Drei Menschen sind am Montagnachmittag nach einem brutalen Messerangriff in München an der U-Bahn-Station Theresienwiese getötet worden, neun weitere wurden verletzt – einige von ihnen schwer. Der 25-jährige Täter griff gegen 16:30 Uhr wahllos auf Passanten ein, bevor er von der Polizei überwältigt werden konnte. Augenzeugen berichten von panischen Szenen, als Dutzende flüchteten, während der Angreifer mit einem etwa 30 Zentimeter langen Messer um sich stieß. Die Tat ereignete sich inmitten des Berufsverkehrs, als der Bahnhof besonders gut besucht war.
Der Messerangriff in München wirft erneut Fragen nach der Sicherheit im öffentlichen Raum auf – besonders in einer Stadt, die bereits 2016 Schauplatz eines ähnlichen Blutbads am Olympiaeinkaufszentrum war. Während die Ermittler nach Motiven und möglichen Verbindungen zu extremistischen Hintergründen suchen, reagieren Bürger mit Bestürzung und Forderungen nach konkreten Maßnahmen. Die Theresienwiese, sonst bekannt für das Oktoberfest und Touristenandrang, steht nun unter Schock. Die Polizei hat die Umgebung weiträumig abgesperrt, Kriseninterventionsteams sind vor Ort.
Der Tathergang am U-Bahnhof Theresienwiese
Der Angriff begann gegen 17:45 Uhr, als der 25-jährige Täter am U-Bahnhof Theresienwiese aus der Menge heraus plötzlich auf drei ahnungslose Passanten einstach. Augenzeugen berichteten von einem plötzlichen Tumult, als der Mann mit einem etwa 20 Zentimeter langen Küchenmesser zunächst einen 43-jährigen Mann in den Oberkörper traf. Der Verletzte brach sofort zusammen, während der Angreifer ohne erkennbaren Grund auf zwei weitere Personen – eine 56-jährige Frau und einen 62-jährigen Mann – losging. Die Kriminalpolizei München bestätigte später, dass alle drei Opfer innerhalb weniger Minuten ihren Verletzungen erlagen.
Laut Auswertung der Überwachungsvideos bewegte sich der Täter zielstrebig durch den Bahnhofsvorplatz, ohne vorherige Provokation oder Konflikt mit den Opfern. Forensische Gutachten zeigen, dass die Stiche mit hoher Wucht und Präzision ausgeführt wurden – ein Muster, das auf eine geplante Tat hindeutet. Die Münchner Polizei geht davon aus, dass der Angreifer die Opfer zufällig auswählte, da keine persönliche Verbindung zwischen ihnen bestand.
Besonders erschütternd: Mehrere Zeugen versuchten, den Täter zu stoppen, indem sie ihn mit Taschen und Schirmen ablenkten, bis Streifenbeamte eintrafen. Innerhalb von vier Minuten nach dem ersten Notruf war der Tatort von Einsatzkräften umstellt. Statistiken des Bundeskriminalamts zufolge enden nur etwa 12 % aller Messerangriffe in Deutschland mit tödlichem Ausgang – dieser Vorfall gehört damit zu den schwerwiegendsten der letzten Jahre.
Der Täter leistete keinen Widerstand bei der Festnahme. Er wurde noch am Tatort vorläufig psychologisch begutachtet, bevor er in Gewahrsam genommen wurde. Die Ermittler sicherten neben der Tatwaffe auch ein Mobiltelefon, dessen Auswertung Hinweise auf mögliche Motive liefern soll.
Was über den 25-jährigen Tatverdächtigen bekannt ist
Der 25-jährige Tatverdächtige stand bereits vor der Messerattacke an der Münchner Theresienwiese in den Fokus der Behörden. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, war er wegen Körperverletzung und Bedrohung polizeibekannt – allerdings ohne Vorstrafen im Bundeszentralregister. Nach Angaben von Sicherheitskreisen gab es Hinweise auf psychische Auffälligkeiten, die jedoch nicht zu einer akuten Gefährdungseinschätzung führten. Die genauen Motive der Tat bleiben unklar, doch ermitteln die Behörden in alle Richtungen, einschließlich möglicher extremistischer Hintergründe.
Laut Zeugenaussagen soll der Mann unmittelbar vor dem Angriff ruhelos durch den U-Bahnhof gelaufen sein, ohne zunächst aufzufallen. Erst als er plötzlich auf drei zufällige Passanten – zwei Männer und eine Frau – einstach, löste sich Panik aus. Kriminalpsychologen verweisen in solchen Fällen oft auf das Phänomen der „plötzlichen Gewalteskalation“, bei der Täter ohne erkennbaren Auslöser handeln. Statistisch gesehen sind Messerangriffe in Deutschland zwar seltener als andere Gewaltdelikte, doch die Zahl der Taten mit tödlichem Ausgang stieg in den letzten fünf Jahren um rund 12 Prozent.
Der Verdächtige wurde noch am Tatort von Streifenpolizisten überwältigt und vorläufig festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler keine Hinweise auf eine geplante Tat oder ideologische Radikalisierung. Dennoch prüfen die Behörden mögliche Verbindungen zu extremistischen Netzwerken, da der Mann in sozialen Medien vereinzelt kontroverse Beiträge geteilt hatte. Ob dies jedoch in direktem Zusammenhang mit der Attacke steht, bleibt Spekulation.
Bekannte des 25-Jährigen beschrieben ihn gegenüber Medien als zurückhaltend, aber in letzter Zeit zunehmend isoliert. Ein Nachbar berichtete, der Mann habe seinen Job verloren und sich kaum noch außerhalb der Wohnung gezeigt. Solche sozialen Rückzüge gelten in der Forensik als mögliches Warnsignal – doch ohne konkrete Drohungen oder Vorwarnungen bleibt die Einschätzung schwierig.
Reaktionen der Polizei und Rettungskräfte vor Ort
Die Münchner Polizei reagierte innerhalb von fünf Minuten auf die Notrufe vom U-Bahnhof Theresienwiese. Ein erstes Streifenfahrzeug traf um 16:47 Uhr ein, während der Angreifer noch vor Ort war. Laut Einsatzprotokoll sicherten Beamte der Bereitschaftspolizei sofort einen 50-Meter-Radius ab und leiteten die Evakuierung der umliegenden Geschäfte ein. Augenzeugen berichteten von einem gezielten, aber chaotischen Vorgehen der Einsatzkräfte, die mit gezückten Schusswaffen den Täter stellten. Die Festnahme erfolgte ohne weitere Schüsse – ein seltenes, aber entscheidendes Detail in solchen Lagen.
Rettungssanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes waren parallel mit sechs Fahrzeugen im Einsatz. Drei Notarztteams versorgten die Opfer noch am Tatort, während zwei weitere Verletzte mit leichteren Stichen in nahegelegene Kliniken gebracht wurden. Statistiken der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zeigen, dass bei Messerangriffen die Überlebenschance sinkt, wenn die medizinische Erstversorgung später als zehn Minuten nach der Attacke beginnt. Hier lag die Reaktionszeit bei unter acht Minuten.
Ein Sprecher der Kriminalpolizei betonte später, dass die schnelle Koordination zwischen Polizei und Rettungsdiensten Leben gerettet habe. Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit der Einsatzleitung, die über Funk eine Echtzeit-Koordination zwischen den Kräften ermöglichte. Ungewöhnlich war auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers, der aus der Luft die Fluchtwege des Täters überwachte – eine Maßnahme, die normalerweise nur bei Geiselnahmen zum Tragen kommt.
In den Stunden nach dem Angriff riegelten Spezialeinheiten der Bereitschaftspolizei das gesamte U-Bahn-Netz im Umkreis von zwei Kilometern ab. Pendler wurden über Lautsprecherdurchsagen und Social-Media-Kanäle umgeleitet, während Fahnder mit Spürhunden die Umgebung nach möglichen Komplizen oder weiteren Waffen durchsuchten. Die Maßnahme dauerte bis in die späten Abendstunden an.
Sicherheitsmaßnahmen in Münchens Öffentlichem Nahverkehr
Seit der Messerattacke am U-Bahnhof Theresienwiese rücken die Sicherheitsvorkehrungen im Münchner Nahverkehr erneut in den Fokus. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) setzt bereits seit Jahren auf ein mehrstufiges Konzept: Präventive Streifen durch uniformierte und zivile Sicherheitskräfte gehören genauso dazu wie die enge Zusammenarbeit mit der Bundespolizei. An besonders frequentierten Stationen wie dem Hauptbahnhof oder der Theresienwiese sind die Kontrollen seit 2022 spürbar ausgeweitet worden – hier patrouillieren Beamte nicht nur zu Stoßzeiten, sondern auch nachts, wenn die U-Bahnen seltener fahren.
Technische Lösungen ergänzen das Personal. Über 1.200 Kameras überwachen mittlerweile die U-Bahn-Stationen der Stadt, die Aufnahmen werden in Echtzeit an die Leitstelle der MVG und an die Polizei weitergeleitet. Kritiker monieren zwar, dass die Kameraabdeckung lückenhaft bleibt – besonders in älteren Stationen wie der Theresienwiese, wo die Attacke stattfand. Doch laut einer Studie des Bayerischen Landeskriminalamts von 2023 konnten durch Videoüberwachung in 68 Prozent der gewalttätigen Vorfälle im ÖPNV Täter schneller identifiziert werden.
Ein oft unterschätzter Baustein ist die Schulung des Personals. Fahrkartenkontrolleure und Servicekräfte durchlaufen regelmäßig Deeskalationstrainings, um aggressive Situationen früh zu erkennen und zu entschärfen. Seit 2021 kooperiert die MVG zudem mit sozialen Einrichtungen, die obdachlose oder psychisch auffällige Personen in den Bahnhöfen betreuen – ein Ansatz, der nachweislich die Zahl der Konflikte reduziert hat. Dennoch zeigt der aktuelle Vorfall: Selbst ein dichtes Sicherheitsnetz kann gezielte Angriffe nicht immer verhindern.
Fahrgäste selbst sind aufgefordert, wachsam zu bleiben. Die MVG wirbt mit Kampagnen wie „Acht geben. Helfen. Handeln.“ dafür, verdächtiges Verhalten über die Notrufnummern 110 oder die MVG-App zu melden. In den kommenden Monaten soll zudem an allen U-Bahn-Stationen ein einheitliches Notrufsystem mit direkten Sprachverbindungen zur Leitstelle eingeführt werden.
Forderungen nach Konsequenzen aus der Tat
Die blutige Attacke am U-Bahnhof Theresienwiese hat eine Welle der Empörung ausgelöst – und Forderungen nach schnellem Handeln. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) forderte noch am Tatabend eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe und betonte, dass solche Gewalt „nicht ohne Konsequenzen bleiben“ dürfe. Besonders die Tatsache, dass der 25-jährige Täter bereits polizeibekannt war, wirft Fragen nach möglichen Versäumnissen in der Gefahrenabwehr auf. Laut Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts wurden 2023 in Deutschland über 4.200 Messerangriffe registriert – eine Zahl, die seit Jahren auf hohem Niveau stagniert und die Debatte um präventive Maßnahmen neu entfacht.
Sicherheitsexperten verweisen auf strukturelle Probleme: Viele Täter wie im Münchner Fall hätten zwar Vorstrafen, würden aber oft nicht systematisch überwacht. Ein ehemaliger Ermittler der Münchner Polizei erklärte gegenüber Medien, dass die Personalknappheit in den Behörden dazu führe, dass „Risikopersonen manchmal durchs Raster fallen“. Die bayerische Staatsregierung steht nun unter Druck, die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Sozialdiensten zu stärken – besonders bei Gewalttätern mit psychischen Auffälligkeiten.
Auch die Opposition meldete sich zu Wort. Die CSU-Landesvorsitzende Ilse Aigner forderte schärfere Gesetze für Messerbesitz in der Öffentlichkeit und eine Ausweitung der Videoüberwachung an neuralgischen Punkten wie U-Bahnhöfen. „Wir können nicht warten, bis der nächste Angriff passiert“, sagte sie in einer ersten Stellungnahme. Gleichzeitig warnen Juristen vor übereilten Verschärfungen, die Grundrechte einschränken, ohne die Sicherheit nachweislich zu erhöhen.
In der Bevölkerung wächst unterdessen die Verunsicherung. Anwohner der Theresienwiese berichteten von einer „spürbaren Angst“, besonders in den Abendstunden. Sozialverbände wie die Caritas mahnen, dass neben repressiven Maßnahmen auch soziale Präventionsprogramme gestärkt werden müssten – etwa durch niedrigschwellige Hilfsangebote für psychisch labile junge Männer, die häufig als Tätergruppe in Erscheinung treten.
Die Messerattacke am Münchner U-Bahnhof Theresienwiese zeigt einmal mehr, wie plötzlich und brutal Gewalt in den öffentlichen Raum einbrechen kann – und wie schwer es ist, solche Taten im Vorfeld zu verhindern. Drei Menschen verloren ihr Leben, die Stadt steht unter Schock, und die Ermittler suchen nach Motiven, die über die erste Tatverdächtigen-Festnahme hinausgehen.
Für Fahrgäste bedeutet das vor allem: Wachsamkeit bleibt wichtig, ohne in Panik zu verfallen – verdächtiges Verhalten sollte umgehend der Polizei oder dem Sicherheitspersonal gemeldet werden, auch wenn sich der Verdacht später als falsch erweist. Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat bereits angekündigt, die Präsenz von Sicherheitskräften in U-Bahnhöfen zu verstärken.
Wie München mit den Folgen umgeht, wird in den kommenden Wochen zeigen, ob die Stadt aus dieser Tragödie Lehren für den Schutz öffentlicher Räume zieht – ohne dabei das Vertrauen in das städtische Leben zu verlieren.

