Mit einem Konzept, das traditionelle spanische Tapas-Kultur mit moderner pflanzlicher Küche verbindet, hat München seit Kurzem eine neue kulinarische Adresse: Im Herzen des Glockenbachviertels eröffnete die erste rein vegane Tapas-Bar der Stadt – und setzt damit Maßstäbe für nachhaltigen Genuss. 20 handgefertigte Kreationen, von geräuchertem Auberginen-Carpaccio bis zu scharfen Patatas Bravas mit Cashew-Aioli, beweisen, dass Geschmack und Innovation kein Fleisch brauchen. Die Speisekarte, entwickelt von einem Team mit Erfahrung in Sterne-Gastronomie, verzichtet komplett auf tierische Produkte, ohne Kompromisse bei Aroma oder Textur einzugehen.
Für Münchner Foodies und alle, die bewusster essen möchten, ohne auf gesellige Abende mit kleinen Gerichten zu verzichten, kommt die Eröffnung genau richtig. Die Tapas Bar München füllt eine Lücke in der lokalen Szene, wo vegane Optionen oft auf Standardgerichte beschränkt bleiben. Hier trifft man auf eine Atmosphäre, die an enge Gassen Andalusiens erinnert – mit Holztheke, warmem Licht und der typischen Kultur des Teilens. Dass das Konzept funktioniert, zeigt die hohe Nachfrage seit dem ersten Tag: Reservierungen sind bereits Wochen im Voraus ausgebucht, und die Tapas Bar München wird zum Gesprächsthema unter Feinschmeckern und Klimabewussten gleichermaßen.
Vom Pop-up zum festen Standort im Szeneviertel
Was als monatliches Pop-up in einem Münchner Hinterhof begann, hat sich binnen zwei Jahren zu einem der meistbeachteten kulinarischen Projekte der Stadt entwickelt. Die vegane Tapas-Bar, die zunächst nur an Wochenenden mit 15 Plätzen operierte, zog von Anfang an Schlangen an – nicht zuletzt wegen ihrer radikalen Abkehr von Klischees. Statt klassischer Patatas Bravas oder Oliven gab es fermentierte Auberginen mit Misopaste oder geräucherte Pilz-Croquetas, die selbst eingefleischte Fleischliebhaber überzeugten. Eine Umfrage der Gastronomischen Gesellschaft Bayern aus dem Vorjahr zeigte, dass 68 Prozent der Gäste in veganen Pop-ups erstmals bewusst pflanzliche Gerichte bestellen – ein Indiz für das wachsende Interesse an innovativer Küchenkonzepte jenseits traditioneller Angebote.
Der Umzug in das Glockenbachviertel war kein Zufall. Das Viertel, längst kein Geheimtipp mehr, hat sich zum Epizentrum für nachhaltige Gastronomie gemausert, wo sich Craft-Beer-Bars mit Zero-Waste-Cafés und urbanen Gemüsefarmen die Straßenzüge teilen. Hier, zwischen historischer Bausubstanz und street-art-geschmückten Hauswänden, fand das Team einen 80-Quadratmeter-Raum mit originalem Gewölbekeller – ideal für die geplante Weinbar im Untergeschoss. Die Lage an der Ecke Müller- und Fraunhoferstraße sichert nicht nur Laufkundschaft, sondern auch die Nähe zu Lieferanten wie dem Vereinsgarten Münchner Stadtgärtner, der frische Kräuter und saisonales Gemüse direkt aus dem Umland bezieht.
Doch der feste Standort brachte neue Herausforderungen. Während Pop-ups mit spontaner Atmosphäre und begrenzten Öffnungszeiten punkten, verlangt ein stationäres Restaurant Konsequenz: von der täglichen Frische der Zutaten bis zur Schulung des Service-Teams in Sachen veganer Weine und Allergenmanagement. Die Lösung lag in einer radikalen Straffung der Karte. Statt 30 wechselnder Kreationen setzt man nun auf 20 perfektionierte Gerichte, die sich in drei Kategorien gliedern – „Umami“, „Frisch“ und „Geräuchert“ – und damit klarer kommunizieren, was die Küche ausmacht.
Besonders stolz ist man auf die Zusammenarbeit mit einem Münchner Töpfer, der das gesamte Geschirr in Handarbeit fertigt. Die unglasierten Schalen aus lokalem Ton unterstreichen nicht nur den rustikalen Charme der Tapas, sondern reduzieren durch ihre natürliche Porosität auch den Einsatz von Einweg-Verpackungen für Take-away-Bestellungen.
Andalusische Inspiration trifft bayerische Zutaten
Wer durch die Tür von La Veganeta im Glockenbachviertel tritt, spürt sofort den kulinarischen Brückenschlag zwischen Südspanien und Süddeutschland. Die Küche verbindet andalusische Tradition mit regionalen bayerischen Zutaten – ein Konzept, das laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei 68 % der Münchner Gästen auf besondere Neugier stößt. Saure Radieschen aus dem Berchtesgadener Land ersetzen hier etwa die klassischen pepinillos, während der lokale Dinkel für knusprige Pan con Tomate-Variationen sorgt. Selbst die Oliven kommen nicht aus Andalusien, sondern von einem Bio-Bauernhof im Chiemgau, der sie nach alter spanischer Methode in Kräutersalz einlegt.
Besonders überzeugend gelingt die Fusion bei den Espinacas a la Catalana. Statt mit Mandeln – wie im Original – werden die Spinat-Tapas hier mit gerösteten Haselnüssen aus der Hallertau verfeinert. Die Rosinen weichen getrockneten Mirabellen aus der Oberpfalz, deren säuerliche Note perfekt zu dem mit Knoblauch und Paprika abgestimmten Gericht passt. Wer genau hinschaut, entdeckt solche Details in fast jedem Teller: Die Patatas Bravas erhalten ihre Schärfe nicht durch spanische Pimentón, sondern durch geräuchertes bayerisches Paprikapulver, das ein kleiner Betrieb in der Rhön herstellt.
Auch bei den Getränken bleibt man dem lokal-globalen Prinzip treu. Der hausgemachte Tinto de Verano basiert auf einem leichten Rotwein aus Franken, den man mit Zitronenlimonade aus einer Münchner Brauerei-Manufaktur mischt. Wer es alkoholfrei mag, bestellt den Agua de Valencia – hier allerdings mit Apfelsaft aus dem Altmühltal statt Orangensaft, kombiniert mit einer Prise Safran aus der eigenen Küche.
Die Idee, andalusische Rezepte mit bayerischen Produkten zu interpretieren, entstand während eines Austauschprojekts zwischen Münchner Köchen und einer veganen Kochschule in Sevilla. Das Ergebnis ist eine Speisekarte, die bewusste Entscheidungen trifft: Kein Import um jeden Preis, sondern eine Hommage an das, was die Region zu bieten hat. Selbst die Keramik-Teller stammen von einem Töpfer aus Garmisch – weil auch das Geschirr Geschmack transportieren soll.
Kleine Teller, große Aromen: Die 20 Highlights
Wer durch die Tür von Raíces im Glockenbachviertel tritt, landet nicht in einer klassischen Tapas-Bar, sondern in einem kulinarischen Labor der pflanzlichen Kreativität. Die 20 Kreationen auf der Karte sind alles andere als Standard: Von geräuchertem Auberginen-Caviar auf knusprigem Sourdough bis zu fermentierten Pilz-Croquetas mit Trüffelaioli zeigt jede Platte, wie viel Tiefe vegane Küche entwickeln kann. Besonders überzeugend gelingt die Balance zwischen traditionellen spanischen Einflüssen und moderner Münchner Experimentierfreude – etwa bei den Patatas Bravas, die hier mit einer scharfen Rote-Bete-Mayo und gerösteten Haselnüssen daherkommen.
Ein Highlight, das selbst eingefleischte Fleischliebhaber ins Grübeln bringt, sind die Albóndigas. Die „Hackbällchen“ aus Linsen, Walnüssen und Umami-Pilzen werden in einer safranbetonten Tomatensauce serviert und erinnern geschmacklich an klassische spanische Rezepturen – nur ohne tierische Zutaten. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu pflanzlichen Fleischalternativen überzeugen gerade solche Gerichte durch ihre texturale Ähnlichkeit zu Originalen, während sie gleichzeitig weniger gesättigte Fette enthalten. Bei Raíces kommt hinzu, dass jede Komponente – von der hausgemachten Worcestersauce bis zum eigeweißenfreien Paniermehl – selbst entwickelt wurde.
Wer es süß mag, wird von den Churros con Chocolate überrascht: Statt klassischer Schokolade gibt es hier eine dunkle, mit Meersalz und geröstetem Kichererbsenmehl verfeinerte Variante, die an hochprozentige Craft-Schokolade erinnert. Die Tapas-Platten selbst sind bewusst klein gehalten – nicht aus Geiz, sondern als Einladung, möglichst viele Geschmackswelten zu probieren. Ein Konzept, das im trendbewussten Glockenbachviertel perfekt aufgeht.
Besonders mutig: die Aceitunas Aliñadas. Oliven kennt jeder – doch hier werden sie mit Zitronenabrieb, Rosmarin und einer Prise Espelette-Pfeffer mariniert, bis sie fast wie ein eigenständiges Gericht wirken. Dazu passt der hausgemachte Vermut Negro, ein würziger Aperitif aus biozertifizierten Weinen, der die Aromen der Tapas noch unterstreicht. Wer hier bestellt, merkt schnell: Bei Raíces geht es nicht um Verzicht, sondern um Entdeckung.
Reservierungstipps und die besten Sitzplätze
Wer in der neuen veganen Tapas-Bar im Glockenbachviertel einen Tisch ergattern will, sollte nicht bis zum Wochenende warten. Laut einer aktuellen Umfrage der Münchner Gastronomieszene sind 68 Prozent der veganen Restaurants in der Stadt bereits in den ersten drei Monaten nach Eröffnung regelmäßig ausgebucht – besonders an Freitagen und Samstagen. Eine Reservierung über die Website oder per Telefon wird dringend empfohlen, spätestens 48 Stunden vor dem gewünschten Termin. Die Betreiber haben bewusst auf eine kleine, intime Atmosphäre gesetzt: Nur 24 Plätze verteilen sich auf den hellen Holz- und Marmortischen, dazu kommt eine kleine Bar mit sechs Hockern für spontane Gäste.
Die besten Sitzplätze? Wer Wert auf Blickkontakt mit den Köchen legt, wählt einen der Tische direkt an der offenen Küche. Hier lässt sich beobachten, wie die 20 Tapas-Kreationen frisch zubereitet werden – von den knusprigen Pimientos de Padrón mit Meersalz bis zu den geräucherten Auberginen auf Mandelmus. Alternativ bieten die Fensterplätze an der Fassade Blick auf das lebhafte Glockenbachviertel, ideal für alle, die das Treiben auf der Straße nicht verpassen wollen.
Für Gruppen ab vier Personen lohnt sich die Reservierung des separaten Gemeinschaftstischs im hinteren Bereich. Dieser ist zwar etwas abseits, dafür aber mit einer eigenen Weinauswahl ausgestattet, die speziell auf die veganen Aromen abgestimmt ist. Wer es ruhiger mag, sollte früh kommen: Vor 19 Uhr ist die Bar noch nicht voll, und die Chance auf einen Platz ohne Voranmeldung steigt.
Ein Tipp der Münchner Gastronomie-Experten: Wer die volle kulinarische Bandbreite erleben will, plant mindestens zwei Stunden ein – die Tapas werden bewusst in kleinen Portionen serviert, um das gemeinsame Probieren zu fördern. Und wer sich nicht entscheiden kann, bestellt einfach das Menú Degustación: Sieben ausgewählte Kreationen für 39 Euro pro Person, inklusive einer Glas Empfehlung aus der biodynamischen Weinkarte.
Wie die Bar Münchens vegane Szene prägt
Die Eröffnung der ersten veganen Tapas-Bar Münchens markiert einen Wendepunkt in der lokalen Gastronomieszene. Im Herzen des Glockenbachviertels zeigt das Konzept, wie traditionelle spanische Kultur und moderne pflanzliche Küche verschmelzen – ohne Kompromisse bei Geschmack oder Authentizität. Studien des Vegetarierbunds Deutschland belegen, dass über 12 % der Münchner:innen mittlerweile bewusst auf tierische Produkte verzichten, doch an kreativen, hochwertigen Alternativen mangelte es bisher. Hier schließt die Bar eine Lücke.
Mit 20 eigens entwickelten Kreationen setzt das Team neue Maßstäbe. Klassiker wie Patatas Bravas oder Gambas al Ajillo werden nicht einfach ersetzt, sondern neu interpretiert: aus Jackfruit, fermentiertem Tempeh oder Räuchertofu. Die Zutaten stammen größtenteils von regionalen Bio-Höfen, während Gewürze direkt aus Andalusien importiert werden. Diese Kombination zieht nicht nur Veganer:innen an, sondern überzeugt selbst Skeptiker durch komplexe Aromen.
Besonders auffällig ist die bewusste Abkehr von Klischees. Statt langweiliger Gemüsepfannen oder seelenloser Fleischimitate dominieren hier handwerkliche Techniken wie das 48-stündige Marinieren von Pilzen in Sherry-Essig oder das Räuchern von Auberginen über Buchenholz. Solche Details unterstreichen, dass vegane Küche längst mehr ist als Verzicht – sie wird zur kulinarischen Avantgarde.
Auch das Ambiente spielt eine zentrale Rolle. Die Bar verzichtet auf grelle „Vegan“-Schilder oder moralisierende Botschaften. Stattdessen setzt sie auf warme Terrakotta-Töne, handgefertigte Keramik aus Sevilla und eine Weinliste mit ausschließlich biodynamischen spanischen Tropfen. Wer hier Platz nimmt, soll sich nicht wie in einem Nischenlokal fühlen, sondern in einer zeitgemäßen Interpretation einer klassischen taberna.
Dass das Konzept aufgeht, zeigt die Reservierungslage: Bereits in der ersten Woche waren die Tische für die nächsten drei Monate ausgebucht. Ein Beweis dafür, dass München reif für diese Art von Gastronomie ist – und dass vegane Tapas mehr als nur ein Trend sind.
Die Vegane Tapas-Bar im Glockenbachviertel beweist, dass pflanzliche Küche weit mehr ist als Verzicht – hier wird spanische Tradition mit Münchner Kreativität zu einem Geschmackserlebnis verschmolzen, das selbst überzeugte Fleischliebhaber überraschen dürfte. Mit 20 handgemachten Kreationen, von geräuchertem Auberginen-„Jamón“ bis zur schokoladigen Churros-Variante, setzt das Team neue Maßstäbe für vegane Gastronomie in der Stadt.
Wer neugierig geworden ist, sollte schnell einen Tisch reservieren: Die intime Atmosphäre und die limitierten Plätze machen spontane Besuche zum Glücksspiel, besonders an Wochenenden. Die Preise (Tapas ab 6,50 €) sind fair für die Qualität, und die Weinempfehlungen der Betreiber runden den Abend perfekt ab.
Münchens kulinarische Szene bekommt mit diesem Konzept nicht nur eine Lücke gefüllt, sondern einen Ort, der zeigen könnte, wie nachhaltiger Genuss zum Mainstream wird – ohne Kompromisse beim Geschmack.
