen Abflügen in beide Richtungen. Doch während andere Airlines wie Eurowings die Strecke bereits aufgegeben haben, setzt Lufthansa nun auf Konsolidierung – und lässt Passagiere umbuchen oder auf die Bahn ausweichen. Die Frage, ob weitere Streichungen folgen, bleibt vorerst offen.
Warum die Strecke München–Frankfurt so wichtig ist

Die Verbindung zwischen München und Frankfurt gehört zu den meistgenutzten Inlandsstrecken Deutschlands – und das nicht ohne Grund. Beide Städte sind wirtschaftliche Schwergewichte: Frankfurt als Finanzzentrum mit der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Börse, München als Hochburg für Technologiekonzerne wie Siemens und BMW sowie als Standort zahlreicher Hidden Champions. Laut einer Studie des Bundesverkehrsministeriums pendeln jährlich über 2,5 Millionen Passagiere zwischen den beiden Metropolen, davon nutzt etwa ein Drittel das Flugzeug. Für Geschäftsreisende ist die Strecke oft unverzichtbar, da sie Termine in beiden Städten an einem Tag ermöglicht.
Doch die Bedeutung der Route beschränkt sich nicht auf die Wirtschaft. Frankfurt am Main ist mit seinem interkontinentalen Drehkreuz der größte deutsche Flughafen – ein entscheidender Knotenpunkt für Umsteiger aus aller Welt. Viele internationale Passagiere, die nach München wollen, steigen in Frankfurt um, besonders bei Langstreckenflügen aus Asien oder Nordamerika. Streicht Lufthansa hier Kapazitäten, könnte das nicht nur die Reisezeiten verlängern, sondern auch die Attraktivität Deutschlands als Drehscheibe für globale Geschäftsreisen schwächen.
Hinzu kommt der Faktor Zeit. Zwar verbindet die ICE-Strecke beide Städte in unter drei Stunden, doch für Vielflieger mit knappen Terminkalendern bleibt das Flugzeug oft die bevorzugte Option – besonders bei kurzfristigen Buchungen oder wenn Gepäck und Sicherheitskontrollen am Bahnhof entfallen sollen. Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass selbst kleine Einschränkungen im Flugangebot dazu führen können, dass Unternehmen auf alternative Drehkreuze wie Zürich oder Wien ausweichen.
Die Strecke ist auch ein Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa im eigenen Land. Während Billigflieger wie Eurowings bereits Teile des Marktes bedienen, setzt die Kranich-Airline traditionell auf Premium-Kunden, die Bereitschaft zeigen, für Flexibilität und Service mehr zu zahlen. Weniger Frequenzen könnten hier ein Signal an die Konkurrenz senden – und langfristig die Preise für die verbleibenden Flüge in die Höhe treiben.
Drei tägliche Verbindungen fallen ab Oktober weg
Ab Oktober wird die Verbindung zwischen München und Frankfurt spürbar ausgedünnt. Drei der bisher zwölf täglichen Flüge entfallen – eine Reduzierung um 25 Prozent, die vor allem Geschäftsreisende und Vielflieger trifft. Die Lufthansa begründet den Schritt mit einer „Anpassung an die aktuelle Nachfrage“ und verweist auf veränderte Reisegewohnheiten nach der Pandemie. Branchenkenner sehen darin jedoch auch eine Reaktion auf steigende Betriebskosten und den wachsenden Druck durch die Bahn als Konkurrenz auf der stark frequentierten Strecke.
Betroffen sind vor allem die frühen Morgen- und späten Abendverbindungen, die bisher von Berufspendlern stark genutzt wurden. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus dem Jahr 2023 nutzten rund 40 Prozent der Passagiere auf dieser Route die Flugverbindung für Tagesgeschäftsreisen – ein Segment, das durch Homeoffice-Regelungen und virtuelle Meetings deutlich geschrumpft ist.
Die Streichungen wirken sich auch auf die Umsteigeverbindungen aus. München gilt als wichtiger Knotenpunkt für internationale Flüge, besonders in Richtung Asien und Nordamerika. Mit weniger Inlandsverbindungen nach Frankfurt könnten sich Wartezeiten für Anschlussflüge verlängern, warnen Reiseexperten. Die Lufthansa betont zwar, dass die verbleibenden neun täglichen Flüge „ausreichend Kapazität“ bieten würden, doch Kritiker zweifeln das an – besonders zu Stoßzeiten wie Messeterminen oder Ferienbeginn.
Für Vielflieger bedeutet der Schritt zudem weniger Flexibilität bei der Buchung. Bisher konnten kurzfristige Änderungen oft durch Umbuchungen auf spätere oder frühere Flüge am selben Tag abgefedert werden. Diese Option wird nun eingeschränkt, was besonders für Unternehmen mit spontanen Reiseanforderungen zum Problem werden könnte.
Betroffene Passagiere: Umbuchungen und Alternativen

Für Vielflieger auf der Strecke München–Frankfurt wird der Fahrplan ab Oktober dünner. Drei der bisher 15 täglichen Verbindungen entfallen, was besonders Geschäftsreisende trifft, die auf Flexibilität angewiesen sind. Laut einer aktuellen Auswertung des Luftfahrtportals FlightGlobal nutzen rund 60 Prozent der Passagiere auf dieser Route die Verbindung für Tagesgeschäfte – für sie zählt jede Minute. Wer bisher spontan umbuchen konnte, muss künftig länger planen oder auf Alternativen ausweichen.
Die Lufthansa bietet betroffenen Buchungen zwar kostenlose Umbuchungen auf andere Flüge an, doch die Kapazitäten sind begrenzt. Wer etwa einen Termin am Vormittag in Frankfurt hat, könnte künftig auf frühere oder spätere Verbindungen verwiesen werden. Kritisch wird es bei voll ausgebuchten Maschinen: Hier bleiben nur die Bahn oder Umwege über andere Drehkreuze wie Zürich oder Wien. Letzteres verlängert die Reisezeit um mindestens zwei Stunden.
Reiseexperten raten dazu, bei dringenden Terminen frühzeitig zu buchen oder die Bahn als Ersatz zu prüfen. Die Deutsche Bahn fährt zwischen den beiden Städten stündlich ICE-Züge mit einer Fahrzeit von rund drei Stunden – oft günstiger als ein Last-Minute-Flugticket. Für Vielflieger, die auf ihre Meilen angewiesen sind, könnte sich ein Wechsel zu anderen Airlines lohnen: Air Dolomiti oder Austrian Airlines bieten ebenfalls Verbindungen an, wenn auch mit Umstieg.
Langfristig könnte der Wegfall der Flüge auch die Ticketpreise auf der Strecke beeinflussen. Weniger Angebot bei gleichbleibender Nachfrage führt meist zu höheren Preisen – ein Effekt, den Branchenkenner bereits bei anderen gestrichenen Inlandsverbindungen beobachtet haben.
Wie sich die Taktung auf Geschäftsreisende auswirkt
Für Vielflieger und Geschäftsreisende bedeutet die Reduzierung der Verbindungen zwischen München und Frankfurt mehr als nur weniger Optionen im Buchungssystem. Die Taktung zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen war bisher ein zentraler Faktor für spontane Termine, Tagesreisen oder kurzfristige Meetings. Mit nur noch 13 statt 16 täglichen Flügen ab Oktober verlängern sich die Wartezeiten zwischen den Verbindungen im Schnitt um 30 bis 45 Minuten – ein Zeitfenster, das im dicht getakteten Geschäftsalltag oft den Unterschied zwischen einem persönlichen Treffen und einer Videokonferenz ausmacht.
Besonders betroffen sind Pendler, die auf die frühe Morgen- oder späte Abendverbindung angewiesen sind. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt aus dem Jahr 2022 zeigt, dass 68 Prozent der Geschäftsreisenden auf dieser Strecke Wert auf Flexibilität legen, um unvorhergesehene Änderungen im Terminkalender abzufedern. Gerade die gestrichenen Flüge um 6:30 Uhr und 21:15 Uhr waren bei dieser Gruppe beliebt, da sie eine nahtlose Anbindung an internationale Anschlüsse in Frankfurt ermöglichten.
Die Umstellung zwingt Unternehmen, ihre Reiseplanung neu zu denken. Statt wie bisher spontan am Vortag zu buchen, müssen Geschäftsreisende nun weiter im Voraus planen – oder auf die Bahn ausweichen. Doch selbst die bietet mit Fahrzeiten von über drei Stunden keine echte Alternative für Zeitknappe. Wer auf Termintreue angewiesen ist, wird künftig wohl öfter auf direkte Flugverbindungen nach London oder Paris umsteigen, statt den Umweg über Frankfurt zu nehmen.
Langfristig könnte die reduzierte Taktung auch die Standortattraktivität Münchens als Wirtschaftsstandort beeinflussen. Für internationale Investoren und Konzerne, die auf schnelle Erreichbarkeit ihrer deutschen Niederlassungen achten, wird die Strecke zwischen den beiden Städten weniger attraktiv – ein Faktor, der in Standortentscheidungen durchaus Gewicht hat.
Lufthansa plant Umstrukturierung des Inlandsnetzes

Die geplante Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen München und Frankfurt ab Oktober ist nur ein erster Schritt in einer umfassenderen Umstrukturierung des Lufthansa-Inlandsnetzes. Wie aus internen Unterlagen hervorgeht, prüft die Airline eine Neuausrichtung ihrer Streckenführung, die sich stärker an Nachfrageprognosen und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen orientiert. Besonders Kurzstreckenverbindungen mit hoher Frequenz und geringer Auslastung stehen auf dem Prüfstand – ein Trend, der sich bereits bei anderen europäischen Fluggesellschaften wie Air France oder KLM abzeichnet.
Branchenanalysten verweisen auf eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die zeigt, dass rund 30 Prozent der Inlandsflüge in Deutschland auf nur fünf Strecken entfallen, darunter die Relation München–Frankfurt. Gleichzeitig nutzt ein Großteil der Passagiere diese Verbindungen für Anschlussflüge, nicht für Punkt-zu-Punkt-Reisen. Vor diesem Hintergrund will Lufthansa ihr Dreiecksgeschäft zwischen den großen Drehkreuzen effizienter gestalten – auch durch den Ausbau von Zug-integrierten Angeboten wie dem Lufthansa Express Rail.
Konkret könnte dies bedeuten, dass künftig weniger Flüge zu Stoßzeiten angeboten werden, dafür aber mit größeren Maschinen oder optimierten Abflugzeiten, um die Anschlussrate an Langstreckenflüge zu erhöhen. Die Airline setzt dabei auf dynamische Preismodelle und eine engere Koordination mit der Deutschen Bahn, um Geschäftsreisende nicht zu verlieren. Ob diese Strategie aufgeht, wird sich zeigen: Kritiker warnen vor einer weiteren Konzentration auf die Hubs Frankfurt und München, die regionale Flughäfen wie Stuttgart oder Düsseldorf benachteiligen könnte.
Für Vielflieger und Unternehmen mit festen Reisebudgets dürfte die Umstellung spürbar werden. Während die Streichungen zunächst als Kapazitätsanpassung kommuniziert werden, deuten Insider darauf hin, dass langfristig auch die Tarifgestaltung überarbeitet wird – mit höheren Preisen für Last-Minute-Buchungen auf den verbleibenden Flügen.
Die Streichung von drei täglichen Verbindungen zwischen München und Frankfurt markiert einen deutlichen Einschnitt für Pendler und Geschäftsreisende, die auf die schnelle und zuverlässige Anbindung zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen angewiesen sind. Zwar bleiben genug Alternativen – von der Bahn bis zu Umsteigeverbindungen über andere Drehkreuze –, doch die reduzierte Flexibilität wird besonders für spontane Buchungen spürbar sein.
Wer regelmäßig auf der Strecke unterwegs ist, sollte künftig frühzeitig planen und Preise vergleichen, denn die verbleibenden Flüge könnten durch höhere Auslastung teurer werden. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die ICE-Verbindungen, die mit unter vier Stunden Fahrzeit und häufigen Takten eine echte Alternative bieten.
Langfristig könnte die Entscheidung der Lufthansa andere Airlines ermutigen, ihre Kapazitäten auf der Strecke anzupassen – oder sogar neue Mitbewerber auf den Plan rufen, die die Lücke nutzen.

