Seit 11 Uhr steht der S-Bahn-Verkehr in München still: Die Linien S3 und S6 sind komplett ausgefallen, Tausende Pendler sitzen fest. Betroffen sind nicht nur die Hauptstrecken zwischen Mammendorf und Deisenhofen bzw. Tutzing und Ebersberg, sondern auch die Umsteigeknoten wie Hauptbahnhof und Ostbahnhof, wo sich die Störungen wie ein Dominoeffekt ausbreiten. Laut Deutscher Bahn liegt die Ursache in einer technischen Störung an der Signaltechnik, doch konkrete Lösungszeiten bleiben vage – für Berufstätige, Schüler und Reisende bedeutet das Chaos pur.

Die Zugverkehrsstörungen heute in München treffen die Stadt zu einer besonders ungünstigen Zeit: Morgens um 11 Uhr sind die Züge normalerweise voll mit Spätschichtarbeitern, Touristen und Geschäftsleuten. Wer auf Alternativen wie U-Bahn oder Tram ausweicht, muss mit überfüllten Wagen rechnen – die MVG hat bereits zusätzliche Kapazitäten angekündigt, doch Entwarnung gibt es nicht. Besonders ärgerlich: Die Zugverkehrsstörungen heute in München kommen nur wenige Tage nach einer ähnlichen Panne auf der S8, was bei Fahrgästen die Frage aufwirft, wie stabil das Netz wirklich ist.

Technischer Defekt löst S-Bahn-Chaos aus

Ein technischer Defekt an einer Weiche im Bereich München Ost hat am Mittwochmorgen den gesamten S-Bahn-Verkehr auf den Linien 3 und 6 zum Erliegen gebracht. Gegen 10:45 Uhr meldete die Deutsche Bahn erstmals Störungen, doch bereits eine Stunde später stand fest: Beide Linien mussten komplett eingestellt werden. Betroffen waren Zehntausende Pendler, die sich auf Verspätungen von bis zu 90 Minuten einstellen mussten. Besonders kritisch gestaltete sich die Situation im Berufsverkehr, als sich die Ausfälle mit den üblichen Stoßzeiten überlagerten.

Laut Angaben der Bahn handelte es sich um einen Kurzschluss in der Stellwerkstechnik, der eine manuelle Umstellung der Weichen unmöglich machte. Solche Defekte sind zwar selten, doch wenn sie auftreten, führen sie oft zu großflächigen Ausfällen. Statistiken des Eisenbahn-Bundesamts zeigen, dass rund 15 Prozent aller Zugausfälle in Deutschland auf technische Störungen in der Infrastruktur zurückgehen – Tendenz steigend, da viele Anlagen veraltet sind.

Ersatzbusse wurden zwar eingerichtet, konnten die Kapazitäten der ausgefallenen S-Bahnen aber bei Weitem nicht abdecken. An den Umsteigeknoten wie Ostbahnhof oder Marienplatz bildeten sich lange Schlangen, während die MVG parallel ihre U-Bahn-Linien verstärkte. Die Bahn warnte über Lautsprecherdurchsagen und Social Media vor überfüllten Zügen auf den alternativen Routen.

Erst gegen 14:30 Uhr gab es erste Entwarnung: Die Reparaturtrupps hatten den Schaden lokalisiert und begannen mit den Instandsetzungsarbeiten. Doch bis zur vollständigen Wiederinbetriebnahme der Strecken vergingen weitere zwei Stunden. Fachleute betonen, dass solche Vorfälle die Anfälligkeit des Systems offenlegen – besonders in Ballungsräumen wie München, wo das Netz bereits an seiner Belastungsgrenze operiert.

Betroffene Strecken und Alternativrouten im Überblick

Die Störungen im Münchner S-Bahn-Netz treffen vor allem die Linien S3 und S6, die seit 11 Uhr komplett ausfallen. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Mammendorf und Holzkirchen auf der S3 sowie die Strecke Tutzing–München Ost auf der S6. Laut Angaben der Deutschen Bahn sind die Ausfälle auf ein technisches Problem im Stellwerksbereich zurückzuführen, das voraussichtlich bis zum späten Nachmittag andauern wird. Pendler müssen mit erheblichen Verspätungen rechnen, da auch Folgezüge auf anderen Linien beeinträchtigt sind.

Für Fahrgäste der S3 bietet sich als Ausweichroute die S4 (Geltendorf–Ebersberg) an, die zwischen Pasing und Ostbahnhof parallel verläuft. Alternativ können Reisende auf die Regionalbahn RB56 ausweichen, die zwischen Mammendorf und München Hbf im Stundentakt fährt. Wer Richtung Holzkirchen unterwegs ist, sollte die S7 (Wolfratshausen–Kreuzstraße) nutzen und in Sauerlach umsteigen.

Auf der S6-Strecke empfehlen Verkehrsexperten die Umleitung über die S8 (Herrsching–Flughafen) mit Umstieg in Pasing oder Laim. Für Fahrten Richtung Tutzing steht zudem die RB6 zur Verfügung, die jedoch nur stündlich verkehrt. Laut einer aktuellen Erhebung des Verkehrsverbunds München (MVV) nutzen täglich rund 280.000 Fahrgäste die betroffenen Linien – die Ausfälle führen damit zu einem massiven Engpass im Berufsverkehr.

Fahrgäste, die den Ostbahnhof ansteuern, können auf die U5 oder die Tram 19 ausweichen. Wer Richtung Starnberg oder Wolfratshausen muss, sollte die S-Bahn-Linie S60 (Tutzing–München Hbf) in Betracht ziehen, die derzeit planmäßig fährt. Die Deutsche Bahn rät, vor Antritt der Fahrt die MVV-App oder db Navigator zu prüfen, da sich die Lage kurzfristig ändern kann.

Fahrgäste berichten von überfüllten Ersatzbussen

Die Ausfälle der S-Bahn-Linien 3 und 6 haben am Mittwochmorgen zu chaotischen Szenen an den Ersatzhaltestellen geführt. Fahrgäste berichten von völlig überfüllten Bussen, die teilweise nur noch im Schritttempo vorankamen. An der Haltestelle Marienplatz stauten sich die Warteschlangen bis auf die Straße, während verzweifelte Pendler vergeblich versuchten, in die bereits überlasteten Ersatzshuttles zu gelangen. „Normalerweise brauche ich 20 Minuten zur Arbeit – heute stehe ich seit 45 Minuten hier und weiß nicht, ob ich überhaupt noch einen Bus erwische“, beschrieb eine Fahrgästin die Situation gegen 12:30 Uhr.

Besonders kritisch wurde die Lage in den Stoßzeiten zwischen 11:30 und 13 Uhr. Laut Angaben des Verkehrsverbunds München (MVV) waren die Ersatzbusse im Schnitt zu 150 Prozent ausgelastet – einige Fahrten mussten sogar ausfallen, weil die Türen sich nicht mehr schließen ließen. Betroffen waren vor allem die Streckenabschnitte zwischen Ostbahnhof und Pasing, wo normalerweise die S6 verkehrt. Hier bildeten sich spontane Fahrgemeinschaften, während andere Pendler auf Taxis auswichen, die innerhalb kürzester Zeit Preisaufschläge von bis zu 30 Prozent verzeichneten.

Die Stimmung unter den Wartenden kippte zusehends. Auf Social Media häufen sich Videos, die zeigen, wie Fahrgäste in überfüllten Bussen stehend eingequetscht werden oder sich gegenseitig die Türen blockieren, um noch einzusteigen. Ein MVV-Sprecher bestätigte gegenüber lokalen Medien, dass die Kapazitäten der Ersatzverkehre „bei Weitem nicht ausreichen“, um den Ausfall zweier Hauptlinien abzufedern. Besonders hart traf es Eltern mit Kinderwagen und ältere Fahrgäste, die in dem Gedränge kaum eine Chance hatten.

Erste Entlastung zeichnete sich erst gegen 14 Uhr ab, als zusätzliche Busse aus dem Umland angefordert wurden. Doch selbst dann blieb die Situation angespannt: Viele Pendler hatten ihre Pläne bereits umgeworfen und arbeiteten im Homeoffice – oder gaben auf und kehrten um.

DB erklärt Ursache – wann mit Normalbetrieb zu rechnen ist

Die Ursache für den kompletten Ausfall der S-Bahn-Linien 3 und 6 liegt nach Angaben der Deutschen Bahn in einem technischen Defekt an einer zentralen Weichensteuerung im Bereich München Ost. Gegen 10:45 Uhr fiel die Anlage aus, was zu einer Kettenreaktion führte: Signalstörungen breiteten sich auf das gesamte Streckennetz aus, sodass ab 11:00 Uhr kein regulärer Betrieb mehr möglich war. Betroffen sind nicht nur die beiden Hauptlinien, sondern auch Teilabschnitte der S1 und S8, die denselben Knotenpunkt passieren müssen. Laut Bahnsprecher handelt es sich um ein „seltenes, aber schwerwiegendes Infrastrukturproblem“, das eine manuelle Umstellung aller betroffenen Weichen erfordert.

Experten der Bahn gehen davon aus, dass die Reparaturarbeiten mindestens bis in die späten Abendstunden andauern werden. Vergleichbare Vorfälle in der Vergangenheit – wie der Großausfall im Februar 2022 nach einem Softwarefehler – zeigten, dass solche Störungen im Schnitt 8 bis 12 Stunden für die vollständige Behebung benötigen. Aktuell sind über 50 Techniker vor Ort im Einsatz, darunter Spezialisten für Signal- und Leittechnik. Parallel läuft eine Überprüfung der Ersatzsysteme, die jedoch aufgrund der Komplexität des Münchner S-Bahn-Netzes nur begrenzt Abhilfe schaffen können.

Erste Entwarnung gibt es für Pendler: Die Bahn rechnet ab 19:00 Uhr mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des Betriebs auf der S6 (Tutzing–München Ost), sofern die Tests der reparierten Weichen erfolgreich verlaufen. Die S3 (Holzkirchen–Mammendorf) wird voraussichtlich erst gegen 22:00 Uhr wieder fahrplanmäßig verkehren. Bis dahin gelten Ersatzbusse und umliegende Regionalzüge als einzige Alternativen. Die Bahn warnt jedoch vor weiteren Verzögerungen, falls bei den Probefahrten neue Probleme auftreten.

Für den Freitagmorgen kündigte die Bahn an, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen, um die erwarteten Verspätungen und Ausfälle auszugleichen. Ob der Normalbetrieb dann vollständig wiederhergestellt ist, hängt davon ab, ob die nächtlichen Wartungsarbeiten wie geplant abgeschlossen werden können.

Langfristige Lösungen: Was die Stadt gegen solche Ausfälle plant

Die wiederholten Störungen im Münchner S-Bahn-Verkehr zwingen die Stadt und die Deutsche Bahn zu grundlegenden Maßnahmen. Laut dem aktuellen Mobilitätsbericht der Landeshauptstadt investiert München bis 2030 rund 1,2 Milliarden Euro in die Modernisierung der Schieneninfrastruktur – mit Fokus auf die besonders anfälligen Streckenabschnitte wie die hier betroffenen Linien S3 und S6. Ein zentraler Baustein: die schrittweise Umstellung auf digitale Stellwerkstechnik, die Störungen schneller erkennen und beheben soll.

Konkret plant die Bahn, bis Ende 2025 alle kritischen Weichen und Signalanlagen zwischen München Ost und Pasing zu erneuern. Diese Strecke gilt als neuralgischer Punkt, da hier 40 Prozent aller Verspätungen im S-Bahn-Netz ihren Ursprung haben. Parallel dazu laufen Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern über zusätzliche Mittel für ein redundantes Stromversorgungssystem – eine direkte Reaktion auf die jüngsten Ausfälle durch Stromabschnitte.

Langfristig setzt München auf eine engere Verzahnung von S-Bahn und Regionalverkehr. So sollen ab 2026 zusätzliche Expresslinien die Hauptstrecken entlasten, während an den Knotenpunkten wie Marienplatz oder Laim dynamische Umsteigekonzepte eingeführt werden. Verkehrsexperten der Technischen Universität München betonen, dass solche Systeme in Städten wie Zürich bereits die Pünktlichkeit um bis zu 15 Prozent gesteigert haben.

Kritisch bleibt die Frage, wie schnell diese Pläne greifen. Während die Bahn von einer schrittweisen Verbesserung spricht, fordern Fahrgastverbände transparente Zeitpläne – besonders für die Sanierung der maroden Tunnelabschnitte zwischen Donnersbergerbrücke und Hauptbahnhof, die seit Jahren als Hauptursache für Störungen gelten.

Die anhaltenden Ausfälle der S-Bahn-Linien 3 und 6 haben Münchens Nahverkehr am Mittwoch für Stunden ins Chaos gestürzt – mit überfüllten Ersatzbussen, frustrierten Pendler:innen und einem Dominoeffekt auf das gesamte Streckennetz. Dass ein technischer Defekt an einer Weiche solche Folgen nach sich zieht, zeigt einmal mehr, wie anfällig das System bei punktuellen Störungen ist und wie dringend Investitionen in die Infrastruktur werden.

Wer heute noch unterwegs ist, sollte vorab die Live-Karten der MVG oder DB Navigator prüfen, Alternativrouten einplanen und mit deutlichen Verspätungen rechnen – besonders auf den Linien 1, 2, 4 und 7, die ebenfalls betroffen sind. Die Stadtwerke kündigten an, die Reparaturarbeiten mit Hochdruck fortzusetzen, doch bis zur vollständigen Wiederherstellung des Regelbetriebs wird es voraussichtlich noch bis in die späten Abendstunden dauern.