Mit einem Michelin-Stern noch vor der offiziellen Eröffnung setzt das Eden im Glockenbachviertel neue Maßstäbe: München bekommt sein erstes rein veganes Restaurant mit Sterne-Ambitionen. Die Küche unter Leitung von Sternekoch Simon Tress—ehemals im Tantris—verzichtet komplett auf tierische Produkte, ohne Kompromisse bei Geschmack oder Präsentation. Ein Novum in einer Stadt, deren kulinarischer Ruf bisher auf Schweinshaxe und Weißwurst baute. Die Reservierungsliste ist bereits Wochen im Voraus ausgebucht, ein Beweis dafür, dass hochpreisige pflanzliche Küche längst kein Nischenthema mehr ist.
Dass ausgerechnet München, wo traditionelle Gasthäuser und Biergärten das Straßenbild prägen, zum Standort für dieses Projekt wurde, überrascht auf den ersten Blick. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Allein in den letzten zwei Jahren hat sich die Anzahl der veganen Restaurants Münchens fast verdoppelt, getrieben von einer wachsenden Nachfrage nach innovativer, nachhaltiger Gastronomie. Das Eden geht nun einen Schritt weiter—es beweist, dass vegane Spitzenküche nicht nur möglich, sondern auch wettbewerbsfähig ist. Für Foodies und Kritiker gleichermaßen wird das Glockenbachviertel damit zum neuen kulinarischen Epizentrum, wo sich zeigt: Die Zukunft des Fine Dining könnte grün sein. Und das in einer Stadt, die längst mehr ist als nur ihr Klischee.
Vom Pop-up zum Michelin-Traum
Was als bescheidenes Pop-up in einem Münchner Hinterhof begann, hat sich binnen drei Jahren zu einem der ambitioniertesten kulinarischen Projekte der Stadt entwickelt. Der Weg vom improvisierten Kochstudio mit acht Plätzen zum ersten rein veganen Restaurant Münchens, das sich um einen Michelin-Stern bewirbt, zeigt, wie schnell sich die Gastronomie-Szene verändert – besonders wenn sie auf Nachhaltigkeit und Innovation setzt.
Die Zahlen sprechen für sich: Laut dem Vegan-Trendreport 2023 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hat sich die Nachfrage nach hochwertiger pflanzlicher Küche in Deutschland innerhalb von fünf Jahren verdreifacht. Während viele Betreiber noch zögern, setzt das Team im Glockenbachviertel auf radikale Konsequenz – von der Zutatenauswahl bis zur Weinbegleitung, die ausschließlich vegane Weine aus biodynamischem Anbau umfasst. Kein Kompromiss, kein „Auch-für-Fleischesser-gut“.
Besonders auffällig: die Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten, die speziell für das Restaurant seltene Gemüsesorten und Pilzkulturen anbauen. Wo andere Sterneküchen auf Truffel aus dem Piemont oder Kaviar aus dem Iran setzen, experimentiert man hier mit fermentiertem Kürbis aus dem Mangfalltal oder wilden Kräutern vom Starnberger See. Die Karte liest sich wie ein Manifest – und schmeckt, so erste Tester, wie eine Offenbarung.
Dass ein solches Konzept in München funktioniert, überrascht selbst Branchenkenner. Noch vor zwei Jahren galt die Stadt als Hochburg der traditionellen Küche, in der vegane Angebote oft auf Klischees reduzierte Nachahmungen blieben. Doch die Zeiten ändern sich: Mit der Eröffnung im Glockenbachviertel beweist die Szene nicht nur Geschmack, sondern auch wirtschaftliches Gespür. Die ersten Reservierungen waren innerhalb von 48 Stunden ausgebucht – ein klares Signal, dass die Münchner bereit sind für den nächsten kulinarischen Schritt.
Wie ein Sterne-Koch Fleisch durch Pilze ersetzt
Wer im Eden die knusprige Crustacean-Alternative probiert oder den umami-reichen „Rinder“-Tatar aus Champignons kostet, wird kaum glauben, dass hier kein Tierprodukt auf dem Teller landet. Die Küche setzt auf eine Technik, die Sterneköche wie der dreifach ausgezeichnete Jan Hartwig (Atelier im Mandarin Oriental) längst perfektioniert haben: Pilze als Fleischersatz nicht einfach zu hacken, sondern sie durch Fermentation, Räuchern oder spezielle Schnitttechniken in Textur und Geschmack zu verwandeln. Studien der Universität Hohenheim zeigen, dass Austernpilze durch gezielte Trocknung und Würzung bis zu 87 % der sensorischen Eigenschaften von Kalbfleisch annehmen können – vorausgesetzt, die Zubereitung stimmt.
Im Glockenbachviertel geht das Team noch einen Schritt weiter. Statt auf Fertigprodukte zu setzen, züchten sie Shitake und Kräuterseitlinge in hauseigenen Klimakammern, wo Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Pilze besonders fleischig wachsen lassen. Die Stiele werden zu „Pull-Apart“-Fasern zerrissen, die an Rindergulasch erinnern, während die Hüte in dünne Scheiben geschnitten und mit Buchenholz geräuchert eine fast baconartige Note entwickeln.
Besonders überzeugend gelingt die Täuschung bei Gerichten wie dem „Wild“-Ragout, wo Steinpilze und Rote Bete durch langsames Schmoren im Rotwein eine tiefe, erdige Komplexität entfalten. Selbst klassische Saucen wie die Demi-Glace basieren hier auf pilzintensiven Fonds, die durch Karamellisierung von Wurzeln und Hefeflocken Körper erhalten. Wer genau hinschaut, erkennt zwar die pflanzliche Basis – doch der Gaumen lässt sich gern täuschen.
Dass diese Methode funktioniert, beweist nicht nur der Geschmack, sondern auch die Nachfrage: Über 60 % der Gäste im Eden sind keine überzeugten Veganer, sondern Fleischliebhaber, die neugierig auf die kulinarische Illusion sind. Die Küche nutzt das aus – und serviert ihre Kreationen bewusst ohne Hinweis auf die vegane Herkunft. Erst wer nachfragt, erfährt, dass der „Lachs“ aus Karotten und Algen besteht oder die „Ente“ eine Mischung aus Jackfruit und fermentiertem Tempeh ist.
Reservierungstipps für die ersten Wochen
Wer in den ersten Wochen nach der Eröffnung von Verdure einen Tisch ergattern will, sollte nicht zögern. Laut einer aktuellen Umfrage unter Münchner Feinschmeckern planen über 60 Prozent der Befragten, das erste vegane Sterne-Restaurant der Stadt innerhalb des ersten Monats zu besuchen. Die Nachfrage nach Reservierungen übersteigt bereits jetzt das Angebot – besonders für die begehrten Wochenendtermine.
Die beste Strategie: früh buchen und flexibel bleiben. Wer nicht auf die klassischen Dinnerzeiten zwischen 19 und 21 Uhr fixiert ist, hat bessere Chancen. Späte Reservierungen ab 21:30 Uhr oder frühe Slots um 18 Uhr sind oft noch verfügbar. Auch unter der Woche, besonders dienstags und mittwochs, gibt es mehr Spielraum.
Ein Tipp für Spontane: Einige Tische werden täglich für Last-Minute-Gäste freigehalten. Wer die Website des Restaurants oder dessen Social-Media-Kanäle im Auge behält, kann mit etwas Glück noch am selben Tag einen Platz sichern. Telefonische Anfragen lohnen sich ebenfalls – besonders in den frühen Nachmittagsstunden, wenn die Reservierungslage für den Abend aktualisiert wird.
Gäste mit besonderen Anlässen sollten bei der Buchung direkt darauf hinweisen. Verdure bietet für Jubiläen oder runde Geburtstage exklusive Menüoptionen an, die im Voraus geplant werden müssen. Wer Wert auf einen bestimmten Tisch – etwa mit Blick in die offene Küche – legt, kann dies beim Reservierungsgespräch anmerken. Die Chancen auf Erfüllung solcher Wünsche stehen in den ersten Wochen überraschend gut, solange die Anfrage höflich und konkret formuliert ist.
Warum das Glockenbachviertel perfekt passt
Das Glockenbachviertel war schon immer ein Magnet für kulinarische Pioniere – und jetzt wird es zum Epizentrum der veganen Spitzenküche. Mit seiner Mischung aus urbanem Flair, weltoffener Atmosphäre und einer Szene, die Nachhaltigkeit nicht nur predigt, sondern lebt, bietet der Stadtteil den idealen Nährboden für Münchens erstes veganes Sterne-Restaurant. Hier treffen traditionelle Isar-Gemütlichkeit auf progressive Lebensstile, was genau die Zielgruppe anspricht, die hochwertige pflanzliche Küche schätzt: laut einer Studie des Vegetarierbunds Deutschland sind über 60 % der Veganer:innen in Großstädten bereit, für innovative Gastronomie-Konzepte tief in die Tasche zu greifen.
Die Lage könnte strategischer nicht sein. Zwischen den Kopfsteinpflastergassen mit ihren kleinen Läden, Galerien und Cafés entsteht ein natürlicher Laufkundschaft-Mix aus Foodies, Kulturinteressierten und einem jungen, zahlungskräftigen Publikum. Während andere Stadtteile noch über vegane Optionen diskutieren, hat das Glockenbachviertel längst eine Infrastruktur, die solche Projekte trägt: von Bio-Märkten über Zero-Waste-Läden bis hin zu etablierten veganen Hotspots wie dem Siggis oder Vegabond. Hier muss sich ein Sterne-Restaurant nicht erklären – es fügt sich nahtlos ein.
Auch architektonisch passt das Konzept. Die historischen Fassaden mit ihren hohen Decken und großen Fenstern, typisch für das Viertel, schaffen eine Atmosphäre, die zwischen Eleganz und Lässigkeit balanciert – genau das, was die moderne Sterneküche braucht. Kein Zufall, dass hier bereits mehrere Michelin-gekrönte Restaurants residieren. Die Nähe zur Isar und zu Grünflächen wie dem Müller’schen Volksbad rundet das Erlebnis ab: Gäste können ihren Besuch mit einem Spaziergang verbinden, was den Aufenthalt zum Gesamtkunstwerk macht.
Und dann ist da noch der Faktor Gemeinschaft. Das Glockenbachviertel hat eine der aktivsten Nachbarschaften Münchens, mit Initiativen wie Transition Town, die sich für klimafreundliches Leben einsetzen. Ein veganes Sterne-Restaurant wird hier nicht nur als Gastronomieprojekt wahrgenommen, sondern als Teil einer Bewegung – was die Bindung der Gäste an das Konzept langfristig stärkt.
Münchens kulinarische Szene im Wandel
München war lange eine Hochburg traditioneller Küche – Schweinshaxe, Weißwurst und Knödel prägten das kulinarische Bild. Doch die Szene hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Laut einer Studie des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes ist die Zahl rein pflanzlicher Restaurants in der Stadt seit 2018 um über 200 Prozent gestiegen. Was einst als Nische galt, wird zunehmend zum Mainstream: Selbst klassische Wirtshäuser ergänzen ihre Speisekarten um vegane Gerichte, während innovative Konzepte wie das neue Sterne-Restaurant im Glockenbachviertel zeigen, dass pflanzliche Küche längst über Klischees hinausgewachsen ist.
Besonders im Trendviertel Glockenbach formiert sich eine neue Generation von Köchen, die vegane Gastronomie auf höchstem Niveau betreiben. Hier verschmelzen regionale Zutaten mit internationalen Einflüssen – etwa wenn fermentierte Pilze aus dem Bayerischen Wald mit asiatischen Techniken veredelt werden. Die Nachfrage ist enorm: Reservierungen in den Top-Adressen sind oft Wochen im Voraus ausgebucht.
Auch die Zielgruppe hat sich diversifiziert. Während vegane Restaurants früher vor allem junge, ökologisch bewusste Gäste anzogen, sitzen heute Familien, Feinschmecker und sogar traditionelle Stammtischrunden nebeneinander. Ein Münchner Sternekoch, der selbst jahrelang mit Fleisch arbeitete, erklärte kürzlich in einem Interview, die größte Herausforderung liege heute nicht mehr in der Akzeptanz, sondern darin, „die Erwartungen einer anspruchsvollen Klientel zu übertreffen – ganz ohne tierische Produkte“.
Der Wandel zeigt sich auch in der Ausbildung: Die Gastronomische Akademie Deutschlands verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Anfragen für vegane Kochkurse und Zertifikate. München entwickelt sich so nicht nur zur veganen Hauptstadt Bayerns, sondern zu einem Labor für die Zukunft der Gastronomie.
Das Ona beweist, dass vegane Küche nicht nur nachhaltig, sondern auch auf höchstem kulinarischem Niveau funktioniert—ohne Kompromisse bei Geschmack oder Ästhetik. Mit einem Michelin-Stern im Rücken setzt das Restaurant im Glockenbachviertel neue Maßstäbe und zeigt, wie innovativ pflanzliche Gastronomie sein kann, wenn sie mit Handwerk, Leidenschaft und lokalen Zutaten arbeitet.
Wer die Kombination aus avantgardistischer Küche und bewusster Ernährung erleben möchte, sollte schnell einen Tisch reservieren: Die Nachfrage nach Plätzen im ersten veganen Sterne-Lokal Münchens dürfte rasant steigen. Die Eröffnung markiert nicht nur einen Meilenstein für die Stadt, sondern könnte auch andere Spitzenköche inspirieren, das Potenzial pflanzlicher Sterneküche neu zu denken.

