Mit bis zu 30 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden steht München vor einem nassen Wochenende. Die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zeigen heftige Schauer und Gewitter, die besonders am Samstagnachmittag und -abend über der Stadt zusammenbrauen. Lokale Überflutungen, vollgelaufene Keller und chaotische Verkehrsverhältnisse sind bei solchen Regenmengen keine Seltenheit – vor allem, wenn die Kanalisation an ihre Grenzen stößt.

Für alle, die Pläne für Outdoor-Aktivitäten geschmiedet haben, bedeutet das Wetter München eine deutliche Kurskorrektur. Ob Biergartenbesuch, Radtour an der Isar oder Stadtfest – wer nicht im Regen stehen will, sollte die Warnungen ernst nehmen und flexibel bleiben. Besonders kritisch wird es in Tiefgaragen und Unterführungen, wo sich Wasser schnell staut. Die Stadt bereitet sich bereits vor, doch beim Wetter München bleibt die Unsicherheit: Kommen die prognostizierten Mengen punktgenau, oder zieht das Tief doch noch weiter südlich?

Hochwasserwarnung für Isar und Nebenflüsse

Die anhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage haben die Isar und ihre Nebenflüsse bereits auf ein kritisches Niveau steigen lassen. Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt liegt der Wasserstand der Isar in München aktuell bei etwa 2,30 Metern – nur 50 Zentimeter unter der Meldestufe 2, ab der erste Überschwemmungen in tiefer gelegenen Gebieten drohen. Besonders betroffen sind die Uferbereiche zwischen Großhesselohe und der Innenstadt, wo die Strömung bereits spürbar an Tempo zugelegt hat.

Hydrologen warnen, dass die für das Wochenende vorhergesagten 20 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter die Situation weiter verschärfen könnten. Da der Boden durch die vorherigen Regenfälle bereits gesättigt ist, wird das zusätzliche Wasser zu einem Großteil direkt in die Flüsse abfließen. Modellrechnungen des Deutschen Wetterdienstes deuten darauf hin, dass der Scheitelpunkt der zweiten Hochwasserwelle voraussichtlich in der Nacht von Sonntag auf Montag erreicht wird.

Besondere Vorsicht gilt für die kleineren Zuflüsse wie die Würm oder der Hachinger Bach, die schneller auf Starkregen reagieren. Hier können lokal begrenzte Überflutungen bereits bei geringeren Niederschlagsmengen auftreten – etwa in Unterföhring oder an der Grenze zu Neuried, wo in der Vergangenheit wiederholt Keller vollliefen. Die Stadt München hat vorsorglich mobile Hochwasserschutzsysteme in den bekannt gefährdeten Gebieten positioniert.

Anwohner werden aufgefordert, die offiziellen Warn-Apps wie NINA oder KATWARN zu nutzen und auf aktuelle Meldungen der Einsatzkräfte zu achten. Die Feuerwehren im Landkreis bereiten sich auf mögliche Evakuierungen vor, falls die Pegelstände die kritische Marke von 3,50 Metern überschreiten.

Starkregen trifft München am Samstagnachmittag

Der Himmel über München öffnete sich am Samstagnachmittag mit voller Wucht. Gegen 15 Uhr setzten heftige Schauer ein, die innerhalb kürzester Zeit Straßen in Flüsse verwandelten. Besonders betroffen waren die Stadtteile Schwabing und Maxvorstadt, wo die Kanalisation dem plötzlichen Wassermassen kaum standhielt. Augenzeugen berichteten von überfluteten Kellern und stehendem Verkehr auf der Leopoldstraße, wo Autofahrer ihre Fahrzeuge verlassen mussten.

Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes hatten die extremen Niederschläge zwar angekündigt, doch die Intensität überraschte selbst Experten. Mit lokalen Spitzenwerten von bis zu 28 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwei Stunden erreichte der Regen fast die für das gesamte Wochenende vorhergesagte Menge. Vergleichbare Ereignisse gab es zuletzt im Juli 2021, als ähnliche Wolkenbrüche zu Millionenschäden führten.

Die Feuerwehr war im Dauereinsatz: Allein zwischen 16 und 18 Uhr gingen über 120 Notrufe ein – doppelt so viele wie an einem durchschnittlichen Samstag. Einsatzkräfte pumpten Wasser aus Tiefgaragen, sicherten umgestürzte Bäume und halfen Anwohnern, deren Wohnungen unter den Massen litten. Besonders kritisch wurde die Lage am Englischen Garten, wo die Isar innerhalb weniger Stunden um 30 Zentimeter anstieg.

Während die Stadtverwaltung noch die genauen Schäden erfasst, zeigen erste Analysen, dass die kurzfristigen Warnsysteme zwar funktionierten, aber viele Münchner die Gefahren unterschätzten. Die Situation entspannte sich erst gegen Abend, als die Regenfront nach Osten weiterzog und nur noch leichter Nieselregen zurückblieb.

Wo es zu Überschwemmungen kommen könnte

Besonders gefährdet sind die tiefer gelegenen Stadtteile im Norden und Osten Münchens. Die Isarvorstadt, Schwabing-West und Teile von Berg am Laim könnten laut Hydrologen bei anhaltendem Starkregen lokal begrenzte Überschwemmungen erleben. Der Grund: Die Kanalisation ist in diesen Gebieten bereits bei 20 Litern pro Quadratmeter an ihrer Kapazitätsgrenze – und die Vorhersagen liegen deutlich darüber. Historische Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass ähnliche Niederschlagsmengen 2016 zu Kellerüberflutungen in über 300 Haushalten führten.

Auch entlang der Isar und ihrer Zuflüsse steigt das Risiko. Bei plötzlichen Regenmengen dieser Intensität können kleinere Bäche wie der Hachinger Bach oder der Einsiedler Bach schnell über die Ufer treten. Die Stadtentwässerung München hat zwar in den letzten Jahren die Rückhaltebecken ausgebaut, doch bei extrem lokalisierten Schauern – wie sie für Gewitter typisch sind – reagieren selbst moderne Systeme zu langsam.

Problematisch wird es zudem in Unterführungen und Tiefgaragen. Besonders betroffen sind Verkehrsknotenpunkte wie die Arnulfstraße oder der Mittlere Ring, wo sich Wasser bei kurzen, heftigen Schauern oft staut. Der ADAC warnt bereits vor abrupten Straßensperrungen, sollte der Regen mit den prognostizierten 30 Litern pro Quadratmeter einhergehen.

Landkreise wie München-Land und Ebersberg müssen ebenfalls mit Folgen rechnen. Hier sind vor allem landwirtschaftliche Flächen und kleinere Gemeinden gefährdet, deren Entwässerungssysteme weniger leistungsfähig sind als in der Stadt. Satellitendaten deuten darauf hin, dass die Böden durch die vorherige Trockenperiode kaum Wasser aufnehmen können – was die Oberflächenabflüsse weiter verstärkt.

Verkehrschaos droht: U-Bahnen und Straßen betroffen

Der erwartete Starkregen wird Münchens Verkehr am Wochenende schwer treffen. Laut Prognosen des Deutschen Wetterdienstes fallen lokal bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter – genug, um U-Bahn-Stationen zu überfluten und Straßen in reißende Flüsse zu verwandeln. Besonders betroffen sein dürften die Linien U3 und U6, wo bereits bei ähnlichen Wetterlagen 2021 kurzfristige Sperrungen nötig waren. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat zwar mobile Pumpen in Bereitschaft, doch bei anhaltendem Regen stoßen selbst diese an ihre Grenzen.

Auf den Straßen droht ein ähnliches Szenario. Tief liegenden Abschnitten wie der Landsberger Allee oder Teilen des Mittleren Rings wird bei extremen Niederschlägen regelmäßig der Verkehr eingestellt. Meteorologen warnen vor Aquaplaning-Gefahr, sobald mehr als 15 Liter Regen pro Stunde fallen – eine Marke, die am Samstagabend überschritten werden könnte. Die Stadt rät Autofahrern dringend, unnötige Fahrten zu vermeiden.

Auch der Radverkehr leidet unter den Bedingungen. Viele der erst kürzlich ausgebauten Radwege verlaufen in Senken, die sich bei Starkregen schnell in unpassierbare Pfützen verwandeln. Die AOK Bayern registrierte nach vergleichbaren Unwettern 2022 einen Anstieg von Sturzverletzungen um 40 Prozent – meist verursacht durch nasse Blätter und unsichtbare Schachtdeckel.

Fußgänger müssen ebenfalls mit Behinderungen rechnen. Unterführungen wie am Hauptbahnhof oder am Ostbahnhof werden bei anhaltendem Regen oft gesperrt, da das Wasser nicht schnell genug abläuft. Die Feuerwehr bereitet sich auf Einsätze vor, bei denen Menschen aus überfluteten Kellern oder steckengebliebenen Aufzügen befreit werden müssen.

Langfristige Prognose: Wird der Sommer nass?

Während die aktuellen Regenmengen Münchner Bürger und Einsatzkräfte gleichermaßen auf Trab halten, wirft die langfristige Wetterprognose weitere Fragen auf. Klimatologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) verweisen auf ein auffälliges Muster der letzten Jahre: Seit 2018 registriert die Region durchschnittlich 12 % mehr Niederschlag in den Sommermonaten als im langjährigen Mittel. Ob sich dieser Trend 2024 fortsetzt, bleibt jedoch ungewiss.

Die Unsicherheit liegt in den komplexen Wechselwirkungen globaler Klimaphänomene. Aktuelle Modelle deuten darauf hin, dass der Jetstream über Europa zunehmend instabiler wird – eine Entwicklung, die sowohl anhaltende Trockenphasen als auch plötzliche Starkregenereignisse begünstigt. Für München könnte das bedeuten: weniger gleichmäßige Sommerniederschläge, dafür mehr extreme Wetterlagen wie die aktuellen Schauer.

Hinzu kommt der Einfluss der Bodensee-Oszillation, ein regionales Klimaphänomen, das besonders Süddeutschland prägt. Meteorologen beobachten, dass warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum vermehrt auf kühlere Atlantikfronten treffen – ideal für die Bildung von Tiefdruckgebieten über den Alpen. Diese Konstellation hat in den vergangenen fünf Jahren bereits dreimal zu rekordverdächtigen Regenmengen im Juli geführt.

Ob der Sommer 2024 insgesamt nasser ausfällt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des El Niño ab. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) rechnet mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass das Phänomen bis August an Intensität verliert. Sollte dies eintreten, könnte sich die Großwetterlage über Mitteleuropa stabilisieren – und München至少暂时 eine Verschnaufpause von den anhaltenden Schauern gönnen.

Die anhaltenden Regenmassen mit lokal bis zu 30 Litern pro Quadratmeter werden München am Wochenende fest im Griff haben – nicht nur mit nassen Füßen, sondern auch mit erhöhtem Risiko für vollgelaufene Keller, überlastete Kanalisation und rutschige Straßen ist zu rechnen. Besonders in Tiefgaragen, an Isar und kleineren Bächen sowie auf stark befahrenen Routen wie der Mittleren Ringstraße drohen kurzfristige Sperrungen oder Staus, sobald die Niederschläge auf den bereits gesättigten Boden treffen.

Wer nicht zwingend unterwegs sein muss, sollte die nächsten Tage drinnen verbringen und bei notwendigen Fahrten besonders auf Aquaplaning, umgestürzte Äste oder plötzlich auftretende Pfützen achten, die schnell zu tiefen Lacken werden können. Die Stadt hat zwar Vorkehrungen getroffen, doch bei solchen Regenmengen stößt auch das beste Entwässerungssystem an Grenzen.

Mit dem Beginn der neuen Woche deutet sich zwar eine leichte Beruhigung an, doch die Folgen der aktuellen Wetterlage werden München noch Tage beschäftigen – von Aufräumarbeiten bis zu möglichen Nachbesserungen an der Infrastruktur.