Mit einem Sprung auf 128,7 hat München die höchste Corona-Inzidenz seit Wochen erreicht – ein Wert, der die Stadt zurück in die Warnstufe katapultiert. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen: Innerhalb von nur drei Tagen kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz um fast 30 Punkte, während die Auslastung der Intensivstationen langsam, aber stetig zunimmt. Besonders betroffen sind die Altersgruppen zwischen 15 und 34 Jahren, wo die Infektionen aktuell am stärksten ansteigen. Die Gesundheitsbehörden reagieren umgehend und verschärfen die Regeln – vor allem in einem Bereich, der Eltern und Schüler direkt trifft.

Ab Montag greift in Münchens Schulen eine neue Testpflicht, die unabhängig vom Impfstatus gilt. Drei Mal pro Woche müssen sich Schüler:innen und Lehrkräfte verpflichtend testen lassen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Die Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen um Lockerungen eigentlich schon liefen. Doch die aktuelle Entwicklung bei Corona München aktuell zwingt die Stadt zum Umdenken: Statt über Öffnungsschritte zu sprechen, steht nun wieder die Eindämmung im Fokus. Für viele Münchner:innen bedeutet das eine Rückkehr zu Routinen, von denen sie dachten, sie lägen bereits hinter ihnen. Die Frage ist nur, wie lange die neuen Regeln halten müssen – und ob sie ausreichen, um den Trend bei Corona München aktuell zu bremsen.

Schlechte Nachrichten aus dem RKi: Inzidenz klettert weiter

Die Zahlen aus dem Robert Koch-Institut (RKI) geben wenig Anlass zur Entwarnung: Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 128,7 pro 100.000 Einwohner rückt München näher an die Warnstufe 2 heran. Besonders besorgniserregend ist der anhaltende Aufwärtstrend – seit einer Woche steigt die Inzidenz täglich um durchschnittlich 5 bis 8 Punkte. Virologen führen dies auf die Kombination aus kühlerem Wetter, nachlassender Impfwirkung und der Ausbreitung der Omikron-Sublinie BA.5 zurück, die sich laut RKI-Daten mittlerweile in über 70 Prozent der positiven Proben nachweisen lässt.

Betroffen sind vor allem jüngere Altersgruppen. Bei den 10- bis 19-Jährigen liegt die Inzidenz bereits bei 180, was die Entscheidung der Stadt für verschärfte Testregeln in Schulen untermauert. Ab Montag müssen Schülerinnen und Schüler dreimal wöchentlich einen negativen Testnachweis vorlegen – unabhängig vom Impfstatus.

Doch nicht nur die Infektionszahlen steigen. Auch die Auslastung der Münchner Kliniken nimmt langsam wieder zu. Aktuell belegen COVID-19-Patienten rund 6 Prozent der Intensivbetten, Tendenz leicht steigend. Besonders problematisch: Die Zahl der Personalausfälle in Pflege und Medizin wächst, da sich immer mehr Beschäftigte in Quarantäne begeben müssen.

Die Stadtverwaltung reagiert mit einem Appell an die Bevölkerung, freiwillige Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken in Innenräumen und regelmäßiges Lüften wieder konsequenter umzusetzen. Ob weitere Einschränkungen folgen, hängt von der Entwicklung der kommenden Tage ab.

Strengere Regeln für Schüler: Drei Tests pro Woche ab Montag

Ab Montag verschärft München die Corona-Testpflicht an Schulen. Künftig müssen sich alle Schülerinnen und Schüler dreimal pro Woche testen lassen – unabhängig vom Impfstatus. Die Maßnahme gilt zunächst für zwei Wochen und betrifft rund 150.000 Kinder und Jugendliche in der Stadt. Hintergrund ist der rasante Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz, die am Freitag mit 128,7 einen neuen Höchststand seit Mai erreichte.

Die Tests sollen montags, mittwochs und freitags direkt in den Schulen durchgeführt werden. Für Geimpfte und Genesene entfällt zwar die Quarantänepflicht bei Kontakt mit Infizierten, nicht aber die regelmäßige Testung. Das Gesundheitsreferat begründet den Schritt mit der hohen Dunkelfeldquote bei Kindern: Studien zufolge bleibt etwa jede dritte Infektion in dieser Altersgruppe unerkannt.

Kritik kommt von Elternverbänden, die auf den zusätzlichen organisatorischen Aufwand für Schulen und Familien hinweisen. Besonders problematisch sei die kurze Vorlaufzeit – viele Schulen seien noch dabei, Testmaterial und Personal zu beschaffen. Die Stadt verspricht jedoch, die Logistik bis Montagfrüh sicherzustellen.

Sollte die Inzidenz weiter steigen, sind zusätzliche Maßnahmen wie Maskenpflicht im Unterricht oder eine Rückkehr zum Wechselbetrieb nicht ausgeschlossen. Epidemiologen warnen bereits vor einer vierten Welle, die besonders die jüngere Bevölkerung treffen könnte.

Wo die neuen Teststationen in München stehen

Ab Montag erweitern die Stadt München und das Gesundheitsreferat das Netz der kostenlosen Corona-Teststationen – besonders in Brennpunkten mit hoher Inzidenz. Die neuen Standorte konzentrieren sich auf stark frequentierte Plätze wie den Marienplatz, wo täglich bis zu 1.500 Tests möglich sein sollen. Auch am Hauptbahnhof und in den Stadtteilen Neuhausen, Schwabing-West und Ramersdorf wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen, um die erwartete Nachfrage durch die verschärfte Testpflicht in Schulen und Kitas abzufangen.

Laut Angaben des Krisenstabs liegen die neuen Testzentren strategisch nahe an U-Bahn-Haltestellen und Schulen. In Schwabing-West etwa steht ein Container auf dem Parkplatz der Grundschule an der Dom-Pedro-Straße, während in Neuhausen das Testangebot direkt am Rotkreuzplatz eingerichtet wurde. Epidemiologen betonen, dass solche dezentralen Lösungen die Testbereitschaft um bis zu 30 Prozent steigern können – vor allem bei Eltern und Pendlern.

Ein Novum gibt es am Ostbahnhof: Hier kooperiert die Stadt mit einem privaten Labor, das PCR-Pooltests für ganze Schulklassen anbietet. Die Ergebnisse liegen innerhalb von 24 Stunden vor. Bisher war dieses Verfahren nur an ausgewählten Pilotstandorten verfügbar.

Die Öffnungszeiten wurden ebenfalls ausgeweitet. Während die meisten Stationen bisher nur bis 16 Uhr geöffnet hatten, sind die neuen Standorte am Marienplatz und Hauptbahnhof nun bis 20 Uhr in Betrieb. Wochenends bleibt das Angebot am Hauptbahnhof sogar durchgehend besetzt – eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach spontanen Tests vor Familienbesuchen oder Reisen.

Wer sich über die genauen Adressen informieren möchte, findet eine interaktive Karte auf der Website des Gesundheitsreferats. Dort werden auch tagesaktuelle Wartezeiten angezeigt, um Überlastungen zu vermeiden.

FFP2-Maskenpflicht bleibt – aber nicht überall

Die FFP2-Maskenpflicht in München bleibt vorerst bestehen – doch nicht mehr flächendeckend. Während in Bussen, Bahnen und Geschäften weiterhin strenge Regeln gelten, lockert die Stadt die Vorgaben für andere Bereiche. So entfällt die Maskenpflicht etwa in Gaststätten, sobald Gäste am Tisch Platz genommen haben. Die Entscheidung folgt auf eine aktuelle Risikobewertung des Landesamts für Gesundheit, das trotz steigender Inzidenz von einer stabilen Krankenhauslage spricht.

Besonders im ÖPNV und im Einzelhandel bleibt die FFP2-Maske jedoch Pflicht. Hier zeigt sich die Stadt unverändert konsequent: Kontrollen sollen laut Angaben der Ordnungsbehörden auch in den kommenden Wochen verstärkt stattfinden. Wer ohne medizinischen Grund keine Maske trägt, muss mit Bußgeldern bis zu 250 Euro rechnen.

Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht die Vorsicht: Mit einer Inzidenz von 128,7 liegt München deutlich über dem bayerischen Durchschnitt. Virologen betonen, dass die Maskenpflicht in Innenräumen mit hohem Publikumsverkehr weiterhin eine der wirksamsten Maßnahmen bleibt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen – besonders in Anbetracht der anstehenden Herbst- und Wintermonate.

Für Schulen und Kitas gelten unterdessen eigene Regeln. Hier tritt ab Montag eine verschärfte Testpflicht in Kraft, während die Maskenpflicht im Unterricht vorerst entfällt. Die Stadt setzt damit auf ein differenziertes Konzept, das Infektionsschutz und Alltagstauglichkeit in Einklang bringen soll.

Experten warnen: Omikron könnte Winter noch härter machen

Die Omikron-Variante könnte München einen noch härteren Winter bescheren – darauf deuten zumindest aktuelle Modellrechnungen hin. Virologen warnen vor einer raschen Ausbreitung der Mutante, die bereits in mehreren Bundesländern nachweisbar ist. Besonders besorgniserregend: Erste Daten aus Südafrika und Großbritannien zeigen, dass Omikron die Immunantwort von Geimpften und Genesenen teilweise umgehen kann. Sollte sich dieser Trend bestätigen, drohen trotz hoher Impfquote erneut steigende Infektionszahlen in der Landeshauptstadt.

Laut einer aktuellen Einschätzung des Robert Koch-Instituts könnte die neue Variante die Fallzahlen bis Jahresende um bis zu 30 Prozent in die Höhe treiben – selbst bei konsequenter Einhaltung der 3G-Regeln. München, mit seiner bereits jetzt kritischen Inzidenz von 128,7, wäre davon besonders betroffen. Die Stadtverwaltung prüft daher zusätzliche Schutzmaßnahmen für den öffentlichen Nahverkehr und Großveranstaltungen.

Kliniken bereiten sich unterdessen auf eine mögliche dritte Welle vor. Intensivmediziner betonen, dass selbst eine weniger schwere Verlaufsform von Omikron bei hohen Infektionszahlen zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen könnte. Die Münchner Uniklinik hat bereits die Planung für zusätzliche Isolierstationen aufgenommen.

Ob die neue Testpflicht an Schulen ab Montag ausreicht, um die Ausbreitung zu bremsen, bleibt fraglich. Experten fordern stattdessen eine Ausweitung der Booster-Impfungen – besonders für Risikogruppen und das medizinische Personal.

Die aktuell steil ansteigende Inzidenz in München zeigt, dass die Pandemie noch längst nicht vorbei ist – mit 128,7 liegt die Stadt nun deutlich über der Warnschwelle, und die neuen Testpflichten in Schulen ab Montag unterstreichen die Dringlichkeit der Lage. Besonders Eltern und Lehrkräfte müssen sich auf häufigere Kontrollen einstellen, während die Behörden weitere Maßnahmen nicht ausschließen, sollte die Entwicklung anhalten.

Wer Symptome bemerkt oder enge Kontakte zu Infizierten hatte, sollte sich umgehend testen lassen, auch wenn keine offizielle Pflicht besteht – schnelle Reaktionen können jetzt helfen, größere Ausbrüche zu verhindern. Ob die Zahlen in den kommenden Wochen sinken oder weitere Einschränkungen folgen, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent die Bevölkerung die bekannten Regeln umsetzt und Impfangebote wahrnimmt.