Ab November steigt die Zahl der täglichen Flüge München-Berlin auf rekordverdächtige 35 Verbindungen – ein klares Signal der Lufthansa Group, die Nachfrage zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen weiter zu bedienen. Die Aufstockung durch Lufthansa und Eurowings bedeutet fast einen Start oder eine Landung alle 20 Minuten auf der Strecke, die zu den meistbeflogenen Inlandsrouten Europas zählt. Während andere Airlines ihre Kapazitäten zurückfahren, setzen die beiden Carrier auf Expansion und positionieren sich damit als dominierende Anbieter für Pendler, Geschäftsreisende und Touristen gleichermaßen.

Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion um Bahn versus Flugzeug auf der Relation München-Berlin erneut an Fahrt aufnimmt. Trotz des ausgebauten ICE-Netzes bleibt die Luftbrücke für viele eine attraktive Alternative – besonders für Zeitknappe, die die knapp 90 Minuten Flugzeit den vier bis fünf Stunden Bahnfahrt vorziehen. Mit den zusätzlichen Frequenzen reagieren Lufthansa und Eurowings nicht nur auf die stabile Auslastung, sondern auch auf die wachsende Bedeutung Berlins als Standort für Start-ups und internationale Unternehmen, die regelmäßige Verbindungen zur bayerischen Landeshauptstadt benötigen.

Wachsende Nachfrage auf der Luftbrücke zwischen Hauptstädten

Die Verbindung zwischen München und Berlin hat sich längst von einer klassischen Inlandsstrecke zu einer der meistfrequentierten Luftbrücken Europas entwickelt. Aktuelle Daten des Bundesverkehrsministeriums zeigen: Im ersten Halbjahr 2024 nutzten über 1,8 Millionen Passagiere diese Strecke – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit liegt das Aufkommen nur knapp hinter klassischen Pendlerrouten wie Paris-Lyon oder Madrid-Barcelona, übertrifft aber alle anderen deutschen Binnenverbindungen um ein Vielfaches.

Treiber dieser Dynamik ist nicht allein der Geschäftsverkehr. Zwar bleiben Unternehmen mit Standorten in beiden Metropolen eine zentrale Klientel, doch der Anteil privater Reisender wächst stetig. Wochenendtripper, die Freitagnachmittag in Berlin starten und Sonntagnacht zurückkehren, machen mittlerweile fast 30 Prozent der Buchungen aus. Branchenanalysten führen dies auf die zunehmende Attraktivität beider Städte als Lebens- und Arbeitsorte zurück – ein Trend, der durch die Flexibilisierung von Arbeitsmodellen noch verstärkt wird.

Besonders auffällig: Die Nachfrage verteilt sich gleichmäßiger über die Woche als bei klassischen Urlaubsrouten. Während bei Strecken wie Frankfurt-Mallorca 80 Prozent der Flüge auf Wochenenden und Feiertage entfallen, zeigt die München-Berlin-Verbindung ein ausgeglichenes Muster mit nur leichten Spitzen am Donnerstag und Sonntag. Diese Konstanz ermöglicht den Airlines eine effizientere Kapazitätsplanung – und erklärt, warum Lufthansa und Eurowings nun fast stündliche Verbindungen anbieten.

Ein weiterer Faktor spielt in die Hände der Fluggesellschaften: die Bahn. Trotz Ausbaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke bleibt die Reisezeit zwischen den Hauptstädten mit dem Zug bei über vier Stunden – selbst unter optimalen Bedingungen. Bei Verspätungen, die laut Deutscher Bahn 2023 im Schnitt 15 Minuten betrugen, verliert der Schienenverkehr weiter an Boden. Für Zeitknappe wird der Flug damit zur einzigen verlässlichen Alternative.

35 tägliche Verbindungen ab November – wer fliegt wann und wie oft

Ab November verdichtet sich der Flugplan zwischen München und Berlin auf bis zu 35 tägliche Verbindungen – ein Rekord seit der Pandemie. Die Lufthansa steuert dabei den Löwenanteil bei: Mit 21 Nonstop-Flügen pro Tag ab Franz Josef Strauß und Tegel (ab März 2025 nur noch BER) setzt die Airline auf Frequenz statt Kapazität. Die Maschinen vom Typ Airbus A319 oder A320 bieten zwischen 138 und 180 Sitze, was Branchenanalysten zufolge eine Auslastung von durchschnittlich 82 Prozent im Winterflugplan ermöglicht.

Eurowings ergänzt das Angebot mit 14 täglichen Rotationen, davon sechs über den Drehkreuz Stuttgart. Besonders die frühen Morgen- und späten Abendverbindungen (erstmals ab 5:45 Uhr bzw. bis 22:10 Uhr) zielen auf Geschäftsreisende, die Tagestermine in beiden Städten wahrnehmen. Die Tochtermarke der Lufthansa Group fliegt hier mit kleineren Embraer E190, die 100 Passagiere fassen – ideal für die Nachfrage außerhalb der Stoßzeiten.

Die Taktung erreicht in Spitzenzeiten alle 20 bis 30 Minuten eine Verbindung. Zwischen 6:00 und 9:00 Uhr sowie 16:00 und 19:00 Uhr überlappen sich die Abflüge beider Airlines bewusst, um Flexibilität zu bieten. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt nutzen 68 Prozent der Pendler auf dieser Strecke die Flugoption primär wegen der Zeitersparnis gegenüber der Bahn – ein Faktor, den die Airlines mit den neuen Slots gezielt bedienen.

Wochenenden bleiben mit jeweils 25 Verbindungen pro Tag etwas dünner besetzt. Samstags entfallen vor allem die Geschäftsreisenden-Flüge vor 8 Uhr, während sonntags die letzten Maschinen bereits um 20:30 Uhr in München landen. Die Reduzierung um 30 Prozent gegenüber Wochentagen spiegelt die klassische Nachfrageschwankung wider.

Preise, Flugzeiten und Unterschiede zwischen Lufthansa und Eurowings

Die Preise für Flüge zwischen München und Berlin variieren zwischen Lufthansa und Eurowings deutlich – ein Vergleich zeigt, warum Vielflieger genau hinschauen sollten. Bei der Lufthansa beginnen die Tarife für die 55-minütige Strecke ab etwa 99 Euro in der Economy Class, während Eurowings oft schon ab 49 Euro anbietet. Allerdings verstecken sich hinter den günstigeren Preisen der Billigtochter häufig Zusatzkosten: Gepäckaufgabe kostet hier extra, Sitzplatzreservierungen sind nicht inklusive, und Flexibilität bei Umbuchungen bleibt Premium-Kunden vorbehalten. Branchenanalysen von Flugpreisportalen bestätigen, dass Eurowings im Schnitt 20–30 % günstiger ist, wenn man nur mit Handgepäck reist – sobald aber Serviceleistungen wie Prioritätsboarding oder Mahlzeiten hinzukommen, schrumpft der Preisvorteil.

Flugzeiten unterscheiden sich kaum, da beide Airlines die Strecke mit modernen Jets wie dem Airbus A320 oder der Embraer 190 bedienen. Lufthansa setzt dabei stärker auf Frequenz und Komfort: Mit bis zu 20 täglichen Verbindungen ab November bietet sie Stundentakte, die besonders für Geschäftsreisende attraktiv sind. Eurowings fliegt die Route zwar ebenfalls mehrmals täglich, konzentriert sich aber auf die Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 21 Uhr. Pünktlichkeitsstatistiken der Bundesnetzagentur zeigen, dass Lufthansa 2023 eine Verspätungsquote von 12 % aufwies – Eurowings lag mit 18 % deutlich darüber, was auf engere Umdrehzeiten und höhere Auslastung zurückzuführen ist.

Der größte Unterschied liegt im Service. Lufthansa inkludiert in allen Tarifen kostenloses Handgepäck bis 8 kg, eine kleine Mahlzeit ab 60 Minuten Flugdauer sowie Zeitungsangebote. Eurowings hingegen folgt dem klassischen Low-Cost-Modell: Wer mehr als einen kleinen Rucksack mitnehmen oder an Bord etwas essen möchte, zahlt extra. Dafür punktet die Airline mit schnelleren Check-in-Prozessen und weniger Wartezeiten am Gate – ein Vorteil für Reisende, die Wert auf Effizienz legen. Beide Airlines nutzen den Flughafen München Terminal 2, doch während Lufthansa-Passagiere die exklusiven Lounges der Star Alliance nutzen können, müssen Eurowings-Kunden auf kostenpflichtige Drittanbieter ausweichen.

Für Vielflieger lohnt sich ein Blick auf die Bonusprogramme. Lufthansa sammelt Meilen im Miles & More-Programm, die sich nicht nur für Prämienflüge, sondern auch für Upgrades oder Hotelkooperationen nutzen lassen. Eurowings bietet zwar mit Boomerang Club ein eigenes System, doch die Prämien beschränken sich meist auf Rabattgutscheine oder Freiflüge innerhalb Europas. Wer regelmäßig zwischen den beiden Städten pendelt, profitiert bei Lufthansa zudem von Statusvorteilen wie Prioritätswartelisten – ein Feature, das Eurowings nicht bietet.

Wie Reisende von der erweiterten Strecke profitieren können

Die Ausweitung der München-Berlin-Strecke auf bis zu 35 tägliche Verbindungen ab November eröffnet Reisenden neue Flexibilität – besonders für Geschäftsleute und Pendler. Statt sich an starre Bahnfahrpläne zu halten, können Passagiere nun fast stündlich zwischen den beiden Wirtschaftsmetropolen wechseln. Studien des Deutschen Reiseverbands zeigen, dass 68 Prozent der Vielflieger auf dieser Relation Wert auf spontane Buchungsmöglichkeiten legen, ein Bedarf, den die erhöhte Frequenz direkt bedient.

Für Touristen bedeutet die dichtere Taktung mehr Optionen bei der Reiseplanung. Wer morgens noch in München ein Meeting hat, kann abends problemlos zum Abendessen in Berlin sitzen – ohne Übernachtung. Die kürzeren Wartezeiten an den Flughäfen reduzieren zudem den Stress: Check-in und Security lassen sich mit kürzeren Pufferzeiten kalkulieren.

Ein weiterer Vorteil liegt in der besseren Anbindung an internationale Flüge. München und Berlin fungieren als wichtige Drehkreuze für Langstreckenverbindungen; die verstärkte Inlandsroute ermöglicht nahtlose Umstiege. Wer etwa von Berlin aus nach New York fliegt, kann nun ohne lange Wartezeit über München umsteigen – ein Plus an Komfort, das besonders bei knappen Zeitplänen zählt.

Auch Preisbewusste profitieren: Die höhere Kapazität führt oft zu günstigeren Tarifen durch dynamischere Auslastung. Frühbucherrabatte und Last-Minute-Angebote werden durch die größere Auswahl an Flügen attraktiver. Wer flexibel ist, kann so bis zu 30 Prozent im Vergleich zu den Hauptreisezeiten sparen.

Langfristige Pläne: Wird München-Berlin zur meistbeflogenen Inlandsroute?

Die massive Aufstockung der München-Berlin-Flüge auf bis zu 35 Verbindungen täglich wirft Fragen nach der langfristigen Entwicklung auf. Branchenanalysten sehen darin mehr als nur eine saisonale Anpassung: Die Route könnte sich in den kommenden Jahren zur meistbeflogenen Inlandsstrecke Deutschlands entwickeln. Aktuell führt noch die Verbindung Frankfurt–Berlin das Ranking an, doch die Zahlen aus München holen rasant auf. Allein im ersten Halbjahr 2024 verzeichnete die Strecke ein Passagierwachstum von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein Trend, der sich mit den neuen Kapazitäten weiter beschleunigen dürfte.

Entscheidend für die Zukunft wird sein, ob die Nachfrage nach Business- und Privatflügen zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten anhält. München zieht als High-Tech- und Industriezentrum weiterhin Unternehmen an, während Berlin als Start-up-Hub und politisches Machtzentrum fungiert. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) prognostiziert in einer aktuellen Studie, dass sich der Bedarf an schnellen Pendelverbindungen zwischen den Metropolen bis 2030 um mindestens 25 Prozent erhöhen wird – vorausgesetzt, die Bahn kann ihre Verspätungsquote nicht signifikant senken.

Doch nicht nur die reinen Passagierzahlen entscheiden über den Erfolg. Die Fluggesellschaften müssen auch die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten. Mit sinkenden Ticketpreisen durch den erhöhten Wettbewerb droht ein Preiskampf, der die Margen drückt. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten durch strengere Umweltauflagen und höhere Kerosinpreise. Ob sich die Route langfristig als Goldgrube oder als hart umkämpftes Massengeschäft erweist, hängt daher stark von der Fähigkeit der Airlines ab, Premium-Kunden zu halten und gleichzeitig die Sitzauslastung hoch zu halten.

Ein weiterer Faktor: die Infrastruktur. Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) stößt bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen, während München mit Terminal-Erweiterungen reagiert. Sollte der BER seine Abfertigungsprozesse nicht beschleunigen, könnten Verspätungen und Engpässe das Wachstum bremsen – selbst bei hoher Nachfrage.

Die massive Aufstockung der Lufthansa- und Eurowings-Verbindungen zwischen München und Berlin auf bis zu 35 tägliche Flüge ab November unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Strecke als Rückgrat der deutschen Luftverkehrsinfrastruktur – besonders für Geschäftsreisende und Pendler, die Flexibilität und kurze Umsteigezeiten brauchen. Mit Stundentakten und gestaffelten Abflugzeiten wird die Route zur attraktivsten Alternative zur Bahn, vor allem für Last-Minute-Buchungen oder bei Zugausfällen auf der vielgenutzten Strecke.

Wer regelmäßig zwischen den beiden Städten unterwegs ist, sollte die neuen Flugpläne früh prüfen und gegebenenfalls Vielfliegerprogramme wie Miles & More nutzen, um von den zusätzlichen Kapazitäten und möglichen Upgrade-Angeboten zu profitieren. Die Entwicklung zeigt zudem, dass der Wettbewerb zwischen Luft- und Schienenverkehr in Deutschland weiter an Fahrt aufnimmt – mit klaren Vorteilen für Passagiere, die künftig noch mehr Wahlmöglichkeiten haben werden.