Der Münchner Flughafen steht seit Stunden still: Über 50 Abflüge München wurden gestrichen, tausende Passagiere sitzen fest. Ursache ist ein massiver IT-Ausfall, der Check-in-Systeme, Gepäckabfertigung und Flugkoordination lahmgelegt hat. Betroffen sind sowohl innerdeutsche Verbindungen als auch Langstreckenflüge – von Frankfurt über Istanbul bis New York. Die Warteschlangen vor den Schaltern reichen bis in die Parkhäuser, während am Terminal 2 die Anzeigetafeln seit dem frühen Morgen auf „Delay“ oder „Cancelled“ stehen.
Für Reisende bedeutet das Chaos nicht nur verlorene Zeit, sondern oft auch teure Umbuchungen oder gestrichene Urlaubspläne. Besonders hart trifft es Geschäftsleute mit festen Terminen und Familien, die auf Ferienflüge warteten. Die Lufthansa hat bereits Sonderhotlines eingerichtet, doch die Wartezeiten sind lang. Wer in den nächsten Tagen einen der Abflüge München gebucht hat, sollte dringend den Status prüfen – und sich auf weitere Verspätungen einstellen. Die Flughafenleitung spricht von einer „kritischen Situation“, warnt aber vor Spekulationen über die Dauer der Störung.
Chaos am Terminal: Warum München aktuell stillsteht
Der Münchner Flughafen gleicht seit Tagen einem überhitzten Bienenstock – nur ohne die übliche Präzision. Gepäckberge türmen sich in den Ecken der Abfertigungshallen, gestresste Passagiere drängen sich vor überlasteten Service-Schaltern, und die digitalen Anzeigetafeln wechseln minütlich zwischen „verspätet“ und „gestrichen“. Über 50 Abflüge fielen allein am Dienstag aus, wie die Flughafen München GmbH bestätigte. Die Ursache? Ein perfekter Sturm aus Personalmangel, technischen Pannen und einer Nachfrage, die alle Prognosen sprengt.
Besonders hart trifft es die Langstrecke. Flüge nach Nordamerika und Asien verzeichnen Verspätungen von bis zu zwölf Stunden. Laut Angaben der Deutschen Flugsicherung fehlen in München aktuell rund 15 % des notwendigen Bodenpersonals – von Gepäckabfertigern bis zu Technikern. Die Folge: Maschinen stehen stundenlang auf dem Vorfeld, weil niemand die schnellen Umdrehzeiten zwischen Landung und Start sicherstellen kann. Ein Sprecher des Flughafens räumte ein, dass die Situation „akut kritisch“ sei, verwies aber auf bundesweite Engpässe in der Luftfahrtbranche.
Doch nicht nur der Personalmangel lähmt den Betrieb. Seit Montag kämpft der Flughafen mit wiederholten Ausfällen des automatisierten Gepäcksystems in Terminal 2. Mehrere Flüge mussten ohne Passagiergepäck starten, andere wurden komplett annulliert, nachdem die Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen die zulässige Länge überschritten. Reisende berichten in sozialen Medien von Wartezeiten bis zu vier Stunden – mit Kindern auf dem Arm und ohne Zugang zu ausreichend Sitzgelegenheiten oder Verpflegung.
Experten der Luftverkehrsbranche warnen, dass sich die Lage ohne sofortige Maßnahmen weiter zuspitzen könnte. Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zeigt, dass bereits 28 % aller europäischen Flughäfen im Sommer 2024 mit ähnlichen Kapazitätsproblemen kämpfen. München gehört dabei zu den am stärksten betroffenen Drehknotenpunkten – auch weil die Stadt als Wirtschaftszentrum und Tourismusmagnet besonders hohe Passagierzahlen verzeichnet.
Mehr als 50 gestrichene Flüge – diese Airlines sind betroffen
Die aktuelle Krise am Münchner Flughafen trifft besonders hart die Passagiere von Lufthansa und Eurowings. Allein bei der Lufthansa-Gruppe fielen am Dienstag über 30 Verbindungen aus, was fast 60 Prozent aller gestrichenen Flüge ausmacht. Betroffen sind vor allem Kurz- und Mittelstreckenziele wie Berlin, Hamburg und Wien, aber auch Langstreckenverbindungen nach New York und Tokio mussten annulliert werden. Fluggastrechte-Experten weisen darauf hin, dass bei kurzfristigen Streichungen aufgrund von Personalengpässen oder technischen Problemen Entschädigungsansprüche bis zu 600 Euro pro Passagier möglich sind – vorausgesetzt, die Airline kann keine außergewöhnlichen Umstände nachweisen.
Auch die Billigflieger Condor und Ryanair melden massive Einschränkungen. Condor strich fünf Verbindungen, darunter beliebte Urlaubsrouten nach Mallorca und Antalya. Ryanair, sonst bekannt für seine Pünktlichkeit, sagte vier Flüge ab, darunter zwei nach London-Stansted.
Die Situation verschärft sich durch eine Kettenreaktion: Verspätete Maschinen blockieren Gates, was zu weiteren Ausfällen führt. Laut Daten der Flughafen München GmbH waren am Vormittag zeitweise nur 60 Prozent der geplanten Startbahnen nutzbar. Besonders betroffen sind Umsteigeverbindungen, da viele Passagiere ihre Anschlussflüge verpassen.
Kleinere Airlines wie Air Dolomiti oder SunExpress versuchen, ihre Flüge umzuleiten oder auf alternative Slots auszuweichen – mit begrenztem Erfolg. Bei Air Dolomiti fiel ein Flug nach Venedig komplett aus, während SunExpress zwei Verbindungen nach Hurghada mit erheblichen Verspätungen durchführte.
Stundenlange Wartezeiten: Was Passagiere jetzt wissen müssen
Stundenlang in überfüllten Wartebereichen ausharren, ohne klare Informationen – für viele Passagiere am Münchner Flughafen ist dieser Albtraum derzeit Realität. Die aktuellen Verspätungen und Ausfälle treffen besonders Umsteiger hart, die ihre Anschlussflüge verpassen. Laut Daten des Flughafenbetreibers FMG mussten allein in den vergangenen 48 Stunden über 12.000 Reisende umgebucht werden, nachdem mehr als 50 Abflüge gestrichen wurden. Betroffen sind vor allem Verbindungen zu europäischen Drehkreuzen wie Frankfurt, Amsterdam und London, wo die Kapazitäten für spontane Alternativen begrenzt sind.
Verkehrsexperten führen die Chaos-Situation auf eine Kombination aus Personalengpässen bei Bodenabfertigung und Security sowie der anhaltend hohen Auslastung zurück. Während die Fluggesellschaften versuchen, gestrandete Passagiere auf spätere Verbindungen umzubuchen, warnen Branchenkenner vor weiteren Verzögerungen in den kommenden Tagen. Besonders kritisch: Viele Airlines haben ihre Service-Hotlines reduziert, was die Wartezeiten für telefonische Unterstützung auf teilweise über zwei Stunden ansteigen lässt.
Wer aktuell vom Flughafen München abfliegt, sollte die Check-in-Zeiten radikal anpassen. Empfohlen wird, mindestens vier Stunden vor Abflug am Terminal zu sein – selbst bei Inlandsflügen. Die Security-Kontrollen in Terminal 2 sind derzeit mit Wartezeiten von bis zu 90 Minuten besonders überlastet. Reisende mit Handgepäck können Zeit sparen, indem sie die automatischen Gepäckdrop-Schalter nutzen, sofern die Airline dies anbietet.
Für alle, deren Flug gestrichen wurde, gilt: EU-Recht sichert bei Verspätungen über drei Stunden oder Annullierungen Anspruch auf Verpflegung, Unterkunft und gegebenenfalls Entschädigung zu. Doch die Durchsetzung gestaltet sich oft schwierig. Betroffene sollten alle Belege sammeln und sich direkt an die Fluggesellschaft wenden – notfalls über die Beschwerdeplattformen der EU.
Alternativen gesucht: Bahn, Bus oder Mietwagen?
Während sich am Münchner Flughafen die Wartezeiten für Passagiere weiter hinziehen, suchen viele nach Alternativen, um ihr Reiseziel doch noch zu erreichen. Besonders betroffen sind Inlandsreisende, für die sich Bahn oder Fernbus als praktikable Optionen anbieten. Laut einer aktuellen Erhebung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) können bis zu 60 Prozent der innerdeutschen Flugstrecken durch Zugverbindungen in weniger als vier Stunden ersetzt werden – oft sogar mit kürzerer Gesamtreisezeit, wenn man Check-in und Sicherheitskontrollen einrechnet.
Der Fernbus bleibt zwar günstig, aber weniger zuverlässig. Während die Deutsche Bahn bei Verspätungen zumindest Entschädigungen nach EU-Recht zahlt, haften Busanbieter oft nur bei grober Fahrlässigkeit. Wer flexibel bleiben muss, sollte die Echtzeit-Auslastung der Züge prüfen: Die DB-App zeigt an, in welchen Zügen noch freie Plätze verfügbar sind – ein entscheidender Vorteil gegenüber spontanen Busbuchungen.
Für Gruppen oder Familien könnte ein Mietwagen die beste Lösung sein, besonders wenn das Ziel abseits der großen Verkehrsknotenpunkte liegt. Die Preise für Kurzzeitmieten sind aktuell stabil, allerdings warnen Verbraucherschützer vor versteckten Kosten wie Tankregelungen oder Kilometerbegrenzungen. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich: Bei einigen Vermietern am Flughafen sind die Wagen aufgrund der Flugausfälle bereits knapp geworden.
Wer umsteigt, sollte die Gepäckregeln im Blick behalten. Während Fluggesellschaften meist 20 kg Freigepäck erlauben, gelten bei der Bahn andere Limits – und im Fernbus ist Platz oft begrenzt. Reisende mit viel Gepäck müssen daher besonders gut planen oder auf Kurierdienste zurückgreifen.
Flughafen München plant Gegenmaßnahmen – wann normalisiert sich der Betrieb?
Der Münchner Flughafen reagiert mit gezielten Maßnahmen auf die aktuellen Chaos-Tage. Nach den massiven Ausfällen am Dienstag – über 50 gestrichene Abflüge und Verspätungen von bis zu fünf Stunden – hat die Flughafenleitung ein Krisenteam einberufen. Priorität hat jetzt die Stabilisierung der Abläufe in der Terminal-Logistik, wo Personalengpässe bei Sicherheitskontrollen und Gepäckabfertigung die Hauptursache für die Probleme darstellen. Laut Angaben der Flughafengesellschaft wurden bereits zusätzliche Kräfte von externen Dienstleistern angefordert, um die personellen Lücken kurzfristig zu schließen.
Experten der Luftfahrtbranche warnen jedoch davor, dass sich die Lage nicht über Nacht normalisieren wird. Eine Studie des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) aus dem Vorjahr zeigt, dass vergleichbare Engpässe an Großflughäfen im Schnitt zwei bis drei Wochen benötigen, bis der Betrieb wieder reibungslos läuft – vorausgesetzt, es treten keine neuen Störfaktoren wie Streiks oder extreme Wetterlagen auf. Besonders kritisch bleibt die Situation bei den Bodenabfertigungsdiensten, die seit der Pandemie mit einem strukturellen Fachkräftemangel kämpfen.
Konkrete Entlastung verspricht der Flughafen ab kommendem Wochenende. Dann sollen zusätzliche Check-in-Schalter in Terminal 2 eröffnet und die Öffnungszeiten der Sicherheitskontrollen ausgeweitet werden. Zudem läuft aktuell eine enge Abstimmung mit den Airlines, um die Flugpläne temporär zu entzerren. Lufthansa und Eurowings haben bereits angekündigt, ausgewählte Verbindungen von München nach Frankfurt und Düsseldorf umzuleiten, um die Auslastung zu reduzieren.
Reisende müssen sich dennoch auf weiterhin längere Wartezeiten einstellen. Der Flughafen rät dringend, mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal zu sein – selbst bei Inlandsflügen. Aktuelle Informationen zu Verspätungen und Ausfällen werden minütlich über die offizielle App und die Website aktualisiert.
Die massiven Verspätungen und gestrichenen Flüge am Münchner Flughafen zeigen einmal mehr, wie anfällig der Luftverkehr für Personalmangel, technische Probleme und Überlastung bleibt – besonders in der Hochsaison. Betroffene Passagiere stehen oft stundenlang ohne klare Informationen da, während Airlines und Flughafenbetreiber sich in Verantwortungsfragen gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.
Wer in den kommenden Wochen von München abfliegen will, sollte sich auf mögliche Verzögerungen einstellen: Online-Check-in frühzeitig erledigen, Pufferzeiten einplanen und bei Umbuchungen hartnäckig auf Entschädigungen nach EU-Recht bestehen. Die Apps der Airlines und des Flughafens liefern zwar Echtzeit-Updates, doch ein Plan B – etwa alternative Routen über andere Drehkreuze – kann im Ernstfall Stunden sparen.
Dass die Lage sich kurzfristig entspannt, ist unwahrscheinlich – zu tief sitzen die strukturellen Probleme, zu zögerlich die Lösungsansätze.

