120 Quadratmeter Bürofläche in Schwabing für unter 1.200 Euro warm – was vor zwei Jahren noch wie ein Schnäppchen klang, wird in München zunehmend zur Realität. Die Mietpreise für Gewerbeimmobilien in der bayerischen Landeshauptstadt korrigieren sich langsam, doch wer genau hinschaut, findet weiterhin Lücken im Markt. Besonders im Trendviertel Schwabing, wo kreative Start-ups und etablierte Agenturen seit Jahren um jeden Quadratmeter ringen, locken derzeit ungewöhnlich attraktive Angebote. Die Gründe? Leerstände durch Homeoffice-Trends, veränderte Nutzungsbedarfe und Vermieter, die lieber moderate Mieten akzeptieren, als Räume monatelang ungenutzt zu lassen.
Für Gründer, Freiberufler oder kleine Teams, die nach einem Bürostandort mit Flair suchen, könnte der Moment kaum günstiger sein. Wer Büro mieten München googelt, stößt auf ein breites Spektrum – von schmucken Altbauetagen über loftartige Backsteinbüros bis hin zu modernen Co-Working-Spaces mit flexiblen Konditionen. Doch Vorsicht: Die scheinbare Preissenkung trügt oft. Nebenkosten, Kaution und vertragliche Details machen den Unterschied zwischen einem echten Deal und einer teuren Falle. Wer jetzt zuschlägt, sichert sich nicht nur eine Adresse mit Prestige, sondern spart im Vergleich zu 2022 bis zu 30 Prozent. Büro mieten München war selten so strategisch klug wie heute – vorausgesetzt, man kennt die richtigen Ecken und verhandelt hart.
Schwabings Wandel: Vom Künstlerbezirk zum Büro-Hotspot

Noch vor 20 Jahren prägten Ateliers, kleine Galerien und schäbige Charme-Wohnungen das Bild Schwabings. Künstler wie Franz Marc oder Thomas Mann hatten dem Viertel einst seinen legendären Ruf als Bohème-Zentrum gegeben. Doch wer heute durch die Leopoldstraße schlendert, findet statt Malerpinsel und Lyriklesungen vor allem eines: gläserne Bürokomplexe mit Mietpreisen, die selbst etablierte Unternehmen ins Grübeln bringen. Zwischen 2010 und 2023 stieg der Quadratmeterpreis für Gewerbeflächen hier um satte 180 Prozent – ein Wachstum, das selbst den Immobilienmarkt in der Innenstadt übertrifft.
Der Wandel begann schleichend. Zuerst zogen Tech-Startups ein, angelockt von der zentralen Lage und dem vermeintlich kreativen Flair. Es folgten Großkanzleien, Consulting-Firmen und schließlich internationale Konzerne, die in den sanierten Altbauten der Ainmillerstraße oder den Neubauten am Kurfürstenplatz repräsentative Standorte suchten. Die Folge: Aus dem einstigen Gegenentwurf zum bürgerlichen München wurde ein Aushängeschild für die neue Dienstleistungsökonomie. Selbst die traditionellen Schwabinger Kneipen wie das „Seehaus“ oder das „Café Luitpold“ teilen sich mittlerweile den Straßenraum mit Coworking-Spaces, in denen Freelancer für 30 Euro pro Tag einen Stehtisch mieten.
Immobilienexperten führen die Entwicklung auf eine einfache Gleichung zurück: Nachfrage trifft auf knappen Raum. Während München insgesamt unter einem Büroleerstand von unter drei Prozent ächzt, liegt die Quote in Schwabing bei mageren 1,2 Prozent. „Das Viertel hat sich vom Nischenstandort zum Premiumsegment entwickelt“, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse. Wer hier noch Flächen findet, zahlt dafür gerne den Aufpreis – nicht nur wegen der Adresse, sondern wegen der Infrastruktur. U-Bahn-Anbindung, Nähe zur Universität und das Prestige, im „Münchner Manhattan“ ansässig zu sein, rechtfertigen für viele Mieter die hohen Kosten.
Dabei bleibt der Charme des alten Schwabing nicht ganz auf der Strecke. Zwischen den Bürohochhäusern überleben noch immer einige der alten Läden, und die Isarwiesen laden weiterhin zum Feierabendbier ein. Doch die Mietpreise erzählen eine andere Geschichte: 1.200 Euro für 120 Quadratmeter gelten in der Branche längst als Schnäppchen. Wer hier einziehen will, muss schnell sein – und tief in die Tasche greifen.
Preisrealität: Was 1.200 Euro in Top-Lagen wirklich bieten

Wer in Schwabing für 1.200 Euro monatlich ein Büro sucht, wird schnell mit der Münchner Preisrealität konfrontiert. Die gefragten Lagen zwischen Leopoldstraße und Englischem Garten verlangen für diese Summe meist nicht mehr als 12 bis 15 Quadratmeter – oft in geteilten Etagen oder mit Kompromissen bei der Ausstattung. Laut dem aktuellen Gewerbeimmobilienreport der Stadt München liegen die Spitzenmieten für Büros in Top-Lagen bei 38 Euro pro Quadratmeter, was die 1.200-Euro-Grenze zur echten Herausforderung macht.
Die Praxis zeigt: Wer hier mietet, zahlt oft für das Image. Ein kleines Zimmer in einem Altbau mit Charme, aber ohne Aufzug oder mit Gemeinschaftsbad, ist keine Seltenheit. Manchmal inkludiert der Preis nicht einmal Nebenkosten oder Parkmöglichkeiten – beides in Schwabing ein kostspieliges Extra.
Dabei sind die Angebote schnell vergriffen. Makler berichten von Interessenten, die innerhalb von Stunden nach einer Besichtigung zuschlagen müssen, um nicht leer auszugehen. Flexible Arbeitsplatzmodelle wie Coworking-Spaces oder virtuelle Büros gewinnen hier an Attraktivität, da sie für denselben Preis oft mehr Flexibilität und bessere Infrastruktur bieten.
Wer auf klassische Büros besteht, sollte die Randbezirke Schwabings ins Auge fassen. Hier steigt die Chance auf 20 Quadratmeter oder mehr – allerdings oft mit längeren Anfahrtswegen oder weniger repräsentativer Adresse.
Versteckte Kosten: Nebenkosten, Kaution und Vertragsfallen

Wer in Schwabing ein Büro für 1.200 Euro warm mietet, sollte die Nebenkosten nicht unterschätzen. Laut aktuellem Gewerbeimmobilienreport der Stadt München liegen die Betriebskosten für Büroflächen im Schnitt bei 4,50 Euro pro Quadratmeter und Monat – bei 120 Quadratmetern summiert sich das auf zusätzliche 640 Euro jährlich. Dazu kommen Heizkosten, die in Altbauten mit ineffizienten Systemen schnell dreistellige Nachzahlungen bringen können. Mieter berichten von unerwarteten Abrechnungen für Hausmeisterdienste oder Winterdienst, die im Mietvertrag oft nur vage als „sonstige Betriebskosten“ aufgeführt sind.
Die Kaution stellt viele Gründer vor eine finanzielle Hürde. Üblich sind drei Monatsmieten, also 3.600 Euro, die vor Einzug fällig werden. Bei beliebten Lagen wie Schwabing verlangen Vermieter mitunter sogar fünf oder sechs Monatsmieten als Sicherheit – besonders, wenn der Mieter keine langjährige Bonität nachweisen kann. Bankbürgschaften werden zwar akzeptiert, doch die Gebühren dafür fressen schnell 1–2 % der Kautionssumme pro Jahr.
Vertragsfallen lauern oft im Kleingedruckten. Kurzfristige Kündigungsfristen von nur drei Monaten klingen verlockend, doch viele Verträge enthalten Passagen, die bei vorzeitigem Auszug eine Nachmietersuche verpflichtend machen – sonst drohen Schadensersatzforderungen. Ein weiterer Stolperstein: Modernisierungsvorbehalte, die es Vermietern erlauben, Mieterhöhungen nach Sanierungen durchzusetzen. Immobilienanwälte raten, besonders auf Klauseln zu achten, die „indexierte Mietanpassungen“ oder „Staffelmieten mit automatischer Verlängerung“ vorsehen.
Unvorhergesehene Kosten entstehen auch durch die Büroeinrichtung. Viele Schwabinger Altbauten verfügen nicht über klimatisierte Räume, sodass Mieter im Sommer auf mobile Geräte zurückgreifen müssen – die Miete für ein leistungsstarkes Split-Klimagerät beginnt bei 80 Euro monatlich. Und wer glaubt, mit dem Mietpreis sei alles abgedeckt, irrt: Parkplatzmieten in der Maxvorstadt liegen bei 150–250 Euro pro Monat, falls der Vertrag keinen Stellplatz einschließt.
Alternativen entdecken: Günstigere Perlen jenseits der Isar

Wer in München nach Büroräumlichkeiten sucht, muss nicht zwangsläufig in Schwabing oder der Maxvorstadt fündig werden. Stadtteile wie Neuhausen, Moosach oder sogar das aufstrebende Werksviertel-Mitte bieten attraktive Alternativen – oft zu deutlich niedrigeren Quadratmeterpreisen. Laut dem aktuellen Gewerbeimmobilienreport Bayern 2023 liegen die Mietpreise in diesen Vierteln im Schnitt 20 bis 30 Prozent unter denen der klassischen Trendlagen, bei vergleichbarer Infrastruktur und Anbindung.
Neuhausen punktet mit seiner Nähe zum Olympiapark und der hervorragenden U-Bahn-Anbindung (U1, U7). Hier finden sich moderne Büroflächen in sanierten Altbauten oder Neubauten, die oft mit flexiblen Mietmodellen locken. Besonders für Start-ups und kleine Agenturen lohnt sich ein Blick in die Seitenstraßen der Nymphenburger Straße, wo 120 Quadratmeter schon ab 900 Euro kalt zu haben sind – inklusive Charme und ohne den Trubel der Innenstadt.
Noch günstiger wird es in Moosach. Der Stadtteil im Nordwesten Münchens hat sich in den letzten Jahren vom reinen Wohnviertel zu einem aufstrebenden Gewbestandort entwickelt. Mit der U3 ist man in 15 Minuten am Marienplatz, und die Mietpreise liegen hier bei etwa 12 bis 15 Euro pro Quadratmeter – ein Bruchteil dessen, was in Schwabing verlangt wird. Besonders interessant: die ehemaligen Industrieareale entlang der Dachauer Straße, die nach und nach zu kreativen Büroclustern umgebaut werden.
Für diejenigen, die Wert auf ein modernes Umfeld legen, könnte das Werksviertel-Mitte die richtige Wahl sein. Das ehemalige Pfanni-Gelände hat sich zu einem dynamischen Mix aus Büros, Gastronomie und Kultur entwickelt. Die Mieten sind zwar höher als in Moosach, aber immer noch unter dem Schwabinger Niveau. Pluspunkt: Die direkte S-Bahn-Anbindung (S1–S8) und die Nähe zum Ostbahnhof machen das Viertel auch für Pendler attraktiv.
Marktausblick 2025: Bleibt Schwabing bezahlbar oder wird’s eng?

Schwabing bleibt ein Magnet für Unternehmen – doch die Preisspirale dreht sich weiter. Aktuelle Daten des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in München zeigen: Die durchschnittlichen Mietkosten für Büroflächen im Viertel stiegen 2024 um 8,3 % gegenüber dem Vorjahr. Während 120 Quadratmeter für 1.200 Euro noch realistisch erscheinen, handelt es sich dabei zunehmend um Altverträge oder weniger zentrale Lagen. Neuvermietungen in Toplagen wie der Leopoldstraße oder rund um den Kurfürstenplatz liegen bereits bei 28 bis 35 Euro pro Quadratmeter – ein Niveau, das Start-ups und kleine Agenturen vor schwierige Entscheidungen stellt.
Der Druck kommt von zwei Seiten. Einerseits halten internationale Konzerne und Tech-Firmen an Schwabing als Standort fest, was die Nachfrage nach hochwertigen Flächen anheizt. Andererseits bremsen steigende Baukosten und lange Genehmigungsverfahren den Neubau aus. Branchenkenner rechnen damit, dass bis 2025 kaum nennenswerte zusätzliche Kapazitäten auf den Markt kommen.
Doch es gibt Spielraum für Strategien. Wer flexibel ist, findet in Seitenstraßen oder im angrenzenden Maxvorstadt noch Optionen unter 20 Euro pro Quadratmeter. Auch Gemeinschaftsbüros oder die Teilung größerer Einheiten gewinnen an Bedeutung. Immobilienscouts raten dazu, frühzeitig zu suchen – und Kompromisse bei Ausstattung oder Lage einzugehen, bevor die Preisschraube sich weiter dreht.
Langfristig könnte sich die Dynamik ändern, sobald Hybridarbeit und dezentrale Standorte stärker akzeptiert werden. Bis dahin bleibt Schwabing ein hart umkämpftes Pflaster.
Wer in München nach bezahlbaren Büroflächen sucht, findet in Schwabing derzeit eine der attraktivsten Kombinationen aus Lage, Preis und Flair—vorausgesetzt, man handelt schnell und flexibel. Die Angebote um 1.200 Euro für 120 Quadratmeter zeigen, dass selbst in gefragten Vierteln noch realistische Lösungen möglich sind, wenn man Kompromisse bei Ausstattung oder Vertragslaufzeiten eingeht.
Interessenten sollten sich auf kurze Besichtigungstermine vorbereiten, Referenzen bereithalten und alternative Stadtteile wie Maxvorstadt oder die äußere Leopoldstraße im Blick behalten, falls das Wunschobjekt bereits vergeben ist. Mit der anhaltenden Nachfrage nach hybriden Arbeitsmodellen könnte sich das Angebot in den nächsten Monaten weiter verknappen—wer jetzt zuschlägt, sichert sich nicht nur einen Standort, sondern auch Spielraum für künftige Mietanpassungen.

