Mitten in Schwabing hat ein kulinarisches Novum die Münchner Gastronomieszene aufgemischt: Teranga, das erste rein vegane Afrorestaurant der Stadt, serviert seit Kurzem originale Gerichte aus dem Senegal – von Yassa mit Jackfruit bis zu Thieboudienne mit Süßkartoffeln statt Fisch. Die Küche, geleitet von der senegalesischen Köchin Aïda Ndiaye, setzt auf traditionelle Rezepte, die seit Generationen in ihrer Familie weitergegeben werden. Kein Zufall also, dass selbst die Gewürzmischungen aus Dakar importiert werden, um den authentischen Geschmack zu garantieren. Wer hier isst, bekommt kein fusioniertes Einheitsessen, sondern das echte Senegal – nur eben ohne tierische Zutaten.
Für München ist das mehr als nur eine neue Adresse: Während afrikanische Restaurants in der Stadt bisher oft auf Standardgerichte wie Döner-Varianten oder generische „Afro-Cuisine“ setzten, zeigt Teranga, wie vielfältig die Küche des Kontinents wirklich ist. Besonders für die wachsende Community vegan lebender Münchner:innen wird das afrikanische Restaurant München damit zum Game-Changer – nicht nur wegen des innovativen Konzepts, sondern weil es beweist, dass pflanzliche Ernährung weit über Burger und Bowls hinausgeht. Die Resonanz spricht Bände: Bereits in den ersten Wochen waren die Tische wochenlang ausgebucht, und auf Social Media häufen sich Kommentare wie „Endlich ein afrikanisches Restaurant in München, das Mut zur Echtheit hat“.
Von Dakar nach München: Die Geschichte hinter Yàlla
Die Reise von Yàlla begann nicht in den schicken Straßen Schwabings, sondern in den lebhaften Märkten Dakars. Gründer Amadou Diallo, der selbst aus dem Senegal stammt, brachte die Idee nach München, als er feststellte, dass die Stadt trotz ihrer internationalen Küche kaum authentische westafrikanische Gerichte anbot. Sein Ziel war klar: die Aromen seiner Heimat so originalgetreu wie möglich zu servieren – von der scharfen Yassa-Sauce bis zum würzigen Thieboudienne, dem Nationalgericht des Senegal.
Diallo arbeitete monatelang mit Köchinnen aus Dakar zusammen, um die Rezepte zu perfektionieren. Studien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigen, dass über 60 % der in Afrika verwendeten Gewürze in Europa kaum bekannt sind – eine Lücke, die Yàlla nun schließt. Die Zutaten wie Soumbala (fermentierte Néré-Samen) oder frischer Bissap (Hibiskus) werden direkt aus dem Senegal importiert, während Gemüse und Hülsenfrüchte von regionalen Bio-Bauern stammen.
Der Name „Yàlla“ ist mehr als nur ein Wort: Er steht im Wolof, der meistgesprochenen Sprache des Senegal, für „Los geht’s!“ oder „Komm, lass uns essen!“. Diese Einladung spiegelt sich auch im Konzept wider. Während viele afrikanische Restaurants in Deutschland auf Fleischgerichte setzen, ist Yàlla Münchens erstes rein veganes Afrorestaurant – eine bewusste Entscheidung, die sowohl traditionelle Rezepte als auch moderne Ernährungstrends verbindet.
Die Location in Schwabing, unweit des Englischen Gartens, wurde mit Bedacht gewählt. Hier, zwischen Studenten, Expats und Münchner Originalen, soll Yàlla eine Brücke schlagen: zwischen afrikanischer Gastfreundschaft und deutscher Esskultur, zwischen Gewohntem und Neuem. Die Einrichtung – eine Mischung aus senegalesischen Stoffen, handgefertigten Holzmöbeln und Münchner Gemütlichkeit – unterstreicht diesen Ansatz.
Thieboudienne und Yassa: Senegalesische Klassiker auf dem Teller
Wer das AfroVegan München betritt, wird sofort vom Duft von Thieboudienne begrüßt – Senegals Nationalgericht, das hier in einer rein pflanzlichen Variante serviert wird. Das Original besteht traditionell aus Fisch, Reis und Gemüse in einer würzigen Tomatensauce, doch die Köche des Restaurants haben eine kreative Alternative entwickelt: Räuchertofu ersetzt den Fisch, während die charakteristische Sauce aus frischen Tomaten, Auberginen, Karotten und einer Mischung aus sieben Gewürzen – darunter Yétiss, eine senegalesische Variante des fermentierten Locust-Baum-Samens – zubereitet wird. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung enthalten solche traditionellen westafrikanischen Gerichte bis zu 30 % mehr pflanzliche Proteine als vergleichbare europäische Rezepte – ein Pluspunkt, den das Restaurant gezielt nutzt.
Ebenso beeindruckend ist das Yassa, ein Gericht, das ursprünglich mit Hähnchen oder Fisch zubereitet wird. Im AfroVegan kommt stattdessen marnierter Seitan zum Einsatz, der in einer scharfen Zwiebel-Limetten-Sauce schmort. Die Säure der Limetten und die Süße der karamellisierten Zwiebeln erzeugen ein Geschmacksprofil, das selbst Kenner überrascht. Serviert wird das Yassa mit Thiof-Reis, einer lokalen Reissorte, die durch ihre leicht klebrige Konsistenz die Sauce perfekt aufnimmt.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Authentizität der Gewürze. Die Küche arbeitet ausschließlich mit Importen aus Senegal, darunter Soumbala (fermentierte Néré-Samen) und getrocknete Hibiskusblüten, die vielen Gerichten eine tiefe Umami-Note verleihen. Die Kombination aus traditionellen Techniken und veganer Innovation macht die Klassiker zu etwas Neuem – ohne ihren Ursprung zu verleugnen.
Gäste, die beide Gerichte probieren, stellen schnell fest: Die vegane Interpretation verzichtet nicht auf Intensität. Im Gegenteil – durch die Konzentration auf Gemüse, Hülsenfrüchte und Gewürze entstehen Aromen, die im Original oft vom Fleisch überdeckt werden. Ein Beweis dafür, dass westafrikanische Küche auch ohne tierische Produkte überzeugt.
Warum Schwabing der perfekte Standort für afrikanische Küchenkultur ist
Schwabing hat sich längst vom bloßen Szeneviertel zur kulinarischen Schatzkammer Münchens gewandelt – und das aus gutem Grund. Mit seiner Mischung aus traditionellen Biergärten, hippen Cafés und internationaler Küche bietet der Stadtteil den idealen Nährboden für kulinarische Experimente. Laut einer Studie der Gastronomischen Gesellschaft Bayern aus dem Jahr 2023 sind über 40 % der Neugründungen im Münchner Gastronomiebereich in Schwabing angesiedelt, viele davon mit Fokus auf bisher unterrepräsentierte Küchen. Die lebendige, weltoffene Atmosphäre zieht genau die Gästeschicht an, die nach authentischen Geschmackserlebnissen jenseits von Currywurst und Schweinshaxe sucht.
Hier stößt die afrikanische Küche auf ein Publikum, das Neues schätzt. Die Nähe zur Universität und zu kreative Arbeitswelten wie Start-ups oder Verlagen sorgt für eine junge, experimentierfreudige Kundschaft. Wo sonst in München lassen sich senegalesische Aromen zwischen akademischen Diskussionen und Gallery-Walking so selbstverständlich einbordnen?
Auch die Infrastruktur spielt mit. Schwabing verfügt über eine der höchsten Dichten an Bio-Märkten und Spezialitätenhändlern der Stadt – ein entscheidender Vorteil für ein Restaurant, das auf frische, oft exotische Zutaten wie Yamswurzeln, Palmöl oder frischen Ingwer angewiesen ist. Die kurzen Wege zu Lieferanten und die gute Anbindung an den Großmarkt Riem machen logistische Hürden leichter überwindbar. Nicht zu unterschätzen ist zudem die historische Affinität des Viertels zu alternativen Lebensstilen: Veganismus und Nachhaltigkeit sind hier keine Trends, sondern gelebte Praxis.
Und dann ist da noch der Charme der Gegensätze. Zwischen den schmucken Altbaufassaden und den gläsernen Neubauten der Leopoldstraße entsteht ein Spannungsfeld, das perfekt zu einer Küche passt, die Tradition und Moderne verbindet. Ein veganes Afrorestaurant fügt sich hier nicht einfach ein – es bereichert das Viertel um eine Facette, die ihm bisher fehlte.
Öffnungszeiten, Preise und Reservierungen – was Gäste wissen müssen
Wer das neue afrikanische Restaurant in München besuchen möchte, findet es dienstags bis sonntags zwischen 12 und 22 Uhr geöffnet – montags bleibt die Küche kalt. Die Wahl des Standorts in Schwabing war kein Zufall: Laut einer Studie der IHK Bayern aus dem Jahr 2023 suchen über 60 Prozent der Münchner Gastroszene-Besucher gezielt nach internationalen Küchen abseits des Mainstreams. Reservierungen empfiehlt das Team besonders für Wochenendabende, wenn die Nachfrage nach den original senegalesischen Gerichten wie Thieboudienne oder Yassa Poulet besonders hoch ist.
Die Preise bewegen sich im gehobenen Mittelfeld. Hauptgerichte liegen zwischen 18 und 26 Euro, vegetarische und vegane Optionen starten bei 14 Euro. Dazu gibt es frische Hauslimonaden aus Hibiskus oder Ingwer für 4,50 Euro sowie eine Auswahl senegalesischer Biere. Wer es probieren möchte, ohne direkt ein Menü zu bestellen, kann sich an den Fataya-Teigtaschen (6,90 Euro) oder den knusprigen Accras (7,50 Euro) versuchen – beides Klassiker der westafrikanischen Streetfood-Kultur.
Reservierungen laufen unkompliziert über die Website oder telefonisch. Für Gruppen ab sechs Personen bittet das Restaurant um Voranmeldung, da viele Zutaten wie frischer Thiof-Fisch oder Okra-Schoten täglich frisch eingekauft werden. Barrierefreier Zugang ist gegeben, und auch Hochstühle für Kinder stehen bereit. Wer spontan vorbeikommt, findet oft noch Platz an der gemütlichen Bar – besonders wer früh kommt, bevor gegen 19 Uhr die Hauptandrangzeit beginnt.
Zahlen lässt sich bequem mit Karte oder in bar. Ein kleiner Tipp für Stammarbeiter: Wer öfter kommt, kann sich die hauseigene Carte de Fidélité geben lassen – nach zehn Besuchen gibt es ein gratis Dessert, etwa die süße Thiakry-Hirsecreme mit Tamarindensauce.
Mehr als ein Restaurant: Pläne für Workshops und kulturellen Austausch
Das Teranga Bistro in Schwabing will mehr sein als ein Ort für kulinarische Entdeckungen. Geplant sind regelmäßige Kochworkshops, in denen Gäste unter Anleitung senegalesische Gerichte wie Thieboudienne oder Yassa Poulet selbst zubereiten lernen. Studien der Universität Bayreuth zeigen, dass partizipative Formate wie diese das Verständnis für fremde Kulturen nachhaltig stärken – besonders, wenn sie mit praktischen Erfahrungen verbunden sind.
Neben den kulinarischen Angeboten steht der kulturelle Austausch im Mittelpunkt. Geplant sind Lesungen mit afrikanischen Autor:innen, Filmabende mit senegalesischem Kino und Diskussionen über Themen wie Migration oder Nachhaltigkeit in Westafrika. Die Initiator:innen kooperieren dafür mit Münchner Vereinen wie dem Afrikanischen Kulturzentrum und der VHS München Nord.
Ein besonderes Highlight wird der monatliche „Teranga-Abend“* sein, bei dem Gäste nicht nur essen, sondern auch traditionelle Musik live erleben und sich mit Menschen aus der senegalesischen Community austauschen können. Das Konzept orientiert sich an der westafrikanischen Philosophie der Gastfreundschaft – Teranga bedeutet so viel wie „Herzlichkeit“ und „Offenheit“.
Langfristig soll das Bistro auch als Plattform für afrodeutsche Künstler:innen dienen. Geplant sind Ausstellungen zeitgenössischer Kunst aus Senegal und Pop-up-Märkte mit handgefertigten Produkten. So wird aus dem Restaurant ein lebendiger Begegnungsort, der Schwabing um eine kulturelle Facette bereichert.
Mit Yàlla hat München nicht nur sein erstes veganes Afrorestaurant bekommen, sondern einen Ort, der senegalesische Traditionen mit moderner Nachhaltigkeit verbindet – und das ohne Kompromisse beim Geschmack. Wer hier isst, entdeckt, wie vielseitig westafrikanische Küche sein kann: von erdigen Erdnusssoßen bis zu scharfen Tamarinden-Aromen, alles pflanzlich und doch authentisch wie bei Oma in Dakar.
Wer neugierig geworden ist, sollte schnell einen Tisch reservieren, denn die kleinen, fein abgestimmten Gerichte sind ideal zum Teilen – perfekt für alle, die gemeinsam in neue kulinarische Welten eintauchen wollen. Die Eröffnung ist erst der Anfang: Wenn dieses Konzept Schule macht, könnte München bald eine ganze Welle afrikanisch inspirierter, pflanzenbasierter Restaurants erleben.

