Mit sieben neuen Eisflächen wächst Münchens Angebot für Schlittschuhläufer dieses Jahr um fast ein Drittel – ein Rekord seit der Einführung der städtischen Eiszauber-Initiative vor fünf Jahren. Die Flächen verteilen sich von den Innenhöfen historischer Gebäude bis hin zu temporären Open-Air-Bahnen in Parks, wobei allein die Eislaufarena am Odeonsplatz mit 1.200 Quadratmetern Platz für Hunderte Besucher gleichzeitig bietet. Hinter den Kulissen arbeiteten seit September Teams der Stadtverwaltung mit lokalen Vereinen zusammen, um die technischen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen zu schaffen. Besonders auffällig: Drei der neuen Bahnen setzen auf nachhaltige Kühltechnik, die den Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent senkt.
Für alle, die in München Schlittschuhlaufen lieben, bedeutet die Erweiterung nicht nur mehr Auswahl, sondern auch kürzere Wartezeiten an den beliebtesten Spots wie dem Eisstadion am Ostbahnhof. Die neuen Standorte sind bewusst so gewählt, dass sie verschiedene Zielgruppen ansprechen – von Familien, die nachmittags gemütliche Runden drehen wollen, bis zu ambitionierten Läufern, die frühmorgens Trainingsmöglichkeiten suchen. Wer in München Schlittschuhlaufen bisher mit überfüllten Bahnen verband, wird die Veränderung spüren: Die Stadt reagiert damit direkt auf die steigende Nachfrage der letzten Winter, als einige Bahnen täglich ihre Kapazitätsgrenzen erreichten. Die Eröffnungstermine staffeln sich zwischen dem 1. und 15. Dezember, rechtzeitig für die vorweihnachtliche Hochphase.
Wintermärchen auf Kufen: Münchens Tradition lebt
Seit über 150 Jahren zieht das Klingeln der Kufen über Münchner Eisflächen Groß und Klein in ihren Bann. Was 1867 mit einer bescheidenen Natureisbahn am Königsplatz begann, ist längst zur festen Wintertradition geworden – und die Zahlen sprechen für sich: Allein auf den städtischen Eisflächen drehen jährlich rund 300.000 Schlittschuhläufer ihre Runden. Die Mischung aus nostalgischem Charme und modernem Komfort macht den Reiz aus, wenn zwischen historischer Architektur und funkelnden Lichterketten die ersten vorsichtigen Schritte auf dem Eis gewagt werden.
Besonders die Eisbahn am Marienplatz verkörpert diesen Zauber wie keine andere. Eingebettet zwischen Rathaus und Weihnachtsmarkt verwandelt sich der Platz jedes Jahr in ein lebendiges Wintergemälde, wo das Rattern der Kufen sich mit dem Glühweinduft und den Klängen der Blaskapellen vermischt. Hier zeigt sich, warum Münchner Traditionen nicht museal wirken, sondern gelebte Praxis bleiben.
Doch nicht nur die Innenstadt hält Überraschungen bereit. Wer abseits der Touristenpfade sucht, findet auf der Eisbahn im Westpark ein Stück Münchner Schlittschuhkultur der 1970er Jahre – mit original erhaltenem Holzpavillon und einer Atmosphäre, die an die goldenen Zeiten der Eiskunstlauf-Vereine erinnert. Laut einer Studie des Bayerischen Eissport-Verbands ist gerade diese Mischung aus Historie und lokalem Flair entscheidend für die anhaltende Beliebtheit des Schlittschuhlaufens in der Stadt.
Die neu eröffneten Bahnen knüpfen bewusst an diese Tradition an, setzen aber eigene Akzente: Ob mit LED-beleuchteten Nachtläufen oder familienfreundlichen Übungsflächen für die Kleinsten – sie beweisen, dass Münchens Eiszauber sich ständig neu erfindet, ohne seine Wurzeln zu verlieren.
Von der Residenz bis zum Olympiapark: Die neuen Standorte
Wer dieses Jahr über Münchens Eisflächen gleiten möchte, findet gleich sieben neue Adressen. Die Stadt hat ihr Angebot deutlich ausgebaut – von historischen Kulissen bis zu modernen Sportstätten. Besonders auffällig: Fast alle neuen Bahnen liegen in zentraler Lage und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln in unter 20 Minuten erreichbar.
Den Auftakt macht die Eisbahn vor der Residenz, wo Schlittschuhläufer zwischen barocken Fassaden und weihnachtlicher Beleuchtung ihre Runden drehen. Mit 800 Quadratmetern Fläche bietet sie genug Platz für Anfänger und Fortgeschrittene. Laut Angaben des Münchner Sportamts nutzen bereits in der ersten Woche über 2.000 Besucher täglich die innerstädtischen Bahnen – ein Rekord für die Vorweihnachtszeit.
Wer es sportlicher mag, findet im Olympiapark eine 1.200 Quadratmeter große Natureisfläche mit Blick auf den Olympiaturm. Hier gibt es sogar spezielle „Eishockey-Tage“ für ambitionierte Spieler. Die Bahn ist bis 22 Uhr geöffnet und wird dank moderner Kühltechnik selbst bei Plusgraden eisfest gehalten.
Ungewöhnlich, aber charmant: Die kleine Eisfläche am Viktualienmarkt, umgeben von Marktständen und Biergärten. Ideal für spontane Pausen zwischen Glühwein und Einkaufsbummel. Und wer nach dem Schlittschuhlaufen direkt in die Sauna möchte, kann die neue Bahn im Müller’schen Volksbad nutzen – Münchens ältestes Hallenbad kombiniert nun Eis und Wellness unter einem Dach.
Eiszeit für alle: Preise, Öffnungszeiten und Familienangebote
Wer dieses Jahr über Münchens Eisbahnen gleiten will, findet mehr Auswahl denn je. Die sieben neuen Schlittschuhflächen verteilen sich über die ganze Stadt – vom traditionellen Eiszauber am Marienplatz bis zur familienfreundlichen Bahn im Olympiapark. Die Preise bleiben dabei überschaubar: Erwachsene zahlen zwischen 6,50 und 9 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren kommen für 4 bis 6 Euro aufs Eis. Wer früh kommt, spart sogar noch mehr: Viele Bahnen bieten ermäßigte Tarife in den Vormittagsstunden oder an Wochentagen.
Die Öffnungszeiten sind großzügig bemessen. Die meisten Bahnen haben täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet, an Wochenenden oft sogar bis 23 Uhr. Besonders praktisch für Berufstätige: Einige Standorte wie die Eisfläche am Odeonsplatz verlängern ihre Abendöffnungszeiten bis 24 Uhr – perfekt für eine spontane Runde nach Feierabend. Laut einer Umfrage des Münchner Sportamts nutzen fast 60 Prozent der Besucher die Bahnen außerhalb der Stoßzeiten, also vor 16 oder nach 19 Uhr.
Familien kommen in diesem Winter besonders auf ihre Kosten. Neben den günstigeren Kindertarifen bieten fast alle Betreiber Kombi-Tickets an, die den Eintritt für zwei Erwachsene und zwei Kinder um bis zu 20 Prozent reduzieren. Die Eisbahn im Werksviertel-Mitte geht noch einen Schritt weiter: Hier gibt es jeden Mittwoch einen „Familientag“ mit ermäßigten Preisen und kostenlosen Schlittschuh-Verleih für Kinder unter 10 Jahren. Auch die Kleinen sind gut versorgt – an allen Standorten stehen Pinguin-Hilfen und Kinder-Schlittschuhe in Größe 23 bis 38 bereit.
Wer es gemütlicher mag, kann an vielen Bahnen direkt vor Ort Schlittschuhe leihen. Die Mietpreise liegen zwischen 4 und 7 Euro, wobei hochwertige Modelle mit Kufen aus Edelstahl oft nur minimal teurer sind. Ein Tipp für Gruppen: Einige Anbieter wie die Eisarena im Riem bieten Gruppenrabatte ab zehn Personen an – ideal für Betriebsausflüge oder Freundeskreise.
Zwischen Glühwein und Pirouetten: Was die Bahnen besonders macht
Wer im Dezember über Münchens neue Eisflächen gleitet, spürt schnell: Hier geht es um mehr als nur Sport. Die Bahnen verwandeln sich in winterliche Bühnen, wo Glühweinduft und Schlittschuhklingen eine einzigartige Atmosphäre schaffen. Besonders die Location am Marienplatz setzt Maßstäbe – zwischen historischer Kulisse und funkelnden Lichterketten wird das Schlittschuhlaufen zum Erlebnis für alle Sinne. Studien zeigen, dass über 60 Prozent der Besucher solche innerstädtischen Eisflächen wegen des besonderen Ambientes aufsuchen, nicht allein wegen des Sports.
Die Vielfalt macht den Reiz aus. Während die Bahn im Olympiapark mit ihrer Größe und professionellen Ausstattung ambitionierte Läufer anzieht, lockt die kleine, gemütliche Fläche am Odeonsplatz Familien und Paare. Hier drehen sich Kinder ihre ersten Pirouetten, dort üben Teenager spritzige Kurven – und überall sorgen Musik und Dekoration für Festtagsstimmung. Die Betreiber haben dieses Jahr besonders auf barrierefreie Zugänge geachtet, damit wirklich jeder mitmachen kann.
Ein Highlight bleibt die Eislaufbahn am Königsplatz: Direkt zwischen den antiken Säulenhallen wirkt das Rund wie ein winterliches Kunstwerk. Abends, wenn die Flutlichtanlage die Eisfläche in sanftes Blau taucht, wird aus dem Sport ein fast magischer Moment. Kein Wunder, dass Fotografen hier besonders oft ihre Kameras zücken.
Und wer nach dem Laufen Hunger bekommt, findet an allen Standorten kulinarische Angebote – von heißer Schokolade bis zu bayrischen Spezialitäten. Die Kombination aus Bewegung, Genuss und festlicher Dekoration macht Münchens Eiszauber zu einem der beliebtesten Winterprogramme der Stadt.
Nachhaltiges Gleiten: Wie München seine Eisflächen ökologischer macht
Münchens Eisflächen glänzen nicht nur durch ihre Größe, sondern zunehmend durch ihr ökologisches Konzept. Die Stadt setzt seit 2022 auf nachhaltige Kühlsysteme, die den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken. Statt herkömmlicher Kompressoren kommen nun Wärmepumpen und natürliche Kältemittel wie Propan zum Einsatz – eine Technologie, die bereits in skandinavischen Eissporthallen Standard ist. Besonders die neue Bahn am Olympiapark dient als Vorzeigeprojekt: Hier wird Abwärme aus der Kühlung genutzt, um die Umkleidekabinen zu beheizen.
Auch beim Wasserverbrauch geht München neue Wege. Traditionell wurden Eisflächen alle zwei bis drei Tage neu geflutet, was enorme Mengen an Trinkwasser verschlang. Jetzt setzen die Betreiber auf geschlossene Kreislaufsysteme, die das Schmelzwasser auffangen, filtern und wiederverwenden. Laut einer Studie des Umweltbundesamts könnte diese Methode allein in Bayern jährlich rund 120.000 Kubikmeter Wasser einsparen – genug, um 50 Olympische Schwimmbecken zu füllen.
Die nachhaltige Wende zeigt sich sogar im Kleinen: Die Beleuchtung der Bahnen wurde auf LED umgestellt, die Eisreinigungsmaschinen fahren elektrisch, und selbst die Banderolen werben für den ÖPNV. Kritiker monieren zwar höhere Anschaffungskosten, doch die Rechnung geht auf. Durch niedrigere Betriebskosten und Fördergelder amortisieren sich die Investitionen meist innerhalb von fünf Jahren.
Besucher merken vom grünen Wandel oft nichts – außer vielleicht dem leicht modrig-süßlichen Geruch des biologisch abbaubaren Enteisers, der seit diesem Winter die bisherigen Chemikalien ersetzt. Doch wer genau hinschaut, entdeckt Solarpaneele auf den Dächern der Eishütten oder die neuen Trinkbrunnen, die Plastikflaschen überflüssig machen sollen. München beweist: Auch Eisvergnügen lässt sich klimafreundlich gestalten.
Von glitzernden Lichterketten bis zu malerischen Kulissen wie dem Chinesischen Turm oder dem Olympiapark – Münchens neue Eisflächen verwandeln die Stadt im Dezember in ein winterliches Märchen, das über klassische Schlittschuhromantik weit hinausgeht. Mit sieben frisch eröffneten Bahnen, von familienfreundlichen Mini-Arenen bis zu schwungvollen Rundkursen für Tempo-Fans, findet hier jeder sein perfektes Eisabenteuer, ohne lange Anfahrten oder überfüllte Pisten in Kauf nehmen zu müssen.
Wer das volle Programm erleben will, sollte sich die kombinierten Ticketangebote für mehrere Bahnen sichern oder die Abendstunden nutzen, wenn die Beleuchtung die Atmosphäre besonders magisch macht – und wer früh kommt, umgeht die Weihnachtsmarkt-Hochphase. Einziger Rat für Spontanentschlossene: Die Online-Buchung spart Wartezeit, denn die Nachfrage nach den Neueröffnungen ist riesig.
Doch das ist erst der Anfang: Mit geplanten Pop-up-Events wie Eiskunstlauf-Shows und Après-Skate-Partys wird der Eiszauber 2024 noch einmal an Fahrt aufnehmen – und München beweist wieder, dass Winter hier mehr als nur eine Jahreszeit ist.

