München steht vor einem nassen Wochenende: Bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter sagen Meteorologen für Sonntag voraus – eine Menge, die sonst für einen ganzen Monat typisch wäre. Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) deuten auf heftige Schauer, lokal begrenzte Gewitter und möglicherweise sogar Überflutungen hin. Besonders in den Nachmittagsstunden könnte sich die Lage zuspitzen, wenn warme Luftmassen auf kühlere Schichten treffen und die Niederschläge intensivieren.

Für die Landeshauptstadt bedeutet das Wetter am Sonntag in München nicht nur Regenschirme und Gummistiefel, sondern auch konkrete Herausforderungen. Die Stadtwerke bereiten sich auf mögliche Volläufe in der Kanalisation vor, während Veranstalter von Open-Air-Events wie dem Tollwood-Festival bereits über Absagen oder Verlegungen nachdenken. Wer Pläne für Ausflüge in den Englischen Garten oder an den Starnberger See geschmiedet hat, sollte das Wetter am Sonntag in München genau im Blick behalten – die Vorhersagen lassen wenig Raum für trockene Alternativen.

Starkregen warnt der Deutsche Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für München eine offizielle Unwetterwarnung vor Starkregen herausgegeben. Die Vorhersagen deuten auf lokale Niederschlagsmengen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden hin – eine Menge, die normalerweise über mehrere Tage verteilt fällt. Besonders betroffen sind die südlichen und östlichen Stadtteile, wo kurze, aber heftige Schauer zu Überflutungen führen könnten.

Meteorologen betonen, dass solche Regenmengen in kurzer Zeit die Kanalisation überlasten. Studien des DWD zeigen, dass bei vergleichbaren Wetterlagen in der Vergangenheit bis zu 30 % der Keller in Risikogebieten von Rückstau betroffen waren. Die Warnstufe „Orange“ gilt bereits ab 15 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde – ein Wert, der am Sonntag deutlich überschritten werden könnte.

Die Warnung gilt von Sonntagmittag bis in die späten Abendstunden. Der DWD rät zur Vorsicht, insbesondere in Unterführungen und tief liegenden Straßenabschnitten. Autofahrer sollten plötzliche Aquaplaning-Gefahr einkalkulieren, da der Regen lokal mit Windböen einhergehen könnte.

Für aktuelle Updates empfiehlt der DWD die Nutzung der Warn-App NINA oder der offiziellen Website, wo die Entwicklung stündlich angepasst wird.

Wo es in München besonders nass wird

Wer am Sonntag in München unterwegs ist, sollte den Schirm griffbereit halten – besonders in einigen Stadtteilen. Laut Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fallen die stärksten Niederschläge im Südosten der Stadt. Neuhausen, Sendling und Thalkirchen könnten mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter rechnen, während der Rest Münchens durchschnittlich 20 bis 25 Liter abbekommt. Die Isar und ihre Zuflüsse reagieren empfindlich auf solche Mengen: Bei vergleichbaren Regenfällen im Juni 2023 stiegen die Pegel lokal um bis zu 80 Zentimeter an.

Auch der Norden wird nass, allerdings mit anderen Folgen. In Schwabing und Maxvorstadt sorgen dichte Bebauung und viele versiegelte Flächen dafür, dass das Wasser langsamer versickert. Hier warnen Stadtplaner seit Jahren vor Überlastung der Kanalisation bei Starkregen – ein Problem, das sich an diesem Sonntag erneut zeigen könnte.

Wer die Innenstadt meidet, findet trockenere Ecken im Westen. Nymphenburg und Laim profitieren von der windgeschützten Lage zwischen Parks und alten Baumbeständen, die den Regen etwas abfangen. Doch selbst hier bleibt es ungemütlich: Die Luftfeuchtigkeit klettert auf über 90 Prozent, Nebelschwaden ziehen durch die Alleen.

Für Radfahrer wird’s besonders unangenehm. Die Isarauen verwandeln sich bei anhaltendem Regen schnell in morastiges Gelände, und die beliebten Radwege entlang des Flusses sind oft die ersten, die unter Wasser stehen. Der ADFC rät, auf alternative Routen über höhere Lagen wie die Praterinsel auszuweichen – oder gleich auf den ÖPNV umzusteigen.

Straßen, U-Bahnen, Flüge: Was jetzt betroffen ist

Der erwartete Starkregen wird Münchens Verkehrsnetz am Sonntag massiv belasten. Besonders betroffen sind Straßen in Tieflagen und Unterführungen, wo der Deutsche Wetterdienst bereits vor lokalen Überschwemmungen warnt. Allein im Oktober 2023 führten ähnliche Niederschlagsmengen zu über 50 vollgesperrten Straßenabschnitten – vor allem in Schwabing und Neuhausen. Die Stadtwerke München haben bereits mobile Pumpen in kritischen Bereichen positioniert, doch bei 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit reichen selbst diese Maßnahmen oft nicht aus.

Die U-Bahn-Linien U3 und U6 stehen unter besonderer Beobachtung. Beide verlaufen streckenweise unter der Isar und sind bei Extremwetter anfällig für Wasserintritte. 2021 musste der Betrieb auf der U6 nach heftigen Regenfällen für drei Stunden komplett eingestellt werden. Diesmal sollen zusätzliche Wartungsteams bereitstehen, um bei Störungen sofort eingreifen zu können. Pendler müssen dennoch mit Verspätungen oder Ausfällen rechnen.

Am Flughafen München rechnet man mit Windböen bis zu 70 km/h und sichtbehinderndem Regen. Lufthansa und andere Airlines haben bereits vorbeugend einige Inlandsflüge gestrichen, um Umleitungen zu vermeiden. Die Start- und Landebahn Nord wird vorrangig genutzt, da sie besser gegen seitlichen Wind abgeschirmt ist. Reisende sollten die Live-Updates der Flughafen-App nutzen – bei ähnlichen Wetterlagen kam es in der Vergangenheit zu Wartezeiten von bis zu zwei Stunden an den Security-Checks.

Auch der Regionalverkehr steht vor Herausforderungen. Die S-Bahn-Strecken nach Freising und Erding verlaufen durch Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, Ersatzbusse bereitzuhalten, falls Gleise überschwemmt werden. Fahrgäste werden aufgefordert, ihre Fahrten umzulegen oder auf alternative Routen auszuweichen.

Wie Anwohner sich auf Überschwemmungen vorbereiten

Mit den angekündigten 25 Litern Regen pro Quadratmeter am Sonntag sollten Münchner Anwohner jetzt handeln – besonders in Gebieten wie Schwabing-West oder der Isarvorstadt, die bei Starkregen regelmäßig betroffen sind. Der Deutsche Wetterdienst warnt, dass solche Mengen innerhalb weniger Stunden zu lokalen Überflutungen führen können, wenn die Kanalisation überlastet ist. Wer in Tiefgaragen oder Kellern wertvolle Gegenstände lagert, sollte sie rechtzeitig in höhere Stockwerke bringen. Auch Dokumente wie Versicherungspolicen oder Mietverträge gehören nicht in den Keller, wenn Starkregen droht.

Ein oft unterschätzter Risikofaktor sind verstopfte Abflüsse. Laub, Äste oder Müll können Gullys blockieren und das Wasser auf die Straße zurückstauen lassen. Anwohner können hier selbst aktiv werden: Mit einem Rechen lassen sich grobe Verunreinigungen entfernen, bevor der Regen einsetzt. Wer in der Nähe von Bächen oder kleinen Flüssen wohnt, sollte zudem die Pegelstände im Blick behalten – das Bayerische Landesamt für Umwelt bietet Echtzeit-Daten online an.

Für den Notfall empfiehlt das Technische Hilfswerk (THW), eine kleine Überschwemmungs-Checkliste parat zu haben. Dazu gehören wasserdichte Taschenlampen, Gummistiefel und ein Vorrat an Trinkwasser für 48 Stunden. Studien zeigen, dass über 60 Prozent der Schäden bei Hochwasser durch ungesicherte Lichtschächte oder undichte Kellerfenster entstehen. Silikon-Dichtungsbänder aus dem Baumarkt können hier im Ernstfall Minuten gewinnen.

Wer ein Auto besitzt, parkiert es besser nicht in Senken oder Unterführungen. Bei den prognostizierten Regenmengen steigt das Wasser schneller als viele denken – selbst SUVs bieten dann keinen Schutz. Die Stadt München hat zudem eine Warn-App eingerichtet, die bei akuter Gefahr Push-Nachrichten verschickt. Ein Blick auf die Risikokarten des Hochwasserschutzkonzepts lohnt sich: Sie zeigen, welche Straßen in der Vergangenheit besonders betroffen waren.

Wetteraussichten: Bleibt es auch nächste Woche unbeständig

Die anhaltende Regenfront über Bayern lässt Münchner Meteorologen kaum Raum für Optimismus. Nach den heftigen Niederschlägen am Sonntag – lokal wurden bis zu 25 Liter pro Quadratmeter gemessen – deutet alles auf eine fortschrittlich unbeständige Woche hin. Die aktuellen Modelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen eine stabilisierte Tiefdrucklage über Mitteleuropa, die bis mindestens Mittwoch feuchte Atlantikluft nach Süddeutschland lenkt. Kurzfristige Aufhellungen bleiben möglich, doch Schauer und Gewitter werden voraussichtlich den Rhythmus bestimmen.

Besonders auffällig ist die prognostizierte Regenmenge für die kommenden sieben Tage: Bis zu 40 Liter pro Quadratmeter könnten laut Ensemble-Vorhersagen bis Sonntag nächster Woche zusammenkommen. Zum Vergleich: Der langjährige Durchschnitt für den gesamten Juli liegt in München bei etwa 120 Litern. Die aktuellen Werte würden damit fast ein Drittel des Monatsolls in weniger als einer Woche erreichen – ein klares Indiz für die anhaltende Dynamik der Wetterlage.

Während die Temperaturen tagsüber mit 18 bis 22 Grad für die Jahreszeit typisch bleiben, sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit für ein schwüles Gefühl. In den Nächten kühlt es nur zögerlich ab, was die Bildung von Nebelfeldern begünstigt. Vor allem in den Morgenstunden muss mit lokaler Sichtbehinderung gerechnet werden, besonders in Flussnähe und Senken.

Langfristige Prognosen bleiben zwar unsicher, doch die Trends sind eindeutig: Erst ab dem kommenden Wochenende zeichnet sich eine leichte Beruhigung ab, wenn ein Hochdruckkeil aus Westeuropa vorsichtig Einfluss gewinnt. Bis dahin dominieren Wolken, Schauer und das bekannte Münchner Wetter-Roulette – mit Regenschirm als ständiger Begleiter.

Der anstehende Sonntag wird München vor eine echte Herausforderung stellen: Bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit bedeuten nicht nur durchweichte Kleidung, sondern auch ein erhöhtes Risiko für lokale Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und rutschige Straßen. Besonders in Tiefgaragen, an U-Bahn-Eingängen und in der Isarau könnte das Wasser schneller steigen als erwartet, während der Verkehr auf den Hauptrouten wie der A9 oder der Landsberger Straße mit Staus und Aquaplaning rechnen muss.

Wer nicht zwingend rausmuss, sollte den Tag drinnen verbringen – und selbst kurze Wege gut vorbereiten: festes Schuhwerk, eine wasserdichte Jacke und ein Blick auf die Echtzeit-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes oder der Münchner Feuerwehr-App können den Unterschied zwischen einer unangenehmen Nässe und echten Gefahren ausmachen. Die kommenden Tage zeigen dann, ob die Stadt die Entwässerungssysteme rechtzeitig entlasten konnte oder ob die Folgen des Extremwetters noch länger nachwirken.