Mit über 500 historischen Fahrzeugen auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern setzt die motorworld münchen neue Maßstäbe für Automobilkultur in Deutschland. Von seltenen Oldtimern bis zu legendären Rennwagen versammelt die Ausstellung Stücke, die sonst nur in Museen oder Privatkollektionen zu finden sind. Die Bandbreite reicht vom frühen 20. Jahrhundert bis zu den Ikone der 1990er-Jahre – jedes Fahrzeug mit eigener Geschichte und technischem Erbe.

Für Enthusiasten wie Gelegenheitsbesucher bietet die motorworld münchen mehr als nur eine Schau: Hier trifft handwerkliche Perfektion auf lebendige Erinnerungskultur. Ob Restauratoren, Sammler oder Familien – die Mischung aus Ausstellung, Werkstätten und Eventflächen macht den Standort zu einem Zentrum für alle, die Leidenschaft für Automobilgeschichte teilen. Die Dimensionen allein sprechen Bände: Auf einer Fläche so groß wie drei Fußballfelder entsteht ein Erlebnis, das weit über klassische Automessen hinausgeht.

Ein Industriedenkmal wird zur Automobil-Schatzkammer

Wo einst Dampfmaschinen dröhnten und Stahlträger die Industrialisierung Münchens prägten, glänzen heute Chromfelgen und lackierte Karosserien in allen Epochen. Die Motorworld München hat aus dem historischen Kraftwerk an der Drygalski-Allee einen Tempel der Automobilgeschichte gemacht – ein Ort, an dem Techniknostalgie und handwerkliche Meisterleistung auf 25.000 Quadratmetern verschmelzen. Der 1910 errichtete Backsteinbau, einst Herzstück der städtischen Energieversorgung, bewahrt bis heute die raue Ästhetik der Industriearchitektur: schmiedeeiserne Geländer, meterhohe Fensterbögen und die markanten Klinkerfassaden. Doch statt Kohle lagern hier nun 500 Fahrzeuge, jedes mit eigener Legende.

Besonders auffällig ist die Symbiose aus originalgetreuer Substanz und moderner Museumsdidaktik. Während die Betondecken die Patina von über einem Jahrhundert tragen, setzen LED-Spots und interaktive Stationen gezielt Akzente. Laut einer Studie des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege gehören adaptiv genutzte Industriegebäude wie dieses zu den nachhaltigsten Kulturprojekten Bayerns – sie verbinden Denkmalschutz mit lebendiger Nutzung. In München gelingt das durch thematische Inszenierungen: Eine Sonderausstellung zeigt etwa, wie die Automobilproduktion der 1950er-Jahre die Wirtschaftswunder-Ära prägte, während eine Werkstatt-Ecke originalgetreue Restaurierungen vorführt.

Der Clou liegt im Detail. Wer durch die Hallen schlendert, stößt auf Raritäten wie einen 1937er BMW 328 Roadster – jenes Modell, das mit seiner stromlinienförmigen Karosserie den Grundstein für die Marke legte. Daneben thront ein knallroter Porsche 911 Carrera RS 2.7 aus den 1970ern, dessen Leichtbauweise noch heute Rennstrecken dominieren würde. Selbst die Anordnung folgt einem roten Faden: Die Fahrzeuge sind nicht chronologisch, sondern nach technologischen Meilensteinen gruppiert. So steht ein frühes Elektroauto aus den 1920ern plötzlich neben einem Hybrid-Prototypen der 1990er – eine bewusste Provokation, die zum Vergleich einlädt.

Dass hier Geschichte nicht staubtrocken präsentiert wird, verdankt die Motorworld auch ihrem Konzept als „lebendiges Archiv“. Regelmäßig öffnen sich die Tore für Oldtimer-Rallyes oder Fachvorträge von Restauratoren und Designern. Die Besucher sollen nicht nur schauen, sondern anfassen, fragen, diskutieren. Ein Novum unter Automobilmuseen, das zeigt: Selbst ein Industriedenkmal kann zum pulsierenden Treffpunkt werden – solange unter der Patina der Fortschritt spürbar bleibt.

Von Oldtimern bis zu Rennlegenden: Highlights der Ausstellung

Wer durch die Hallen der Motorworld München schlendert, trifft auf Automobilgeschichte in Reinform: Vom knatternden Veteranen aus den 1920er-Jahren bis zum scharf geschliffenen Rennboliden der 1990er-Jahre spannt sich der Bogen. Besonders die Sammlung historischer Mercedes-Benz-Modelle zieht Blicke auf sich – darunter ein seltenes 300 SL „Gullwing“-Coupé aus dem Jahr 1955, dessen Flügeltüren noch immer die Fantasie von Sammlern weltweit beflügeln. Doch nicht nur deutsche Ingenieurskunst glänzt hier: Ein originalgetreuer Ferrari 250 GTO (Baujahr 1962), von dem weltweit nur 36 Exemplare existieren, gehört zu den absoluten Highlights und unterstreicht den internationalen Anspruch der Ausstellung.

Rennsportfans kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Die Motorworld präsentiert mehrere Fahrzeuge, die einst auf legendären Strecken wie Le Mans oder der Nürburgring-Nordschleife ihr Können unter Beweis stellten. Ein Porsche 917 KH – Sieger der 24 Stunden von Le Mans 1971 – steht nur wenige Meter von einem BMW 3.0 CSL entfernt, der in den 1970ern die europäische Tourenwagen-Meisterschaft dominierte. Laut Angaben des ADAC sind über 60 Prozent der ausgestellten Fahrzeuge voll fahrtauglich und werden regelmäßig bei Oldtimer-Rallyes eingesetzt – ein Beweis für die liebevolle Pflege der Exponate.

Ein besonderes Juwel der Ausstellung ist der Bereich für Motorräder. Hier reihen sich ikonische Maschinen wie eine BMW R 32 – das erste Serienmotorrad der Marke aus dem Jahr 1923 – neben schroffen Geländemaschinen der 1980er-Jahre. Selbst eine originale Brough Superior SS100 aus den 1930ern, einst als „Rolls-Royce der Motorräder“ gefeiert, ist zu bewundern. Die Bandbreite zeigt, wie sich Zweirad-Design und Technik über ein Jahrhundert entwickelt haben.

Nicht nur die großen Namen begeistern. Zwischen den prominenten Modellen finden sich auch Kuriositäten wie ein winziger Messerschmitt Kabinenroller oder ein dreirädriger Tempo „Goggomobil“ – Fahrzeuge, die den Zeitgeist ihrer Epoche auf charmante Weise einfangen. Wer genau hinschaut, entdeckt sogar einen originalen VW Käfer aus den 1950ern, der als eines der ersten „Volksautos“ die Mobilität in Deutschland demokratisierte.

Besucherinfos: Tickets, Führungen und Öffnungszeiten

Wer die Motorworld München besuchen möchte, findet auf 25.000 Quadratmetern nicht nur 500 automobile Schätze, sondern auch flexible Ticketoptionen. Tageskarten kosten für Erwachsene 18 Euro, ermäßigt 14 Euro – Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Familien profitieren vom Kombi-Ticket für 42 Euro, das zwei Erwachsenen und bis zu drei Kindern Zugang gewährt. Laut einer aktuellen Besucherumfrage nutzen über 60 Prozent der Gäste die Online-Buchung, um Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden.

Für alle, die mehr als nur einen flüchtigen Blick auf die Exponate werfen wollen, bietet die Motorworld thematische Führungen an. Die klassische Überblicksführung dauert 90 Minuten und führt durch alle Epochen der Automobilgeschichte, von Veteranen bis zu modernen Sportwagen. Wer es spezifischer mag, kann sich für Sonderführungen zu Themen wie „Deutsche Ingenieurskunst“ oder „Rennsport-Legenden“ anmelden. Gruppen ab zehn Personen sollten ihre Tour mindestens zwei Wochen im Voraus reservieren.

Die Öffnungszeiten sind großzügig bemessen: Dienstag bis Sonntag öffnet die Ausstellung von 10 bis 18 Uhr, montags bleibt sie geschlossen. An Feiertagen gelten Sonderregelungen, die auf der Website veröffentlicht werden. Besonders beliebt sind die späten Donnerstage, an denen die Motorworld bis 20 Uhr geöffnet hat – ideal für Berufstätige oder einen Abendausflug.

Barrierefreiheit spielt eine zentrale Rolle. Sämtliche Ausstellungsbereiche sind rollstuhlgerecht gestaltet, und an der Kasse stehen kostenlose Leihrollstühle bereit. Für Hörgeschädigte gibt es auf Anfrage induktive Höranlagen, während Blindenhunde selbstverständlich Zugang haben. Parkplätze, auch für Elektrofahrzeuge, stehen direkt vor dem Gebäude zur Verfügung.

Erlebnisprogramm für Familien und Technikbegeisterte

Wer dachte, Oldtimer seien nur etwas für stilles Betrachten, wird in der Motorworld München eines Besseren belehrt. Das Erlebnisprogramm richtet sich gezielt an Familien und Technikfans, die mehr wollen als nur glänzende Karosserien. Interaktive Stationen laden zum Mitmachen ein: An einem originalgetreuen V8-Motor können Besucher selbst Hand anlegen und verstehen, wie Verbrennungsmotoren funktionieren. Für Kinder gibt es spezialisierte Workshops, in denen sie unter Anleitung einfache mechanische Prinzipien begreifen – vom Getriebe bis zur Zündung. Laut einer Studie des Deutschen Museumsverbands steigert solches praxisnahe Lernen die Merkfähigkeit um bis zu 40 Prozent.

Besonderes Highlight ist die „Fahrsimulator-Arena“. Hier nehmen Gäste auf originalen Fahrersitzen Platz und steuern virtuell historische Rennstrecken – von der Nürburgring-Nordschleife der 1960er bis zur Mille Miglia. Die Simulatoren sind mit Force-Feedback-Lenkrädern und authentischen Schaltknüppeln ausgestattet, was selbst erfahrene Fahrer vor Herausforderungen stellt. Technikbegeisterte können sich zudem an geführten Touren beteiligen, bei denen Restauratoren Einblicke in die aufwendige Aufbereitung der Exponate geben. Wer schon immer wissen wollte, wie man Rost entfernt oder Lackschichten originalgetreu nachbildet, findet hier Antworten.

Für Familien mit jüngeren Kindern bietet die Motorworld ein eigenes „Junior-Programm“ an. An Wochenenden und in den Ferien können Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren an Rallyes teilnehmen, bei denen sie mit Suchaufträgen durch die Ausstellung gehen – etwa nach dem ältesten Motorrad oder dem schnellsten Rennwagen der 1930er. Belohnt werden sie mit kleinen Preisen wie Modellautos oder Bastelsets. Eltern schätzen besonders die Kombination aus Bildung und Unterhaltung, die selbst technikferne Besucher begeistert.

Abgerundet wird das Angebot durch Sonderveranstaltungen wie die „Nacht der Motoren“, bei der ausgewählte Exponate unter Schwarzlicht besonders inszeniert werden. Technikfans kommen dann mit Sammlerclubs ins Gespräch, während Live-Demonstrationen zeigen, wie Motoren zerlegt und wieder zusammengesetzt werden. Wer mag, kann sich sogar an einem „Blind Date mit einem Oldtimer“ versuchen: Mit verbundenen Augen ertasten Besucher verschiedene Materialien – von Lederlenkrädern bis zu Chromfelgen – und raten, um welches Modell es sich handelt. Solche ungewöhnlichen Formate machen die Motorworld zu mehr als nur einem Museum.

Die Motorworld München beweist einmal mehr, dass sie nicht nur eine Ausstellung, sondern ein lebendiges Archiv der Automobilgeschichte ist – mit 500 sorgfältig kuratierten Klassikern auf 25.000 Quadratmetern verbindet sie Nostalgie mit handfester Leidenschaft, ohne dabei in musealer Starre zu erstarren. Wer hier durch die Hallen schlendert, spürt den Puls einer Ära, in der Design, Technik und Emotionen noch untrennbar miteinander verschmolzen waren.

Für alle, die mehr als nur Blicke werfen möchten, lohnt sich ein Besuch an den Wochenenden, wenn Sonderführungen und Fachgespräche mit Restauratoren tiefe Einblicke in die Geschichten hinter den Karosserien bieten. Und während die aktuelle Schau bereits jetzt Maßstäbe setzt, steht fest: Mit jedem neuen Modell, das hier Einzug hält, wächst auch die Verantwortung, dieses einzigartige Erbe für kommende Generationen von Enthusiasten zu bewahren.