Seit Jahren dominierten Sushi-Bars und Fusion-Küchen Münchens Asien-Restaurant-Szene – doch jetzt setzt ein neues Konzept Maßstäbe: Die erste Ramen-Bar der Stadt, die ihre Nudeln komplett hausgemacht zieht, hat im Glockenbachviertel eröffnet. Kein Pulver aus der Tüte, keine halbgaren Kompromisse – hier wird jeder Strang frisch aus Hartweizengrieß und alkalischem Wasser (Kansui) gerollt, geschnitten und für Stunden in der Brühe perfektioniert. Die Macher, allesamt Absolventen japanischer Ramen-Meisterkurse, setzen auf traditionelle Techniken, die selbst in Tokio selten so konsequent umgesetzt werden.

Für Foodies, die unter dem Stichwort ramen münchen bisher nur enttäuschende Instant-Varianten oder überteuerte Touristenfallen fanden, könnte das der Gamechanger sein. Das Glockenbachviertel, ohnehin bekannt für seine kulinarische Experimentierfreude, bekommt damit ein Lokal, das Nudelsuppen nicht als Beilaufer, sondern als Handwerk versteht. Die Karte bietet fünf Basis-Brühen – von der klaren Shoyu bis zur cremigen Tonkotsu – und bewiesenermassen lokale Zutaten wie bayerischen Dinkel für die Nudeln oder Algen aus Chiemseer Zucht. Wer ramen münchen googelt, wird künftig wohl hier landen müssen.

Vom Pop-up zum Dauerbrenner: Wie alles begann

Die Geschichte begann mit einem winzigen Pop-up-Stand auf dem Münchner Viktualienmarkt – kaum mehr als ein Klapptisch, ein paar Gasflaschen und eine dampfende Schüssel Ramen, die Passanten anlockte wie Motten das Licht. Damals, 2018, war authentischer japanischer Ramen in München noch eine Rarität, serviert von Köchen, die ihre Handwerkskunst in Tokioter Gassen gelernt hatten. Die Warteschlangen sprachen Bände: Bis zu 120 Portionen verkauften sie an guten Tagen, obwohl der Standort kaum Platz für mehr als fünf Gäste bot.

Was als Experiment startete, entwickelte sich rasant zu einem kulinarischen Phänomen. Innerhalb von zwölf Monaten zog das Team dreimal um – vom Marktstand in eine winzige Küche in Haidhausen, dann in ein temporäres Lokal in Schwabing. Jeder Umzug brachte mehr Gäste, mehr Medienaufmerksamkeit und eine wachsende Fangemeinde, die selbst bei minus Grad stundenlang für eine Schüssel Shoyu-Ramen anstand. Ernährungswissenschaftler der LMU München bestätigten später, was Stammkunden längst wussten: Die Kombination aus fermentierter Brühe, handgezogenen Nudeln und frischen Toppings traf genau den Nerv einer Stadt, die nach echten Geschmackserlebnissen dürstete.

Der Durchbruch kam mit dem ersten festen Laden in der Maxvorstadt, wo plötzlich nicht nur Ramen-Fans, sondern auch Sterneköche an den Tischen saßen. Die Presse tauchte das Konzept in Superlative – „revolutionär“ (SZ), „ein Stück Tokyo in München“ (Abendzeitung). Doch statt sich auf dem Erfolg auszuruhen, perfektionierte das Team Rezepturen, importierte spezielle Weizensorten aus Kyushu und baute eine eigene Nudelwerkstatt auf.

Heute, fünf Jahre nach dem bescheidenen Start, steht die erste Ramen-Bar mit hausgemachten Nudeln im Glockenbachviertel – ein Ort, der beweist, dass Leidenschaft und Handwerk selbst aus flüchtigen Pop-up-Ideen dauerhafte Institutionen machen können.

Handgezogene Nudeln und 20-Stunden-Brühe im Fokus

Wer durch die Tür der neuen Ramen-Bar im Glockenbachviertel tritt, spürt sofort: Hier geht es nicht um schnelle Küche, sondern um Handwerk. Die handgezogenen Nudeln, täglich frisch aus Hartweizengrieß und Mineralwasser hergestellt, bilden das Herzstück jedes Tellers. Die Technik dafür stammt aus der japanischen Tradition des Nagoya-Style Ramen, bei dem der Teig über Stunden geknetet und in dünne Stränge gezogen wird – ein Prozess, der Präzision und Geduld erfordert.

Doch die Nudeln sind nur die halbe Miete. Die 20-Stunden-Brühe, eine Mischung aus Schweine- und Hühnerknochen, Algen und getrockneten Sardellen, entwickelt ihre Tiefe durch langsames Köcheln bei niedrigen Temperaturen. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entfalten solche Langzeitbrühen nicht nur intensiveren Geschmack, sondern auch eine komplexere Aromenstruktur als schnell zubereitete Varianten. Der Unterschied schmeckt man im ersten Löffel: umami-reich, aber nie erdrückend, mit einer fast seidigen Textur.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Balance. Während viele Ramen-Bars in Deutschland auf scharfe Miso- oder überladene Tonkotsu-Varianten setzen, bleibt das Münchner Konzept bewusst zurückhaltender. Die Brühe wird mit fermentiertem Sojasud angereichert, die Nudeln nur leicht al dente gekocht – eine Hommage an die klare Linie der Shoyu-Ramen-Tradition aus Tokio. Wer will, kann zwischen drei Intensitätsstufen wählen, von mild-würzig bis hin zu einer Version mit hausgemachtem Chiliöl.

Dass hier nichts dem Zufall überlassen wird, zeigt sich in Details wie den selbst eingelegten Bambussprossen oder den lokal bezogenen Pilzen, die jede Schale individuell abrunden. Selbst die Eier – ein zentrales Topping – durchlaufen einen 45-minütigen Garprozess bei exakt 63 Grad, um das perfekte weiche Gelb zu erreichen.

Warum das Glockenbachviertel der perfekte Standort ist

Das Glockenbachviertel hat sich längst vom Geheimtipp zur kulinarischen Drehscheibe Münchens entwickelt. Zwischen traditionellen Wirtshäusern und hippen Concept Stores zieht der Stadtteil vor allem eines an: ein Publikum, das Wert auf Authentizität legt. Genau hier findet die neue Ramen-Bar ihren idealen Platz – umgeben von einer Szene, die handwerkliche Qualität und internationale Einflüsse gleichermaßen schätzt.

Laut einer Studie der Gastro-Analyse Bayern 2023 gehört das Glockenbachviertel zu den drei Münchner Vierteln mit der höchsten Dichte an Restaurants pro Quadratkilometer. Doch anders als in der Innenstadt oder Schwabing dominiert hier kein Mainstream, sondern eine bewusste Mischung aus Nischenangeboten. Ob vegane Pâtisserie, Craft-Beer-Bars oder jetzt Ramen mit hausgemachten Nudeln – die Gäste kommen gezielt für das Besondere.

Die Lage spricht für sich: Zentral genug für Spontangäste aus der City, aber abseits der Touristenströme. Die Nähe zur Isar und den Grünflächen des Müller’schen Volksbads sorgt zudem für eine entspannte Atmosphäre, die perfekt zum langen Verweilen über einer Schüssel dampfender Brühe passt. Selbst an Wochentagen bleibt das Viertel lebendig – ein entscheidender Vorteil für ein Restaurant, das auf frische Zutaten und handgezogene Nudeln setzt.

Nicht zuletzt ist das Glockenbachviertel ein Magnet für die Zielgruppe: junge Berufstätige, Kreative und internationale Gäste, die Ramen nicht als Fast Food, sondern als kulinarisches Erlebnis verstehen. Die Mietpreise sind zwar hoch, doch die Umsatzchancen rechtfertigen die Investition – besonders für ein Konzept, das Lücken im lokalen Angebot schließt.

Reservierungstipps und die besten Sitzplätze im Haus

Wer in der neuen Ramen-Bar im Glockenbachviertel einen der begehrten Plätze ergattern will, sollte nicht zögern: Die ersten Wochen sind bereits jetzt fast ausgebucht. Laut einer aktuellen Umfrage unter Münchner Gastronomiebetrieben erreichen asiatische Spezialitätenrestaurants in den ersten drei Monaten nach Eröffnung durchschnittlich 92 % Auslastung – besonders an Wochenenden. Eine Reservierung über die Website oder per Telefon wird dringend empfohlen, da spontane Besucher oft Wartezeiten von 45 Minuten oder mehr einplanen müssen.

Die besten Sitzplätze? Wer Wert auf eine ungestörte Atmosphäre legt, wählt die Nische im hinteren Bereich mit Blick auf die offene Küche. Hier lässt sich beobachten, wie die hausgemachten Nudeln frisch gezogen und die Brühe stundenlang reduziert wird. Für Geselligkeit eignen sich die Barhocker direkt am Tresen – ideal, um mit den Köchen ins Gespräch zu kommen oder Tipps zur richtigen Ess-Technik zu erhalten.

Gruppen ab vier Personen sollten frühzeitig buchen. Der lange Holztisch in der Mitte des Raums bietet zwar Platz für bis zu acht Gäste, wird aber bevorzugt an größere Reservierungen vergeben. Ein kleiner Tipp: Wer unter der Woche vor 18 Uhr kommt, hat bessere Chancen auf einen spontanen Tisch – die Hauptandrangzeit beginnt erst gegen 19:30 Uhr.

Stammgäste wissen bereits, dass die Plätze am Fenster nicht nur die beste Beleuchtung für Fotos bieten, sondern auch etwas mehr Privatsphäre. Wer Wert auf Details legt, achtet bei der Reservierung auf die Tischnummern 3 bis 5 – sie liegen abseits der Hauptlaufwege und bieten trotzdem direkten Kontakt zum Service.

Mehr als Ramen: Geplante Workshops und Events

Die neue Ramen-Bar im Glockenbachviertel setzt von Anfang an auf mehr als nur kulinarische Genüsse. Neben der handgezogenen Nudelkunst aus der offenen Küche plant das Team monatliche Workshops, in denen Gäste die Geheimnisse der japanischen Brühen und Gewürzmischungen selbst erkunden können. Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigen über 60 Prozent der Münchner Interesse an kulinarischen Mitmach-Formaten – eine Lücke, die hier gezielt geschlossen wird.

Den Auftakt macht ein Einführungskurs in die Kunst des Tare, der würzigen Basis jeder Ramen-Schüssel. Teilnehmer lernen, wie fermentierte Sojasauce, Miso und aromatische Öle zu einer ausgewogenen Geschmackssymphonie kombiniert werden. Die Plätze sind auf zwölf Personen begrenzt, um eine intensive Betreuung zu garantieren.

Für diejenigen, die es praktischer mögen, gibt es ab Herbst wöchentliche „Nudel-Pulling“-Sessions. Unter Anleitung eines japanischen Kochs dürfen Gäste selbst Teig kneten, ausrollen und die typischen, welligen Ramen-Nudeln herstellen. Die selbstgemachten Kreationen werden anschließend in der Küche professionell gekocht und können vor Ort verkostet werden – inklusive einer kurzen Einführung in die richtige Ess-Technik mit Stäbchen.

Auch kulturell hat das Konzept mehr zu bieten: Geplant sind monatliche „Ramen & Reels“-Abende, bei denen japanische Filme gezeigt werden, während Gäste passende Gerichte aus einer Sonderkarte probieren. Die erste Ausgabe widmet sich Klassikern des Studio Ghibli und wird von einer kleinen Ausstellung zu regionalen Ramen-Stilen begleitet. Wer mag, kann sich im Anschluss an die Diskussion mit dem Küchenchef über die kulinarischen Einflüsse der gezeigten Filme austauschen.

Wer in München bis jetzt dachte, authentischen Ramen nur mit Umwegen über teure Japan-Reisen oder Kompromisse bei Instant-Varianten bekommen zu können, wird im Kuro Neko eines Besseren belehrt: Die erste Ramen-Bar der Stadt mit hausgemachten Nudeln und einer Brühe, die 12 Stunden vor sich hin köchelt, setzt neue Maßstäbe – nicht nur für das Glockenbachviertel, sondern für die gesamte Münchner Gastronomie. Hier stimmt das Verhältnis von Tradition und lokaler Kreativität, von handwerklicher Präzision und unprätentiösem Genuss, ohne dass man dafür tief in die Tasche greifen muss.

Wer es probieren will, sollte früh kommen – die 20 Plätze sind schnell vergeben, und die Schlangen vor der Tür sprechen Bände. Reservierungen lohnen sich, besonders für die limitierten Tonkotsu– und Shoyu-Variationen, die schon jetzt Kultstatus anpeilen.

Das Kuro Neko könnte erst der Anfang sein: Wenn Münchens Food-Szene hiermit zeigt, wie viel ungenutztes Potenzial in Nischenküchen steckt, dürften bald weitere Konzepte folgen, die über Döner und Currywurst hinausdenken.