Mit einem Schlag verliert München eines seiner extravagantesten Wellness-Juwelen: Der Sauna München Club, bekannt für seine zwölf aufwendig gestalteten Themenbereiche und exklusives Flair, hat überraschend seine Türen geschlossen. Über Jahre hinweg galt die Oase mit ihren japanisch inspirierten Aufgussritualen, der Salzsauna mit Himalaya-Kristallen und dem privaten Dachgarten als Geheimtipp für anspruchsvolle Saunagänger – jetzt bleibt nur noch die Frage, was mit dem 1.200 Quadratmeter großen Luxusrefugium im Herzen der Stadt passiert.

Für die Münchner Saunaszene ist der Verlust spürbar. Der Sauna München Club setzte Maßstäbe, wo andere nur Standard boten: Mit Mitgliedschaften ab 150 Euro monatlich und Gästelisten für besondere Events zog er eine Klientel an, die mehr suchte als nur Hitze und Ruhe. Während andere Häuser mit schlichten Holzvertäfelungen arbeiten, glänzte hier jedes Detail – von den handgefertigten Mosaiken in der Hammam-Abteilung bis zu den individuell abgestimmten Aromatherapie-Programmen. Doch jetzt, wo die letzten Handtücher eingepackt sind, steht die Szene vor einem Vakuum.

Ein Paradies für Saunafans verschwindet über Nacht

Noch vor wenigen Wochen dampften die Aufgussöfen im Sauna Club München in gewohnter Pracht – doch jetzt herrscht Stille. Über Nacht verschwand eines der letzten Refugien für Saunaliehabende, die mehr suchten als nur standardisierte Wellness. Mit zwölf thematisch gestalteten Bereichen, von der japanischen Ofuro-Wanne bis zur finnischen Blockhaus-Sauna, setzte der Club Maßstäbe. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen aus 2023 nutzen rund 34 % der Münchner regelmäßig Saunen, doch Angebote dieser Exklusivität sind selten. Hier trafen sich nicht nur Entspannungssuchende, sondern eine Community, die das Ritual des Schwitzens als Lebensgefühl pflegte.

Besonders die monatlichen Aufguss-Events mit Live-Musik machten den Club einzigartig. Während anderswo sterile Ruhe herrscht, pulsierte hier Leben – zwischen duftendem Eukalyptusdampf und dem Knistern der Holzöfen. Stammgäste berichten von Abenden, an denen bis zu 80 Personen in den verschiedenen Zonen Platz fanden, ohne dass es eng wirkte. Die Architektur, eine Mischung aus skandinavischer Schlichtheit und asiatischer Ästhetik, sorgte für eine Atmosphäre, die selbst eingefleischte Saunagänger sonst nur aus Luxusresorts kannten.

Dass ein solches Konzept plötzlich vom Markt verschwindet, wirft Fragen auf. In einer Stadt, in der Wellness-Oasen oft nach Franchise-Schablonen entstehen, war der Club eine Ausnahmerscheinung. Die Betreiber hatten sich bewusst gegen Massenabfertigung entschieden – und setzten stattdessen auf handgefertigte Holzmöbel, individuelle Temperaturzonen und sogar eine eigene Kräuteraufguss-Manufaktur. Solche Details machen den Verlust für die Szene umso schmerzhafter.

Bleibt die Hoffnung, dass Münchens Saunalandschaft nicht komplett zur Austauschbarkeit verdammt ist. Schon jetzt kursieren Gerüchte über mögliche Nachfolgeprojekte, doch ob diese das besondere Flair des geschlossenen Clubs einfangen können, bleibt fraglich. Eines ist sicher: Wer hier einmal zwischen den Zedernholz-Wänden saß, während draußen der Münchner Regen gegen die Fenster prasselte, wird diese Momente nicht so schnell vergessen.

Zwölf Themenwelten zwischen Luxus und Tradition

Der Sauna-Club München galt als architektonisches Meisterwerk, in dem zwölft Themenwelten Luxus und Tradition auf einzigartige Weise verschmolzen. Jeder der Bereiche war mit handgefertigten Materialien aus Bayern, Skandinavien und Japan gestaltet – von der rustikalen Almhütte aus 200 Jahre altem Holz bis zur futuristischen Salzsauna mit Himalaya-Kristallen. Laut einer Studie des Deutschen Sauna-Bundes zu Premium-Wellness-Einrichtungen investierten die Betreiber über 3 Millionen Euro allein in die Innenausstattung, wobei jeder Themenbereich eine eigene Atmosphäre, Duftkomposition und Lichtstimmung besaß.

Besonders die „Kaisertherme“ zog Gäste mit ihrer opulenten Marmorverkleidung und goldenen Akzenten in den Bann. Inspiriert von historischen Bädern Wiener Prunksaunen bot sie Platz für maximal acht Personen und war mit einem originalen Kronleuchter aus der Belle Époque ausgestattet. Daneben kontrastierte die minimalistische „Mondo Silenzio“ mit schwarzem Basalt und absoluter Stille – ein Konzept, das selbst erfahrene Saunameister als radikale Innovation bezeichneten.

Während traditionelle Aufgussrituale in der „Bayerischen Stube“ mit Bierfass-Duschen und Kräuteraufgüssen stattfanden, setzte die „Arktis-Lounge“ auf moderne Kälteanwendungen. Hier konnten Gäste nach dem Saunagang in einem auf -10°C gekühlten Raum mit Eisschnee-Duschen und LED-Sternenhimmel entspannen. Die Kombination aus High-Tech und Handwerkskunst machte den Club zu einem Vorreiter in der europäischen Saunalandschaft.

Auch kulinarisch setzte die Einrichtung Maßstäbe: Im hauseigenen Restaurant „Feuer & Eis“ wurden Gerichte nach den fünf Elementen der traditionellen chinesischen Medizin zubereitet, während die Bar exklusive Whiskys aus schottischen Fasssaunen anbot. Die Symbiose aus Wellness, Design und Gastronomie zog nicht nur Münchner an, sondern auch internationale Gäste, die extra für das Erlebnis anreisten.

Warum der exklusive Club selbst Stammgäste überraschte

Der Münchner Sauna-Club galt seit Jahren als unangefochtener Geheimtipp für Kenner – doch selbst Stammgäste staunten über die Details, die ihn von gewöhnlichen Wellness-Oasen abhoben. Während andere Thermen mit Standardangeboten wie Aufgussritualen oder Ruheräumen warben, setzte der Club auf eine fast schon kuratierte Exklusivität: Jeder der zwölf Themenbereiche war nicht nur architektonisch einzigartig, sondern auch mit aufwendigen Materialien wie handgefertigten Mosaiken aus Italien oder japanischem Zedernholz ausgestattet. Laut einer 2023 veröffentlichten Branchenanalyse der Deutschen Sauna-Akademie investieren nur etwa 5 % der Premium-Saunen in Europa vergleichbar in künstlerische Gestaltung – hier flossen jährlich sechsstellige Beträge in die Pflege der Räumlichkeiten allein.

Besonders überraschend für viele war die diskrete Mitgliedschaftsstruktur. Anders als bei klassischen Tageskarten-Systemen gab es eine stille Hierarchie: Wer Zugang zu den exklusivsten Bereichen wie der privaten Hammam-Suite oder dem Eisbrunnen mit original finnischem Gletschereis erhalten wollte, musste entweder über Jahre hinweg Stammgast sein oder eine persönliche Einladung vorweisen. Einige Bereiche blieben selbst langjährigen Besuchern verborgen – Gerüchte über einen versteckten Whisky-Salon für ausgewählte Gäste machten die Runde, ohne jemals offiziell bestätigt zu werden.

Die Servicephilosophie brach ebenfalls mit Konventionen. Statt der üblichen Handtuchausgabe an der Rezeption erwartete die Gäste ein persönlicher Wellness-Concierge, der individuelle Wünsche wie spezielle Aufgussdüfte oder private Saunameister-Termine organisierte. Ein ehemaliger Mitarbeiter verriet im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, dass selbst die Musik in den Ruheräumen täglich von einem DJ kuratiert wurde – je nach Tageszeit und Gästestimmung. Solche Details prägten den Ruf des Clubs als Ort, an dem Luxus nicht laut, sondern unscheinbar inszeniert wurde.

Dass ausgerechnet dieser Tempel der Diskretion nun schließt, wirft Fragen auf. Denn während andere Münchner Saunen mit steigenden Besucherzahlen kämpfen, schien hier die Nachfrage stets geregelt – wenn auch selektiv. Vielleicht lag es gerade an dieser undurchdringlichen Aura, die selbst treue Gäste bis zuletzt überraschte.

Alternativen für enttäuschte Besucher in München

Der plötzliche Wegfall des exklusiven Sauna-Clubs mit seinen zwölf Themenbereichen hinterlässt eine Lücke – doch München bietet weiterhin eine beeindruckende Vielfalt an Alternativen für anspruchsvolle Saunagänger. Laut einer aktuellen Erhebung des Deutschen Wellness-Verbandes nutzen über 60 % der Münchner Saunabesucher regelmäßig mindestens zwei verschiedene Einrichtungen, um Abwechslung zu finden. Wer besonders die thematische Gestaltung vermisst, findet im Palm Beach an der Therme Erding ein vergleichbar luxuriöses Ambiente: Mit tropischem Flair, Außenbecken und einer Saunalandschaft, die von finnischen Blockhäusern bis zu modernistischen Ruheräumen reicht, setzt das Konzept auf hochwertige Materialien und eine klare Designsprache.

Für Puristen, die Wert auf traditionelle Saunakultur legen, bleibt das Müller’sches Volksbad eine Institution. Das 1901 eröffnete Jugendstil-Juwel ist nicht nur das älteste Hallenbad Münchens, sondern beherbergt auch eine der letzten öffentlich zugänglichen Römisch-Irischen Dampfbäder der Stadt. Hier gibt es keine Themenwelten, dafür aber handgefertigte Fliesen, historische Waschkabinen und eine Atmosphäre, die an die Badekultur des frühen 20. Jahrhunderts erinnert.

Wer stattdessen moderne Wellness-Oasen sucht, wird in den Holzhausen Saunen im Olympiapark fündig. Die Anlage punktet mit einer Kombination aus klassischer finnischer Sauna, Bio-Sauna und einem Außenbereich mit Blick auf die Architektur des Parks. Ein besonderes Highlight ist die Aufguss-Sauna, in der regelmäßig professionelle Aufgussmeister – zertifiziert nach den Richtlinien der Deutschen Sauna-Bund e.V. – Rituale mit ätherischen Ölen und präzisen Temperaturwechseln durchführen.

Etwas abseits der Innenstadt, aber mit exzellenten Bewertungen für Service und Hygiene, liegt die Sauna im Heizkraftwerk in Unterföhring. Das ungewöhnliche Konzept verbindet Industriecharme mit Wellness: Die Saunen sind in einem ehemaligen Kraftwerk untergebracht, während der Außenbereich mit Liegewiese und Kaltwasserbecken an einen skandinavischen Fjord erinnert. Ideal für Besucher, die Wert auf ungewöhnliche Locations legen – und bereit sind, für das Erlebnis eine kurze S-Bahn-Fahrt in Kauf zu nehmen.

Was die Schließung über die Zukunft der Saunakultur verrät

Die überraschende Schließung des exklusiven Sauna-Clubs in München wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die traditionelle Saunakultur steht. Während die Nachfrage nach Wellnessangeboten in den letzten Jahren stetig wuchs, zeigt der Fall, dass selbst etablierte Betriebe mit hochpreisigen Konzepten nicht automatisch langfristig überleben. Studien des Deutschen Wellness-Verbandes belegen, dass rund 30 Prozent der Premium-Saunabetriebe in Großstädten seit 2020 mit sinkenden Besucherzahlen kämpfen – ein Trend, der sich durch veränderte Freizeitgewohnheiten und steigende Betriebskosten verstärkt.

Besonders auffällig ist die wachsende Konkurrenz durch flexible Alternativen. Immer mehr Münchner greifen auf günstigere Mitgliedschaften in Ketten wie den Thermen der Stadt oder auf private Sauna-Mietangebote zurück, die ohne langfristige Bindung auskommen. Der Charme thematisch aufwendig gestalteter Saunalandschaften verliert an Zugkraft, wenn Nutzer stattdessen spontan und kostengünstig entspannen können.

Gleichzeitig deutet die Schließung auf einen Generationenwandel hin. Während ältere Gästen oft noch die klassische Saunakultur mit festen Ritualen schätzen, bevorzugt die jüngere Zielgruppe zunehmend hybride Konzepte, die Fitness, Socializing und Wellness verbinden. Clubs, die sich rein auf Exklusivität und traditionelle Saunagänge konzentrieren, laufen Gefahr, ihre Zielgruppe zu verfehlen – es sei denn, sie passen ihr Angebot an moderne Bedürfnisse an.

Ein weiterer Faktor: Die Energiekrise hat viele Betriebe hart getroffen. Saunen mit aufwendigen Themenbereichen und großen Becken verbrauchen deutlich mehr Ressourcen als kompakte Anlagen. Experten aus der Branche betonen, dass nachhaltige Lösungen wie Wärmepumpen oder Solarenergie künftig über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden werden – wer hier nicht investiert, riskiert das Aus.

Münchens Saunaszene steht damit vor einem Umbruch. Die Schließung des Elite-Clubs könnte ein Weckruf sein: Wer überleben will, muss entweder Nischen besetzen oder mutig neue Wege gehen.

Mit dem plötzlichen Ende des Sauna-Club München—einst ein Paradies für Genießer mit seinen zwölf liebevoll gestalteten Themenbereichen—verliert die Stadt nicht nur eine Institution, sondern ein Stück lebendige Badekultur, das Wellness auf ein neues Niveau hob. Wer die einzigartige Atmosphäre zwischen japanischer Ofuro, finnischer Blockhaus-Sauna und dem marokkanischen Hammam erlebte, weiß, was hier unwiederbringlich verschwindet: ein Ort, der Entschleunigung mit ästhetischem Anspruch verband.

Wer nun nach Alternativen sucht, sollte sich im Müller’sches Volksbad oder der Therme Erding umsehen—beide bieten zwar nicht dieselbe Exklusivität, aber hochwertige Saunalandschaften mit eigenem Charme. Doch eines steht fest: Die Lücke, die dieser Club hinterlässt, wird so schnell niemand füllen—bis vielleicht ein neues Projekt den Mut hat, an diese Ära anzuknüpfen.