Bis 2025 wird München 50 zusätzliche Stellplätze für Wohnmobile schaffen – ein klares Signal an die wachsende Zahl der Reisenden, die mit ihrem Zuhause auf Rädern die Stadt erkunden. Die Nachfrage steigt: Allein 2023 verzeichnete die Landeshauptstadt eine Rekordzahl von 12.000 Übernachtungen auf den bestehenden Flächen, oft mit monatelangen Vorlaufzeiten für Buchungen. Besonders beliebt sind Standorte in zentraler Lage, wo Natur und Urbanität aufeinandertreffen.

Genau hier setzt das neue Projekt an: Der geplante Wohnmobilstellplatz München Englischer Garten soll ab 2025 direkt am nördlichen Rand des beliebten Naherholungsgebiets entstehen. Mit moderner Infrastruktur und einer Kapazität von bis zu 50 Fahrzeugen reagiert die Stadt auf den Bedarf von Touristen und Einheimischen, die flexibel und kostengünstig reisen möchten. Der Standort verspricht nicht nur praktische Vorteile wie Stromanschlüsse und Entsorgungsstationen, sondern auch einen einzigartigen Zugang zu Münchens grünem Herz – ein Argument, das besonders Langzeitcamper überzeugt. Der Ausbau des Wohnmobilstellplatzes München Englischer Garten markiert damit einen wichtigen Schritt in der urbanen Tourismusstrategie.

Wohnmobil-Boom in München stellt Stadt vor Herausforderungen

Münchens Straßen und Parkplätze verwandeln sich zunehmend in improvisierte Campingplätze. Seit 2020 hat sich die Zahl der Wohnmobile in der Stadt verdreifacht – eine Entwicklung, die nicht nur Touristen, sondern auch immer mehr Münchner anlockt, die im Van leben. Besonders betroffen sind die Viertel rund um den Englischen Garten, wo Anwohner über verstopfte Zufahrten, Müllprobleme und nächtliche Lärmbelästigung klagen. Die Stadtverwaltung steht vor einem Dilemma: Einerseits will sie den Trend nicht kriminalisieren, andererseits fehlen klare Regeln und ausreichend Infrastruktur.

Laut einer Studie des ADAC von 2023 nutzten über 60 % der Wohnmobilreisenden in Bayern keine offiziellen Stellplätze, sondern parkten im öffentlichen Raum. In München verschärft sich das Problem durch die begrenzten Kapazitäten der bestehenden Flächen – die wenigen legalen Optionen wie der Stellplatz an der Thalkirchner Straße sind oft monatelang ausgebucht. Kommunale Vertreter betonen, dass die Situation ohne gezielte Maßnahmen bald unkontrollierbar werde.

Die Folgen sind bereits sichtbar. An der Isar, entlang der Maximilianstraße und in Schwabing bilden sich regelmäßig Wohnmobil-Konvois, die nicht nur den Verkehr behindern, sondern auch die Grünflächen belasten. Sanitäreinrichtungen fehlen, Abwässer werden teils unsachgemäß entsorgt. Während einige Anwohner die lebendige Atmosphäre schätzen, fordern andere konsequente Lösungen – von strikteren Parkverboten bis hin zu gebührenpflichtigen Kurzzeitzonen.

Besonders brisant: Viele der dauerhaft in München stationierten Wohnmobile gehören Menschen, die sich aufgrund der explodierenden Mieten keine Wohnung mehr leisten können. Sozialverbände warnen davor, den Wohnmobil-Boom allein als Tourismusphänomen zu betrachten. Die Stadt muss nun abwägen, wie sie legale Stellplätze schafft, ohne gleichzeitig die Attraktivität für illegales Parken zu steigern.

Genauere Pläne für die Stellplätze am Englischen Garten

Die konkreten Planungen für die neuen Wohnmobil-Stellplätze am Englischen Garten nehmen Form an. Laut aktuellen Unterlagen der Stadtverwaltung sollen die Flächen auf drei Teilbereiche verteilt werden: zwei kleinere Standorte mit je zehn Stellplätzen in der Nähe des Chinesischen Turms sowie ein größerer Bereich mit 30 Plätzen am nördlichen Rand des Parks, nahe der Isar. Die Wahl dieser Standorte erfolgte nach einer Machbarkeitsstudie, die besonders die Verkehrsanbindung und die bestehende Infrastruktur berücksichtigte.

Besonders der Standort an der Isar bietet Vorteile. Eine Untersuchung des ADAC aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 68 % der Wohnmobilreisenden in Deutschland Wert auf eine ruhige Lage mit Naturbezug legen – genau das könnte hier geboten werden. Gleichzeitig ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gegeben, da die Haltestelle „Tivolistraße“ nur fünf Gehminuten entfernt liegt. Die Stadt plant zudem, die Stellplätze mit Stromanschlüssen und Entsorgungsstationen auszustatten, um den Ansprüchen moderner Reisemobile gerecht zu werden.

Kritische Stimmen aus dem Stadtrat hatten zunächst Bedenken wegen möglicher Lärmbelästigung oder Parkplatzknappheit geäußert. Doch die Planung sieht vor, die Stellplätze durch Hecken und begrünte Lärmschutzwälle abzutrennen. Zudem sollen die Flächen nur für eine begrenzte Aufenthaltsdauer von maximal 48 Stunden genutzt werden dürfen – eine Regelung, die sich in anderen Städten wie Hamburg oder Berlin bereits bewährt hat.

Ob die Bauarbeiten wie geplant 2024 beginnen können, hängt noch von der finalen Genehmigung des Umweltausschusses ab. Sollte alles nach Zeitplan verlaufen, könnten die ersten Wohnmobile bereits im Frühsommer 2025 an den neuen Plätzen stehen.

Ausstattung und Kosten für Camper im Überblick

Die geplanten 50 Stellplätze für Wohnmobile am Englischen Garten sollen Campern eine moderne Grundausstattung bieten. Jeder Standort erhält einen Stromanschluss (16 Ampere) sowie eine Entsorgungsstation für Grau- und Schwarzwasser. Frischwasseranschlüsse werden zentral angelegt, um die Infrastruktur effizient zu nutzen. Laut einer Studie des ADAC aus 2023 erwarten über 60 % der Wohnmobilreisenden solche Standards als Mindestanforderung – ein Kriterium, das München mit dem Projekt erfüllen will.

Für die Nutzung der Stellplätze fallen Gebühren an, die sich an vergleichbaren Standorten in Großstädten orientieren. Pro Nacht werden voraussichtlich zwischen 20 und 30 Euro fällig, je nach Saison und Ausstattung. Langzeitcamper könnten von Wochen- oder Monatsrabatten profitieren, um die Attraktivität für Touristen und Pendler gleichermaßen zu steigern. Die genauen Tarife legt die Stadtverwaltung noch fest, doch erste Schätzungen basieren auf Preismodellen aus Städten wie Berlin oder Hamburg.

Zusätzlich zur technischen Infrastruktur plant die Stadt begrünte Trennstreifen zwischen den Stellplätzen sowie beleuchtete Wege für mehr Sicherheit. Ein digitales Buchungssystem soll die Belegung regeln und spontane Anreisen ermöglichen. Ob die Flächen ganzjährig oder nur saisonal geöffnet bleiben, hängt von den Betriebskosten und der Nachfrage ab.

Kritiker monieren, dass die Kosten für Camper in München damit über dem Durchschnitt lägen – besonders im Vergleich zu ländlichen Stellplätzen. Befürworter verweisen jedoch auf die zentrale Lage und die hohe Lebensqualität durch die Nähe zum Englischen Garten.

Anmeldung, Regeln und Verfügbarkeit der neuen Flächen

Die Anmeldung für die geplanten 50 Wohnmobil-Stellplätze am Englischen Garten wird digital über das Münchner Serviceportal laufen. Campende müssen sich vorab registrieren, wobei die Stadt eine maximale Aufenthaltsdauer von 48 Stunden pro Platz vorsieht. Dies entspricht den Richtlinien vieler europäischer Großstädte, die damit Wildcampen eindämmen und gleichzeitig eine kontrollierte Nutzung ermöglichen. Die Buchung erfolgt nach dem Prinzip „First come, first served“, wobei eine kleine Gebühr von voraussichtlich 10 bis 15 Euro pro Nacht erhoben wird – ein Preis, der sich an ähnlichen Angeboten wie in Berlin oder Hamburg orientiert.

Strenge Regeln sollen Konflikte mit Anwohnern und Naturschutzbehörden vermeiden. So ist das Abstellen von Markisen oder das Ausfahren von Stützen auf den asphaltierten Flächen untersagt, um die Grünflächen nicht zu beschädigen. Auch offenes Feuer oder laute Musik sind tabu. Laut einer Studie des Deutschen Städtetags von 2023 reduzieren klare Nutzungsvorschriften die Beschwerden in Wohngebieten um bis zu 60 Prozent. Die Stadt München setzt daher auf regelmäßige Kontrollen durch das Ordnungsamt, besonders in den Sommermonaten, wenn die Nachfrage nach Stellplätzen traditionell am höchsten ist.

Die Verfügbarkeit der Flächen wird saisonal angepasst. Von April bis Oktober stehen alle 50 Plätze zur Verfügung, im Winter wird die Zahl auf 20 reduziert, um die Wartungskosten zu senken. Besonders in den Hauptreisezeiten Juli und August rechnet die Stadt mit einer Auslastung von über 90 Prozent. Für spontane Reisende bleibt eine begrenzte Anzahl an Plätzen ohne Vorreservierung frei – eine Lösung, die bereits in anderen bayerischen Kommunen wie Garmisch-Partenkirchen erfolgreich getestet wurde.

Wer länger als zwei Tage bleiben möchte, muss auf alternative Stellplätze in der Region ausweichen. Die Stadt empfiehlt hier etwa den Campingplatz Thalkirchen oder private Anbieter im Umland. Die Beschränkung soll sicherstellen, dass möglichst viele Wohnmobilfahrer die Chance auf einen Platz im Herzen Münchens erhalten.

Wie die Stadt weitere Standorte langfristig plant

Die Stadt München denkt die Stellplatz-Strategie für Wohnmobile langfristig um – und setzt dabei auf ein flexibles Konzept. Statt isolierter Lösungen wie am Englischen Garten sollen künftig dezentrale Standorte in allen Stadtbezirken entstehen. Eine Machbarkeitsstudie des TÜV Süd aus dem Jahr 2023 empfiehlt, mindestens 20 Prozent der neuen Flächen in Randbezirken wie Moosach oder Perlach anzulegen, um den Verkehr in der Innenstadt zu entlasten.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Kombination mit bestehender Infrastruktur. Geplant ist, Stellplätze in der Nähe von S-Bahn-Halten wie Freimann oder Untermenzing einzurichten, wo Reisemobilisten direkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können. Die Stadt prüft zudem Kooperationen mit privaten Campingplätzen, um Synergien bei Abwasserentsorgung und Stromversorgung zu nutzen.

Ein Pilotprojekt in Neuperlach zeigt bereits, wie solche Standorte aussehen könnten: Dort entstanden 2022 zwölf Stellplätze mit Grauwasser-Entsorgung und Solar-Ladestationen auf einem bisher ungenutzten Parkplatz. Die Auslastung liegt laut Stadtverwaltung bei über 80 Prozent – ein klares Signal für den Bedarf.

Langfristig will die Kommune auch digitale Buchungssysteme einführen, um die Belegung transparenter zu gestalten. Aktuell laufen Gespräche mit Anbietern wie Parkopedia, um Echtzeit-Daten zu verfügbaren Plätzen in eine städtische App zu integrieren. Parallel dazu sollen klare Regeln für Maximalliegezeiten und Gebühren die Akzeptanz in der Nachbarschaft sichern.

Mit den geplanten 50 neuen Stellplätzen am Englischen Garten setzt München ein klares Zeichen für nachhaltigen Tourismus und entlastet gleichzeitig die überfüllten bestehenden Flächen in der Stadt. Die Kombination aus zentraler Lage, moderner Infrastruktur und der Nähe zu einem der beliebtesten Naherholungsgebiete Deutschlands macht das Projekt zu einem Gewinn für Wohnmobilreisende und Münchner gleichermaßen—sofern die Umsetzung wie angekündigt bis 2025 gelingt.

Wer bereits jetzt mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte die offiziellen Portale der Stadt im Blick behalten, da die Reservierungsmodalitäten und genauen Standorte voraussichtlich noch 2024 konkretisiert werden. Langfristig könnte das Vorhaben sogar als Blaupause für andere Großstädte dienen, die mit ähnlichen Herausforderungen zwischen Tourismusboom und Platzmangel kämpfen.