Mit über 1.200 Pollenkörnern pro Kubikmeter Luft hat München heute einen traurigen Rekord geknackt: Die Birkenpollenbelastung liegt um das Vierfache über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, während Eschenpollen ebenfalls Spitzenwerte erreichen. Die Messstation am Englischen Garten meldete bereits in den frühen Morgenstunden extreme Konzentrationen, die selbst erfahrene Allergologen als „außergewöhnlich aggressiv“ einstuften. Selbst in den Innenstadtbezirken, wo die Luft normalerweise etwas gefilterter ist, zeigen die Werte kaum Abweichungen – ein klares Zeichen dafür, dass der Pollenflug München heute keine Ausweichmöglichkeiten lässt.

Für die rund 300.000 Allergiker in der Region bedeutet das nicht nur tränende Augen oder Niesattacken, sondern für viele auch Atemnot und Schlafstörungen. Besonders tückisch: Die Kombination aus warmer Frühlingsluft und anhaltender Trockenheit lässt die Pollen besonders weit fliegen und länger in der Luft schweben. Wer jetzt auf die üblichen Pollenfluginfos vertraut, könnte unterschätzen, wie hart der Pollenflug München heute zuschlägt – selbst wer sich drinnen aufhält, ist nicht sicher, da die feinen Partikel durch geöffnete Fenster oder an Kleidung haften bleiben.

Birkenpollen erreicht historische Höchstwerte in München

München erlebt in diesem Frühjahr eine Pollenexplosion wie selten zuvor. Die Birkenpollenkonzentration kletterte heute auf 1.800 Pollen pro Kubikmeter Luft – ein Wert, der selbst langjährige Allergologen verblüfft. Normalerweise gelten bereits 500 Pollen als starke Belastung. Doch die diesjährige Kombination aus mildem Winter, frühem Frühling und anhaltender Trockenheit hat die Birken zu einer regelrechten Pollenschleuder werden lassen.

Besonders tückisch: Die winzigen Birkenpollen dringen tief in die Atemwege ein und lösen bei Betroffenen nicht nur Niesen und juckende Augen aus, sondern oft auch asthmatische Beschwerden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit warnt vor einer „extremen Belastungssituation“, die noch bis Mitte Mai anhalten könnte.

Während die Birke für den aktuellen Rekord verantwortlich ist, macht auch die Esche den Allergikern zu schaffen. Ihre Pollen fliegen zwar weniger weit, dafür sind sie besonders aggressiv. In den Innenstadtbezirken wie Schwabing oder Maxvorstadt verschärft sich die Situation zusätzlich durch den Wärmeinseleffekt – hier halten sich die Pollen länger in der Luft.

Wer jetzt aufatmet, weil Regen angekündigt ist, sollte sich nicht täuschen lassen: Kurzfristig spült Niederschlag zwar Pollen aus der Luft, doch die anschließende Feuchtigkeit lässt Gräser und Bäume umso stärker nachblühen. Die nächsten Tage bleiben für Pollenallergiker eine echte Herausforderung.

Warum die Esche die Allergiker jetzt besonders quält

Die Esche macht Allergikern in München gerade besonders zu schaffen – und das aus gutem Grund. Während andere Bäume ihre Pollen eher gleichmäßig über Wochen verteilen, setzt die Esche auf eine radikale Stoßbelüftung: Innerhalb weniger Tage schleudert sie bis zu 90 Prozent ihrer jährlichen Pollenmenge in die Luft. Für Betroffene bedeutet das eine plötzliche, heftige Belastung statt eines allmählichen Gewöhnungseffekts.

Hinzu kommt die aggressive Eiweißzusammensetzung der Eschenpollen. Studien des Deutschen Allergie- und Asthmabundes zeigen, dass ihre Allergene zu den potenteren unter den heimischen Bäumen zählen. Sie lösen nicht nur klassische Symptome wie Niesen oder juckende Augen aus, sondern können bei empfindlichen Personen auch asthmatische Beschwerden verstärken – selbst wenn die Pollenkonzentration auf den ersten Blick moderat erscheint.

Ein weiteres Problem: Die Esche blüht zeitgleich mit der Birke, deren Pollen ohnehin schon für Rekordwerte sorgen. Diese Kombination führt zu einer Art allergischer Doppelbelastung. Immunologen warnen, dass sich die Effekte beider Pollenarten gegenseitig verstärken können – ähnlich wie bei einer Mischung aus Alkohol und Medikamenten, nur ohne die Möglichkeit, einfach aufzuhören.

Dass München besonders betroffen ist, liegt am städtischen Mikroklima. Die warmen Temperaturen der letzten Tage beschleunigten die Pollenfreisetzung, während die typischen Föhnwinde die Partikel bis in die Innenstadt tragen. Wer jetzt unter freiem Himmel atmet, bekommt die volle Dosis ab – und das oft noch bis in die Abendstunden, wenn andere Pollen bereits absinken.

Stündliche Pollenbelastung: Wann es heute am schlimmsten wird

Die höchsten Pollenkonzentrationen erwarten Münchner heute zwischen 11 und 15 Uhr. In diesem Zeitraum steigen die Werte für Birkenpollen auf bis zu 1.200 Pollen pro Kubikmeter Luft – ein Wert, der selbst erfahrene Allergiker vor Herausforderungen stellt. Besonders in den Mittagsstunden verstärkt die Thermik den Pollenflug, da warme Aufwinde die leichten Birkenpollen kilometerweit transportieren. Wer jetzt draußen unterwegs ist, sollte unbedingt eine Pollenmaske tragen oder die Aktivitäten auf die frühen Morgenstunden verlegen.

Frühe Vögel haben heute Glück: Zwischen 5 und 8 Uhr liegt die Belastung noch im moderaten Bereich, da die kühle Morgenluft die Pollen am Boden hält. Doch bereits ab 9 Uhr beginnt der rasante Anstieg. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes bestätigen, dass die Kombination aus sonnigem Wetter und Windgeschwindigkeiten von 15–20 km/h die Pollenverbreitung beschleunigt. Wer jetzt lüftet, sollte die Fenster nach 20 Minuten wieder schließen – sonst dringen die Allergene ungehindert in Wohnräume ein.

Am späten Nachmittag, gegen 17 Uhr, sinkt die Konzentration leicht, bleibt aber mit Werten um 800 Pollen/m³ noch immer extrem hoch. Abends lässt die Pollenbelastung dann langsam nach, da die Temperaturen fallen und die Luftfeuchtigkeit steigt. Dennoch raten Experten, abendliche Spaziergänge in parkfernen Gebieten zu planen oder nach einem Regenschauer zu warten – nasser Boden bindet die Pollen und reduziert die Belastung spürbar.

Für Empfindliche wird es heute kein Entkommen geben: Selbst nach Sonnenuntergang bleiben die Werte mit etwa 300–500 Pollen/m³ erhöht. Wer jetzt noch Symptome wie juckende Augen oder Niesreiz spürt, sollte direkt zu antiallergischen Nasensprays greifen. Die aktuelle Pollenflug-Vorhersage der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zeigt, dass erst ein ergiebiger Regen in den nächsten Tagen für eine spürbare Entlastung sorgen könnte.

Soforthilfe bei akuten Beschwerden: Was wirklich hilft

Die Augen jucken, die Nase läuft, das Atmen fällt schwer – wer jetzt unter akuten Pollenbeschwerden leidet, sucht nach schneller Linderung. Antihistaminika aus der Apotheke wirken meist innerhalb von 30 Minuten und blockieren die Histaminausschüttung, die für die typischen Symptome verantwortlich ist. Studien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie zeigen, dass moderne Präparate wie Cetirizin oder Loratadin nicht nur effektiv sind, sondern auch kaum müde machen. Wer sie frühmorgens einnimmt, kommt oft besser durch den Tag.

Doch nicht immer sind Tabletten nötig. Ein simpler Trick hilft sofort: Kaltes Wasser. Wer sich mehrmals täglich mit kaltem Wasser über die Handgelenke oder die Stirn streicht, dämpft die allergische Reaktion. Die Kälte verengt die Blutgefäße und reduziert so Schwellungen – besonders wirksam bei geschwollenen Augen oder einer gereizten Nase. Auch eine Nasendusche mit physiologischer Kochsalzlösung spült die Pollen aus den Schleimhäuten und bringt Erleichterung innerhalb weniger Minuten.

Wer draußen unterwegs ist, sollte nach dem Heimkommen sofort die Kleidung wechseln und die Haare waschen. Pollen haften an Stoffen und werden so in die Wohnung getragen. Eine Studie des Helmholtz Zentrums München belegte, dass dieser Schritt die Pollenbelastung in Innenräumen um bis zu 60 Prozent senken kann. Lüften hilft ebenfalls – aber nur zur richtigen Zeit: In München sind die Pollenkonzentrationen morgens und abends am höchsten. Besser also mittags für 10 Minuten Stoßlüften, wenn die Belastung etwas nachlässt.

Für extreme Fälle, wenn die Atmung schwerfällt oder Asthma-Symptome auftreten, gibt es kortisonhaltige Sprays. Sie wirken entzündungshemmend und sollten bei starkem Heuschnupfen frühzeitig eingesetzt werden. Wichtig: Die Anwendung mit dem Arzt absprechen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Wer jetzt handelt, kommt durch die nächsten Tage – auch wenn die Birke noch bis Mai weiter Pollen in Rekordmengen freisetzt.

Langfristige Vorhersage: Bleibt die Pollenplage noch Wochen?

Die aktuelle Pollenbelastung in München erreicht Werte, die selbst Allergiker mit jahrelanger Erfahrung an ihre Grenzen bringen. Doch wer auf Besserung hofft, muss sich gedulden: Die langfristigen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) deuten auf eine anhaltend intensive Pollensaison hin. Besonders Birkenpollen, die derzeit für die stärksten Reaktionen sorgen, werden voraussichtlich noch bis Mitte Mai in hoher Konzentration durch die Luft wirbeln – und damit länger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Schuld ist das ungewöhnlich warme Frühjahrswetter, das die Vegetation beschleunigt. Während Birken in kühleren Jahren ihre Pollen über vier bis fünf Wochen freisetzen, könnte die Saison 2024 um bis zu zwei Wochen länger dauern. Hinzu kommt die Esche, deren Pollenflug sich aktuell mit dem der Birke überlappt und die Belastung zusätzlich verstärkt. Meteorologen warnen, dass selbst kurze Regenschauer nur vorübergehende Linderung bringen – die Feuchtigkeit lässt die Pollen zunächst zu Boden sinken, doch sobald die Sonne wieder scheint, steigen sie mit der warmen Luft erneut auf.

Für Allergiker bedeutet das: Die nächsten drei bis vier Wochen werden anspruchsvoll. Besonders in den frühen Morgenstunden, wenn die Pollenkonzentration aufgrund der nächtlichen Abkühlung ihr Maximum erreicht, sollten Betroffene auf längere Aufenthalte im Freien verzichten. Der DWD rät, die Pollenflugvorhersagen täglich zu prüfen, da sich die Intensität je nach Windrichtung und Niederschlag kurzfristig ändern kann.

Ein kleiner Lichtblick zeigt sich erst im Juni, wenn die Hauptblütezeit der Bäume vorbei ist und Gräserpollen langsam in den Vordergrund rücken. Diese sind zwar ebenfalls belastend, aber für viele Birkenpollen-Allergiker oft besser verträglich. Bis dahin bleibt nur: Medikamente griffbereit halten, Fenster nachts geschlossen lassen und bei Spaziergängen eine Sonnenbrille tragen – sie schützt zumindest die Augen vor dem direkten Kontakt mit den lästigen Pollen.

Die Pollenbelastung in München hat heute mit den Rekordwerten von Birke und Esche Allergikern schwer zugesetzt – und die Saison ist noch lange nicht vorbei. Besonders in den Morgenstunden und bei trockenem Wind bleibt die Konzentration hoch, was für viele nicht nur lästige Symptome, sondern echte gesundheitliche Belastungen bedeutet.

Wer betroffen ist, sollte jetzt konsequent auf Pollenapps wie Pollenflug-Vorhersage des DWD zurückgreifen, Fenster tagsüber geschlossen halten und nach dem Aufenthalt draußen Kleidung wechseln sowie Haare waschen. Antihistaminika oder Nasenspülungen können akut helfen, doch bei starken Beschwerden lohnt sich der Gang zum Allergologen für eine langfristige Strategie.

Mit den steigenden Temperaturen der kommenden Tage wird sich die Situation vorerst nicht entspannen, doch Regen könnte zumindest kurzfristig für Linderung sorgen.