Mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro setzt die Messe München ein klares Zeichen für ihre Zukunftsfähigkeit. Bis 2026 sollen moderne Hallen entstehen, die nicht nur die Kapazitäten erweitern, sondern auch neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen. Die Pläne sehen vor, die Ausstellungsfläche um rund 20.000 Quadratmeter zu vergrößern – eine Reaktion auf die steigende Nachfrage internationaler Aussteller und die wachsende Bedeutung hybrider Veranstaltungskonzepte.

Die Expansion kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Die Messe München zählt bereits jetzt zu den führenden Veranstaltungsorten Europas, doch der Wettbewerb wird schärfer. Mit den neuen Hallen will man nicht nur die Attraktivität für globale Leitmessen wie die IAA Mobility oder die BAU stärken, sondern auch flexiblere Nutzungsmöglichkeiten für Kongresse und Fachforen schaffen. Für die regionale Wirtschaft bedeutet das langfristige Impulse – von der Hotellerie bis zur Logistikbranche.

Messe Münchens Wachstumskurs seit der Gründung

Die Erfolgsgeschichte der Messe München begann 1964 mit einer kühnen Vision: Ein modernes Messegelände sollte die bayerische Hauptstadt als Wirtschaftsstandort stärken. Damals verfügte das Gelände auf dem Riemer Feld über gerade einmal drei Hallen und 30.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Heute erstreckt sich das Areal über 200.000 Quadratmeter Hallenfläche, ergänzt durch Freigelände und ein eigenes Kongresszentrum. Dieser Wachstumskurs spiegelt nicht nur die dynamische Entwicklung Münchens als Wirtschaftsmetropole wider, sondern auch die Fähigkeit des Messebetreibers, sich kontinuierlich an globale Marktbedürfnisse anzupassen.

Ein entscheidender Meilenstein war die Internationalisierung in den 1990er-Jahren. Mit der Eröffnung von Tochtergesellschaften in China, Indien und den USA positionierte sich die Messe München als globaler Player. Branchenkenner verweisen darauf, dass dieser Schritt maßgeblich dazu beitrug, die jährliche Besucherzahl von knapp einer Million auf heute über 2,5 Millionen zu steigern. Besonders die Leitmessen wie die BAU für Bauwesen oder die IFAT für Umwelttechnologien zogen zunehmend internationale Aussteller und Fachbesucher an.

Doch Wachstum bedeutete auch Investitionen in Infrastruktur. Allein zwischen 2010 und 2020 flossen über 600 Millionen Euro in Modernisierungen, darunter der Bau der Messehallen A1 und A2 sowie die Erweiterung des ICM – Internationales Congress Center München. Diese Maßnahmen sicherten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern schafften auch flexible Flächen für hybride Veranstaltungskonzepte, die seit der Pandemie stark nachgefragt werden.

Die aktuelle Investitionsplanung bis 2026 knüpft nahtlos an diese Strategie an. Während andere Messeplätze mit rückläufigen Zahlen kämpfen, verzeichnet München seit 2022 wieder ein stabiles Plus bei Buchungen. Ein Beleg für den Erfolg: Die Auslastung der Hallen liegt bei durchschnittlich 85 Prozent – ein Wert, der deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.

50 Millionen für moderne Ausstellungsflächen und Technik

Mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro setzt die Messe München bis 2026 gezielt auf die Modernisierung ihrer Ausstellungsflächen und die technische Aufrüstung. Den größten Posten bildet dabei die Umgestaltung der Hallen B1 und B2, die künftig als flexibel nutzbare Veranstaltungsräume mit modularen Trennwänden und modernster Beleuchtungstechnik konzipiert werden. Laut einer aktuellen Marktanalyse des AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft) steigt die Nachfrage nach hybriden Messeformaten um jährlich 12 Prozent – ein Trend, dem die Münchner mit dieser Investition Rechnung tragen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der digitalen Infrastruktur. Geplant sind hochauflösende LED-Wände, interaktive Touchscreens für Besucherinformationen sowie ein flächendeckendes 5G-Netz, das Echtzeit-Datenübertragungen für Aussteller und Besucher ermöglicht. Die Technik soll nicht nur Präsentationen aufwertet, sondern auch die Logistik hinter den Kulissen optimieren: von der automatisierten Standvergabe bis hin zu KI-gestützten Besucherstromanalysen.

Auch die Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle. Die neuen Hallen erhalten energieeffiziente Klimatisierungssysteme, die den CO₂-Ausstoß um voraussichtlich 30 Prozent reduzieren. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern sollen zudem einen Teil des Strombedarfs decken. Mit diesen Maßnahmen positioniert sich die Messe München nicht nur als technologischer Vorreiter, sondern auch als Verantwortungsträger im Bereich umweltbewusster Großveranstaltungen.

Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im ersten Quartal 2025 und sollen in Etappen erfolgen, um den laufenden Messebetrieb nicht zu beeinträchtigen. Parallel dazu läuft die Planung für ein neues Besucherleitsystem, das durch digitale Wegweiser und eine überarbeitete App die Orientierung auf dem Gelände vereinfachen wird.

Wie die neuen Hallen Kapazitäten und Flexibilität erhöhen

Die geplanten Neubauten auf dem Münchner Messegelände sollen nicht nur die Ausstellungsfläche erweitern, sondern auch die logistische Effizienz deutlich steigern. Mit zusätzlichen 25.000 Quadratmetern Hallenfläche lässt sich die Belegung flexibler gestalten – ein entscheidender Vorteil für Großveranstaltungen wie die IAA Mobility oder die BAU, die regelmäßig an Kapazitätsgrenzen stoßen. Branchenanalysen zeigen, dass moderne Messehallen mit modularen Grundrissen die Auslastung um bis zu 30 Prozent erhöhen können, da sie sich schneller an unterschiedliche Eventformate anpassen.

Besonders profitieren werden internationale Aussteller. Die neuen Hallen sehen größere Lagerflächen und direkt angebundene Logistikbereiche vor, die den Auf- und Abbau beschleunigen. Statt wie bisher teilweise auf externe Lager zurückgreifen zu müssen, können Unternehmen künftig Materialien vor Ort zwischenlagern – ein Faktor, der laut einer Studie der AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft) die Standkosten um durchschnittlich 15 Prozent senkt.

Flexibilität zeigt sich auch in der technischen Ausstattung. Geplant sind Hallen mit variablen Deckenhöhen, die sich für alles nutzen lassen: von schweren Industriemaschinen bis zu lichtdurchfluteten Präsentationen für Konsumgüter. Zudem ermöglichen breitere Gänge und zusätzliche Zugangspunkte einen reibungsloseren Besucherfluss. Das kommt besonders hybrid angelegten Messen zugute, die physische und digitale Elemente kombinieren.

Langfristig stärkt die Investition die Position Münchens als führender Messestandort in Europa. Während andere Städte wie Frankfurt oder Berlin mit veralteter Infrastruktur kämpfen, setzt die Messe München auf zukunftssichere Konzepte – inklusive nachhaltiger Energieversorgung und digitaler Leitysteme. Die ersten Hallen sollen bereits 2025 in Betrieb gehen.

Nachhaltige Baupläne: Energieeffizienz und CO₂-Reduktion

Die neuen Hallen der Messe München werden nicht nur mehr Platz bieten, sondern auch Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Geplant ist eine Zertifizierung nach dem strengen DGNB-Standard in Gold – ein Gütesiegel, das nur Gebäude erhalten, die höchste ökologische, ökonomische und soziokulturelle Anforderungen erfüllen. Besonders im Fokus steht die Energieeffizienz: Durch den Einsatz modernster Gebäudetechnik, wie Wärmepumpen und intelligenter Steuerungssysteme, soll der Primärenergiebedarf im Vergleich zu konventionellen Neubauten um bis zu 40 Prozent sinken. Photovoltaikanlagen auf den Dächern ergänzen das Konzept und decken einen Teil des Strombedarfs direkt vor Ort.

Ein zentrales Element der Baupläne ist die CO₂-Reduktion über den gesamten Lebenszyklus der Hallen hinweg. Bereits bei der Materialwahl setzen die Verantwortlichen auf recycelte Baustoffe und regional verfügbare Ressourcen, um Transportemissionen zu minimieren. Studien des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zeigen, dass solche Maßnahmen die graue Energie – also die Energie, die für Herstellung, Transport und Entsorgung von Baumaterialien anfällt – um bis zu 30 Prozent verringern können. Auch die spätere Nutzung ist klimaneutral ausgelegt: Durch die Kombination aus hochwertiger Dämmung, natürlicher Belüftung und LED-Beleuchtung wird der Betrieb der Hallen deutlich umweltfreundlicher als bei älteren Messegebäuden.

Langfristig soll das Projekt als Vorbild für andere Großveranstaltungen dienen. Die Messe München kooperiert dazu mit Energieexperten und Stadtplanern, um Synergien mit dem Münchner Klimaschutzkonzept zu schaffen. So fließt etwa die Abwärme der Hallen in das lokale Fernwärmenetz ein, was die Effizienz weiter steigert. Mit dieser Investition beweist die Messe, dass wirtschaftliche Expansion und ökologische Verantwortung kein Widerspruch sein müssen.

Langfristige Strategie: Münchens Position im globalen Messemarkt

München setzt seit Jahrzehnten auf eine klare Linie: Statt kurzfristiger Renditejagd baut die Messegesellschaft systematisch ihre globale Position aus. Die 50-Millionen-Investition in neue Hallen bis 2026 ist dabei nur ein Mosaikstein in einer langfristigen Strategie, die auf drei Säulen ruht – internationale Reichweite, branchenspezifische Tiefe und digitale Integration. Während andere Messestandorte mit schwankenden Besucherzahlen kämpfen, verzeichnet die Messe München seit 2010 ein stabiles Wachstum bei den Ausstellern aus dem asiatisch-pazifischen Raum, deren Anteil mittlerweile bei über 30 Prozent liegt. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ergebnis gezielter Partnerschaften mit Handelskammern in Shanghai, Tokio und Singapur.

Branchenanalysten heben besonders die Spezialisierungsstrategie hervor. Statt sich als Generalist zu positionieren, hat München Nischen besetzt, in denen die Stadt ohnehin stark ist: von Medizintechnik über Umwelttechnologien bis hin zu Konsumgüterinnovationen. Die BAU, weltweit führende Messe für Architektur und Baustoffe, oder die IFAT für Wasser- und Abfallwirtschaft ziehen nicht nur Besucher an, sondern prägen globale Standards. Laut einer Studie der German Trade & Invest generieren diese Leitmessen jährlich über 1,2 Milliarden Euro an Folgegeschäften für die bayerische Wirtschaft – ein Beleg dafür, dass Fachkompetenz langfristig mehr zählt als reine Flächenvermietung.

Digitalisierung spielt dabei eine zunehmend zentrale Rolle. Während andere Messen noch über virtuelle Rundgänge diskutieren, setzt München bereits auf KI-gestützte Matchmaking-Tools, die Aussteller und Einkäufer gezielt vernetzen. Die 2023 eingeführte Plattform Messe München Connect verzeichnete im ersten Jahr über 15.000 registrierte Nutzer aus 98 Ländern. Doch statt die physische Messe zu ersetzen, soll die Technologie sie ergänzen – ein hybrides Modell, das besonders bei jungen Zielgruppen aus den USA und Südostasien Anklang findet.

Kritiker warnen zwar vor Überinvestitionen in einem Markt, der durch die Pandemie nachhaltig verändert wurde. Doch die Münchner Antwort darauf ist pragmatisch: Flexible Hallenkonzepte, die sich je nach Bedarf in Kongresse, Showrooms oder sogar temporäre Produktionsstätten umwandeln lassen. So wird die Messe nicht nur zum Schauplatz, sondern zum aktiven Teil der Wertschöpfungskette – ein Modell, das internationale Konkurrenzstandorte wie Hannover oder Mailand derzeit genau beobachten.

Mit der geplanten 50-Millionen-Investition in moderne Messehallen bis 2026 setzt die Messe München ein klares Zeichen für Zukunftsfähigkeit – nicht nur als Standort, sondern als treibende Kraft der internationalen Messebranche. Die Erweiterung um flexible Flächen und nachhaltige Infrastruktur stärkt die Position Münchens als globaler Knotenpunkt für Innovation und Wirtschaft, gerade in Zeiten wachsenden Wettbewerbs durch digitale Formate und neue Messestandorte in Asien oder dem Nahen Osten.

Für Aussteller und Besucher lohnt es sich, die Bauphasen im Auge zu behalten: Wer frühzeitig Kapazitäten in den neuen Hallen sichert, profitiert von modernster Technik und logistischen Vorteilen, noch bevor die Nachfrage die Preise in die Höhe treibt. Die ersten Fertigstellungen ab 2024 bieten die Chance, sich als Early Adopter in einem Umfeld zu präsentieren, das speziell auf hybride Eventformate und klimaneutrale Durchführung ausgelegt ist.

Langfristig könnte diese Investition weit über Bayern hinaus wirken – als Blaupause dafür, wie traditionelle Messen durch gezielte Modernisierung ihre Relevanz in einer sich wandelnden Wirtschaft behaupten.